Frei­heit be­wah­ren

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON HER­MANN GRÖB­LINGHOFF

Big bro­ther is watching you. Der be­rühm­te Spruch aus Ge­or­ge Or­wells Buch „1984“wird ger­ne zi­tiert, wenn es um die all­um­fas­sen­de Über­wa­chung von Men­schen geht. An­lass, den Satz ak­tu­ell ins Spiel zu brin­gen, bie­tet das Pi­lot­pro­jekt am Bahn­hof Süd­kreuz in Berlin, wo die Ge­sich­ter von et­wa 300 Per­so­nen, die sich frei­wil­lig ge­mel­det ha­ben, au­to­ma­tisch re­gis­triert wer­den sol­len.

Was ei­ni­ge Si­cher­heits­ex­per­ten für ei­nen gro­ßen Fort­schritt im An­ti-Ter­ror-Kampf hal­ten, muss den nor­ma­len Bür­ger alar­mie­ren. Wür­de das Pro­jekt ir­gend­wann tat­säch­lich Ein­zug in den All­tag hal­ten, hie­ße das nichts an­de­res, als dass wir kom­plett über­wacht wer­den kön­nen. Nie­mand hät­te mehr die Ga­ran­tie, dass er sich un­be­ob­ach­tet in der Öf­fent­lich­keit be­we­gen kann. Und das al­les nur auf­grund der va­gen Aus­sicht auf et­was mehr Si­cher­heit? Wie heißt es oft nach bru­ta­len Ter­ror­an­schlä­gen: Wir dür­fen uns un­se­re Frei­heit nicht neh­men las­sen. Die au­to­ma­ti­sche Ge­sichts­er­ken­nung wä­re ein gro­ßer Schritt in die fal­sche Rich­tung.

@ Den Au­tor er­rei­chen Sie un­ter Gro­eb­linghoff@in­fo­au­tor.de

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