VfL-Coach nimmt sich sei­ne „Schön­spie­ler“zur Brust

Da­rio Fos­si kün­digt nach 3:3 ge­gen Ober­li­ga-Schluss­licht Born­rei­he knall­har­te Trai­nings­wo­che an

Nordwest-Zeitung - - SPORT IN OLDENBURG - VON MAN­FRED MIETZON

OL­DEN­BURG – Ei­ne un­an­ge­neh­me Trai­nings­wo­che kommt auf die Ober­li­ga-Fuß­bal­ler des VfL nach der bla­ma­blen Vor­stel­lung ge­gen Schluss­licht BW Born­rei­he zu. Di­rekt nach dem 3:3 am Frei­tag­abend (die Ð be­rich­te­te) mach­te Trai­ner Da­rio Fos­si sein Team auf dem hei­mi­schen Kun­st­ra­sen zur Schne­cke. Er be­fahl sei­ner Trup­pe, ei­nen Kreis um ihn her­um zu bil­den, und las ihr mit mar­ki­gen und def­ti­gen Wor­ten die Le­vi­ten.

„Ich fah­re nicht fünf­mal in der Wo­che nach Ol­den­burg, um euch zu zei­gen, wie Fuß­ball ge­spielt wird. Ich will se­hen, dass ihr To­re schie­ßen wollt und dass ihr den Geg­ner da­ran hin­dert, To­re zu schie­ßen. Das ha­be ich heu­te nicht ge­se­hen“, echauf­fier­te sich Fos­si: „Ihr wollt of­fen­bar, dass ich euch in den Hin­tern tre­te – das wer­de ich die­se Wo­che auch tun. Euch muss man in den Hin­tern tre­ten, da­mit ihr mehr wollt, als nur schö­nen Fuß­ball zu spie­len.“

Zu­vor hat­te sein Team ge­gen den Auf­stei­ger, der bis zu sei­nem ers­ten Tref­fer in der 70. Mi­nu­te wie ein Ab­stei­ger spiel­te, ei­ne 3:0-Füh­rung ver­tän­delt. Haar­sträu­ben­de Stel­lungs­feh­ler bei Frei­stö­ßen, stüm­per­haf­tes Zwei­kampf­ver­hal­ten bei An­grif­fen der Gäs­te und un­kon­zen­trier­te Tor­ab­schlüs­se hat­ten Fos­si die Zor­nes­rö­te ins Ge­sicht ge­trie­ben.

Die meis­ten Spie­ler stan­den bei der Schimpf­ka­no­na­de be­dröp­pelt um ih­ren Trai­ner her­um und blick­ten be­tre­ten auf die Spit­zen ih­rer Fuß­ball­schu­he. Auch den VfL-Fans war die Schluss­pha­se schwer aufs Ge­müt ge­schla­gen, wäh­rend die zahl­rei­chen An­hän­ger des Teams aus dem Teu­fels­moor nach dem Aus­gleich in der Nach­spiel­zeit nicht mehr zu brem­sen wa­ren. Im VfL-Ver­eins­heim stimm­ten sie ih­re Lo­bes­hym­nen auf die „Mo­or­teu­fel“an.

Auch Coach And­re Lüt­jen war nach der Auf­hol­jagd na­tür­lich bes­ter Lau­ne und freu­te sich über den ge­schenk­ten Punkt. „Wir ha­ben Glück ge­habt, das wir nur 0:3 hin­ten ge­le­gen ha­ben – auch nach dem 1:3 hat­te der VfL gro­ße Mög­lich­kei­ten, das Spiel zu ent­schei­den“, sag­te er, ehe Fos­si grum­melnd be­merk­te: „Born­rei­he war tot, wir ha­ben den Geg­ner durch un­se­re Feh­ler wie­der ins Spiel ge­bracht.“

Sei­ne Elf hät­te nach ei­ner St­un­de 6:0 füh­ren müs­sen, war aber fahr­läs­sig mit den Chan­cen um­ge­gan­gen. „Ich muss mich bei den VfL-Fans und den an­de­ren Zu­schau­ern ent­schul­di­gen. Ich schä­me mich für das Spiel mei­ner Mann­schaft“, sag­te Fos­si und kün­dig­te ei­ne knall­har­te Wo­che in­klu­si­ve ei­nes Test­spiels an die­sem Di­ens­tag ge­gen den Bre­mer SV in Ahlhorn (19.30 Uhr) bis zur Par­tie am nächs­ten Sonn­tag wie­der­um zu Hau­se ge­gen Uphusen an.

„Da wer­den die Spie­ler bren­nen“, sag­te Fos­si: „Ich wer­de jetzt im Trai­ning nicht viel zu ih­nen sa­gen. Je­der hat jetzt ei­ne Wo­che Zeit, mir zu zei­gen, dass er ge­gen Uphusen in der Start­elf ste­hen will.“

BILD: MEY­ER

Will hart durch­grei­fen: VfLTrai­ner Da­rio Fos­si

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