„Wei­ßes Haus“weicht wei­ßen Häu­sern

Tra­di­ti­ons­rei­cher Re­stau­rant- und Ho­tel­be­trieb an Sü­den­der Stra­ße wird ab­ge­ris­sen

Nordwest-Zeitung - - BLICK IN DIE NACHBARSCHAFT - VON FRANK JA­COB

Auf dem Grund­stück sol­len drei neue Ge­bäu­de ent­ste­hen. Vor­aus­sicht­lich zum Jah­res­wech­sel soll der Bau be­gin­nen.

RASTEDE –„ Das wei­ße Haus“in Rastede wird ab­ge­ris­sen. Auf dem Grund­stück des tra­di­ti­ons­rei­chen Re­stau­rant- und Ho­tel­be­trie­bes an der Sü­den­der Stra­ße sol­len drei VierPar­tei­en-Häu­ser ent­ste­hen. Am Mitt­woch rück­te der Bag­ger an.

Seit Herbst 2014 hat­te „Das wei­ße Haus“zum Ver­kauf ge­stan­den. Nach­dem ein Kun­de der Mende Ge­ne­ral­bauGm­bH aus Edewecht das Grund­stück er­wor­ben hat­te, be­gann die Fir­ma mit der Pla­nung und Pro­jek­tie­rung des vor­ge­se­he­nen Bau­vor­ha­bens.

Auf An­fra­ge der Ð sag­te Ge­schäfts­füh­rer Adri­an Mende am Mitt­woch, dass ei­ne Bau­vor­an­fra­ge be­reits po­si­tiv be­schie­den wur­de. Er geht da­von aus, dass die Bau­ge­neh­mi­gung noch im Ver­lauf des Ok­to­bers er­teilt wird.

Zur Ol­den­bur­ger Stra­ße hin soll den Pla­nun­gen zu­fol­ge ein Vier-Par­tei­en-Haus zur ge­werb­li­chen Nut­zung ent­ste­hen. Im hin­te­ren Be­reich des Grund­stücks sind zwei VierPar­tei­en-Häu­ser mit Ei­gen­tums­woh­nun­gen vor­ge­se­hen.

„Die ge­plan­ten Ge­bäu­de wer­den sich der Um­ge­bung an­pas­sen“, sag­te Mende. Ge- plant ist ein wei­ßer Putz­bau mit schwar­zem Dach. Vor­aus­sicht­lich zum Jah­res­wech­sel soll mit dem Bau der zwei­ge­schos­si­gen Häu­ser be­gon­nen wer­den. Zum Jah­res­wech­sel 2017/2018 könn­ten sie dann be­zugs­fer­tig sein, gibt Mende ei­nen gro­ben Zeit­plan vor.

Mit dem Ab­riss des Re­stau­rants und Ho­tels „Das wei­ße Haus“geht an der Sü­den­der Stra­ße ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on zu En­de. Das reet­ge­deck­te Bau- ern­haus war 1892 ge­baut wor­den. Seit 1993 hat­te Fa­mi­lie Kin­der­mann das Re­stau­rant und Ho­tel be­trie­ben. Da­mals hieß es noch „Land­haus am Schloss­park“. Die­ser Na­me hat­te sich in der Be­völ­ke­rung al­ler­dings nie durch­ge­setzt.

Von Alt­ein­ge­ses­se­nen er­fuhr An­net­te Kin­der­mann sei­ner­zeit, dass der Be­trieb frü­her ein­mal „Das wei­ße Haus“ge­hei­ßen hat­te. Die­sen Na­men ließ sie so­dann wie­der auf­le­ben.

Ur­sprüng­lich hat­te das Bau­ern­haus zu ei­nem gro­ßen Hof mit Län­de­rei­en ge­hört. Einst war es auch als Gäste­haus für Mit­ar­bei­ter der Fir­ma Bröt­je ge­nutzt wor­den. Et­wa seit den 1970er Jah­ren gab es an der Adres­se ein gas­tro­no­mi­sches An­ge­bot.

Un­ter der Füh­rung von Fa­mi­lie Kin­der­mann war „Das wei­ße Haus“re­gel­mä­ßig von Deutsch­lands füh­ren­den Res- tau­rant­kri­ti­kern gut be­wer­tet und aus­ge­zeich­net wor­den.

Im Sommer 2013 hat­te An­net­te Kin­der­mann das Re­stau­rant nach der Tren­nung von ih­rem Mann Cars­ten Kin­der­mann kom­plett re­no­viert.

Auch ein neu­es Kon­zept gab sie de­mHaus da­mals. Ein Jahr spä­ter ent­schied sie sich dann aus pri­va­ten Grün­den, den Be­trieb auf­zu­ge­ben und das Haus zu ver­kau­fen.

BILD: FRANK JA­COB

Der Bag­ger steht be­reit: Der tra­di­ti­ons­rei­che Re­stau­rant- und Ho­tel­be­trieb „Das wei­ße Haus“wird ab­ge­ris­sen. Das reet­ge­deck­te Bau­ern­haus stammt aus dem Jahr 1892.

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