Ur­laubs­gruß auf Face­book lockt Ein­bre­cher an

Land­ge­richt ver­ur­teilt Tä­ter zu Ju­gend­stra­fen mit Be­wäh­rung – Von Po­li­zei auf fri­scher Tat er­tappt

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON FRANZ-JO­SEF HÖFF­MANN

OL­DEN­BURG – Man soll­te auf Face­book nicht al­les mit­tei­len. Das muss­te ei­ne jun­ge Ol­den­bur­ge­rin er­ken­nen. Sie hat­te im Som­mer ver­gan­ge­nen Jah­res ge­pos­tet, dass sie sich mit ih­rer gan­zen Fa­mi­lie nun­mehr im Ur­laub be­fän­de. Das muss­ten dann vier Ein­bre­cher aus Ol­den­burg nicht zwei­mal le­sen.

Und weil ei­ner von ih­nen das Mäd­chen so­gar kann­te, wuss­te er auch, wo sich das An­we­sen der Fa­mi­lie be­fin­det. Man fuhr hin und brach ein – mit un­ter­schied­li­cher Tat­be­tei­li­gung.

Am Mon­tag nun muss­ten sich die vier jun­gen An­ge­klag­ten im Al­ter zwi­schen 20 und 22 Jah­ren we­gen der dreis­ten Tat in zwei­ter In­stanz vor dem Ol­den­bur­ger Land­ge­richt ver­ant­wor­ten.

Die bei­den, die im Haus wa­ren, wur­den zu ei­nem Jahr Ju­gend­stra­fe mit Be­wäh­rung, be­zie­hungs­wei­se zehn Mo­na­ten Ju­gend­stra­fe mit Be­wäh­rung ver­ur­teilt. Au­ßer­dem ver­häng­te das Ge­richt ge­gen sie ei­nen so­ge­nann­ten „Warn­schuss­ar­rest“.

Der, der das Au­to fuhr, wur­de zu sechs Mo­na­ten Ju­gend­stra­fe mit Be­wäh­rung ver­ur­teilt. Und der, der Schmie­re stand, zu ei­ner Geld­stra­fe von 1250 Eu­ro.

Da­mit ver­schärf­te die Be­ru­fungs­kam­mer teils ein frü­he­res Ur­teil des Amts­ge­rich­tes. Ge­gen das ers­te Ur­teil hat­ten so­wohl die Staats­an­walt­schaft, als auch die Ver­tei­di­gung Be­ru­fung ein­ge­legt. Die An­ge­klag­ten woll­ten da­mals pro­fes­sio­nell vor­ge­hen und nutz­ten ei­nen ein­fa­chen Trick, um die An- und Ab­we­sen­heit der Be­woh­ner zu über­prü­fen. Ein Fens­ter wur­de auf­ge­he­belt, die bei­den Haupt­an­ge­klag­ten stie­gen ein. Doch die Haus­be­woh­ner wa­ren nicht un­vor­be­rei­tet ge­we­sen. Sie hat­ten ein Sys­tem in­stal­lie­ren las­sen, das bei Ein­bruch ei­nen stil­len Alarm aus­löst. Der Haupt­an­ge­klag­te hat­te schon den Gold­schmuck in den Ta­schen und woll­te ge­ra­de ei­nen Tre­sor aus dem Haus tra­gen, als ihn drau­ßen die Po­li­zei be­reits er­war­te­te.

Der 21-Jäh­ri­ge hat­te al­les zu­ge­ge­ben und auch die Tat­be­tei­li­gung der an­de­ren ge­schil­dert. So war es auch im ers­ten Pro­zess vorm Amts­ge­richt. Ges­tern nun ru­der­te er zu­rück.

Die an­de­ren hät­ten kaum et­was ge­macht oder ge­wusst, stell­te er die Auf­zeich­nun­gen der Po­li­zei und des Amts­ge­rich­tes in­fra­ge. Das brach­te ihm von Sei­ten des An­kla­ge­ver­tre­ters die Be­mer­kung ein, ob er das Ge­richt für blöd ver­kau­fen wol­le. Die Aus­sa­ge hat­te dann Kon­se­quen­zen: Das Land­ge­richt er­höh­te die vom Amts­ge­richt ver­häng­te Ju­gend­stra­fe mit Be­wäh­rung um fünf Mo­na­te.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.