Fan­ta­sie zwi­schen Wol­le und Garn

Jutta Keller stellt ihr Hob­by vor – Zwei­te Lei­den­schaft ist die Mu­sik

Nordwest-Zeitung - - AUS DEN STADTTEILEN - VON NI­NA JANS­SEN

Wer in sei­ner Frei­zeit pro­duk­tiv ist, kann sei­ne Ar­beit auf dem Hob­by­markt aus­stel­len. Hand­werks­kunst und selbst ge­mach­te Wa­ren er­war­ten die Be­su­cher.

BLO­HER­FEL­DE – Wenn sie Wol­le filzt, dann ist sie in ei­ner an­de­ren Welt, ei­ner mit Fe­en und Zwer­gen. Für Jutta Keller ist das Fil­zen die größ­te Frei­zeit­be­schäf­ti­gung.

Ih­re Ar­beit stellt sie nun zum ers­ten Mal auf dem Blo­her­fel­der Hob­by­markt aus. Am Wo­che­n­en­de, 5. und 6. No­vem­ber, prä­sen­tie­ren Bast­ler hier ih­re Kunst­wer­ke. Ne­ben Holz­ar­bei­ten und Ker­zen, Ta­schen und Schmuck, Ba­ro­cken­geln und Ma­rio­net­ten, wer­den im die­sen Jahr zum zwei­ten Mal Quil­ling (Bas­teln aus Pa­pier­strei­fen) und Na­tur­kunst­we­sen an­ge­bo­ten. Die­ses Jahr fin­det der Markt zum 30. Mal statt, wie im­mer in der Gast­stät­te „Zum Lin­den­hof“(Blo­her­fel­der Stra­ße 210).

Um die­sen An­lass ge­büh­rend zu fei­ern, soll es ei­ne Tom­bo­la ge­ben, mit 30 von den Aus­stel­lern ge­spen­de­ten Ge­win­nen, 30 Blu­men und 30 Trost­prei­sen – wenn das mal kei­ne run­de Sa­che ist.

Die ge­bür­ti­ge Trie­re­rin fer­tigt be­reits seit ih­rer frü­hen Kind­heit al­ler­lei Hand­ar­bei­ten an. Stri­cken kennt sie aus der Schu­le, Nä­hen lern­te sie zu­sam­men mit ei­ner Freun­din. Die Kin­der­klei­dung für ih­re drei Spröss­lin­ge näh­te sie größ­ten­teils selbst.

Keller lebt mit ih­rem Mann und ei­nem ih­rer Söh­ne in ei­nem be­schei­de­nen Haus mit Gar­ten. Ur­laubs­bil­der – groß auf Lein­wand ge­zo­gen – hän­gen an den Wän­den. Kla­vier­mu­sik schallt aus dem zwei­ten Stock her­un­ter. Holz­mö­bel wir­ken ein­la­dend und ge­müt­lich. Im Wohn­zim­mer springt ei­nem ein ro­tes Cem­ba­lo di­rekt ins Au­ge. Auf dem his­to­ri­schen Tas­ten­in­stru­ment spielt Keller so­gar. „Mei­ne zwei­te Pas­si­on“, er­klärt sie, „die Mu­sik“.

Die­se Lei­den­schaft hat sich die 56-Jäh­ri­ge zum Be­ruf ge­macht und gibt Ge­sangs- und Block­flö­ten­un­ter­richt an der Uni­ver­si­tät. Ih­ren Mann lern­te sie im Mu­sik­stu­di­um ken­nen. Er ist Kla­vier­leh­rer – da­her al­so die Mu­sik hier im gan­zen Haus.

Fürs Fil­zen zieht sie sich in ih­re Ar­beits­ecke in der Stu­be zu­rück, mit Blick nach drau­ßen. „To­tal schön hier vor dem Fens­ter, schön hell“, sagt sie. Ihr Werk­zeug be­steht aus drei dün­nen Na­deln, die sich nur ge­ring­fü­gig in ih­rer Di­cke un­ter­schei­den. Da­für gibt es um­so mehr Kör­be mit bun­ter Wol­le und Gar­nen, al­les säu­ber­lich in Schub­la­den sor­tiert. „Wenn ich rich­tig ar­bei­te, brei­te ich mich über den gan­zen Raum aus“, sagt sie.

Aus Neu­gier mach­te sie vor et­wa 15 Jah­ren bei ei­nem Filz­kurs mit. „Da ha­be ich ge­merkt, das ist es“, sagt sie. Jetzt spru­delt sie nur so vor Krea­ti­vi­tät: „Ich kann gar nicht so viel ar­bei­ten, wie ich Ide­en ha­be.“Her­aus kom­men die bun­ten Blu­men­kin­der und Zwer­ge, El­fen und Pup­pen. Für die Weih­nachts­zeit pas­sen Ni­ko­laus und En­gel, Krip­pen­fi­gu­ren und Ad­vents­krän­ze.

Die­se Filz­ar­bei­ten stellt sie auf dem Hob­by­markt aus und führt vor, wie sie ih­re Fi­gu­ren zu­recht­stutzt. Die Aus­stel­lung rund um ein­zig­ar­ti­ge Hand­werks­kunst und selbst ge­mach­te Ba­s­te­lei­en ist am Sonn­abend, 5. No­vem­ber, von 13 bis 18 Uhr und am Sonn­tag, 6. No­vem­ber, von 11 bis 18 Uhr ge­öff­net.

BILD: NI­NA JANS­SEN

Krea­ti­vi­tät aus der gu­ten Stu­be und tol­le Ide­en für je­de Jah­res­zeit: Die­se sü­ßen Blu­men­kin­der ge­stal­tet Jutta Keller in ih­rer Frei­zeit. Ein Ni­ko­laus aus Filz bringt ge­müt­li­che Stim­mung zur Vor­weih­nachts­zeit.

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