Cl­in­tons flei­ßi­ger Par­tei­sol­dat

We­ni­ge Po­li­ti­ker sind so er­fah­ren wie Tim Kai­ne

Nordwest-Zeitung - - HINTERGRUND - VONMICHAEL DONHAUSER

WA­SHING­TON – Mit Tim Kai­ne ist Hil­la­ry Cl­in­ton bei der Wahl ih­res Vi­ze­prä­si­den­tenKan­di­da­ten den si­che­ren Weg ge­gan­gen. Der 58-Jäh­ri­ge aus Vir­gi­nia gilt als er­fah­re­ner, mo­de­ra­ter Po­li­ti­ker, zu­ver­läs­sig und oh­ne Dra­ma.

Cl­in­ton ent­schied sich für ei­nen al­ten Par­tei­sol­da­ten – und da­mit ge­gen jun­ge, fri­sche Ge­sich­ter im Wa­shing­to­ner Po­li­tik­be­trieb. Sie such­te ei­nen Part­ner, mit dem sie sich als Prä­si­den­tin wohl­füh­len wür­de. Der sich im Ge­schäft aus­kennt, not­falls vom ers­ten Tag an fä­hig wä­re, den Spit­zen­job zu über­neh­men. Kai­ne ist ru­hig, aus­ge­gli­chen, sel­ten hört man ihn laut wer­den.

Was die po­li­ti­sche Er­fah­rung be­trifft, gibt es nicht vie­le US-Po­li­ti­ker, die wie er Stadt­rat, Bür­ger­meis­ter, Vi­ze­gou­ver­neur, Gou­ver­neur und dann Se­na­tor wa­ren. Da­zwi­schen hat­te Kai­ne auch noch den Pos­ten des Par­tei­vor­sit­zen­den in­ne. Kai­ne be­gann sein Be­rufs­le­ben als Rechts­an­walt, spe­zia­li­siert auf Bür­ger­rech­te. Der 58-Jäh­ri­ge spricht flie­ßend spa­nisch – in den USA ein be­son­de­rer Vor­teil bei der wach­sen­denWäh­ler­schaft mit his­pa­ni­schem Hin­ter­grund.

Als mög­li­cher Schwach­punkt könn­te sich er­wei­sen, dass Kai­ne in sei­ner Zeit als Gou­ver­neur und Vi­ze­gou­ver­neur Ge­schen­ke im Um­fang von mehr als 160000 US-Dol­lar an­ge­nom­men hat. Das war zwar le­gal, aber Do­nald Trump nann­te den Se­na­tor be­reits „Cor­rupt Kai­ne“.

DPA-BILD: HAR­NIK

Kein Laut­spre­cher: Tim Kai­ne auf ei­ner Wahl­kampf­ver­an­stal­tung mit Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Hil­la­ry Cl­in­ton

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