„Un­se­re Phi­lo­so­phie be­ruht auf in­ni­ger Freund­schaft“

Das sagt der Spre­cher des Mo­tor­rad-Clubs zu Kri­mi­na­li­täts-Vor­wür­fen ge­gen Club­mit­glie­der

Nordwest-Zeitung - - OLDENBURGER LAND - VON TO­BI­AS SCHWERDTFEGER

FRA­GE: Die Er­mitt­lungs­be­hör­den re­den auch im Zu­sam­men­hang mit Ih­rem Club von ei­ner Out­law-Motor­cy­cleGang. Sind Sie Ge­setz­lo­se? MICHA: Zu­erst ein­mal möch­te ich fest­stel­len, das al­lei­ne in Deutsch­land 55 ei­gen­stän­di­ge und un­ab­hän­gig zu­ein­an­der ste­hen­de Ban­di­dos MC Orts­ver­ei­ne, von uns Ch­ap­ter ge­nannt, exis­tie­ren. Zwei ehe­ma­li­ge Ch­ap­ter wur­den von den zu­stän­di­gen In­nen­mi­nis­tern der Län­der ver­bo­ten, weil die Hand­lun­gen der Mit­glie­der den deut­schen Straf­ge­set­zen zu­wi­der lie­fen. In die­sen Fäl­len ging es we­der um Waf­fen­han­del, noch um Pro­sti­tu­ti­on, noch um Dro­gen­ge­schäf­te. Der Ver­bots­grund be­zog sich in bei­den Fäl­len auf von den Mit­glie­dern ver­üb­te Ge­waltstraf­ta­ten. Von den 55 ak­ti­ven Ch­ap­tern exis­tie­ren 20 schon mehr als zehn Jah­re un­ter dem Na­men und den Sym­bo­len des Ban­di­dos MC’s, was mei­nes Erach­tens doch eher da­für spricht, dass die Ver­bots­hand­ha­be aus den vor­her ge­nann­ten Grün­den für die rest­li­chen Ch­ap­ter nicht an­wend­bar ist. Die weit­aus gro­ße Mehr­zahl der in Deutsch­land le­ben­den Ban­di­dos ver­hält sich so rechtstreu, wie sich auch die Mehr­heit der in Deutsch­land le­ben­den Be­völ­ke­rung ver­hält. FRA­GE: Das Lan­des­kri­mi­nal­amt hält es für un­wahr­schein­lich, dass sich Mit­glie­der ei­nes gro­ßen Clubs aus „il­le­ga­len Ge­schäf­ten“her­aus­hal­ten kön­nen. MICHA: Ei­ne sehr pau­schal aus­ge­drück­te und un­be­grün­de­te Vor­ver­ur­tei­lung durch ei­ne Be­hör­de, die doch ei­gent­lich un­ter den Grund­sät­zen der Un­schulds­ver­mu­tung ih­re The­sen pu­bli­zie­ren soll­te. FRA­GE: Was ist be­son­ders dar­an, Mit­glied in Ih­rem Club zu sein? MICHA: Die Phi­lo­so­phie der Ban­di­dos MC Ch­ap­ter be­ruht auf in­ni­ger Freund­schaft, Lei­den­schaft für ame­ri­ka­ni­sche Mo­tor­rä­der und auf der ge­gen­sei­ti­gen Un­ter­stüt­zung der Club­mit­glie­der und ih­rer Fa­mi­li­en in pri­va­ten Not­la­gen und im täg­li­chen Le­ben. Teil ei­ner sol­chen Ge­mein­schaft zu sein, wird bei der heu­ti­gen ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung mit je­dem Tag zu et­was mehr und mehr Be­son­de­rem.

BILD: ROST/BI­KERS NEWS

„Micha“

nennt sich der Spre­cher des Mo­tor­rad­clubs. Sei­nen Nach­na­men mag er in der Zei­tung nicht le­sen. Ei­ne lan­ge Ver­si­on des In­ter­views le­sen Sie auf www.NWZonline.de

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