WLAN-Sha­ring

Hots­pots brin­gen vie­le Vor­tei­le: Wir zei­gen, wel­che Mög­lich­kei­ten es gibt und wie die Rechts­la­ge ist

PC-WELT - - Inhalt - VON FRIED­RICH STIE­MER

IN ZEI­TEN VON Vo­lu­men-Da­ten­ta­ri­fen, in de­nen Pro­vi­der re­so­lut nach ver­brauch­ten Da­ten­kon­tin­gen­ten die Surf­ge­schwin­dig­keit dros­seln, sind kos­ten­lo­se WLAN-Hots­pots fast schon Bal­sam für Mo­bil­nut­zer. Doch mit der zu­neh­men­den Ver­brei­tung die­ser Frei­funk- Oa­sen spitzt sich auch die Ge­set­zes­la­ge un­an­ge­nehm zu, Stich­wort Stö­rer­haf­tung. Wir zei­gen Ih­nen Mög­lich­kei­ten, Ihr draht­lo­ses Netz­werk mit an­de­ren zu tei­len und klä­ren über den Sta­tus Quo der ak­tu­el­len Ge­set­zes­la­ge in Deutsch­land auf.

Deutsch­land, die Hots­pot-Wüs­te

Lei­der ganz zu Recht muss sich Deutsch­land als „Hots­pot-Wüs­te“be­zeich­nen las­sen. Denn im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich hängt die Bun­des­re­pu­blik deut­lich hin­ter­her, wie der Ver­band

der deut­schen In­ter­net­wirt­schaft (eco e.V.) in ei­ner Stu­die aus dem vier­ten Quar­tal 2014 be­weist: Hier­zu­lan­de ste­hen 15 108 frei zu­gäng­li­che Hots­pots zur Ver­fü­gung, was 1,87 Hots­pots pro 10 000 Ein­woh­ner macht. Spit­zen­rei­ter sind Süd­ko­rea und En­g­land, die weit über 180 000 Gra­tis-Draht­los­netz­wer­ke im Land ha­ben, was in Ab­hän­gig­keit zur Be­völ­ke­rung 37,35 re­spek­ti­ve 28,67 Hots­pots pro 10 000 Ein­woh­ner er­gibt. Fai­rer­wei­se soll aber auch er­wähnt sein, dass un­se­re schwe­di­schen Nach­barn in Sa­chen Frei­funk noch we­ni­ger als wir in pet­to ha­ben mit über 9 500 Hots­pots – al­ler­dings ste­hen auf­grund der ge­rin­ge­ren Ein­woh­ner­zahl 9,94 Gra­tis-Zu­gän­ge pro 10 000 Bür­ger zur Ver­fü­gung. Des Wei­te­ren ist im Aus­land auch der Zu­gang zu die­sen Netz­wer­ken mög­lichst ein­fach ge­hal­ten und setzt in der Re­gel nicht ein­mal ei­ne Re­gis­trie­rung vor­aus. Hier­zu­lan­de fast un­denk­bar, da die WLANs meist ver­schlüs­selt sind und auch bei Gra­tis-Nut­zung ei­ne Re­gis­trie­rung vor­aus­set­zen. Doch die ak­tu­el­le Rechts­un­si­cher­heit ver­hin­dert ei­ne wei­te­re Ver­brei­tung von kos­ten­frei­en Hots­pots. An­bie­ter und Be­trei­ber sind sich schluss­end­lich nicht si­cher, ob sie nun für even­tu­el­le Straf­ta­ten der ein­ge­logg­ten Nut­zer haf­ten müs­sen – oder nicht. Die­ses Pro­blem ist auch der Bun­des­re­gie­rung be­kannt, wes­halb das Ab­mil­dern der Stö­rer­haf­tung auch Teil der Ko­ali­ti­ons­ver­ein­ba­rung aus dem Jah­re 2013 ist. Üb­ri­gens ist die­se Art der Haf­tung in an­de­ren Län­dern nicht be­kannt.

WLAN-Be­trei­ber haf­ten für Drit­te – oder nicht?

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Stö­rer­haf­tung im Jah­re 2004 fol­gen­der­ma­ßen de­fi­niert: Stö­rer ist der­je­ni­ge, der, oh­ne Tä­ter oder Teil­neh­mer zu sein, in ir­gend­ei­ner Wei­se wil­lent­lich und ad­äquat zur Ver­let­zung ei­nes ge­schütz­ten Rechts­gu­tes bei­trägt, und er kann da­her als Stö­rer für ei­ne Schutz­rechts­ver­let­zung auf Un­ter­las­sung in An­spruch ge­nom­men wer­den ( BGH I ZR 304/01; Sei­te 18). Im Kl­ar­text heißt das al­so, dass der An­bie­ter ei­nes frei zu­gäng­li­chen WLANs für Straf­ta­ten haf­tet, die un­be­kann­te Drit­te in sei­nem Netz­werk be­ge­hen. Da­zu zählt zum Bei­spiel der il­le­ga­le Down­load von ur­he­ber­recht­lich ge­schütz­ter Mu­sik. Der Grund: Der Be­trei­ber hat dem Tä­ter die In­fra­struk­tur, al­so in die­sem Fall den In­ter­net­an­schluss, be­reit­ge­stellt. Im glei­chen Ur­teil auf Sei­te 19 schränkt der BGH die Haf­tung je­doch wie­der et­was ein: „Weil die Stö­rer­haf­tung aber nicht über Ge­bühr auf Drit­te er­streckt wer­den darf, die nicht selbst die rechts­wid­ri­ge Be­ein­träch­ti­gung vor­ge­nom­men ha­ben, setzt die Haf­tung des Stö- rers die Ver­let­zung von Prü­fungs­pflich­ten vor­aus. De­ren Um­fang be­stimmt sich da­nach, ob und in­wie­weit dem als Stö­rer in An­spruch Ge­nom­me­nen nach den Um­stän­den ei­ne Prü­fung zu­zu­mu­ten ist“. Und genau hier gibt es be­reits die ers­ten Un­si­cher­hei­ten, denn die Prüf­pflich­ten sind nicht nä­her be­schrie­ben. Reicht es nun aus, dass sich der WLAN-Nut­zer vor­ab mit sei­nen Da­ten an­mel­det? Oder müs­sen die Be­trei­ber noch ei­nen Schritt wei­ter ge­hen und das Surf­ver­hal­ten pro­to­kol­lie­ren und spei­chern? End­gül­tig und rechts­kräf­tig ist hier noch kei­ne Ent­schei­dung vor­han­den. Die­se Un­wis­sen­heit, um nicht in Rah­men der Stö­rer­haf­tung recht­lich be­langt zu wer­den, ver­hin­dert in den meis­ten Fäl­len die Ver­brei­tung von Gra­tis-WLAN.

Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um mit neu­en Ge­setz­ent­wür­fen zum TMG

Mitt­ler­wei­le hat sich die Recht­spre­chung aber et­was mehr zu­guns­ten der WLAN-An­bie­ter ge­wandt. Ei­ni­ge jün­ge­re Ur­tei­le ver­wei­sen näm­lich auf § 8 des Tele­me­di­en­ge­set­zes (TMG). Dort ist ei­ne be­ding­te Haf­tungs­frei­stel­lung für Hots­pot-Be­trei­ber vor­ge­se­hen. Ein neu­er so­wie auf ei­ge­ne Initia­ti­ve hin ent­wi­ckel­ter Re­fe­ren­ten­ent­wurf zur Än­de­rung des TMG des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft sieht wie­der­um Fol­gen­des vor: Hots­pot-Be­trei- ber sol­len nur dann nicht für die Rechts­wid­rig­kei­ten Drit­ter haft­bar sein, wenn sie „zu­mut­ba­re Maß­nah­men“er­grei­fen, „um ei­ne Rechts­ver­let­zung durch Nut­zer zu ver­hin­dern“. Um die­sen An­spruch ge­recht zu wer­den, müs­sen die Be­trei­ber bei­spiels­wei­se ei­ne Ver­schlüs­se­lung des An­schlus­ses vor­neh­men und vor­ab die Zu­stim­mung des Nut­zers ein­ho­len, dass er nichts Il­le­ga­les im Draht­los­netz­werk vor­hat. Hier ge­nügt bei­spiels­wei­se ei­ne vor­ge­schal­te­te Web­sei­te mit den Nut­zungs­be­din­gun­gen, die der Nut­zer mit Set­zen ei­nes Ha­kens ak­zep­tie­ren muss. In ei­ner über­ar­bei­te­ten Ver­si­on des Ent­wurfs strich das Mi­nis­te­ri­um den um­strit­te­nen Pas­sus, dass pri­va­te WLAN-Be­trei­ber zu­sätz­lich noch die Na­men der Sur­fer ken­nen müs­sen, um ei­ner Haf­tung zu ent­ge­hen. Nichts­des­to­trotz sieht vor al­lem die Initia­ti­ve „Frei­funk statt Angst“auch in der Über­ar­bei­tung „kei­nen wirk­li­chen Fort­schritt“in Sa­chen WLAN-Rechts-

„Die ak­tu­el­le Rechts­un­si­cher­heit ver­hin­dert ei­ne stär­ke­re Ver­brei­tung kos­ten­frei­er Hots­pots.“

si­cher­heit, da im­mer noch Un­klar­heit über die Stö­rer­haf­tung herrscht.

Pri­va­te Hots­pots für die Öf­fent­lich­keit

Das größ­te Hots­pot-Netz Deutsch­lands hat Ka­bel Deutsch­land auf die Bei­ne ge­stellt. Et­was un­ge­wöhn­lich dar­an ist, dass der Pro­vi­der ne­ben ei­ge­nen Hots­pots auch die WLANs von Fir­men- und Pri­vat­kun­den in ein Netz ver­eint, wo­mit der An­bie­ter auf über 750 000 Hots­pots kommt. Ka­bel Deutsch­land nennt die­sen Ser­vice Ho­me­s­pot, bei der der Rou­ter mit­hil­fe der SSID-Tech­nik (Ser­vice Set IDen­ti­fier) ein wei­te­res vir­tu­el­les Netz­werk er­öff­net. Die Nut­zung die­ser Netz­wer­ke kos­tet Kun­den von Ka­bel Deutsch­land bis zu 10 Eu­ro im Mo­nat, je nach be­ste­hen­dem Ver­trag. Oh­ne die Ho­me­s­po­tOp­ti­on ist die täg­li­che Surf-Dau­er auf 30 Mi­nu­ten be­schränkt, auch für Per­so­nen oh­ne lau­fen­den Ver­trag. Doch auch die Nicht­kun­den des Un­ter­neh­mens kön­nen sich ins um­fang­rei­che Hots­pot-Netz ein­wäh­len, wenn sie rund 20 Eu­ro im Mo­nat be­zah­len. Ka­bel Deutsch­land ver­spricht an den Ho­me­s­pots Ge­schwin­dig­kei­ten von 10 MBit/s. Der ei­ge­ne Zu­gang soll da­bei nicht be­ein­träch­tigt sein, da der Pro­vi­der die­se Band­brei­te noch ein­mal ex­tra be­reit­stellt. Ein­mal ge­bucht, lässt sich der Di­enst nur de­ak­ti­vie­ren, wenn Sie den Rou­ter vom Strom neh­men. Na­tür­lich ist es auch mög­lich, Ho­me­s­pot mo­nat­lich zu kün­di­gen. Ein Zu­griff vom öf­fent­li­chen auf das pri­va­te Netz­werk soll nicht mög­lich sein. Doch nun stellt sich die be­rech­tig­te Fra­ge, wie es in die­sem Fal­le mit der Stö­rer­haf­tung aus­sieht. Bei den Ho­me­s­pots tritt Ka­bel Deutsch­land als Be­trei­ber des Draht­los­netz­werks auf und nimmt da­mit den Pri­vat­an­schlüs­sen die Stö­rer­haf­tung ab. Dar­über hin­aus er­folgt die An­mel­dung zum Di­enst über das Kun­den­por­tal, was ei­ne Ein­ga­be der per­sön­li­chen Da­ten er­for­dert. So­mit ist es Ka­bel Deutsch­land auch mög­lich, Ver­bin­dun­gen zu­rück­zu­ver­fol­gen. Auch die Te­le­kom hat auf der Ce­bit 2015 ei­nen ähn­li­chen Di­enst an­ge­kün­digt.

Mo­bi­le App In­stab­ridge teilt Ihr WLAN mit an­de­ren Nut­zern

Ris­kan­ter ist da die App na­mens In­stab­ridge (für An­dro­id und iOS), die nach ei­ge­nen An­ga­ben die „welt­weit größ­te WLAN-Com­mu­ni­ty“be­sitzt, da es in­ter­na­tio­nal rund drei Mil­lio­nen Hots­pots an­bie­tet. In die­se App tra­gen Sie Ihr ei­ge­nes WLAN ein, um es dann ent­we­der nur Ih­ren Freun­den oder auch der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich zu ma­chen. Vor­aus­set­zung für den Zu­gang ist na­tür­lich im­mer ein in­stal­lier­tes In­stab­ridge. Da­mit sich Per­so­nen in Ihr Netz­werk ein­wäh­len kön­nen, müs­sen Sie ein­ma­lig Ihr WLAN-Pass­wort in der App ein­ge­ben. In­stab­ridge spei­chert das Pass­wort auf un­ter- neh­mens­ei­ge­nen Ser­vern und über­mit­telt es ver­schlüs­selt an die an­de­ren Nut­zer. Der AES256-Stan­dard soll si­cher­stel­len, dass kei­ne Ha­cker die Pass­wör­ter klau­en re­spek­ti­ve ent­schlüs­seln. Ei­ne 100-pro­zen­ti­ge Si­cher­heit kön­nen die Ent­wick­ler aber nicht ga­ran­tie­ren. Wer bei­spiels­wei­se ein ge­roo­te­tes Smart­pho­ne hat, ist prin­zi­pi­ell in der La­ge das Pass­wort aus­zu­le­sen. Hin­zu kommt, dass der An­bie­ter auch Da­ten zum Zwe­cke der Straf­ver­fol­gung be­reit­wil­lig an die Be­hör­den her­aus­gibt.

Gast­zu­gang auf dem WLAN-Rou­ter ein­rich­ten

Wer sei­nem Be­su­cher in den ei­ge­nen vier Wän­den Zu­griff aufs WLAN ge­wäh­ren möch­te, der hat zwei Mög­lich­kei­ten. Ent­we­der, Sie ge­ben Ih­ren Freun­den das WLAN-Pass­wort für Ihr Pri­vat­netz, oder Sie rich­ten ei­nen Gast­zu­gang ein. Die ers­te Va­ri­an­te ist mitt­ler­wei­le ver­al­tet und auch nicht mehr zu emp­feh­len. Denn auf die­se Wei­se er­hal­ten die Gäs­te nicht nur Zu­tritt zu all Ih­ren Netz­werk­ge­rä­ten, son­dern auch die Ge­fahr ist grö­ßer, dass die Be­su­cher schäd­li­che Soft­ware ver­brei­ten. Beim Gast­zu­gang hin­ge­gen han­delt es sich um ein se­pa­ra­tes, von Ih­rem Heim­netz ge­trenn­tes Netz­werk. Mitt­ler­wei­le bie­ten so ziem­lich al­le ak­tu­el­len Rou­ter die­se Funk­ti­on an. Der Gast er­hält so­mit kei­nen Zu­griff auf an­de­re Ge­rä­te und Da­ten Ih­res Heim­netz­werks. Au­ßer­dem kann er nicht auf

die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ober­flä­che Ih­res Rou­ters zu­grei­fen, um bei­spiels­wei­se die Ein­stel­lun­gen zu sei­nen Guns­ten zu än­dern. Na­tür­lich möch­ten wir Gäs­ten kei­ne bös­wil­li­gen Ab­sich­ten un­ter­stel­len. Wir zei­gen Ih­nen am Bei­spiel der Frit­zbox von Her­stel­ler AVM, wie Sie so ei­nen WLAN-Gast­zu­gang kor­rekt ein­rich­ten. Größ­ten­teils las­sen sich die Schrit­te auf an­de­re Rou­ter über­tra­gen, al­ler­dings kann es sein, dass dort Be­grif­fe an­ders lau­ten. Im Gro­ßen und Gan­zen ist das Pro­ze­de­re kein He­xen­werk. Je­doch müs­sen Sie sich be­wusst sein, dass Sie nach wie vor für Rechts­ver­let­zun­gen haft­bar sind, die Ih­re Be­su­cher über den Gast­zu­gang be­ge­hen. Al­ler­dings er­laubt ei­ne Ein­schrän­kung des Gäs­teWLANs ei­ne ge­wis­se Ab­si­che­rung, in­dem Sie bei­spiels­wei­se Down­loads dar­über ver­bie­ten oder be­stimm­te Sei­ten wie il­le­ga­le Strea­m­ing­Por­ta­le sper­ren. Wie das funk­tio­niert, zei­gen wir Ih­nen im Fol­gen­den.

1. Gast­zu­gang ak­ti­vie­ren und ein­stel­len

Log­gen Sie sich in die Be­nut­zer­ober­flä­che Ih­rer Frit­zbox ein, in­dem Sie in Ih­rem Brow­ser ent­we­der die IP 169.254.1.1 oder die Adres­se http://fritz.box ein­ge­ben und an­schlie­ßend Ih­ren Be­nut­zer­na­men so­wie das Pass­wort ein­tip­pen. Auf der Über­sichts­sei­te an­ge­kom­men, wäh­len Sie auf der lin­ken Sei­te zu­erst die Ka­te­go­rie „WLAN“, da­nach kli­cken Sie auf „Gast­zu­gang“. Set­zen Sie ein Häk­chen bei „Gast­zu­gang ak­tiv“, um ihn zu ak­ti­vie­ren. Die SSID ist der Na­me des Gast-WLANs und öf­fent­lich sicht­bar. Stan­dard­mä­ßig ist auch schon die Ver­schlüs­se­lung WPA2 ak­ti­viert, bei der Sie es auch auf je­den Fall be­las­sen soll­ten. Nun le­gen Sie ei­nen Netz­werk­schlüs­sel fest, da­mit sich Ih­re Gäs­te ein­wäh­len kön­nen. AVM emp­fiehlt ei­ne Min­dest­län­ge von acht Zei­chen, emp­feh­lens­wert ist ei­ne Pass­phra­se mit 20 Zei­chen. Die soll­te na­tür­lich aus ei­ner Kom­bi­na­ti­on von Klein- und Groß­buch­sta­ben so­wie Zah­len und Son­der­zei­chen be­ste­hen, um auf der si­che­ren Sei­te zu sein. Die Frit­zbox er­laubt noch tie­fer­ge­hen­de Ein­stel­lun­gen, um den Gast­zu­gang ab­zu­si­chern. Bei­spiels­wei­se lässt sich das WLAN nur aufs „Sur­fen und Mai­len“be­schrän­ken, um so even­tu­el­len schad­haf­ten Down­loads vor­zu­beu­gen. Die­se Op­ti­on ist im Üb­ri­gen stan­dard­mä­ßig ak­ti­viert. Wenn die im Gast­zu­gang an­ge­mel­de­ten Ge­rä­te un­ter­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren dür­fen, dann set­zen Sie auch ei­nen Ha­ken bei der ent­spre­chen­den Op­ti­on. Auch die Dau­er lässt sich ein­stel­len, um über­mä­ßi­gen Surf­kon­sum vor­zu­beu­gen. Das bie­tet sich vor al­lem bei Vo­lu­men­ta­ri­fen an. Möch­te ein Gast nur mit dem Smart­pho­ne oder Ta­blet on­line ge­hen, dann bie­tet sich auch der et­was wei­ter un­ten ab­ge­bil­de­te QR-Co­de an (sie­he obe­re Ab­bil­dung). Mit ei­ner Bar­code­scan­ner-App oder der App „FRITZ!App WLAN“lässt sich der Co­de aus­le­sen und sich an­schlie­ßend ins Netz­werk ein­wäh­len, oh­ne erst lan­ge Pass­wör­ter ein­tip­pen zu müs­sen. Al­ler­dings funk­tio­niert das bis­her nur für Ge­rä­te mit An­dro­id-Be­triebs­sys­tem, iOS ist bis­her noch au­ßen vor.

2. Nut­zungs­zei­ten und Fil­ter­lis­ten für den Gast­zu­gang de­fi­nie­ren

Möch­ten Sie den Gast­zu­gang noch fei­ner ein­stel­len und bei­spiels­wei­se be­stimm­te Web­sei­ten un­zu­gäng­lich ma­chen, dann lässt sich das oh­ne Pro­ble­me über die Frit­zbox rea­li­sie­ren. Hier­für kli­cken Sie in der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ober­flä­che links auf „In­ter­net“und an­schlie­ßend auf „Fil­ter“. Rechts kli­cken Sie auf den Rei­ter „Zu­gangs­pro­fi­le“und neh­men die ge­wünsch­ten Ein­schrän­kun­gen un­ter „Gast“vor. Die Frit­zbox sperrt für die­sen Zu­gang be­reits stan­dard­mä­ßig die­je­ni­gen In­ter­net­sei­ten, die auf dem In­dex der BPjM, al­so der Bun­des­prüf­stel­le für ju­gend­ge­fähr­den­de Me­di­en, ste­hen. Mit ei­nem Klick auf das Be­ar­bei­ten-Sym­bol wei­ter rechts ge­lan­gen Sie in die De­tail­ein­stel­lun­gen. Im obe­ren Ab­schnitt le­gen Sie fest, in wel­chen Zeit­fens­tern sich der Gast­zu­gang nut­zen lässt. Hier­für zie­hen Sie mit der Maus die ent­spre­chen­den Uhr­zei­ten bei den ein­zel­nen Wo­chen­ta­gen zu­recht: Wei­ße Fel­der be­deu­ten, dass der Zu­gang in die­sem Zei­t­raum ge­sperrt ist. Im un­te­ren Ab­schnitt er­folgt die Fil­te­rung der In­ter­net­sei­ten für den Gast­zu­gang. Dort de­kön­nen Sie zwi­schen zwei Fil­ter­lis­ten wäh­len: Die Whi­te­list ent­hält die In­ter­net­adres­sen, die der ein­ge­logg­te Nut­zer an­sur­fen kann, und be­deu­tet ei­ne star­ke Re­gle­men­tie­rung. Ei­ne Black­list hin­ge­gen ent­hält Adres­sen, die nicht er­laubt sind. So­mit kann der Nut­zer al­le an­de­ren Sei­ten auf­ru­fen, aber nicht die auf der Black­list. Dar­über hin­aus lässt sich auch der Ha­ken bei den ju­gend­ge­fähr­den­den Web­sei­ten ent­fer­nen, falls ge­wünscht. Noch et­was wei­ter un­ten las­sen sich auch „Netz­werk­an­wen­dun­gen sper­ren“, wie bei­spiels­wei­se Tor­ren­tDi­ens­te, Down­load-Ser­ver oder Fern­zu­grif­fe. Die Whi­te- und Black­lists le­gen Sie üb­ri­gens an, in­dem Sie auf den Rei­ter „Lis­ten“kli­cken, wenn Sie links wie­der auf „Fil­ter“wech­seln.

WLAN- Gast­zu­gän­ge bei äl­te­ren Rou­tern oh­ne Up­dates

Äl­te­re Rou­ter ver­fü­gen al­ler­dings meist nicht über die Op­ti­on, ein Gäs­te-WLAN ein­zu­rich­ten. Vor­ab soll­ten Sie aber noch ein­mal prü­fen, ob es nicht ein Firm­ware-Up­date für Ih­ren Rou­ter gibt. Oft rüs­ten die Her­stel­ler die­se Funk­ti­on näm­lich noch nach. Ist die ent­spre­chen­de Tech­nik al­ler­dings nicht ge­ge­ben, dann müs­sen Sie sich an­ders be­hel­fen. Ei­ne Lö­sung ist die so­ge­nann­ten AP-Iso­lie­rung (Ac­cess Po­int) oder auch Cli­ent-Iso­lie­rung. Hier­bei un­ter­bin­det der Rou­ter die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den ein­ge­wähl­ten WLAN-Ge­rä­ten, wäh­rend ei­ne In­ter­net­ver­bin­dung oh­ne Wei­te­res mög­lich ist. Al­ler­dings ist die­se Va­ri­an­te nur ei­ne Not­lö­sung, denn Sie müs­sen Ih­ren Gäs­ten das Pass­wort Ih­res Draht­los­netz­wer­kes ge­ben. Au­ßer­dem ist es den ein­ge­wähl­ten Ge­rä­ten den­noch mög­lich, auf per Ka­bel an­ge­schlos­se­ne PCs oder Netz­werk­spei­cher zu­zu­grei­fen.

PCs und Note­books mit WLANMo­du­len als Hots­pot nut­zen

Vie­len Nut­zern ist es nicht be­kannt, doch seit Win­dows 7 lässt sich der PC oder das Note­book als Hots­pot nut­zen. Da­für müs­sen die Ge­rä­te le­dig­lich über ei­ne WLAN-Kar­te re­spek­ti­ve ein ent­spre­chen­des Mo­dul ver­fü­gen. Wenn Sie die Funk­ti­on zum ers­ten Mal nut­zen, müs­sen Sie sie im ers­ten Schritt ak­ti­vie­ren. Ru­fen Sie hier­für die Ein­ga­be­auf­for­de­rung mit Ad­mi­nis­tra­tor­rech­ten auf, in­dem Sie die Tas-

ten­kom­bi­na­ti­on Win­dows-R be­tä­ti­gen und ins Aus­füh­ren-Fens­ter cmd ein­ge­ben. Al­ter­na­tiv lässt sich die Kon­so­le auch über den Pfad Start -> Al­le Pro­gram­me -> Zu­be­hör auf­ru­fen. Un­ter Win­dows 8 ge­nügt auch ein Rechtsklick auf den Start­but­ton links un­ten, um die „Ein­ga­be­auf­for­de­rung (Ad­mi­nis­tra­tor)“aus­zu­wäh­len. In der Kon­so­le an­ge­kom­men tip­pen Sie fol­gen­den Be­fehl ein: netshwlans­ethosted­net­work mo­de=al­low ssid=”Hots­pot01” key=”Pass wort123”. Er­schei­nen die Er­folgs­mel­dun­gen (Ab­bil­dung oben), dann ist das vir­tu­el­le Netz­werk mit dem Na­men „Hots­pot01“und dem Pass­wort „Pass­wort123“er­folg­reich ein­ge­rich­tet. Die Ver­schlüs­se­lung der Ver­bin­dung er­folgt mit WPA2. Be­vor Sie den Hots­pot aber ak­ti­vie­ren, müs­sen Sie erst den Zu­gang für an­de­re Teil­neh­mer er­lau­ben. Ru­fen Sie hier­für das Aus­füh­ren-Fens­ter über die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Win­dows-R auf und ge­ben ncpa.cpl ein. Das Be­triebs­sys­tem öff­net nun Ih­re Netz­werk­ver­bin­dun­gen. Dort ist nun ei­ne wei­te­re re­spek­ti­ve neue Draht­los­netz­werk­ver­bin­dung vor­han­den, die Sie an der Auf­schrift „Mi­cro­soft Vir­tu­al WiFi Mi­ni­port Ad­ap­ter“er­ken­nen. Kli­cken Sie da­nach mit der rech­ten Maus­tas­te auf Ih­re re­gu­lä­re Draht­los­netz­werk­ver­bin­dung oder Ih­ren LAN-An­schluss und dann auf „Ei­gen­schaf­ten“. Wech­seln Sie in das Re­gis­ter „Frei­ga­be“, set­zen Sie den Ha­ken bei der ers­ten Op­ti­on, und wäh­len Sie aus dem Drop­downMe­nü die von Win­dows an­ge­leg­te Draht­los­netz­werk­ver­bin­dung. Da­mit die ein­ge­wähl­ten Be­nut­zer die In­ter­net­ver­bin­dung nicht von sich aus be­en­den oder steu­ern kön­nen, ent­fer­nen Sie den Ha­ken von der zwei­ten Op­ti­on. Nun lässt sich der Hots­pot star­ten, in­dem Sie in der Ad­mi­nis­tra­tor-Ein­ga­be­auf­for­de­rung den Be­fehl netshwlan­star­thosted­net­work ein­ge­ben. Nun ist das vor­hin er­stell­te Draht­los­netz­werk ak­ti­viert, und Nut­zer dür­fen sich mit Ih­ren Ge­rä­ten da­mit ver­bin­den, in­dem sie das ent­spre­chen­de Pass­wort ein­ge­ben. Um zu se­hen, wie vie­le Cli­ents sich in Ih­ren Hots­pot ein­ge­wählt ha­ben, oder um De­tails zur Netz­werk­ver­bin­dung zu er­fah­ren, tip­pen Sie den Be­fehl netshwlan­show­hosted­net­work in der Ein­ga­be­auf­for­de­rung ein. Um das Gas­tWLAN zu de­ak­ti­vie­ren, ge­ben Sie netshw­lan sto­phosted­net­work ein.

In ei­ner Stu­die des Ver­bands der deut­schen Wirt­schaft e.V. wird deut­lich, wie Deutsch­land im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich hin­ter­her­hinkt: Auf 10 000 Ein­woh­ner kom­men gera­de ein­mal 1,87 Hots­pots.

§ 8 des Tele­me­di­en­ge­set­zes be­sagt ei­ne be­ding­te Haf­tungs­frei­stel­lung für Hots­pot-Be­trei­ber. Al­ler­dings müs­sen An­bie­ter „zu­mut­ba­re Maß­nah­men“er­grei­fen – wie bei­spiels­wei­se, das WLAN zu ver­schlüs­seln.

Mit der Ho­me­s­pot-Op­ti­on von Ka­bel Deutsch­land hat es der An­bie­ter hier­zu­lan­de zum größ­ten An­bie­ter von Hots­pots ge­schafft, das 750 000 Zu­gän­ge um­fasst. Auch Nicht­kun­den dür­fen 30 Mi­nu­ten täg­lich dar­über sur­fen.

Die App In­stab­ridge zeigt Ih­nen ver­füg­ba­re WLAN-Hots­pots in Ih­rer Nä­he. Doch beim The­ma Si­cher­heit und An­ony­mi­tät müs­sen die Ent­wick­ler nach­bes­sern.

Ein WLAN-Gast­zu­gang ist von Ih­rem Pri­vat­netz­werk ge­trennt und lässt sich oft um­fang­reich in der Nut­zung ein­schrän­ken. Dar­über hin­aus er­hal­ten Ih­re Gäs­te kei­nen Zu­gang zu Ih­ren Netz­werk­ge­rä­ten und Ih­ren Da­ten.

Der Gast­zu­gang in der Frit­zbox ist stan­dard­mä­ßig aufs Sur­fen und Mai­len be­schränkt und sperrt Sei­ten, die auf dem In­dex der Bun­des­prüf­stel­le für ju­gend­ge­fähr­den­de Me­di­en (BPjM) ste­hen.

Das WLAN für Gäs­te lässt sich auch nur für be­stimm­te Zei­t­räu­me ak­ti­vie­ren, um Ihr Da­ten­vo­lu­men zu scho­nen. Die wei­ßen Fel­der in der Ab­bil­dung oben kenn­zeich­nen die Zei­ten, wann das Gast-WLAN nicht er­reich­bar ist.

Im Frit­zbox-Me­nü las­sen sich auch ei­ge­ne Lis­ten an­le­gen, um be­stim­me Sei­ten wie il­le­ga­le Strea­m­ing-Por­ta­le zu sper­ren. Auch Di­ens­te wie FTP-Ser­ver oder Tor­rent-Ser­vices sind über die Frit­zbox sperr­bar.

Der Gast­zu­gang für äl­te­re Rou­ter: Die AP- oder Cli­ent-Iso­lie­rung sorgt da­für, dass WLAN-Ge­rä­te nicht un­ter­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren kön­nen. Mit Ka­bel ans Netz­werk an­ge­schlos­se­ne Ge­rä­te wie PCs sind al­ler­dings auf­find­bar.

Frei­ga­be: In den Ei­gen­schaf­ten der LAN-Ver­bin­dung le­gen Sie über Ha­ken fest, ob und wie an­de­re Teil­neh­mer Ihr In­ter­net nut­zen dür­fen.

In die­sem Schritt er­stel­len Sie in der Win­dows-Ein­ga­be­auf­for­de­rung den Hots­pot na­mens „Hots­pot01“mit dem Pass­wort „Pass­wort123“. Stan­dard­mä­ßig sind die­se Hots­pots mit der AES-Ver­schlüs­se­lung ge­si­chert.

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