Nach der Schu­le zum Bun­des­li­ga-Trai­ning

FUß­BALL Co­nor Gner­lich spielt mit U 19 des JFV Nordwest im Ober­haus – Sonn­tag ge­gen Wer­der

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON MA­THI­AS FREE­SE

Ne­ben Schu­le und Fuß­ball bleibt dem 17-Jäh­ri­gen kaum Frei­zeit. In sei­ner Mann­schaft fühlt er sich je­doch pu­del­wohl.

OL­DEN­BURG – „Der Zeit­plan ist ziem­lich straff“, sagt Co­nor Gner­lich. Je­den Tag bis 15.45 Uhr Schu­le, zu Hau­se schnell Mit­tag es­sen, Ta­sche pa­cken und zum Fuß­ball-Trai­ning. Und da­nach? „Dann ist man ka­putt“, sagt der 17-Jäh­ri­ge, „man macht noch Haus­auf­ga­ben und geht schla­fen.“Für an­de­re Hob­bies und auch Freun­de bleibt we­nig Zeit – fast nur in den Fe­ri­en.

Auch an den Wo­che­n­en­den ist er noch mehr un­ter­wegs als bis­her. Denn Gner­lich ist mit dem U-19-Team des JFV Nordwest in die Bun­des­li­ga auf­ge­stie­gen. Aus­wärts­fahr­ten nach Braun­schweig, Leip- zig und Cott­bus ha­ben er und sein Team schon hin­ter sich ge­bracht, ne­ben Os­na­brück, Ham­burg, Hannover und Wolfsburg müs­sen sie auch noch in Kiel, Ber­lin, Je­na und Dresden an­tre­ten.

Stun­den­lan­ge Bus­fahr­ten

„Man ver­sucht im­mer, im Bus zu ler­nen, aber meis­tens klappt das nicht. Bis­her war es ein­fach im­mer zu auf­re­gend“, er­zählt Gner­lich: „Es ist auch im­mer wit­zig, weil ja das Team da­bei ist, und al­le Freun­de sind.“

Den­noch sei ei­ne so lan­ge Fahrt – nach Leip­zig 430 Ki­lo­me­ter, nach Cott­bus 530 – an­stren­gend – wie auch ei­ne Ho­tel-Über­nach­tung. „Man ist um 20 Uhr da, isst, geht schla­fen, und am Mor­gen spielt man di­rekt. Das ist ei­ne Um­stel­lung, aber wir ge­wöh­nen uns dran. Wenn man zu Hau­se schläft, fühlt man sich woh­ler – aber das geht schon.“ Und eins ist klar: Die Jungs wol­len das na­tür­lich. Das ist schließ­lich Bun­des­li­ga-Fuß­ball. „Nach der Re­le­ga­ti­on letz­te Sai­son ha­be ich ge­dacht, es gibt nichts gei­le­res, als im Elf­me­ter­schie­ßen in die Bun­des­li­ga auf­zu­stei­gen. Aber dann ge­win­nen wir die ers­ten Spie­le ge­gen den Ham­bur­ger SV und Dy­na­mo Dresden. Das war klas­se“, be­rich­tet der Mit­tel­feld­spie­ler: „Wir sind als Brü­der aufs Feld ge­gan­gen. Je­der kämpft für sich und für das Team – das ist ge­ni­al.“Sei­ne Zu­kunft plant Gner­lich in­des mit Be­dacht: „Klar träumt je­der da­von, in den gro­ßen Clubs zu spie­len. Aber ein gro­ßer Sprung ist nicht im­mer der rich­ti­ge Schritt“, sagt der JFV-Ka­pi­tän: „Ge­ra­de zu Be­ginn ist eben wich­tig, dass man spielt. Und dass man sich ge­braucht und will­kom­men fühlt.“Der 17Jäh­ri­ge spricht aus Er­fah­rung. Er hat bis Som­mer 2015 ein Jahr in der U 17 des FC St. Pau­li ge­spielt. „Das war viel­leicht ein zu gro­ßer Schritt“, meint Gner­lich. Au­ßer­dem hät­ten dort vie­le Ver­trags­spie­ler viel auf sich sel­ber ge­schaut, und nicht auf das Team. „Das hat mir nicht ge­fal­len“, sagt er.

Hei­ßes Der­by

Das ist in Ol­den­burg an­ders – was sich be­son­ders nach den def­ti­gen Nie­der­la­gen in Leip­zig (0:8) und ge­gen Wolfsburg (0:5) ge­zeigt hat. „Wenn man so vie­le To­re kas­siert, lässt man schon die Köp­fe hän­gen“, sagt Gner­lich: „Aber mit je­dem Zwei­kampf, auch im Trai­ning, wird das Selbst­be­wusst­sein stär­ker. Es liegt am Team, wie man nach Nie­der­la­gen zu­rück­kommt.“Wie ge­ru­fen kommt da das Der­by ge­gen Wer­der Bre­men am Sonn­tag (12.30 Uhr/Sport­park Os­tern­burg): „Vie­le von uns ha­ben da ge­spielt. Man merkt, dass ei­ne be­son­de­re An­span­nung da ist“, be­tont Gner­lich: „Ge­gen Wer­der ist je­der heiß.“

BILD: MEY­ER

Ball im Blick: Co­nor Gner­lich ist Ka­pi­tän der A-Ju­gend des JFV Nordwest.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.