Fi­nanz­rich­ter ur­tei­len: „Zu vie­le Fahr­ten“

Ei­gen­tü­mer war 380 Mal im Jahr zu sei­nen Miet­ob­jek­ten un­ter­wegs

Nordwest-Zeitung - - 47 -

Wer ei­ne oder meh­re­re Im­mo­bi­li­en ver­mie­tet hat, der kann die sach­lich be­grün­de­ten Fahr­ten dort­hin in sei­ner Steu­er­er­klä­rung als Wer­bungs­kos­ten gel­tend ma­chen. Das heißt, er kann die Aus­ga­ben in vol­lem Um­fang ab- schrei­ben. Doch schwie­rig kann es nach In­for­ma­ti­on des In­fo­diens­tes Recht und Steu­ern der LBS wer­den, wenn die Zahl die­ser Fahr­ten all­zu sehr aus­ufert (Bun­des­fi­nanz­hof – BFH, Ak­ten­zei­chen IX R 18/15).

Der Fall:

Ein Ei­gen­tü­mer be­saß meh­re­re Ob­jek­te, die er re­gel­mä­ßig zur Er­le­di­gung von Ver­wal­tungs- und Auf­sichts­auf­ga­ben auf­such­te – im Schnitt so­gar mehr als ein­mal täg­lich. Ins­ge­samt fie­len in ei­ne­mJahr 380 Fahr­ten an. Die­se Kos­ten mach­te er in sei­ner Steu­er­er­klä­rung gel­tend. Das zu­stän­di­ge Fi­nanz­amt woll­te die­se Wer­bungs­kos­ten (0,30 Eu­ro je ge­fah­re­nem Ki­lo­me­ter) je­doch nicht an­er­ken­nen und den Ei­gen­tü­mer auf die fi­nan­zi­ell für ihn un­at­trak­ti­ve­re Ent­fer­nungs­pau­scha­le (0,30 Eu­ro je Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter) be­schrän­ken.

Das Ur­teil:

Su­che ein Ver­mie­ter ein Ver­mie­tungs­ob­jekt nicht nur ge­le­gent­lich auf, son­dern fort- dau­ernd mit ei­ner ge­wis­sen Nach­hal­tig­keit, dann wer­de er dort schwer­punkt­mä­ßig tä­tig. Er un­ter­hal­te, ver­gleich­bar mit ei­nem Ar­beit­neh­mer, ei­ne re­gel­mä­ßi­ge Tä­tig­keits­stät­te. So ent­schied der Bun­des­fi­nanz­hof und er­kann­te des­we­gen wie der Fis­kus le­dig­lich die Ent­fer­nungs­pau­scha­le an. Schließ­lich kön­ne sich der Ver­mie­ter auf die­se im­mer glei­chen We­ge ein­stel­len und die Kos­ten ge­rin­ger hal­ten.

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