Lan­ge Sa­nie­rungs­dau­er wird teu­er

Fis­kus ver­wei­ger­te die An­er­ken­nung von Wer­bungs­kos­ten

Nordwest-Zeitung - - 47 -

Grund­sätz­lich ist der Staat be­reit, beim Er­werb ei­ner Im­mo­bi­lie und an­schlie­ßend ge­plan­ter Ver­mie­tung ei­nen gu­ten Teil der ent­ste­hen­den Aus­ga­ben als Wer­bungs­kos­ten an­zu­er­ken­nen. Al­ler­dings muss die­se Ab­sicht, Ein­künf­te zu er­zie­len, auch ir­gend­wann er­kenn­bar sein. Kommt es jah­re­lang nicht zu ent­schei­den­den Fort­schrit­ten, dann kann der Fis­kus nach Aus­kunft des In­fo­diens­tes Recht und Steu­ern der LBS die An- er­ken­nung ver­wei­gern (Bun­des­fi­nanz­hof, Ak­ten­zei­chen IX R 46/13).

Der Fall:

Ein In­ves­tor hat­te ein sa­nie­rungs­be­dürf­ti­ges Mehr­fa­mi­li­en­haus mit elf Woh­nun­gen er­wor­ben. All­mäh­lich zo­gen die Mie­ter aus, da­mit ei­ne Re­no­vie­rung mög­lich wur­de. Doch nach dem­völ­li­gen Leer­stand ver­stri­chen et­li­che Jah­re, oh­ne dass mit der ent­kern- ten Im­mo­bi­lie et­was vor­an­ge­gan­gen wä­re. Für die Jah­re drei bis acht nach dem Leer- stand woll­te der Ei­gen­tü­mer Wer­bungs­kos­ten­über­schüs­se gel­tend ma­chen, was das zu­stän­di­ge Fi­nanz­amt mit Hin­weis auf die über­lan­ge Sa­nie­rungs­dau­er ab­lehn­te.

Das Ur­teil:

Der Bun­des­fi­nanz­hof stimm­te der Ein­schät­zung des Fis­kus zu. Wer­bungs­kos­ten könn­ten nur so lan­ge in An­spruch ge­nom­men wer­den, so lan­ge man er­ken­nen kön­ne, dass der Steu­er­pflich­ti­ge den ur­sprüng­li­chen Ent­schluss zur Er­zie­lung von Ein­künf­ten nicht auf­ge­ge­ben ha­be. Ge­nau die­ser Ver­dacht müs­se al­ler­dings hier ent­ste­hen. Selbst un­ter Maß­ga­be ei­nes gro­ßen Beur­tei­lungs- und Ent­schei­dungs­spiel­rau­mes kön­ne man hier kei­ne Fort­schrit­te se­hen. Die nö­ti­gen Be­mü­hun­gen um ei­ne sach­ge­mä­ße Sa­nie­rung und die an­schlie­ßen­de Ver­mie­tung fehl­ten.

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