Al­les in 3D

Der Ar­ti­kel zeigt Lö­sun­gen für den 3D-Druck und er­klärt die Vor­tei­le und Gren­zen von Schmelz­schich­tung, Licht­schnitt & Co.

PC-WELT - - Inhalt - VON INES WAL­KE- CHOMJAKOV

VOR EIN PAAR JAH­REN wa­ren 3D-Druck und 3D-Scan noch et­was für Nerds oder – als ab­so­lu­tes Ge­gen­teil da­von – für die Fer­ti­gung pro­fes­sio­nel­ler Pro­to­ty­pen. In­zwi­schen ent­de­cken im­mer mehr am­bi­tio­nier­te Hob­by­is­ten und Selbst­stän­di­ge die Vor­tei­le der Desk­top-3D-Dru­cker und -Scan­ner. Des­halb gibt es im­mer mehr Ge­rä­te. Das ver­grö­ßert die Aus­wahl, macht es Ih­nen aber schwe­rer, das pas­sen­de Pro­dukt zu fin­den. Wir stel­len hier ge­eig­ne­te Lö­sun­gen vor, um Ge­gen­stän­de aus­zu­dru­cken be­zie­hungs­wei­se zu­nächst ein­zu­scan­nen. Da­bei ge­hen wir auf die gän­gi­gen Ver­fah­ren ein und er­klä­ren, wo die Vor­tei­le und Gren­zen von Schmelz­schich­tung, Licht­schnitt und Co. lie­gen.

3D-Dru­cker: So ent­ste­hen drei­di­men­sio­na­le Ob­jek­te

Die 3D-Dru­cker ar­bei­ten mit un­ter­schied­li­chen ad­di­ti­ven Druck­tech­ni­ken. Am wei­tes­ten ver­brei­tet sind Dru­cker mit Schmelz­schicht­ver­fah­ren – Fu­sed De­po­si­ti­on Mo­de­ling oder Fu­sed Fil­ament Fa­b­ri­ca­ti­on. Hier schmilzt der 3DD­ru­cker Kunst­stoff (Fil­ament), um ihn Schicht um Schicht auf­ein­an­der­zu­set­zen. Da­bei tritt das er­hitz­te Fil­ament aus ei­ner Druck­dü­se (Ex­tru­der) aus, wird auf der Bau­platt­form auf­ge- tra­gen und ge­här­tet. Die Kunst­stof­fe sind ent­we­der als Rol­len­wa­re oder als Stäb­chen er­hält­lich. Zu den be­lieb­tes­ten Kunst­stof­far­ten zäh­len ABS (Acryl­ni­tril-Bu­ta­di­en-Sty­rol) und PLA (Po­ly­lac­tid, Po­ly­milch­säu­re). ABS be­nö­tigt in der Re­gel ei­nen Schmelz­punkt von über 220 Grad Cel­si­us und ei­ne be­heiz­ba­re Bau­platt­form, um Ver­zer­run­gen beim Aus­här­ten zu ver­hin­dern. PLA-Kunst­stoff lässt sich da­ge­gen bei et­was nied­ri­ge­ren Tem­pe­ra­tu­ren ab 180

„Der Trend zum ge­schlos­se­nen Sys­tem ver­ein­facht das 3D-Dru­cken, hilft aber nicht der Ma­ker-Com­mu­ni­ty.“

Grad Cel­si­us ver­ar­bei­ten und kann mit un­be­heiz­ten Bau­platt­for­men um­ge­hen. Wie gut das Ob­jekt aus­fällt, hängt von der Vor­la­ge, der Druck­auf­lö­sung und dem von der Dru­cker-Soft­ware er­stell­ten Ma­schi­nen­code ab. Über­hän­ge wie et­wa ei­nen aus­ge­streck­ten Arm rea­li­sie­ren die 3D-Dru­cker mit­hil­fe von Stüt­zen (Sup­port), die sie wäh­rend des Drucks auf­bau­en. Sie las­sen sich im Nach­hin­ein wie­der ent­fer­nen. Da­mit die Ob­jek­te si­cher auf der Bau­platt­form haf­ten, be­kom­men Sie Hilfs­platt­for­men – so­ge­nann­te Rafts. Auch sie ent­ste­hen mit dem Ge­gen­stand und wer­den nach dem Druck ab­ge­bro­chen. Die kunst­stoff­ver­ar­bei­ten­den 3D-Dru­cker gibt es in­zwi­schen in ei­ner sehr gro­ßen Aus­wahl. Die meis­ten ar­bei­ten mit ei­ner Druck­dü­se. Für mehr­far­bi­ge Ge­gen­stän­de müs­sen Sie ent­we­der wäh­rend des Drucks den Kunst­stoff tau­schen oder ein Ge­rät mit zwei Druck­dü­sen nut­zen.

Güns­ti­ger Ein­stieg: Der 3D-Dru­cker als Bau­satz

Um mög­lichst güns­tig ins Ob­jek­te­dru­cken ein­zu­stei­gen, bau­en Sie den 3D-Dru­cker selbst zu­sam­men. Der Bau­satz des Vel­le­man K8200 bei­spiels­wei­se kos­tet rund 500 Eu­ro. Der 3DD­ru­cker kann mit ABS und PLA um­ge­hen. Für Bau­sät­ze soll­ten Sie hand­werk­li­ches Ge­schick mit­brin­gen und viel Zeit ein­rech­nen, um das Ge­rät in Be­trieb zu neh­men. Au­ßer­dem hilft es, mit dem Löt­kol­ben um­ge­hen zu kön­nen und Elek­tro­nik-Grund­kennt­nis­se zu ha­ben. Ei­ni­ge Dru­cker­mo­del­le gibt es als Bau­satz und als fer­tig mon­tier­tes Ge­rät – et­wa den Ul­ti­ma­ker. Hier spa­ren Sie mit dem Bau­satz et­wa 300 Eu­ro: Ul­ti­ma­ker Ori­gi­nal kos­tet rund 1200 Eu­ro, das Fer­tig­ge­rät hin­ge­gen 1500 Eu­ro. Ähn­lich sieht es beim Con­rad-Mo­dell Renk­force RF1000 aus, das als Fer­tig­va­ri­an­te schon im PC-WELT-Test­cen­ter war. Den Be­richt fin­den Sie un­ter www.pcwelt.de/1942292. Der 3DD­ru­cker ist mit 1500 Eu­ro als Bau­satz sat­te 500 Eu­ro güns­ti­ger als das fer­tig mon­tier­te Ge­rät. Das Con­rad-Mo­dell lässt sich au­ßer­dem durch ei­nen Fräs- und Gra­vier­ein­satz er­wei­tern. Die Hal­te­rung gibt es als ex­tra Bau­satz und kos­tet je nach Frä­sen­her­stel­ler bis zu 50 Eu­ro. Man­che 3D-Dru­cker-Mo­del­le gibt es aus­schließ­lich als Bau­satz. Be­kannt sind et­wa die Ge­rä­te von Ger­man Re­prap, wie die Pro­to­sRei­he V2 und V3 so­wie der X400. Oft las­sen sie sich als Ba­sis­kits kau­fen und an ei­ge­ne Be­dürf­nis­se an­pas­sen. Selbst in den Gr­und­ver­sio­nen sind die­se 3D-Dru­cker zum Selbst­mon­tie­ren nicht gera­de güns­tig. So kos­tet et­wa der V3 rund 1000 Eu­ro. Da­für brin­gen sie in der Re­gel ei­nen recht gro­ßen Bau­raum mit, kön­nen mit un­ter­schied­li­chen Fil­amen­ten um­ge­hen und las­sen sich er­wei­tern – et­wa durch an­de­re Druck­platt­for­men, Schritt­mo­to­ren oder ei­nen zwei­ten Ex­tru­der.

Der Trend geht zum ge­schlos­se­nen Sys­tem

Ei­gent­lich ist die­ses Er­wei­tern und Bas­teln der Kern des 3D-Drucks: Denn von den Mo­di­fi­ka­tio­nen soll die gan­ze Ma­ker-Com­mu­ni­ty pro­fi­tie­ren. In­zwi­schen set­zen je­doch vie­le Her­stel­ler von Fer­tig­ge­rä­ten auf ge­schlos­se­ne Sys­te­me – dar­un­ter Ma­ker­bot mit der Ge­rä­te­rei­he Re­pli­ca­tor. So kön­nen Sie die Ge­rä­te nur mit der haus­ei­ge­nen Dru­cker-Soft­ware Ma­ker­bot Desk­top be­trei­ben und müs­sen an­stel­le des of­fe­nen Ma­schi­nen­codes G-Co­de das pro­prie­tä­re For­mat Ma­ker­bot ak­zep­tie­ren. Im Ge­gen­zug er­hal­ten Sie be­dien­freund­li­che 3D-Dru­cker, die sich dank WLAN-An­bin­dung und ein­ge­bau­ter Ka­me­ra über die App Ma­ker­bot Mo­bi­le vom Smart­pho­ne oder Ta­blets aus über­wa­chen und steu­ern las­sen. Un­ter den ak­tu­el­len Mo­del­len mar­kiert der Re­pli­ca­tor Mi­ni für 1600 Eu­ro den Ein­stiegs­be­reich. Er be­herrscht nur ei­ne Auf­lö­sungs­stu­fe und druckt aus­schließ­lich mit Raft. Die­se Merk­ma­le ma­chen ihn für den pro­fes­sio­nel­len Ein­satz zu un­fle­xi­bel. Hier­für eig­net sich der Re­pli­ca­tor Desk­top 3D Prin­ter Fifth Ge­ne­ra­ti­on für rund 3300 Eu­ro. Bei­de Ge­rä­te ha­ben wir ge­tes­tet (Sei­te 82). Die aus­führ­li­chen Be­rich­te in­klu­si­ve Vi­deo fin­den Sie auf Heft-DVD und un­ter www. pcwelt. de/ 2086006 und www. pcwelt. de/2085396.

Ei­nen be­son­ders gro­ßen Bau­raum bie­tet der Re­pli­ca­tor Z18. Er kann Ge­gen­stän­de bis 30,5 x 30,5 x 45,7 Zen­ti­me­ter (Brei­te x Tie­fe x Hö­he) er­stel­len, ist aber mit rund 7700 Eu­ro ent­spre­chend teu­er. Ein wei­te­rer Ver­fech­ter ei­ner ge­schlos­se­nen 3D-Druck-In­fra­struk­tur ist XYZ Prin­ting. Der Her­stel­ler aus Tai­wan setzt auf Pa­tro­nen mit Chip, in de­nen sich die Fil­ament­rol­len be­fin­den. Wol­len Sie das Ma­te­ri­al wech­seln, sind Sie des­halb auf das An­ge­bot des Her­stel­lers an­ge­wie­sen. Da­bei sind die 3D-Dru­cker ver­gleichs­wei­se güns­tig in der An­schaf­fung – wie et­wa der Da Vin­ci 1.0 für 600 Eu­ro. Er kommt aber im Un­ter­halt ent­spre­chend teu­er, wie der Test zeigt ( www.pcwelt.de/1983934). Den 3D-Dru­cker gibt es in ei­ner er­wei­ter­ten Va­ri­an­te als Kom­bi­ge­rät in­klu­si­ve 3D-Scan­ner un­ter der Be­zeich­nung da Vin­ci 1.0 AiO für rund 800 Eu­ro. Wech­seln Sie vom Dru­cken zum Scan­nen, fährt die Bau­platt­form nach oben und legt ei­nen Dreh­tel­ler zum Scan­nen frei. Rot­licht­la­ser und Ka­me­ras tas­ten die Ober­flä­che des Ob­jekts auf dem Tel­ler ab und di­gi­ta­li­sie­ren es. In der Pra­xis er­weist sich das Ver­fah­ren als emp­find­lich, da es stark von den Far­ben des Sca­n­ob­jekts ab­hängt. Ro­te Be­rei­che sieht die Ka­me­ra auf­grund der La­ser­far­be nicht. Zu dunk­le Far­ben er­kennt sie auch schlecht, da sie zu we­nig re­flek­tie­ren.

Ei­ne rie­si­ge Aus­wahl: 3D-Dru­cker-Fer­tig­ge­rä­te

Die größ­te Aus­wahl für den 3D-Druck fin­den Sie un­ter den Fer­tig­ge­rä­ten. Die stei­gen­de Kon­kur­renz hat den Ef­fekt, dass die Ge­rä­te bes­ser aus­ge­stat­tet, um­fang­rei­cher do­ku­men­tiert und leich­ter be­dien­bar sind. Un­ter den Ge­rä­ten, die sich so­wohl für am­bi­tio­nier­te Hob­by- is­ten wie für den pro­fes­sio­nel­len Ein­satz eig­nen, sind Aus­stat­tungs­merk­ma­le wie Dis­play oder SD-Kar­ten­slot weit ver­brei­tet. Die 3DD­ru­cker las­sen sich da­mit so­wohl über USB als auch oh­ne PC über die Spei­cher­kar­te zum Dru­cken nut­zen. Sie lie­gen im Preis­be­reich von 1000 bis 2000 Eu­ro. Als Bei­spiel für ei­nen ge­lun­ge­nen Ein­stieg dient der spa­ni­sche Her­stel­ler BQ mit der Wit­box für rund 1700 Eu­ro. Der 3D-Dru­cker bringt im Lie­fer­um­fang Ka­li­brier­mat­te, Spach­tel und Kle­ber mit. Au­ßer­dem kann der Ob­jek­te­dru­cker mit un­ter­schied­li­chen Druck­pro­gram­men um­ge­hen. So bleibt es Ih­nen über­las­sen, ob Sie sich für Cu­ra oder Re­pe­tier Host ent­schei­den. Wie die Wit­box im Test ab­ge­schnit­ten hat, steht un­ter www.pcwelt.de/2058229. We­ni­ger fle­xi­bel sind da­ge­gen die ab­so­lu­ten Ein­stiegs­ge­rä­te wie et­wa der Ger­man Re­prap Neo für rund 700 Eu­ro. Sie sind meist auf die USB-Ver­bin­dung zum Rech­ner an­ge­wie­sen und brin­gen we­der Dis­play noch Kar­ten-Slot mit. Das er­schwert die Be­die­nung, denn Sie müs­sen al­le Auf­ga­ben über den Rech­ner und die Druck­soft­ware an­sto­ßen – auch das Ka­li­brie­ren der Bau­platt­form oder das La­den der Fil­ament-Rol­le. Genau hin­se­hen soll­ten Sie bei den Ein­stiegs­dru­ckern auch in Sa­chen Lie­fer­um­fang. Denn wie beim Neo fehlt das Fil­ament nicht sel­ten. Statt­des­sen liegt nur ei­ne Ma­te­ri­al­pro­be im Pa­ket, mit der Sie das Ge­rät gera­de ein­mal in Be­trieb neh­men kön­nen.

Neu für den Desk­top-Dru­cker: Ste­reo­li­tho­gra­fie

Als Al­ter­na­ti­ve zur Schmelz­schich­tung hält mit der Ste­reo­li­tho­gra­fie (SLA) nun ei­ne wei­te­re Tech­nik Ein­zug im hei­mi­schen und se­mi­pro­fes­sio­nel­len Be­reich. Das Ver­fah­ren ver­wen­det flüs­si­ges Pho­to­po­ly­mer-Kunst­harz (Re­sin) als Druck­ma­te­ri­al, das per UV-La­ser aus­ge­här­tet wird. Die Flüs­sig­keit be­fin­det sich in ei­nem Be­häl­ter. Das Druck­ob­jekt ent­steht kopf­über, die Bau­platt­form senkt sich von oben in das Be­cken mit dem Re­sin. Wie bei den Kunst­stoff­dru­ckern baut der SLA-Dru­cker das Ob­jekt schicht­wei­se auf. Da­bei er­reicht er der­zeit Auf­lö­sun­gen von bis zu 0,025 Mil­li­me­tern. Nach dem Druck muss das Ob­jekt in ei­nem Al­ko­hol­bad lie­gen und für meh­re­re St­un­den trock­nen und aus­här­ten. Auch das SLA-Ge­rät nutzt Sup­port-Struk­tu­ren und Hilfs­platt­for­men, um Über­hän­ge oder run­de Ge­gen­stän­de zu rea­li­sie­ren. Nach dem Druck ist die ein­zel­ne Schicht nicht mehr zu er­ken­nen. Die Ober­flä­chen sind ex­trem glatt und ge­schlos­sen. Ei­ner der ers­ten SLA-3D-Dru­cker für den Schreib­tisch stammt von Forml­abs aus den USA. Das ak­tu­el­le Mo­dell Form 1+ stellt be­reits die zwei­te Ge­rä­te­ge­ne­ra­ti­on dar und kos­tet rund 3400 Eu­ro. Da­mit es die ge­sam­te Bau­platt­form von 12,5 x 12,5 x 16,5 Zen­ti­me­tern (B x T x H) mit dem La­ser er­reicht, sind drei Spie­gel im In­ne­ren an­ge­bracht. Ei­nes der der­zeit güns­tigs­ten Mo­del­le mit SLA-Tech­nik stammt von XYZ Prin­ting. Der No­bel 1.0 kos­tet rund 2000 Eu­ro. Die Dru­cker sind für den pro­fes­sio­nel­len Ein­satz vor­ge­se­hen. Ne­ben Pro­to­ty­pen und De­sign-Ein­zel­stü­cken sol­len sie sich auch für Klein­se­ri­en eig­nen. Al­ler­dings lie­gen die SLA-Ge­rä­te bei den Ma­te­ri­al­kos­ten über den Kunst­stoff-Dru­ckern. Ein Li­ter Kunst­harz kos­tet der­zeit rund 140 Eu­ro.

3D-Scan­ner: So funk­tio­niert das Licht­schnitt­ver­fah­ren

Statt ein Ob­jekt in ei­ner ent­spre­chen­der Soft­ware zu ent­wer­fen, lässt sich ei­ne 3D-Vor­la­ge

auch über ei­nen drei­di­men­sio­na­len Scan er­zeu­gen. Wie der 3D-Druck ist aber auch das räum­li­che Di­gi­ta­li­sie­ren so kom­plex, dass Sie sich erst ein­mal ein­ar­bei­ten müs­sen. Wer nicht viel Geld in die Hard­ware in­ves­tie­ren will, um klei­ne Ob­jek­te in di­gi­ta­ler Form zu er­hal­ten, greift zum Bau­satz des Dreh­tel­lerS­can­ners Ci­clop von BQ für rund 250 Eu­ro, der kom­plett auf Open Sour­ce ba­siert. Das schließt die Soft­ware Ho­rus ein, die der Her­stel­ler ent­wi­ckelt hat. Sie steht frei zum Down­load be­reit. Als Ka­me­ra für die Scan­auf­nah­men nutzt Ci­clop die Lo­gi­tech HD Web­cam C270. Das ge­sam­te Pro­jekt läuft un­ter Di­wo, der Schul- und Ent­wick­ler­platt­form von BQ. Das Kür­zel steht für „Do it with others“( http://di­wo.bq.com/en/). Wie das be­reits er­wähn­te Dru­cker-Scan­nerKom­bi­ge­rät von XYZ Prin­ting Da Vin­ci 1.0 AiO nutzt auch Ci­clop das Licht­schnitt­ver­fah­ren, um das Ob­jekt zu er­fas­sen. Da­bei steht der Ge­gen­stand in der Mit­te des Dreh­tel­lers und ro­tiert vor der Ka­me­ra. Seit­lich ne­ben der Ka­me­ra sind zwei La­ser ein­ge­baut, die ab­wech­selnd ei­ne ro­te Li­nie über das Ob­jekt wer­fen. Die Ka­me­ra er­fasst die Li­ni­en und er­kennt Ober­flä­che und Tex­tur an­hand der Ver­zer­run­gen. Da­mit das funk­tio­niert, darf der La­ser die Li­nie nicht in den frei­en Raum wer­fen, denn dann kann die Ka­me­ra den Li­ni­en­bruch nicht genau auf­neh­men und weiß nicht, wo der Um­riss des Ob­jekts ver­läuft. Ei­ne wei­ße Wand bie­tet sich hier als Pro­jek­ti­ons­flä­che an. BQ gibt ei­ne Ab­tast­ge­nau­ig­keit von 0,5 Mil­li­me­tern an. Auf den Dreh­tel­ler kön­nen Ge­gen­stän­de mit ei­nem Ge­wicht von ma­xi­mal 3 Ki­lo­gramm. Das mög­li­che Scan­vo­lu­men liegt bei bis zu 250 Mil­li­me­tern im Durch­mes­ser und 205 Mil­li­me­tern in der Hö­he. Tech­nisch ver­gleich­bar ar­bei­tet die 3D-Dreh­tel­ler-Scan­lö­sung Di­gi­ti­zer von Ma­ker­bot für 950 Eu­ro, die je­doch wie schon bei den 3DD­ru­ckern ein in sich ge­schlos­se­nes Sys­tem dar­stellt. Der Vor­teil: Die mit­ge­lie­fer­te ScanSoft­ware ist über­sicht­lich auf­ge­baut. Der Nach­teil: Sie er­hal­ten am En­de des Scans au­to­ma­tisch ei­ne pro­prie­tä­re Thing-Da­tei. Für das druck­kom­pa­ti­ble STL-For­mat müs­sen Sie die Da­tei ex­tra ab­spei­chern. Die De­tail­auf­lö­sung liegt wie beim Ci­clop bei ma­xi­mal 0,5 Mil­li­me­tern. Auch hier ist das ma­xi­ma­le Ge­wicht auf dem Dreh­tel­ler auf 3 Ki­lo­gramm be­grenzt. Das Scan­vo­lu­men ist mit 203 Mil­li­me­tern im Durch­mes­ser und in die Hö­he so­gar ge­rin­ger als beim Open-Sour­ce-Scan­ner.

Al­ter­na­ti­ve für den 3D-Scan: Ein por­ta­bler Hand­scan­ner

Pro­fes­sio­nel­le 3D-Hand­scan­ner wie der Artec Eva kos­ten um die 10 000 Eu­ro – das dürf­te selbst für pro­fes­sio­nel­le Ein­stei­ger in der Re­gel ei­ne zu ho­he In­ves­ti­ti­on sein. Wer trotz­dem per Hand­ge­rät drei­di­men­sio­nal scan­nen will, greift zum Cu­bi­fy Sen­se von 3D Sys­tems für rund 370 Eu­ro. Das Ge­rät wirft ein In­fra­ro­tLicht­mus­ter auf das Sca­n­ob­jekt und be­rech­net des­sen Form auf­grund der Ver­zer­run­gen auf der Ober­flä­che. Die mit­ge­lie­fer­te Soft­ware er­rech­net dar­aus das 3D-Mo­dell und bie­tet gleich­zei­tig ei­ni­ge Werk­zeu­ge, um Scan­feh­ler zu be­he­ben. Die fer­ti­ge Da­tei lässt sich in den Stan­dard­for­ma­ten STL, OBJ oder PLY ab­spei­chern oder di­rekt auf den 3D-Dru­cker sen­den. Al­ler­dings klappt das nur mit dem haus­ei­ge­nen Mo­dell Cu­be. Der Min­dest­ab­stand vom Sca­n­ob­jekt be­trägt rund 40 Zen­ti­me­ter, die wei­tes­te Ent­fer­nung gibt der Her­stel­ler mit drei Me­tern an. Das Scan­vo­lu­men ist mit 20 Zen­ti­me­tern bis zu drei Me­tern va­ria­bel.

Fa­zit: Kei­ne Lö­sung oh­ne Aus­pro­bie­ren

Wel­cher 3D-Dru­cker oder -Scan­ner für Sie das Rich­ti­ge ist, hängt da­von ab, was Sie da­mit er­rei­chen wol­len. Das Wich­tigs­te beim Ein­stieg in den 3D-Druck ist aber: Neh­men Sie sich da­für Zeit. Denn das drei­di­men­sio­na­le Ar­bei­ten er­schließt sich nicht auf An­hieb, ob­wohl sich Dru­cker im­mer ein­fa­cher be­die­nen las­sen. Wer sein Sys­tem ger­ne er­wei­tert, liegt mit ei­nem Open-Sour­ce-Bau­satz für Dru­cken und Scan­nen rich­tig. Pro­prie­tä­re Sys­te­me sind aber be­que­mer in der Be­die­nung. Bei den fer­tig mon­tier­ten Dru­ckern wer­den die Prei­se wei­ter sin­ken. Da­zu könn­te die SLA-Tech­nik als Al­ter­na­ti­ve zu Kunst­stoff­dru­ckern bei­tra­gen. Ei­ni­ge der ge­nann­ten 3D-Dru­cker und -Scan­ner fin­den Sie auch im Vi­deo zu die­sem Ar­ti­kel auf DVD oder un­ter www.pcwe.lt/Ag­mDe0.

Bau­satz und Fer­tig­ge­rät: Den Ul­ti­ma­ker Ori­gi­nal gibt es so­wohl fer­tig mon­tiert als auch als Bau­satz. Bei der Selbst­bau­va­ri­an­te spa­ren Sie ei­ni­ge 100 Eu­ro.

Nur als Bau­satz er­hält­lich: Der 3D-Dru­cker Pro­tos V3 von Ger­man Re­prap ist aus­schließ­lich zur Selbst­mon­ta­ge er­hält­lich.

Ge­gen­teil von of­fen: Der Ma­ker­bot Re­pli­ca­tor der fünf­ten Ge­ne­ra­ti­on lässt sich be­quem be­die­nen, ba­siert aber auf pro­prie­tä­ren Funk­tio­nen.

Ein­stieg ins 3D-Dru­cken: Bei güns­ti­gen Mo­del­len müs­sen Sie in der Re­gel auf Dis­play und Kar­ten­slot ver­zich­ten – so et­wa beim Ger­man Re­prap Neo.

Er­schwing­li­cher Hand-Scan­ner: Mit dem Cu­bi­fy Sen­se las­sen sich Ob­jek­te aus der Hand di­gi­ta­li­sie­ren und zu ei­ner drei­di­men­sio­na­len Druck­aus­ga­be ver­ar­bei­ten.

Open Sour­ce: Der 3DS­can­ner BQ Ci­clop ist ein güns­ti­ger Dreh­tel­lerS­can­ner, der auf frei­er Hard- und Soft­ware ba­siert.

Fle­xi­bles 3D-Dru­cker-Fer­tig­ge­rät: Die BQ Wit­box kann dank SD-Kar­ten­slot oh­ne Rech­ner ar­bei­ten, ist ver­schließ­bar und in ver­schie­de­nen Far­ben er­hält­lich.

Ste­reo­li­tho­gra­phie: Der 3D-Dru­cker ar­bei­tet mit Kunst­harz, das mit UV-La­ser aus­ge­här­tet wird. Der Ge­gen­stand ent­steht kopf­über.

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