Mehr Mu­ni­ti­on für Klein­waf­fen ex­por­tiert

Irak, Po­len, Frank­reich und Tür­kei wich­ti­ge Ein­fuhr­län­der

Nordwest-Zeitung - - NACHRICHTEN - VON JÖRG BLANK UND SE­BAS­TI­AN EN­GEL

BER­LIN – Die Bun­des­re­gie­rung hat die Aus­fuhr von Klein­waf­fen im ers­ten Halb­jahr 2016 leicht zu­rück­ge­fah­ren, doch ha­ben sich zu­gleich die Ex­por­te von Mu­ni­ti­on für die­se Waf­fen ver­zehn­facht. Das geht aus dem der Nach­rich­ten­agen­tur dpa in Ber­lin vor­lie­gen­den Rüs­tungs­ex­port­be­richt für die ers­te Jah­res­hälf­te vor, der am Mitt­woch im Ka­bi­nett be­ra­ten wer­den soll. Auf­fäl­lig sind auch Ver­schie­bun­gen in der Lis­te der wich­tigs­ten Be­stim­mungs­län­der. So rück­te et­wa die Tür­kei seit Be­ginn der Flücht­lings­kri­se von Platz 25 auf Rang 8 vor.

Der Wert der Ge­neh­mi­gun­gen für Klein­waf­fen sank dem Be­richt zu­fol­ge in den ers­ten sechs Mo­na­ten 2016 bin­nen

Für die jüngs­ten Le­ser

Jah­res­frist von 12,4 Mil­lio­nen auf 11,6 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Wert der Ge­neh­mi­gun­gen für Mu­ni­ti­on klet­ter­te hin­ge­gen von 27 Mil­lio­nen auf 283,8 Mil­lio­nen Eu­ro. Auf EU- und Na­to-Län­der (in­klu­si­ve der Na­to-gleich­ge­stell­ten Län­der Aus­tra­li­en, Neu­see­land, Ja­pan, Schweiz) ent­fie­len da­von 275 Mil­lio­nen Eu­ro, auf den Irak 5,4 Mil­lio­nen Eu­ro.

Die wich­tigs­ten drei Be­stim­mungs­län­der für Klein­waf­fen ein­schließ­lich Tei­len und Mu­ni­ti­on, wa­ren dem­nach Frank­reich, der Irak und Po­len. Deutsch­land un­ter­stützt im Irak die Kur­den im Kampf ge­gen die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat. Zu Klein­waf­fen zäh­len Ma­schi­nen­pis­to­len und -ge­weh­re. Mit ih­nen wer­den in Bür­ger­krie­gen wie in Sy­ri­en die meis­ten Zi­vi­lis­ten ge­tö­tet.

Der Rüs­tungs­ex­port­be­richt fällt un­ter die Zu­stän­dig­keit von Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD). In sei­ner Amts­zeit gin­gen die Klein­waf­fen­ex­por­te stark zu­rück. Bei Lie­fe­run­gen in pro­ble­ma­ti­sche Län­der au­ßer­halb von EU und Na­to, in de­nen die Men­schen­rechts­la­ge hei­kel ist, ist die Re­gie­rung sen­si­bler ge­wor­den. Der Op­po­si­ti­on reich­te der Rück­gang aber nicht.

In Deutsch­land wer­den vie­le Din­ge her­ge­stellt. Es sind zum Bei­spiel Au­tos, Ma­schi­nen, Spiel­zeug oder Sü­ßig­kei­ten. Oft­mals wer­den die Sa­chen auch in an­de­re Län­der ver­kauft. Die Fir­men kön­nen so mehr Geld ver­die­nen. Wer­den Wa­ren in an­de­re Län­der ge­schickt, nen­nen die Men­schen das Ex­port. Wer­den Ge­weh­re oder Kampf­flug­zeu­ge ver­kauft, sind das so­ge­nann­te Rüs­tungs­ex­por­te. Die Fir­men brau­chen ei­ne Ge­neh­mi­gung da­für.

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