Le­ben­di­ge Kul­tur­ge­schich­te im Schloss

„Das Schloss tanzt!“lockt Tanz­neu­lin­ge und Fort­ge­schrit­te­ne aufs Par­kett

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON LI­SA CURDES

His­to­ri­sche Tän­ze im Schloss ver­bin­den Kul­tur­ge­schich­te und Be­we­gung. Prunk­vol­les Am­bi­en­te run­det die At­mo­sphä­re ab.

OL­DEN­BURG – Bun­te Ge­wän­der, Mu­sik­grup­pen mit his­to­ri­schen In­stru­men­ten und ver­schie­de­ne Ball- und Büh­nen­tän­ze: Ei­ne Zei­t­rei­se der be­son­de­ren Art konn­ten Be­su­cher am Sonn­tag im Schloss­saal er­le­ben. Tanz­grup­pen in his­to­ri­schen Ko­s­tü­men führ­ten ih­re er­prob­ten Grup­pen­tän­ze auf und lu­den da­zu ein, Tän­ze aus ver­schie­de­nen Jahr­hun­der­ten selbst aus­zu­pro­bie­ren.

Die Tanz­grup­pen, die von Tanz­the­ra­peu­tin Iris-Michae­la Schmidtmann an­ge­lei­tet wer­den, be­schäf­ti­gen sich mit den Tanz­sti­len des Ba­rock, der Re­nais­sance und den Re­gen­cy-Tän­zen aus der Zeit von Schrift­stel­le­rin Ja­ne Aus­ten. Be­glei­tet wur­den die Tän­zer und Tän­ze­rin­nen von Mu­sik­grup­pen, die sich auf den Ba­rock und die Re­nais­sance spe­zia­li­siert ha­ben.

Die Fes­ti­vi­tät un­ter dem Mot­to „Das Schloss tanzt!“fand im letz­ten Jahr zum ers­ten Mal statt und war mit rund 150 Be­su­chern ein gro­ßer Er­folg. Do­ris Kor­te, Mu­se­ums­päd­ago­gin des Lan­des­mu­se­ums für Kunst und Kul­tur­ge­schich­te, schätzt vor al­lem die Al­ters­mi­schung: „Wir ha­ben vie­le äl­te­re Leu­te da­bei, aber auch Kin­der und Ju­gend­li­che“, so Kor­te. „Die jün­ge­ren Leu­te in­ter­es­sie­ren sich oft für Ja­ne Aus­ten und die Re­gen­cyTän­ze.“

Ne­ben den Tanz­grup­pen des Lan­des­mu­se­ums gibt es auch ei­nen Kurs zum The­ma „Klei­dung“, in wel­chem die Teil­neh­mer sich über das An­schaf­fen und Er­stel­len von his­to­ri­schen Ko­s­tü­men aus­tau­schen kön­nen. Vie­le nä­hen sich ih­re Ko­s­tü­me sel­ber, was viel Fein­ar­beit be­inhal­tet. „Die Frau­en er­fül­len sich mit den prunk­vol­len Klei­dern ei­nen Mäd­chen­t­raum“, er­zählt Bir­git Neu­häu­ser vom Lan­des­mu­se­um.

Ne­ben Tanz und Mu­sik soll auch die Kul­tur­ge­schich­te der Stadt the­ma­ti­siert wer­den: „Graf An­ton Gün­ther stellt den per­fek­ten Über­gang vom Re­nais­sance- zum Ba­rock­tanz dar“, be­schreibt Schmidtmann. Die Re­gen­cy-Tän­ze span­nen wie­der­um den Bo­gen zu Pe­ter Fried­rich Lud­wig. Auch die his­to­ri­schen Räu­me des Schlos­ses sol­len mit le­ben­di­ger Kul­tur­ge­schich­te ge­füllt wer­den. „Im Schloss kön­nen wir die kul­tur­his­to­ri­schen Aspek­te mit der Be­we­gung ver­bin­den“.

Auch im nächs­ten Jahr sol­len Be­su­cher wie­der die Mög­lich­keit ha­ben, in die Tan­zar­ten von vor rund 300 bis 400 Jah­ren ein­zu­tau­chen.

BILD: LI­SA CURDES

Zei­t­rei­se: Tanz, Mu­sik, Ko­s­tüm und Schloss­saal er­in­nern an die Zeit der Re­nais­sance und des Ba­rocks.

BILD: LI­SA CURDES

„Das Schloss tanzt!“: Die Tanz­grup­pe von Iris-Michae­la Schmidtmann (vor­ne) zeigt ih­re Cho­reo­gra­phie.

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