Schu­mis Sohn greift nach Ti­tel

Mick Schu­ma­cher geht als Fa­vo­rit ins Sai­son­fi­na­le am Ho­cken­heim­ring

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON ANDRE­AS ASEN

49 Punk­te Vor­sprung hat Schu­ma­cher vor den Ren­nen am Wo­che­n­en­de. Mit dem Ti­tel will er sich in Lau­er­stel­lung für die For­mel 1 brin­gen.

HO­CKEN­HEIM – Der größ­te Nach­na­me im Mo­tor­sport, die ewig ho­hen Er­war­tun­gen, die vie­len neu­gie­ri­gen Bli­cke. Nur Mick Schu­ma­cher weiß, wie sich das an­fühlt. Seit der Sohn von Micha­el Schu­ma­cher den Ent­schluss fass­te, selbst ins Cock­pit zu klet­tern, trägt er ei­ne enor­me Last mit sich her­um. Na­tür­lich ha­be die­ser Na­me ihm auch „Tü­ren ge­öff­net“, sagt der 19-Jäh­ri­ge, aber durch­ge­hen muss er al­lei­ne: „Du musst im­mer noch be­wei­sen, was du kannst.“

Am Wo­che­n­en­de be­kommt Schu­ma­cher die gro­ße Chan­ce, der Ti­tel in der For­mel-3EM ist zum Grei­fen nah. „Ich wer­de im­mer noch ei­nen Schritt nach dem an­de­ren ge­hen und nur von Ren­nen zu Ren­nen schau­en“, sag­te er vor dem Fi­na­le in Ho­cken­heim.

Zu­sätz­li­chen Druck will er sich nicht ma­chen, von sei­ner Her­an­ge­hens­wei­se, die bis­lang Er­folg brach­te, rückt er nicht ab. Da­bei reist Schu­ma­cher mit ei­nem kom­for­ta­blen Pols­ter an. 329 Punk­te hat er auf dem Kon­to und da­mit 49 mehr als Ver­fol­ger Da­ni­el Tick­tum aus Groß­bri­tan­ni­en. Ei­gent­lich kann aus Schu­ma­chers Sicht gar nichts mehr schief­ge­hen – be­reits in den bei­den Ren­nen an die­sem Sams­tag (10 und 16.30 Uhr/ n-tv) kann er sich den Meis­ter­po­kal ho­len. Am Sonn­tag (10 Uhr/n-tv) geht es zum letz­ten Mal auf die Stre­cke.

Es wä­re der Hö­he­punkt sei- ner bis­he­ri­gen Kar­rie­re und die Krö­nung ei­ner her­aus­ra­gen­den zwei­ten Sai­son in der For­mel 3. Ganz ne­ben­bei au­ßer­dem das bes­te Be­wer­bungs­schrei­ben für den Sprung in die Kö­nigs­klas­se. Denn, und dar­aus macht Schu­ma­cher seit Jah­ren kei­nen Hehl, die For­mel 1 ist das gro­ße Ziel. „Da las­se ich mich nicht von ab­brin­gen“, hat­te er be­reits 2017 ge­sagt.

2015 hat­te Schu­ma­cher sei­ne ers­te Sai­son im For­mel­wa­gen ab­sol­viert. In der ADAC For­mel 4 deu­te­te er im­mer wie­der sein gro­ßes Po­ten­zi­al an, stets im Fo­kus der Öf­fent­lich­keit. Nach ei­ni­gen Rück­schlä­gen folg­te in die­ser Sai­son der Durch­bruch. Am 28. Ju­li bei sei­nem ers­ten Sai­son­sieg in Spa nahm die Kar­rie­re des Youngs­ters end­gül­tig Schwung auf. Plötz­lich lief es. Der Druck von au­ßen, die ho­hen Er­war­tun­gen – all das hemm­te auf ein­mal nicht mehr. Es folg­ten sie­ben Sie­ge, zwi­schen­zeit­lich fünf in Se­rie.

Ent­schie­den ist die Meis­ter­schaft noch nicht, be­teu­ert der Youngs­ter. Aber er weiß selbst, dass er in Ho­cken­heim al­le Trümp­fe in der Hand hat.

DPA-BILD: GASPEROTTI

Op­ti­mis­tisch: Mick Schu­ma­cher geht als Füh­ren­der in die letz­ten drei EM-Ren­nen in der For­mel 3.

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