Brand­stif­ter bringt sich selbst in Ge­fahr

Geld­stra­fe für Ol­den­bur­ger

Nordwest-Zeitung - - BLICK IN DIE NACHBARSCHAFT - VON FRANZ-JO­SEF HÖFFMANN

WEHNEN/OL­DEN­BURG – We­gen Sach­be­schä­di­gung in zwei Fäl­len hat das Land­ge­richt ei­nen 28 Jah­re al­ten Ol­den­bur­ger zu ei­ner Geld­stra­fe von 500 Eu­ro ver­ur­teilt. Da­mit ist der An­ge­klag­te glimpf­lich da­von­ge­kom­men. Ur­sprüng­lich muss­te er sich we­gen ver­such­ter schwe­rer Brand­stif­tung ver­ant­wor­ten. Laut An­kla­ge soll er ver­sucht ha­ben, am 1. April die­sen Jah­res die Karl-Jas­pers-Kli­nik in Wehnen in Brand zu set­zen. Wie schon zu frü­he­ren Zei­ten hielt sich der An­ge­klag­te auch zur Tat­zeit dort als Pa­ti­ent auf.

Auch jetzt stand sei­ne er­neu­te Un­ter­brin­gung in der ge­schlos­se­nen Psych­ia­trie zur De­bat­te. Und es wä­re auch wohl so ge­kom­men, wenn ihm ei­ne vor­sätz­li­che Brand­stif­tung nach­ge­wie­sen wor­den wä­re. Doch dem war nicht so. Der An­ge­klag­te hat­te am Tat­tag auf der Da­men­toi­let­te der Kli­nik ein Feu­er ent­fa­chen wol­len. Da­zu hat­te er sei­ne Plas­tik­ja­cke ent­zün­det. Doch das führ­te nur zu ei­ner enor­men Rauch­ent­wick­lung. Nach ei­ge­nen An­ga­ben hat­te der An­ge­klag­te vor­ge­habt, sei­nem Le­ben ein En­de zu set­zen. Doch der Rauch ver­hin­der­te das. Der 28-Jäh­ri­ge be­stritt, die Kli­nik in Brand set­zen zu wol­len. Er ha­be sich des­we­gen ex­tra den ge­flies­ten Toi­let­ten­raum aus­ge­sucht, da­mit das mög­li­che Feu­er eben nicht auf Ge­bäu­de hät­te über­grei­fen kön­nen.

Die­se glaub­haft vor­ge­tra­ge­ne Ver­si­on des Ge­sche­hens war dem An­ge­klag­ten auch nicht zu wi­der­le­gen ge­we­sen. Zu­min­dest fehl­te es an ei­nem Vor­satz für die Tat. Da­mit war die ver­such­te schwe­re Brand­stif­tung als Haupt­vor­wurf der An­kla­ge vom Tisch. Was blieb, wa­ren klei­ne­re Sach­be­schä­di­gun­gen, wie das Zer­schla­gen ei­ner Schei­be. Und ein ex­trem ho­hes Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­al war auch nicht ge­ge­ben, so dass auch die mög­li­che Un­ter­brin­gung vom Tisch war.

Nach ei­nem Gut­ach­ten stellt der Mann kei­ne Ge­fahr für die All­ge­mein­heit dar. Ei­gent­lich ge­fähr­det er sich le­dig­lich selbst. Und das auch nur, um auf sich auf­merk­sam zu ma­chen.

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