Be­stat­tung – Was gilt es zu be­ach­ten?

Ent­schei­dung über Be­stat­tungs­form – Rol­le der An­ge­hö­ri­gen

Nordwest-Zeitung - - TAGE DER BESINNUNG -

WES­TER­STE­DE/LOHM – Be­son­de­re und per­sön­li­che Din­ge in ei­ner Zeit der Lee­re und Hilf­lo­sig­keit zu be­den­ken und zu re­geln, stellt An­ge­hö­ri­ge oft­mals vor gro­ße Pro­ble­me, gera­de auch dann, wenn der Tod un­vor­her­ge­se­hen die Fa­mi­lie über­rascht.

Wel­che Art der Bei­set­zung – Erd­be­stat­tung oder Feu­er­be­stat­tung oder gar ei­ne wei­te­re Mög­lich­keit – kommt in Fra­ge. Na­tür­lich soll der Wunsch des Ver­stor­be­nen be­rück­sich­tigt wer­den, der zu Leb­zei­ten ei­ne für ihn mög­li­che Be­stat­tungs­form ge­äu­ßert, die­se aber nicht schrift­lich ver­fasst hat. „Sind die Hin­ter­blie­be­nen mit dem Wunsch ein­ver­stan­den, geht al­les sei­nen Gang“, er­zählt Tim Stol­le, In­ha­ber vom Be­stat­tungs­haus Hil­mers-Stol­le, Wes­ter­ste­de. „Schwie­rig wird es, wenn die An­ge­hö­ri­gen un­ter­schied­li­cher Mei­nung sind und den münd­lich ge­äu­ßer­ten Wunsch nicht re­spek­tie­ren“, so der Fach­mann.

Da­her sei es auf je­den Fall sinn­voll, zu Leb­zei­ten die ei­ge­ne Be­stat­tung in so­ge­nann­ten Vor­sor­ge­ver­trä­gen zu re­geln. Die­se bie­ten die Si­cher­heit, dass die ei­ge­nen Wün­sche und Vor­stel­lun­gen nach dem Ab­le­ben ver­bind­lich er­füllt wer­den. Die Be­trof­fe­nen wer­den vom Be­stat­tungs­haus über al­le Mög­lich­kei­ten in­for­miert und die Wün­sche be­spro­chen. „Wir Be­stat­ter ge­ben Tipps, wor­an man den­ken soll­te und was für Un­ter­la­gen man schon ein­mal zu­sam­men su­chen könn­te“, er­klärt Stol­le.

Mehr Klar­heit und Si­cher­heit durch Vor­sor­ge­ver­trä­ge

Mög­lich ist es auch, Geld auf ein Treu­hand­kon­to an­zu­le­gen oder ei­ne Ster­be­geld­ver­si­che­rung ab­zu­schlie­ßen. Auch die Ge­stal­tung der Grab­an­la­ge und de­ren Pfle­ge kön­nen in Vor­sor­ge­ver­trä­gen fest­ge­legt wer­den.

Schwie­rig kann es wer­den, wenn die An­ge­hö­ri­gen den münd­lich ge­äu­ßer­ten Wunsch des Ver­stor­be­nen nicht re­spek­tie­ren. „So­lan­ge der Be­stat­ter au­ßen vor ist und da­von nichts weiß, liegt die Ent­schei­dung in den Hän­den der An­ge­hö­ri­gen“, so Stol­le und er­gänzt: „Die Fa­mi­li­en­mit­glie­der soll­ten al­ler­dings be­den­ken, sie sind die Über­le­ben­den und müs­sen da­mit wei­ter­le­ben, wenn sie an­ders ent­schei­den“. Es gibt die un­ter­schied­lichs­ten Kon­stel­la­tio­nen und nicht zu­letzt spielt gera­de auch bei ei­ner Be­stat­tung das Fi­nan­zi­el­le ei­ne Rol­le.

Wenn es kei­ne Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen gibt, ist es rat­sam ei­nen Vor­sor­ge­ver­trag ab­schlie­ßen.

BILD: PRI­VAT

Be­stat­ter Tim Stol­le Wenn die ver­stor­be­ne Per­son nicht ei­ner Kir­chen­ge­mein­de an­ge­hört, d.h. kei­ne Kon­fes­si­on trägt, wird die Trau­er­fei­er ent­we­der in ei­ner für al­le Men­schen of­fe­nen Fried­hofs­ka­pel­le, im Be­stat­tungs­haus selbst oder auch in an­de­ren ge­eig­ne­ten Be­rei­chen, die da­für zu­ge­las­sen sind, ab­ge­hal­ten. Durch­aus mög­lich ist im Son­der­fall auch ei­ne Trau­er­fei­er im häus­li­chen Be­reich. Liegt kei­ne Kon­fes­si­on vor, ge­stal­tet ein Trau­er­red­ner oder ei­ne Trau­er­red­ne­rin die And­acht. Die Fried­hö­fe sind meis­tens nicht an Kon­fes­sio­nen ge­bun­den.

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