Von der Schön­heit und Zärt­lich­keit der Kla­ri­net­te

War­mer Bei­fall für 2. Meis­ter­kon­zert des Kunst­ver­eins im Al­ten Land­tag – Tem­po­rei­ches Fa­gott

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON ANDRE­AS SCHWEIBERER

OL­DEN­BURG – Wer­ke für Kla­ri­net­te und Fa­gott sind rar. Häu­fig wur­den die Wer­ke für die­se Be­set­zung im Ori­gi­nal für Vio­li­ne und Vio­lon­cel­lo kom­po­niert. Wenn aber die Kla­ri­net­te – wie beim 2. Meis­ter­kon­zert des Ol­den­bur­ger Kunst­ver­eins – ge­konnt und in­ten­siv in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log mit dem dunk­len Fa­gott tritt, wir­ken sie in ih­rer spe­zi­fi­schen Ei­gen­far­big­keit wie im­mer schon zu­sam­men­ge­hö­rend und sich sinn­voll er­gän­zend.

„Be­geis­te­rung für die Viel­falt der Na­tur“. Na­tur­kun­de als Fun­da­ment des Na­tur­schut­zes. Bio­gra­phi­en von Na­tur­kund­lern, 18. Jahr­hun­dert bis heu­te, Wan­der­aus­stel­lung (bis 11. No­vem­ber)

Ne­mo­ri­no Sche­li­ga, der 2012 den Kla­ri­net­ten­wett­be­werb der Deut­schen Kla­ri­net­ten­ge­sell­schaft ge­wann, und Theo Pl­ath, der bis­her drei ers­te Prei­se für sein Fa­got­tSpiel ge­wann, sind als jun­ge und deut­lich auf­stre­ben­de Künst­ler auch Mit­glie­der des Mo­net-Blä­ser­quin­tetts. Be­glei­tet wur­den sie von der viel­sei­ti­gen und ar­ri­vier­ten Pia­nis­tin Ul­ri­ke Pay­er. Aber was heißt bei den vier auf­ge­führ­ten Wer­ken schon Be­glei­tung?! Al­le vier Wer­ke des Pro­gramms las­sen die In­stru­men­te gleich­be­rech­tigt und gleich­ge­wich­tig agie­ren.

In Ro­bert Schu­manns „Fan­ta­siestü­cken“wer­ten sich die Stim­men von Kla­vier und Kla­ri­net­te ge­gen­sei­tig auf. Die Mu­sik wur­de von Sche­li­ga und Pay­er wie ein Mär­chen aus längst ver­gan­ge­nen Zei­ten wie­der­ge­ge­ben, lied­haft und nach Mit­tei­lung hei­schend, wie ei­ne See­le, die sich aus­sin­gen will. Ge­ra­de im dich­ten Zu­sam­men­spiel ent­fal­te­ten sich die Schön­heit und Zärt­lich­keit der Kla­ri­net­te aufs Über­zeu­gends­te.

Carl Ma­ria von We­bers „An­dan­te e Ron­do un­ga­re­se“ op. 35 ließ ei­ne mit­rei­ßen­de und über­zeu­gen­de Ad­ap­ti­on für Fa­gott hö­ren, die tän­ze­risch und ver­spielt da­her­kam und sich ge­gen En­de des ver­gnüg­li­chen Stü­ckes zu ei­ner Art Wett­ren­nen zwi­schen Kla­vier und Fa­gott aus­wei­te­te, in dem das so­no­re und schein­bar schwer­fäl­li­ge Fa­gott von Theo Pl­ath vir­tu­os und tem­po­reich am Ran­de der tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten agier­te.

Die bei­den um­fang­rei­che­ren Eck­wer­ke des Kon­zer­tes, Mik­hail Glin­k­as „Trio pa­the­tique“und Lud­wig van Beet­ho­vens „Trio in Es-Dur“op. 38, ge­fie­len durch ein­mal eher hei­te­re, dann wie­der eher me­lan­cho­li­sche Me­lo­di­en, die durch die drei sehr un­ter­schied­li­chen In­stru­men­te farb­lich sehr dif­fe­ren­ziert vor­ge­tra­gen wur­den.

Am Schluss gab es vom voll be­setz­ten Saal den wahr­lich ver­dien­ten war­men Bei­fall und als Zu­ga­be den „Nacht­ge­sang“von Max Bruch: bei lied­haft-ein­gän­gi­ger Me­lo­die die An­mu­tung ei­ner dun­kel ge­tön­ten Mond­nacht, weich und schmel­zend in­ter­pre­tiert und die zau­ber­haf­te Stim­mung kon­ge­ni­al ein­fan­gend.

BUND-Wan­der­aus­stel­lung „Ein­ge­taucht – Viel­falt in un­se­ren Mee­ren“, Fo­to­gra­fie (bis 31. De­zem­ber)

125 Jah­re Pe­ter Suhr­kamp – Le­bens­we­ge 18911959, Ori­gi­nal­do­ku­men­te und Pu­bli­ka­tio­nen (bis 12. No­vem­ber)

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