Das ge­mein­sa­me Stre­ben nach Ge­win­nen

Größ­te Bran­chen­mes­se star­tet in Es­sen – Te­am­geist wich­tig

Nordwest-Zeitung - - WIRTSCHAFT - VON MA­RIE FRECH

ES­SEN – Das See­len­heil steht auf dem Spiel. Um nichts Ge­rin­ge­res geht es bei „Mea Cul­pa“. Die Brett­spiel-Neu­heit greift den im Mit­tel­al­ter üb­li­chen Ver­kauf von Ablass­brie­fen auf, mit de­nen sich Sün­der rein­wa­schen konn­ten. „Wenn das Geld im Beu­tel klingt, die See­le aus dem Feu­er springt!“, singt ein Mann in Mönchs­kut­te am Spie­le­stand. Dann zeigt er auf ei­nen Klotz auf dem Spiel­brett – ein Kerb­holz.

So de­tail­ver­lieb­te Spie­le, die in ei­ne an­de­re Zeit ent­füh­ren, sind viel auf der welt­größ­ten Pu­bli­kums­mes­se für Ge­sell­schafts­spie­le in Es­sen zu se­hen. Von Don­ners­tag bis Sonn­tag wer­den auf der „Spiel 16“Hun­dert­tau­sen­de Be­su­cher er­war­tet. Gut 60 Pro­zent der Aus­stel­ler kom­men aus dem Aus­land.

Auch das Ge­win­ner­spiel des Deut­schen Spie­le­prei­ses 2016 nimmt die Be­su­cher mit auf ei­ne Zei­t­rei­se. Bei „Mom­ba­sa“schlüp­fen zwei bis vier stra­te­gie­be­geis­ter­te Spie­ler in die Rol­len der In­ves­to­ren von Han­dels­kom­pa­ni­en. Im Afri­ka der Ko­lo­ni­al­zeit ver­fol­gen die Spie­ler ab zwölf Jah­ren ein Ziel: Das meis­te Geld zu ma­chen. Ei­nen an­de­ren An­satz ver­folgt „Leo muss zum Fri­seur“. Bei dem Ge­win­ner in der Ka­te­go­rie Kin­der­spie­le müs­sen sich die Spie­ler zu­sam­men­tun, um ei­nen Lö­wen zum Bar­bier zu ma­nö­vrie­ren. „Sol­che ko­ope­ra­ti­ven Spie­le, bei de­nen nicht ge­gen­ein­an­der ge­spielt wird, wer­den im­mer bes­ser ak­zep­tiert“, be­rich­tet Mat­thi­as Wa­gner, Re­dak­teur beim Ent­wick­ler­ver­lag Aba­cus.

Ge­mein­sam zu sie­gen, ist auch der An­satz ei­nes der gro­ßen Spie­le­trends auf der Mes­se. Vie­le Ver­la­ge ver­su­chen das Prin­zip so­ge­nann­ter „Live Escape Ga­mes“aufs Ge­sell­schafts­piel zu über­tra­gen. Mit­spie­ler müs­sen auf Zeit Hin­wei­sen fol­gen und Rät­sel lö­sen. Der Nach­teil: Nach ei­nem Mal Durch­spie­len sind die Lö­sun­gen be­kannt.

Längst nicht hin­ter je­dem neu­en Kar­ten- oder Brett­spiel steckt in­des ein gro­ßer Ver­lag. In­zwi­schen nut­zen vie­le Ent­wick­ler Crowd­fun­ding und sam­meln über In­ter­net­platt­for­men bei Spiele­lieb­ha­bern das Geld für ih­re Pro­jek­te.

Mit ei­nem ähn­li­chen An­satz hat­te schon Jörg Meiß­ner Er­folg. Auf der Mes­se stellt er die­ses Jahr den 16. Ti­tel der „Kri­mi to­tal“-Se­rie vor, in der die Spie­ler in die Rol­len von Ver­däch­ti­gen in ei­nem Mord­fall schlüp­fen.

DPA-BILD: GAMBARINI

Ein Mo­del stellt in Es­sen das Spiel „Cap­ta­ins of the gol­den Age" vor. Vom 13. bis 16. Ok­to­ber wer­den dort auf der „Spiel 2016" die neu­es­ten Spie­le vor­ge­stellt.

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