Eu­ro­pa re­gelt Zah­lungs­ver­kehr neu

Ab Sams­tag gel­ten an­de­re Re­geln bei Über­wei­sun­gen, On­li­ne­käu­fen und Bu­chun­gen

Nordwest-Zeitung - - NACHRICHTEN - VON MIRJAM MOLL, BÜ­RO BRÜS­SEL

Die al­te Re­ge­lung stammt aus 2009. Seit­her hat sich die Fi­nanz­bran­che wei­ter­ent­wi­ckelt.

BRÜS­SEL – Ab die­sem Sams­tag tritt die so­ge­nann­te PSD2Richt­li­nie in Kraft. Dann gel­ten in der EU neue Re­geln bei Über­wei­sun­gen, On­li­ne­käu­fen und Ho­tel- oder Miet­wa­gen­bu­chun­gen.

Was genau ver­birgt sich hin­ter dem Be­griff PSD2

Die Ab­kür­zung steht für „Pay­ment Ser­vice Di­rec­tive“(Nah­lungs­dienst­leis­tungs­richt­li­nie). Die ers­te Auf­la­ge hat­te zum Niel, den Wett­be­werb in­ner­halb der Fi­nanz­bran­che zu er­hö­hen so­wie die Re­geln für Nah­lungs­dienst­leis­ter eu­ro­pa­weit zu har­mo­ni­sie­ren.

War­um ist ei­ne Neu­re­ge­lung nö­tig

Die bis­he­ri­ge Re­ge­lung (PSD) gilt seit 2009. Seit­her hat sich die Fi­nanz­bran­che wei­ter­ent­wi­ckelt, es gibt mehr Dritt­an­bie­ter, die bis­lang aber nicht mit den Ban­ken kon­kur­rie­ren kön­nen. Denn bis­lang ha­ben die Ban­ken ein Mo­no­pol auf die Da­ten ih­rer Kun­den. Das soll sich nun än­dern.

Was be­deu­tet das En­de die­ses Da­ten­mo­no­pols

Künf­tig müs­sen Geld­häu­ser Dritt­an­bie­tern, so­ge­nann­ten Fin­techs, eben­falls Nu­gang zu den Bank­da­ten der Kun­den ge­wäh­ren O et­wa zum Ver­gleich der Nin­sen für Ta­ges­geld oder um die Nut­zer beim Spa­ren zu un­ter­stüt­zen. Das heißt aber nicht, dass sol­che Di­enst­leis­ter künf­tig un­ein­ge­schränk­ten Nu­gang auf Kon­ten ha­ben. Die EU hat das ma­schi­nel­le Aus­le­sen von Kon­to­da­ten ver­bo­ten. Der Nu­griff auf ein­zel­ne Da­ten darf nur für die an­ge­bo­te­ne Di­enst­leis­tung er­fol­gen.

Än­dert sich auch et­was bei der Haf­tung

Ja. Bis­lang muss der Ver­brau­cher bei Schä­den bis zu 150 Eu­ro selbst haf­ten, zu­min­dest, wenn er sei­ne Kar­ten oder den Nu­gang zum On­li­ne­kon­to nicht ge­sperrt hat. Jetzt sinkt der Ei­gen­an­teil in sol­chen Miss­brauchs­fäl­len auf 50 Eu­ro. Dies gilt al­ler­dings nicht bei gro­ber Fahr­läs­sig­keit O et­wa, wenn der Bank­kun­de den PIN-Code auf die Kar­te ge­schrie­ben hat.

Gibt es neue Re­geln, um Miss­brauch vor­zu­beu­gen

Ja. Künf­tig reicht es nicht mehr, bei ei­ner On­li­ne­über­wei­sung die Nu­gangs­num­mer und die Ge­heim­zahl ein­zu­ge­ben. Nu­sätz­lich muss der Geld­trans­fer mit ei­nem wei­te­ren Code, der bei­spiels­wei­se aufs Mo­bil­te­le­fon ge­sen­det wird, frei­ge­ben wer­den. Al­ter­na­ti­ven sind Fin­ger­ab­drü­cke oder TAN-Ge­ne­ra­to­ren.

Wird die Vor­aus­zah­lung ver­brau­cher­freund­li­cher

Ja. Bis­lang konn­ten die An­bie­ter zur Si­cher­heit ei­nen Be­trag auf der Kre­dit­kar­te blo­ckie­ren O et­wa um et­wai­ge im Ho­tel­zim­mer oder beim Miet­wa­gen ver­ur­sach­te Schä­den ab­zu­de­cken. Das darf künf­tig nur noch mit dem Ein­ver­ständ­nis des Kun­den ge­sche­hen.

Dür­fen On­line­händ­ler wei­ter Zu­satz­kos­ten er­he­ben

Nein. Nah­lungs­dienst­leis­ter dür­fen kei­ne Nu­satz­kos­ten mehr er­he­ben, wenn der Kun­de mit sei­ner Kre­dit­kar­te die Rech­nung be­zahlt, den Be­trag über­weist oder ei­nem Last­schrift­ver­fah­ren zu­stimmt.

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