Ta­xi­fah­ren soll teu­rer wer­den

Un­ter­neh­mer ar­gu­men­tie­ren mit Min­dest­lohn­er­hö­hung und In­ves­ti­tio­nen

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON THO­MAS HUSMANN

Zehn Cent soll der ge­fah­re­ne Ki­lo­me­ter mehr kos­ten. Der Ge­setz­ge­ber ver­langt zu­dem ein Fis­kal­ta­xa­me­ter.

OL­DEN­BURG – Zum 1. Ja­nu­ar 2017 steigt der Min­dest­lohn von 8,50 auf 8,84 Eu­ro. Das hat mög­li­cher­wei­se Aus­wir­kun­gen auf die Ta­xi­prei­se in Ol­den­burg. Das Ol­den­bur­ger Ta­xi­ge­wer­be hat die Stadt ge­be­ten, die Ta­xi­ta­ri­fe er­hö­hen zu dür­fen. Gleich­zei­tig sei­en tech­ni­sche In­no­va­tio­nen ge­setz­lich not­wen­dig.

Kon­kret: Die Grund­ge­bühr soll auf Wunsch der Ta­xi­un­ter­neh­mer von 3,50 auf 3,60 Eu­ro an­ge­ho­ben wer­den. Der je­weils gel­ten­de Ki­lo­me­ter­preis soll um zehn Cent an­ge­ho­ben wer­den. Der Ki­lo­me­ter in der Nacht kos­tet dann bei­spiels­wei­se 1,95 statt 1,85 Eu­ro, wenn die Fahrt­stre­cke zwi­schen fünf und zehn Ki­lo­me­ter lang ist (sie­he Grafik).

„Wir be­grü­ßen den Min­dest­lohn und sei­ne re­gel­mä­ßi­gen An­pas­sun­gen und freu­en uns für un­se­re Mit­ar­bei­ter, dass nun end­lich die Rah­men­be­din­gun­gen für ei­nen aus­kömm­li­che­ren Ver­dienst ge­schaf­fen wur­den“, schreibt Rem­mer Wit­te von der Ach­tElf-Elf Gm­bH. Und er setzt bei der Kund­schaft auf Ver­ständ­nis. „Wir ha­ben ei­ne er­freu­lich gro­ße Kun­den­ak­zep­tanz für die im Rah­men des Min­dest­l­ohn­ge­set­zes not­wen­di­ge letz­te Ta­rif­an­pas­sung für das Ta­xi­ge­wer­be fest­ge­stellt“, schreibt er.

Der Ge­setz­ge­ber un­ter Fe­der­füh­rung der Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on (OFD) Ol­den­burg will zu­dem ab 2017 ei­ne Pflicht zur Dif­fe­ren­zie­rung bzw. Di­gi­ta­li­sie­rung der so­ge­nann­ten Ein­nah­meur­sprungs­auf­zeich­nun­gen ein­füh­ren – ge­nannt Fis­kal­ta­xa­me­ter. Noch sei die ent­spre­chen­de Tech­nik viel­fach erst in der Ent­wick­lung, aber es kä­men auf je­den Fall In­ves­ti­tio­nen auf das Ta­xi­ge­wer­be zu. Das Bun­des­ka­bi­nett hat­te im Ju­li be­schlos­sen, mit ei­nem Ge­setz­ent­wurf des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Fi­nan­zen der Steu­er­hin­ter­zie­hung über elek­tro­ni­sche Auf­zeich­nungs­sys­te­me ei­nen Rie­gel vor­zu­schie­ben.

Zehn Cent soll die Fahrt mit dem Ta­xi pro Ki­lo­me­ter mehr kos­ten, wün­schen sich die Ta­xi­un­ter­neh­mer. Das klingt auf den ers­ten Blick nicht viel, doch kommt da un­ter dem Strich ein er­kleck­li­ches Sümm­chen zu­sam­men.

Der Min­dest­stun­den­lohn steigt am 1. Ja­nu­ar von 8,50 auf 8,84 Eu­ro um 34 Cent. Rein rech­ne­risch ha­ben die Ta­xi­un­ter­neh­mer die Mehr­kos­ten al­so nach ei­ner drei Ki­lo­me­ter lan­gen Fahrt wie­der drin – al­les dar­über hin­aus fließt in die Ta­sche der Un­ter­neh­mer. Die neh­men die Min­dest­lohn­er­hö­hung of­fen­sicht­lich zum An­lass, die Kun­den kräf­tig zur Kas­se zu bit­ten – und das vor dem Hin­ter­grund im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren kräf­tig ge­sun­ke­ner Sprit­prei­se. Die Kos­ten für den Ein­bau ei­nes Fis­kal­ta­xa­me­ters zur Ver­hin­de­rung von Schwarz­geld­kas­sen wird die Ta­xi­fah­rer nicht in den Ru­in trei­ben. @ Den Au­tor er­rei­chen Sie un­ter husmann@in­fo­au­tor.de

Preis­er­hö­hung ge­plant: Die Ta­xi­un­ter­neh­men ha­ben bei der Stadt ei­ne Ta­rif­er­hö­hung be­an­tragt. Zehn Cent soll der ge­fah­re­ne Ki­lo­me­ter teu­rer wer­den.

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