Trau­er um ge­tö­te­ten Po­li­zis­ten

Dra­ma­ti­scher Ein­satz bei „Reichs­bür­ger“– Po­li­ti­ker wol­len hart durch­grei­fen

Nordwest-Zeitung - - NACHRICHTEN - VON EL­KE RICH­TER UND CHRISTOPH TROST

Bei der Be­schlag­nah­me schoss der Waf­fen­be­sit­zer. Ei­ner der vier ver­letz­ten Po­li­zis­ten starb in der Nacht.

GE­OR­GENS­G­MÜND/BER­LIN – Nach den töd­li­chen Schüs­sen ei­nes so­ge­nann­ten „Reichs­bür­gers“auf ei­nen Po­li­zis­ten in Ge­or­gens­g­münd bei Nürn­berg ha­ben Po­li­ti­ker mit Er­schüt­te­rung und Trau­er re­agiert. Die SPD im baye­ri­schen Land­tag for­der­te zu­gleich ein har­tes Durch­grei­fen ge­gen die „Reichs­bür­ger“und ei­ne Kom­plett-Be­ob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz.

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Thomas de Mai­ziè­re (CDU) re­agier­te er­schüt­tert auf den Tod des 32-jäh­ri­gen Po­li­zis­ten: „Mei­ne Ge­dan­ken und mein Mit­ge­fühl sind in die­ser schwe­ren St­un­de bei den An­ge­hö­ri­gen“, er­klär­te der Mi­nis­ter in Ber­lin. Die zu­neh­men­den An­grif­fe von Ex­tre­mis­ten auf Po­li­zis­ten sei­en „un­er­träg­lich und in­ak­zep­ta­bel“. Auch Bay­erns Re­gie­rung zeig­te sich zu­tiefst be­trof­fen. „Der Tod des jun­gen Po­li­zis­ten im di­rek­ten Ein­satz für die Si­cher­heit der Men­schen im Frei­staat macht mich fas­sungs­los. Ganz Bay­ern trau­ert“, sag­te Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU).

Der ge­tö­te­te Be­am­te er­lag am Don­ners­tag­mor­gen sei­nen Ver­let­zun­gen. Ein 49-Jäh­ri­ger hat­te den Be­am­ten ei­nes Spe­zi­al­ein­satz­kom­man­dos bei ei­ner Raz­zia töd­lich ge­trof­fen. Die Ku­gel schlug knapp ne­ben der Schutz­wes­te in der Schul­ter des Man­nes ein. Ein wei­te­rer Po­li­zist wur­de bei dem Ein­satz schwer und zwei Be­am­te leicht ver­letzt. Die Po­li­zei woll­te dem „Reichs­bür­ger“sei­ne 31 Waf­fen ab­neh­men, weil er bei den Be­hör­den als nicht mehr zu­ver­läs­sig galt. Die Staats­an­walt­schaft er­mit­telt ge­gen den Mann we­gen Mor­des und ver­such­ten Mor­des. Er wur­de am Don­ners­tag ei­nem Haft­rich­ter vor­ge­führt.

„Reichs­bür­ger“er­ken­nen die Bun­des­re­pu­blik nicht an. Statt­des­sen be­haup­ten sie, das Deut­sche Reich be­ste­he bis heu­te fort. Sie spre­chen Grund­ge­setz, Be­hör­den und Ge­rich­ten die Le­gi­ti­mi­tät ab und ak­zep­tie­ren kei­ne amt­li­chen Be­schei­de.

BILD: NI­CO­LAS AR­MER

In die­sem Wohn­haus leb­te der Schüt­ze, der meh­re­re Po­li­zis­ten ver­letz­te. Ei­ner von ih­nen starb.

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