DNA-Spur führt zu St­ein­wer­fer

32-Jäh­ri­ger soll Be­ton­klotz auf A 7 ge­wor­fen ha­ben – :chwe­rer Un­fall

Nordwest-Zeitung - - PANORAMA - VON NI­CO PO­INT­NER

Die 25 Jah­re al­te Mut­ter schwebt noch im­mer in Le­bens­ge­fahr. Ihr muss­te ein Bein ab­ge­nom­men wer­den. Der 36-Jäh­ri­ge ist ge­stän­dig.

HEI­DEN­HEIM – Mit DNA-Spu­ren ist die Po­li­zei im Fall des fol­gen­schwe­ren St­ein­wurfs auf die Au­to­bahn 7 in Ba­denWürt­tem­berg dem 36 Jah­re al­ten Tat­ver­däch­ti­gen auf die Sch­li­che ge­kom­men. „Spe­zia­lis­ten ist es ge­lun­gen, aus kleins­ten Frag­men­ten auf dem St­ein und auf ei­ner Fo­lie am Abla­ge­ort DNA-Spu­ren zu si­chern“, sag­te der Ul­mer Po­li­zei­prä­si­dent Chris­ti­an Nill am Frei­tag in Ellwangen. Der mut­maß­li­che St­ein­wer­fer ist der Po­li­zei we­gen De­lik­ten wie Be­lei­di­gung und Kör­per­ver­let­zung be­reits häu­fi­ger auf­ge­fal­len.

Auf­grund ei­ner psy­chi­schen Krank­heit sei ihm in der Ver­gan­gen­heit auch Schuld­un­fä­hig­keit at­tes­tiert wor­den, teil­te die Staats­an­walt­schaft mit. Die Er­mitt­ler ha­ben zwar ein Gut­ach­ten in Auf­trag ge­ge­ben, ge­hen im ak­tu­el­len Fall aber nicht da­von aus, dass er schuld­un­fä­hig ist. Der 36-Jäh­ri­ge ge­stand, den zwölf Ki­lo schwe­ren Bro­cken bei Hei­den­heim auf die Au­to­bahn ge­wor­fen zu ha­ben. Das Mo­tiv blieb bis­lang un­klar.

Nach ei­nem DNA-Ab­gleich durch das Lan­des­kri­mi­nal­amt nah­men die Be­am­ten den Mann am Mitt­woch fest. 2009 war dem Ver­däch­ti­gen im Rah­men ei­nes Straf­ver­fah­rens ei­ne Spei­chel­pro­be ab­ge­nom­men wor­den.

Der St­ein­wurf hat­te tra­gi­sche Kon­se­quen­zen: Das Auto ei­ner Fa­mi­lie aus dem Raum Bi­be­rach war in der Nacht zum Sonn­tag auf den schwe­ren Bro­cken ge­prallt und von der Fahr­bahn ab­ge­kom­men. Der Wa­gen über­schlug sich mehr­mals. Die Fa­mi­lie war auf der Heim­rei­se von ei­ner Hoch­zeits­fei­er. Die 25 Jah­re al­te Mut­ter ist noch im­mer in Le­bens­ge­fahr. „Sie muss­ten der Mut­ter ein Bein ab­neh­men in der Zwi­schen­zeit“, sag­te Nill. Der Zu­stand des 33 Jah­re al­ten Va­ters so­wie der bei­den sechs und vier Jah­re al­ten Kin­der ist sta­bil.

Mit der „Soko Crash“ha­be die Po­li­zei so­fort die gan­ze Ener­gie auf den Fall ge­lenkt, sag­te Nill. Um mög­li­chen Nach­ah­mern das Hand­werk zu le­gen, fährt die Po­li­zei seit Sonn­tag an ei­ni­gen Au­to­bahn­brü­cken ge­zielt Strei­fe. Der Tä­ter ent­wen­de­te den St­ein nach der­zei­ti­gem Er­mitt­lungs­stand von ei­nem Abla­ge­hau­fen am Flug­platz Gi­en­gen. Auf dem Ge­päck­trä­ger sei­nes Fahr­rads trans­por­tier­te er ihn Hun­der­te Me­ter zur Brü­cke und warf ihn dann über das Ge­län­der auf die Fahr­bahn.

Ein Mo­tiv für die Tat nann­te der 36-Jäh­ri­ge nicht.

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