Feste Ri­tua­le hel­fen beim Ab­schal­ten

Vie­le Men­schen sind in der Frei­zeit in Ge­dan­ken wei­ter bei der Ar­beit

Nordwest-Zeitung - - BERUF & KARRIERE -

FREU­DEN­BERG/DPA – Um am Fei­er­abend von der Ar­beit ab­zu­schal­ten, sind feste Ab­läu­fe hilf­reich. Das kön­nen klei­ne Be­we­gun­gen wie das Her­an­rü­cken des Bü­ro­stuhls an den Schreib­tisch sein, er­klärt die Psy­cho­lo­gin Ju­lia­ne Dreis­bach. Für den Be­schäf­tig­ten ist das ein be­wuss­tes, ein­stu­dier­tes Zei­chen, dass die Ar­beit nun vor­bei ist und an­de­res an­steht: „Das ist ein Ri­tu­al, das den Über­gang mar­kiert.“

Den­noch kann es sein, dass ei­nen Ge­dan­ken an die Ar­beit auch in der Frei­zeit ein­ho­len. „Das sind Au­to­ma­tis­men“, er­klärt Dreis­bach. Kom­men die Ge­dan­ken, muss man be­wusst „Stopp“sa­gen – „ru­hig auch laut“, rät die Ex­per­tin. Dann muss man sei­nem Ge­hirn ei­ne neue Auf­ga­be ge­ben, über die es nach­den­ken kann. Ei­ne ein­fa­che Lö­sung ist: Wie­der auf das kon­zen­trie­ren, was man ge­ra­de macht. Das kann die Buch­lek­tü­re sein oder auch der nächs­te Schlag auf dem Golf­platz. „Es geht dar­um, sich ganz be­wusst auf das Jetzt zu kon­zen­trie­ren.“

Je nach Le­bens­rhyth­mus ha­ben Men­schen mal mehr und mal we­ni­ger Spiel­raum, um sich von der Ar­beit und an­de­ren Pflich­ten – wie et­wa Kin­der hü­ten – klei­ne Frei­räu­me zu schau­feln. „Den­noch kann man sich ei­ne Ba­lan­ce schaf­fen“, sagt Dreis­bach. Ri­tua­le hel­fen auch hier. So kann man an fes­ten Ta­gen mit Freun­den Kaf­fee trin­ken ge­hen oder al­lein ein gu­tes Buch le­sen. Sich die Frei­räu­me auf Dau­er ein­zu­räu­men, sei ei­ne Fra­ge der Mo­ti­va­ti­on und Dis­zi­plin.

Wer sich nicht zu sei­nem Feel-Good-Ri­tu­al mo­ti­vie­ren kann, soll­te das Kopf­ki­no an­wer­fen: Man soll­te ein Bild da­von ent­wi­ckeln, wie es ist, wenn man et­was ge­schafft hat, er­läu­tert Dreis­bach. Wie le­cker ist der Kaf­fee? Wie ent­spannt ist man beim Buch­le­sen? Wer so ein Ziel vor Au­gen hat, kann sei­ne Lust­lo­sig­keit leich­ter über­win­den. MÜNS­TER – Fach­kräf­te im Per­so­nal­we­sen sind zu­neh­mend ge­fragt. So gab es von Ok­to­ber 2015 bis Sep­tem­ber 2016 rund 89 490 ent­spre­chen­de Stel­len­an­ge­bo­te – fast 17 300 mehr als im Vor­jah­res­zeit­raum. Das zeigt ei­ne Aus­wer­tung des Per­so­nal­dienst­leis­ters Adec­co. Be­son­ders be­gehrt wa­ren Ar­beit­neh­mer mit Stu­di­en­ab­schluss.

ESCHBORN – Wer auf Job­su­che ist, kann sich über er­mu­ti­gen­de Si­gna­le freu­en: Laut ei­ner Um­fra­ge plant je­der ach­te Ar­beit­ge­ber (12 Pro­zent) in Deutsch­land Neu­ein­stel­lun­gen bis zum En­de 2016. Das er­gibt ei­ne Stu­die des Per­so­nal­dienst­leis­ters Man­power.

DPA-BILD: OLIVER BERG

Oft schwir­ren ei­nem auch nach Fei­er­abend noch vie­le Ge­dan­ken im Kopf her­um.

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