Wei­te­rer Spon­sor ver­lässt Do­ping­jä­ger

Adi­das lässt Ver­trag am Jah­res­en­de aus­lau­fen – 300 000 Eu­ro feh­len

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON JÖRG MEBUS

KÖLN – Der An­ti-Do­pingKampf in Deutsch­land muss ei­nen wei­te­ren Rück­schlag ver­kraf­ten. Sport­ar­ti­kel-Rie­se Adi­das wird den zum Jah­res­en­de aus­lau­fen­den Ver­trag mit der Na­tio­na­len An­ti-Do­ping-Agen­tur (Na­da) nicht ver­län­gern. Es geht um 300 000 Eu­ro, die der mil­li­ar­den­schwe­re letz­te Na­da-Un­ter­stüt­zer aus der frei­en Wirt­schaft nicht mehr be­reit ist zu zah­len. Grün­de da­für nann­te der Kon­zern nicht.

Die Na­da re­agier­te ent­täuscht auf den Weg­fall. „Das ist ei­ne Sum­me, die von Sport­lern in be­stimm­ten Sport­ar­ten mitt­ler­wei­le in­ner­halb von Wo­chen und Mo­na­ten ver­dient wird“, sag­te Vor­stands­mit­glied Lars Mort­sie­fer. Es sei „sehr ent­täu­schend“, dass sich die An­zahl der Un­ter­stüt­zer ver­rin­ge­re, „ob­wohl wir uns un­miss­ver­ständ­lich und klar in der An­tiDo­ping-Ar­beit po­si­tio­nie­ren“.

Adi­das-Spre­cher Oli­ver Brüg­gen hat­te ei­nen ent­spre­chen­den Be­richt der „Bild“-Zei­tung be­stä­tigt und mit­ge­teilt, dass man die Na­da „be­reits im Früh­jahr“über den Schritt in­for­miert ha­be. Brüg­gen er­gänz­te, dass man der Na­da „wei­ter­hin ver­bun­den blei­ben“wol­le. Man sei da­her „ak­tu­ell im Ge­spräch über al­ter­na­ti­ve For­men der Zu­sam­men­ar­beit“. Mort­sie­fer weiß da­von nichts: „Wir ste­hen gern für Ge­sprä­che zur Ver­fü­gung. Al­ler­dings ha­ben wir ja be­reits Vor­schlä­ge ge­macht, aber da­zu bis­lang kei­ne Rück­mel­dung er­hal­ten.“Ein Vor­schlag der Na­da lau­te­te, auf Adi­das-Wer­be­trä­ger für ei­ge­ne Mar­ke­ting­zwe­cke zu­rück­grei­fen zu kön­nen.

War­um Adi­das den Geld­fluss zur Na­da stoppt, bleibt Spe­ku­la­ti­on. Viel­leicht ist das Thema Do­ping zu schmut­zig ge­wor­den, viel­leicht hat sich die Na­da in letz­ter Zeit auch zu ne­ga­tiv ge­gen­über Adi­da­sPart­nern wie dem Fuß­bal­lWelt­ver­band Fi­fa ge­äu­ßert.

An Kos­ten­druck kann es nicht lie­gen. Die Her­zo­ge­nau­ra­cher setz­ten 2015 knapp 17 Mil­li­ar­den Eu­ro um. Sie in­ves­tie­ren Hun­der­te von Mil­lio­nen Eu­ro in Sport­ler und Clubs. Bay­ern Mün­chen er­hält 60 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr, Man­ches­ter Uni­ted 98 Mil­lio­nen Eu­ro, Fuß­ball-Su­per­star Lio­nel Mes­si streicht 20 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr ein.

Aus der Wirt­schaft sind über die Jah­re un­ter an­de­rem die Deut­sche Bank, der frü­he­re Nord­milch-Kon­zern und der Ge­trän­ke­her­stel­ler Bio­na­de ab­ge­sprun­gen. Auch von der Te­le­kom, die we­gen ih­rer Ver­gan­gen­heit im do­ping­ver­seuch­ten Rad­sport gro­ße Sum­men ge­zahlt hat­te, er­hält die Na­da kein Geld mehr.

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