He­im­platz oft zu teu­er

Vie­le Men­schen über 80 kön­nen Ei­gen­an­teil nicht be­zah­len

Nordwest-Zeitung - - VORDERSEITE - VON WOLF­GANG ALEX­AN­DER MEY­ER UND FLORENTINE DA­ME

Was Al­ten­pfle­ge in Deutsch­land kos­tet, ist je nach Re­gi­on ex­trem un­ter­schied­lich. In Nie­der­sach­sen reicht die Fi­nanz­kraft der Se­nio­ren meist noch aus.

GÜ­TERS­LOH – In wei­ten Tei­len Deutsch­lands kos­tet ein He­im­platz mehr als Se­nio­ren sich leis­ten kön­nen. Ei­ner am Mitt­woch vor­ge­stell­ten Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung zu­fol­ge über­steigt der fäl­li­ge Ei­gen­an­teil für den He­im­platz in fast der Hälf­te al­ler Städ­te und Krei­se (44 Pro­zent) das durch­schnitt­li­che Haus­halt­bud­get der Über-80-Jäh­ri­gen – bei gro­ßen re­gio­na­len Un­ter­schie­den.

„Die He­im­plät­ze sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren teu­rer ge­wor­den“, er­klärt Adolf Bau­er, Prä­si­dent des So­zi­al­ver­ban­des Deutsch­land, der Ð. Auf der an­de­ren Sei­te sei­en Ren­ten­be­zü­ge je­doch nur ge­ring­fü­gig ge­stie­gen.

„Ist das Geld knapp für die Ver­sor­gung im Heim, hat das zur Fol­ge, dass häu­fi­ger An­ge­hö­ri­ge ein­sprin­gen oder Pfle­ge­be­dürf­ti­ge zu­sätz­li­che So­zi­al­leis­tun­gen be­an­tra­gen“, sagt Ste­fan Et­ge­ton, Pro­jekt­lei­ter für die Un­ter­su­chung. So muss­ten 2013 bun­des­weit 41 Pro­zent al­ler Pfle­ge­be­dürf­ti­gen So­zi­al­hil­fe be­an­tra­gen.

Rech­ne­risch reicht die Fi­nanz­kraft der Hoch­be­tag­ten vor al­lem in Nord­rhein-West­fa­len, dem Saar­land, Rhein­land-Pfalz und Tei­len von Ba­den-Würt­tem­berg und Bay­ern nur für ei­ne Ver­sor­gung im Heim von ma­xi­mal zehn Mo­na­ten im Jahr. Pfle­ge­be­dürf­ti­ge im Nor­den und im Os­ten müs­sen sich da­ge­gen we­ni­ger um die Finanzierung ih­res He­im­plat­zes sor­gen. In Nie­der­sach­sen, Schles­wig-Hol­stein und den ost­deut­schen Flä­chen­län­dern reicht die durch­schnitt­li­che Fi­nanz­kraft der Über-80-Jäh­ri­gen fast über­all mehr als aus.

Dies geht zu Las­ten des Pfle­ge­per­so­nals: Deut­li­che Lohn­un­ter­schie­de ste­cken den Ex­per­ten zu­fol­ge hin­ter dem auf­fäl­li­gen Ge­fäl­le zwi­schen Nord­ost und Süd­west, wo das Ein­kom­men der Pfle­ge­kräf­te zum Teil dop­pelt so hoch sei. 2013 lag die Span­ne der Brut­to­ent­gel­te in der Pfle­ge zwi­schen 1714 und 3192 Eu­ro mo­nat­lich. Das schlägt sich in den Heim­kos­ten nie­der: Pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge kos­tet je nach Re­gi­on zwi­schen 88 Eu­ro im Je­ri­chow­er Land und Zwi­ckau und 153 Eu­ro pro Tag in Köln und Kre­feld.

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