Der gro­ße DSL-Speed­gui­de

Für wel­che Zwe­cke ei­ne ho­he Band­brei­te sinn­voll ist und für wel­che nicht nö­tig, le­sen Sie hier

PC-WELT - - Inhalt - VON DA­NI­EL BEH­RENS

DSL GIBT ES STEL­LEN­WEI­SE mit bis zu 100 MBit/s im Down­load und 40 MBit/s im Upload. Bei Ka­bel-In­ter­net­an­schlüs­sen sind so­gar bis zu 200 MBit/s (Down­load) und 12 MBit/s (Upload) drin. Und LTE wird mit Da­ten­ra­ten von 50 bis zu 300 MBit/s be­wor­ben. Aber für wel­che Di­ens­te be­zie­hungs­wei­se An­wen­dungs­zwe­cke be­nö­tigt man über­haupt wie viel Band­brei­te? Wel­che Qua­li­täts­ein­bu­ßen muss man zum Bei­spiel in Kauf neh­men, wenn man Vi­deo-Strea­m­ing-Di­ens­te über ei­ne lang­sa­me Lei­tung nutzt? Und wie ver­hält es sich, wenn meh­re­re An­wen­der sich ei­nen Zu­gang tei­len und ihn gleich­zei­tig nut­zen wol­len? Das klä­ren wir in die­sem Bei­trag. Au­ßer­dem ge­hen wir dar­auf ein, wel­che An­schluss­ar­ten über­haupt ei­ne ei­ni­ger­ma­ßen sta­bi­le Ge­schwin­dig­keit lie­fern und wie Ihr Heim­netz aus­ge­legt sein muss, um ho­he Ge­schwin­dig­kei­ten stem­men zu kön­nen. Na­tür­lich gibt es aber auch noch vie­le An­wen­der, die lie­ber et­was güns­ti­ger sur­fen möch­ten – und na­tür­lich je­ne, die kei­nen schnel­len An­schluss be­kom­men kön­nen. Ih­nen ver­ra­ten wir, für wel­che An­wen­dungs­zwe­cke ein lang­sa­mer In­ter­net­zu­gang aus­rei­chend ist.

Sur­fen, strea­men, up- und down­loa­den: So viel MBit/s sind nö­tig

Als Ers­tes klä­ren wir, wel­che In­ter­net­an­wen­dun­gen wie viel Band­brei­te be­nö­ti­gen. Nut­zen meh­re­re Leu­te gleich­zei­tig Ih­ren In­ter­net­zu­gang, ad­die­ren Sie die nach­fol­gen­den An­ga­ben ent­spre­chend dem ty­pi­schen Nut­zungs­ver­hal­ten in Ih­rem Haus­halt. Sur­fen im Web: Web­sei­ten wer­den ten­den­zi­ell im­mer vo­lu­mi­nö­ser. Im Be­wusst­sein, dass die Nut­zer im­mer „di­cke­re“Leis­tun­gen ha­ben, set­zen vie­le Be­trei­ber auf im­mer um­fang­rei­che­re vi­su­el­le Aus­stat­tung ih­rer Web­sites: Hoch­auf­lö­sen­de Fo­tos, in­ter­ak­ti­ve In­fo­gra­fi­ken und na­tür­lich zahl­rei­che ani­mier­te Wer­be­for­men. So kön­nen durch­aus 2 MB oder mehr pro Sei­ten­auf­ruf zu­stan­de kom­men. Mit ei­nem (lang­sa­men) DSL-An­schluss mit ei­ner Band­brei­te von 2 MBit/s las­sen sich rund 250 KB pro Se­kun­de über­tra­gen. Ei­ne Web­sei­te mit ei­nem Vo­lu­men von 2 MB wä­re al­so in 8 bis 10 Se­kun­den kom­plett ge­la­den. Das ist gera­de noch so ak­zep­ta­bel. Mit zehn­fa­cher Band­brei­te müss­te man ent­spre­chend nur rund ei­ne Se­kun­de war­ten. Theo­re­tisch zu­min­dest – denn Ihr Com­pu­ter, Ihr Smart­pho­ne oder Ihr Ta­blet muss die In­fos ja auch erst­mal ver­ar­bei­ten, al­so HTML-Qu­ell­text und Ja­vas­cripts in­ter­pre­tie­ren und die Sei­te zu­sam­men mit Bil­dern und al­len an­de­ren Ele­men­ten im Web­brow­ser dar­stel­len („ren­dern“). Das geht mit ak­tu­el­len Ge­rä­ten zwar eben­falls ra­send schnell, aber sel­ten in un­ter ei­ner Se­kun­de. Soll hei­ßen: Um in er­träg­li­cher Ge­schwin­dig­keit sur­fen zu kön­nen, reicht ein An­schluss mit 2 MBit/s noch ganz gut aus. Ide­al wä­ren um die 10 MBit/s. Ab 20 MBit/s kommt man dann be­reits an die Gren­ze des­sen, was ein Web­brow­ser auf ei­nem durch­schnitt­li­chen End­ge­rät in Echt­zeit be­rech­nen kann.

Soft­ware-Down­loads: Die meis­ten Tools, An­wen­dungs­pro­gram­me, Trei­ber, Up­dates & Co. sind deut­lich un­ter 500 MB groß. Aber selbst ein hal­bes Gi­ga­byte ist mit ei­nem 2-MBit-An­schluss in rund ei­ner hal­ben St­un­de ge­la­den und mit 20 MBit/s in drei bis vier Mi­nu­ten. Schnel­le­re In­ter­net­an­schlüs­se loh­nen sich für die­sen Ein­satz­zweck nur dann, wenn man es wirk­lich sehr ei­lig hat und kei­ne Mi­nu­te zu­viel war­ten möch­te. Spie­le-Down­loads: Die De­tail­treue bei Top­Spie­len wird im­mer spek­ta­ku­lä­rer. Da­mit stei­gen aber nicht nur die An­for­de­run­gen an Pro­zes­sor und Gra­fik­kar­te, son­dern auch der Da­ten­um­fang der Tex­tu­ren, al­so der gra­fi­sche Über­zug der dy­na­mi­schen Ob­jek­te der Spie­le­welt. Da­durch kann – wie beim ak­tu­el­len Action-Kra­cher Grand Theft Au­to V – schon mal ein Down­load-Pa­ket in der Grö­ße von 65 GB zu­stan­de kom­men. Und auch an­schlie­ßend nach­ge­reich­te Pat­ches und Up­dates lie­gen oft im Gi­ga­byte-Be­reich. 65 GB mit ei­nem 2-MBitAn­schluss la­den? Da­für muss man schon tie­fen­ent­spannt sein: Ziem­lich genau 72 St­un­den, al­so drei kom­plet­te Ta­ge wür­de der Down­load dau­ern. Selbst mit 20 MBit/s könn­ten Sie erst nach sie­ben bis acht St­un­den mit dem Spie­len be­gin­nen. Da lacht na­tür­lich der­je­ni­ge, der ei­nen An­schluss mit 100 oder gar 200 MBit/s hat, denn er muss nur rund 90 be­zie­hungs­wei­se 45 Mi­nu­ten war­ten. GTA V ist hier na­tür­lich ein Ex­trem­bei­spiel. The Wit­cher 3, ein eben­falls ak­tu­el­ler Top-Ti­tel mit feins­ter Gra­fik, kommt „nur“auf 35 GB, wä­re al­so in rund der Hälf­te der Zeit ge­la­den. Das ent­spricht bei 2 MBit/s aber im­mer noch ein­ein­halb Ta­gen. Für Hard­core-Ga­mer lohnt sich ein Zu­gang mit ho­her Band­brei­te al­so auf je­den Fall. Mu­sik-Strea­m­ing: Spo­ti­fy, Dee­zer & Co. boo­men wie nie zu­vor. Es scheint, als wür­de kaum noch je­mand Mu­sik­ti­tel kau­fen und her­un­ter­la­den. Statt­des­sen wird zum mo­nat­li­chen Pau­schal­preis ge­streamt, was das Zeug hält. Die gu­te Nach­richt: Die Mu­sik­über­tra­gung be­legt mit durch­schnitt­lich 128 KBit/s bis 192 KBit/s nur we­nig Band­brei­te und klappt so auch mit lang­sa­men In­ter­net­zu­gän­gen pro­blem­los. Vi­deo on De­mand: Im­mer mehr Vi­deo­the­ken ma­chen dicht, Vi­deo-on-De­mand-Di­ens­te ha­ben ih­nen den Rang ab­ge­lau­fen. Es ist ja auch viel be­que­mer, sich di­rekt am Fern­se­her ei­nen Film aus­zu­su­chen und ihn mit ei­nem Tas­ten­druck so­fort ab­zu­spie­len. Und wenn (bei et­was äl­te­ren Fil­men und Se­ri­en) au­ßer ei­ner mo­nat­li­chen Ge­bühr zwi­schen 4 und 10 Eu­ro kei­ne wei­te­ren Kos­ten ent­ste­hen, kön­nen klas­si­sche Vi­deo­the­ken ver­ständ­li­cher­wei­se auch preis­lich nicht mit­hal­ten. Die neu­en Kun­den­ma­gne- ten hei­ßen Ama­zon In­stant Vi­deo, Max­do­me, Net­flix, Wat­che­ver und na­tür­lich Youtu­be. Im Ge­gen­satz zum Mu­sik-Strea­m­ing be­nö­ti­gen Vi­deo­da­ten aber deut­lich mehr Band­brei­te – und je mehr da­von zur Ver­fü­gung steht, des­to bes­ser ist die Vi­deo­qua­li­tät. Die Di­ens­te funk­tio­nie­ren zwar prin­zi­pi­ell auch schon mit ei­nem 2-MBit-An­schluss. Al­ler­dings be­kom­men Sie dann nur SD-Qua­li­tät ge­bo­ten. Für Full-HD soll­ten es schon 6 MBit/s sein. Wer be­reits ei­nen 4K-/Ul­tra-HD-Fern­se­her im Wohn­zim­mer ste­hen hat, wird sich dar­über freu­en, dass Ama­zon, Net­flix und Youtu­be be­reits ei­ni­ge Ti­tel mit vier­fa­cher HD-Auf­lö­sung im An­ge­bot ha­ben. We­ni­ger er­freu­lich ist al­ler­dings der Band­brei­ten­be­darf: Sat­te 16 MBit/s sind zum Bei­spiel zur Wie­der­ga­be von 4K-Ma­te­ri­al von Ama­zon nö­tig. Und das trotz des neu­en, ef­fi­zi­en­te­ren Kom­pri­mie­rungs-Co­decs H.265/ HEVC. Uploads in die Cloud: Mit dem Trend zu Cloud-Spei­chern und so­zia­len Netz­wer­ken rückt die Upload-Ge­schwin­dig­keit im­mer mehr in den Vor­der­grund. Schließ­lich möch­te man nicht st­un­den­lang war­ten, bis die selbst auf­ge­nom­me­nen hoch­auf­lö­sen­den Fo­tos und Vi­de­os end­lich bei Drop­box, Face­book & Co. hoch­ge­la­den sind. Bei her­kömm­li­chem ADSL ist beim Upload aber im Durch­schnitt schon bei 1,5 MBit/s Schluss. Das be­deu­tet: Ei­ne Fo­to­samm­lung von 200 MB hoch­zu­la­den wür­de knapp 18 Mi­nu­ten dau­ern. Ein selbst­ge­dreh­tes, zehn­mi­nü­ti­ges HD-Vi­deo mit ei­ner an­ge­nom­me­nen Grö­ße von 1,5 GB wä­re erst nach über zwei St­un­den in der Cloud. Bei 10 MBit/s wä­ren die Fo­tos in knapp drei Mi­nu­ten und das Vi­deo in 20 Mi­nu­ten im Netz. Bei 40 MBit/s, dem ak­tu­el­len Ma­xi­mum bei Pri­vat­kun­den-Ta­ri­fen, müss­ten Sie auf den Upload der Fo­tos we­ni­ger als ei­ne Mi­nu­te und auf den des Vi­de­os gera­de ein­mal fünf Mi­nu­ten war­ten. (VPN-)Zu­griff aufs Heim­netz: Vie­le Rou­ter las­sen sich so ein­rich­ten, dass Sie von un­ter­wegs aus auf die Box selbst und auf das da­hin­ter lie­gen­de Netz­werk Zu­griff er­hal­ten, zum Bei­spiel auf ei­ne Netz­werk­fest­plat­te (NAS). Bei man­chen Rou­tern, dar­un­ter vie­le Fritz­bo­xMo­del­le, kön­nen Sie op­tio­nal zu­sätz­lich ei­nen ver­schlüs­sel­ten VPN-Zu­gang (vir­tu­el­les pri­va­tes Netz­werk) ein­rich­ten. Dann er­hält das End­ge­rät, mit dem Sie die Ver­bin­dung her­stel­len, ei­ne in­ter­ne IP-Adres­se der Frit­zbox zu­ge­wie­sen und hat da­mit die glei­chen Zu­griffs­mög­lich­kei­ten wie im WLAN zu Hau­se. Auf Wunsch kön­nen Sie auch den kom­plet­ten In­ter­net­ver­kehr des mo­bi­len Ge­räts über die ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dung um­lei­ten. Das ist ins­be­son­de­re bei öf­fent­li­chen Hots­pots sinn­voll. Ein drit­tes An­wen­dungs­bei­spiel ist ei­ne pri­va­te Cloud zu Hau­se, über die Sie Da­tei­en für an­de­re frei­ge­ben kön­nen, oh­ne sie vor­her auf ei­nen In­ter­net­ser­ver hoch­la­den zu müs­sen.

Al­le Zu­grif­fe, die von au­ßen ins Heim­netz ge­hen, ha­ben eins ge­mein­sam: Da­ten, die Sie aus oder über das Heim­netz an­for­dern, wer­den durch die Upload-Band­brei­te Ih­res In­ter­net­Zu­gangs aus­ge­bremst. Wenn die­se nur 1 MBit/s be­trägt, kön­nen Sie von un­ter­wegs aus auch nur mit 1 MBit/s Da­ten von zu Hau­se la­den. Die­ser Fla­schen­hals kommt ge­nau­so zum Tra­gen, wenn Sie über ei­ne VPN-Ver­bin­dung zwi­schen Mo­bil­ge­rät und hei­mi­schem Rou­ter im In­ter­net sur­fen wol­len. Für fast al­le der ge­nann­ten An­wen­dungs­sze­na­ri­en lohnt es sich al­so, in ei­ne hö­he­re Upload-Band­brei­te zu in­ves­tie­ren, so­fern das tech­nisch mög­lich ist.

Band­brei­ten- Check: So viel lie­fern DSL, VDSL, Ka­bel­an­schluss & Co.

Nun schau­en wir uns an, wel­che An­schluss­ty­pen mit wel­chen Ge­schwin­dig­keits­klas­sen auf dem deut­schen Markt für Pri­vat­kun­den ver­füg­bar sind. ADSL: Der klas­si­sche DSL-An­schluss bie­tet ei­ne theo­re­ti­sche Ge­schwin­dig­keit von 16 MBit/s im Down­load und 2 MBit/s im Upload. Aber nicht bei je­dem Kun­den kom­men auch die­se Ma­xi­mal­band­brei­ten an. Das liegt in der Re­gel dar­an, dass der Haupt­ver­tei­ler („Ver­mitt­lungs­stel­le“) mit der DSL-Ge­gen­stel­le („DSLAM“) meh­re­re Ki­lo­me­ter von Haus oder Woh­nung ent­fernt ist. Das Te­le­fon-Kup­fer­ka­bel, über das das DSL-Si­gnal über­tra­gen wird, ist näm­lich ver­gleichs­wei­se stö­rungs­an­fäl­lig, ins­be­son­de­re be­zo­gen auf die Län­ge. Da­her sind bei et­li­chen An­wen­dern nur 6 bis 10 MBit/s im Down­load und 256 bis 576 KBit/s im Upload drin sind. Und bei man­chen liegt die Da­ten­ra­te so­gar noch we­sent­lich nied­ri­ger. VDSL: Bei VDSL sind die Ge­gen­stel­len in der Re­gel in den Ka­bel­ver­zwei­gern un­ter­ge­bracht, die qua­si an je­der Stra­ßen­ecke ste­hen. Die Län­ge der Kup­fer­lei­tung zwi­schen Woh­nung und Ka­bel­ver­zwei­ger be­trägt nor­ma­ler­wei­se nur we­ni­ge hun­dert Me­ter. Über die­se ge­rin­ge Dis­tanz las­sen sich mit Hil­fe des VDSL2-Stan­dards Da­ten­ra­ten von 50 MBit/s im Down­load und 10 MBit/s im Upload er­rei­chen. Die vor Kur­zem ge­star­te­te Be­schleu­ni­gungs­tech­nik „Vec­to­ring“ver­schafft VDSL2-An­schlüs­sen ei­nen Tem­po­s­prung auf 100 MBit/s im Downund 40 MBit/s im Upload. Vom Ka­bel­ver­zwei­ger aus wer­den die Da­ten über ei­ne schnel­le Glas­fa­ser­lei­tung zum In­ter­net­kno­ten des An­bie­ters ge­schickt. Ganz so schnell, wie man jetzt viel­leicht den­ken könn­te, geht es mit dem wei­te­ren Aus­bau von VDSL und Vec­to­ring al­ler­dings nicht vor­an. Die meis­ten der 12 Mil­lio­nen VDSL-Al­t­an­schlüs­se macht die Te­le­kom aus tech­ni­schen und ver­trag­li­chen Grün­den wohl erst En­de 2016 fit für Vec­to­ring. Bei den VDSL-An­schlüs­sen, die seit En­de 2013 hin­zu­kom­men, wur­de be­zie­hungs­wei­se ist der Tur­bo im­mer­hin be­reits ge­zün­det. In­ter­net via TV-Ka­bel: TV-Ka­bel­an­schlüs­se ba­sie­ren auf or­dent­lich ab­ge­schirm­ten Ko­axi­al­ka­beln, über die sich rein tech­nisch ge­se­hen meh­re­re GBit/s an In­ter­net­da­ten so­wie Te­le­fon­ge­sprä­che par­al­lel zum TV-Si­gnal über­tra­gen las­sen. Die Län­ge der Lei­tung spielt hier für die Ge­schwin­dig­keit ei­ne we­sent­lich ge­rin­ge­re Rol­le als bei DSL. Ak­tu­ell be­we­gen sich die an­ge­bo­te­nen Ta­ri­fe bei der Ma­xi­mal­ge­schwin­dig­keit im Be­reich von 100 bis 200 MBit/s beim Down­load und bis zu 12 MBit/s beim Upload. In na­her Zu­kunft wer­den so­gar Down­load-Ge­schwin­dig­kei­ten von 400 MBit/s pro An­schluss mach­bar sein. Bei den UploadGe­schwin­dig­kei­ten hinkt das TV-Ka­bel al­ler­dings den Mög­lich­kei­ten von Vec­to­ring-VDSL deut­lich hin­ter­her. Die Ge­bie­te, in de­nen die ein­zel­nen Ka­bel­netz­be­trei­ber tä­tig sind, sind nach Bun­des­län­dern auf­ge­teilt. So ist Uni­ty­me­dia ( www.uni­ty­me­dia. de) für Ba­den-Würt­tem­berg, Nord­rhein-West­fa­len und Hes­sen zu­stän­dig. In den üb­ri­gen Bun­des­län­dern ist Ka­bel Deutsch­land ( www. ka­beldeutsch­land.de) tä­tig. Bun­des­land-über­grei­fend gibt es auch noch ei­ni­ge wei­te­re An­bie­ter wie Tele­co­lum­bus ( www.tele­co­lum­bus.de) und Pep­com (www. ca­ble­surf.de). Die Prei­se für Kom­plett­pa­ke­te mit In­ter­ne­tFlat­rate und kos­ten­lo­sen Te­le­fon­ge­sprä­chen ins deut­sche Fest­netz sind trotz hö­he­rer Ge­schwin­dig­keit meist nicht teu­rer als ver­gleich­ba­re DSL-Ta­ri­fe. Ein Ka­bel-TV-Ver­trag zum Fern­se­hen ist üb­ri­gens kei­ne Vor­aus­set­zung für In­ter­net und Te­le­fon via Ka­bel­an­schluss. Ein­zi­ges Hin­der­nis könn­te bei Miet­woh­nun­gen und/oder Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern der oder die Ei­gen­tü­mer sein. Denn die müs­sen zu­stim­men, dass der An­bie­ter ei­nen zu­sätz­li­chen Ver­stär­ker im Kel­ler mon­tie­ren und das Ka­bel­netz mo­der­ni­sie­ren darf, wenn es zu alt ist. UMTS & LTE: Schnel­les In­ter­net lässt sich na­tür­lich auch per Funk ins Wohn- und Ar­beits­zim­mer trans­por­tie­ren. Ge­meint ist hier der Mo­bil­funk, ge­nau­er ge­sagt die Da­ten­über­tra­gungs­stan­dards UMTS/HSPA und LTE. Funk­ver­sor­gung hat je­doch das Pro­blem, dass sich al­le Kun­den im Ein­zugs­be­reich ei­ner Ba­sis­sta­ti­on be­zie­hungs­wei­se ei­nes Funk­zel­len­seg­ments die ver­füg­ba­re Band­brei­te tei­len müs­sen. Sie wird au­ßer­dem da­durch be­grenzt, dass für je­des Über­tra­gungs­ver­fah­ren im­mer nur ei­ne ge­wis­se An­zahl an Fre­quen­zen ver­füg­bar ist. Da­für ent­fällt die kos­ten­in­ten­si­ve Er­schlie­ßung je­der ein­zel­nen Woh­nung. Per UMTS be­zie­hungs­wei­se des­sen Be­schleu­ni­gungs­tech­nik HSPA sind Down­load-Ra­ten von 42 MBit/s und Uploads mit ma­xi­mal 5,76 MBit/s mög­lich. Die­se Wer­te sind je­doch rein theo­re­ti­scher Na­tur. Denn da die UMTS-Mo­bil­funk­net­ze durch die star­ke Ver­brei­tung von Smart­pho­nes stark aus­ge­las­tet be­zie­hungs­wei­se stel­len­wei­se schon über­las­tet sind, er­reicht man die Ma­xi­mal­wer­te prak­tisch nie. Rea­lis­tisch sind eher ma­xi­mal 5 bis 6 MBit/s im Down- und 1 bis 2 MBit/s im Upload. Das zei­gen auch die Er­geb­nis­se des PC-WELT Netz­mo­ni­tors ( www.pcwelt.de/netz­mo­ni­tor), die auf Mes­sun­gen von Nut­zern der gleich­na­mi­gen App ba­sie­ren ( http://get.4gmark.net). Deut­lich mehr Ge­schwin­dig­keit lie­fert der UMTS-Nach­fol­ger LTE (Long Term Evo­lu­ti­on). Er wird in länd­li­chen Ge­bie­ten zur sta­tio­nä­ren

Nut­zung als DSL-Er­satz ver­mark­tet und in den Städ­ten als Tur­bo­zu­gang für mo­bi­le Nut­zer. Bei LTE be­trägt die ma­xi­ma­le theo­re­ti­sche Ge­schwin­dig­keit, die der­zeit in Deutsch­land an­ge­bo­ten wird, 300 MBit/s im Down­load und 150 MBit/s im Upload. Tech­nisch ge­se­hen wer­den mit­tel­fris­tig so­gar 1000 MBit/s drin sein. Wo­bei die Stei­ge­rung der ma­xi­ma­len Band­brei­te we­ni­ger dem Zweck dient, ei­nem ein­zel­nen Nut­zer ei­nen Tem­po­rausch zu be­sche­ren, son­dern eher al­len Nut­zern pro­por­tio­nal ein biss­chen mehr Ge­schwin­dig­keit zu bie­ten. Denn dort, wo LTE ge­nutzt wird, weil es kein DSL gibt, sind die Funk­net­ze ak­tu­ell oft­mals schon über­las­tet, vor al­lem abends. Da­mit die Si­tua­ti­on nicht noch wei­ter es­ka­liert, sind bei Mo­bil­funk-Da­ten­ta­ri­fen Dros­se­lungs­klau­seln fest­ge­schrie­ben: Wer ein be­stimm­tes Kon­tin­gent an Trans­fer­vo­lu­men über­schrei­tet, wird für den Rest des Mo­nats aus­ge­bremst. Bei LTE-Ta­ri­fen, die als DSL-Er­satz ver­mark­tet wer­den, liegt die ge­dros­sel­te Ge­schwin­dig­keit üb­li­cher­wei­se bei 384 Kbit/s. Da­mit kann man gera­de noch mit et­was Ge­duld im Web sur­fen und Vi­de­os in nied­ri­ger Auf­lö­sung an­schau­en. Ei­ne Aus­nah­me hier­von bie­tet das neue An­ge­bot „Hy­brid“der Te­le­kom, das DSL-An­schluss und (un­ge­dros­sel­ten) LTE-Zu­gang kom­bi­niert (-> Kas­ten un­ten). Her­kömm­li­che Mo­bil­funk-Da­ten­ta­ri­fe wer­den nach Ver­brauch des In­klu­siv­vo­lu­mens in der Re­gel auf 64 KBit/s ge­dros­selt. Sie tau­gen dann al­len­falls noch Chat­ten, zum lang­sa­men Sur­fen auf schlan­ken mo­bi­len Web­sites und zum Ver­sand und Emp­fang von E-Mails oh­ne gro­ße An­hän­ge. Im­mer­hin lässt sich bei im­mer mehr Ta­ri­fen die Dros­se­lung ge­gen ei­ne Zu­satz­ge­bühr vor­über­ge­hend auf­he­ben. Glas­fa­ser: Ei­ne wirk­lich zu­kunfts­si­che­re Lö­sung, die Band­brei­ten im Gi­ga­byte-Be­reich lie­fert, wä­re ei­ne Glas­fa­ser­lei­tung bis in je­de Woh­nung oder zu­min­dest bis in je­des Haus. Die In­ves­ti­ti­ons­kos­ten da­für sind aber so ex­trem hoch, dass kein An­bie­ter den bun­des­wei- ten Aus­bau in An­griff nimmt. Ab­ge­se­hen von ei­ni­gen Pi­lot­pro­jek­ten und lo­ka­len Pro­vi­dern in Groß­städ­ten wie Köln und München ist Deutsch­land in punc­to Glas­fa­ser bis in die Woh­nung (FTTH) und selbst bei Glas­fa­ser bis ins Haus (FTTB) Ent­wick­lungs­land.

Rou­ter & Co. auf­rüs­ten: So packt Ihr Heim­netz 100 MBit/s und mehr

Der schnells­te In­ter­net­zu­gang nützt we­nig, wenn das Heim­netz das Tem­po li­mi­tiert. Al­te WLAN-Rou­ter brem­sen DSL aus: Als Fla­schen­hals kann sich in ers­ter Li­nie das WLAN er­wei­sen. Und zwar dann, wenn es noch nach dem al­ten bg-Stan­dard funk­tio­niert. Theo­re­tisch sieht er zwar bis zu 54 MBit/s vor, aber die prak­tisch zu er­rei­chen­de Da­ten­ra­te liegt eher bei 20 MBit/s, in dicht be­sie­del­ten Ge­bie­ten auch deut­lich dar­un­ter. Min­dest­an­for­de­rung „n“-Stan­dard: Et­was bes­ser sieht es beim n-Stan­dard aus, bei dem sich ab­hän­gig von den ver­wen­de­ten Ge­rä­ten bis zu vier Da­ten­strö­me mit je­weils 150 MBit/s brut­to bün­deln las­sen. Üb­lich sind Rou­ter, die zwei (300 MBit/s) oder drei (450 MBit/s) Da­ten­strö­me kom­bi­nie­ren. Pro Da­ten­strom kann man im 2,4-GHz-Fre­quenz­band je nach Stö­rungs­ein­flüs­sen durch be­nach­bar­te Funk­netz­wer­ke mit Net­to­da­ten­ra­ten zwi­schen 30 und 40 MBit/s rech­nen. Wem es auf ho­hen Da­ten­durch­satz an­kommt, soll­te dar­auf ach­ten, dass Rou­ter und End­ge­rä­te ne­ben dem 2,4-GHzBand auch den 5-GHz-Fre­quenz­be­reich un­ter­stüt­zen, das we­ni­ger stark aus­ge­las­tet ist und mehr Funk­ka­nä­le bie­tet. Der Rou­ter soll­te im Ide­al­fall bei­de Fre­quenz­be­rei­che si­mul­tan un­ter­stüt­zen („Du­al Band“), da­mit äl­te­re WLANGe­rä­te, die nur 2,4 GHz un­ter­stüt­zen, nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Am bes­ten gleich „ac“-WLAN: Wenn Sie oh­ne­hin vor ei­ner Neu­an­schaf­fung ste­hen, soll­ten Sie am bes­ten gleich zu ei­nem Rou­ter grei­fen, der den neue­ren ac-Stan­dard un­ter­stützt. Denn die­se bie­ten stan­dard­mä­ßig 5 GHz so­wie in der Re­gel si­mul­tan 2,4 GHz und sind ab­wärts­kom­pa­ti­bel zum bg- und n-Stan­dard. Wenn Sie den Rou­ter mit ei­nem In­ter­net­zu­gang ver­bin­den, der mehr als 100 MBit/s lie­fert, soll­ten Sie au­ßer­dem dar­auf ach­ten, dass die Netz­werk­buch­sen nicht nur mit „Fast Et­her­net“(100 MBit/s), son­dern auch mit „Gi­ga­bit Et­her­net“(1 GBit/s) zu­recht­kom­men. Die Netz­werk­ka­bel müs­sen für Gi­ga­bit-Ge­schwin­dig­keit min­des­tens nach „Cat5“oder „Ca­t5e“spe­zi­fi­ziert sein. Ein Auf­druck auf dem Ka­bel weist dar­auf hin. Von der Rou­ter­auf­rüs­tung ha­ben Sie üb­ri­gens nicht nur dann et­was, wenn Sie ei­nen schnel­len In­ter­net­zu­gang be­sit­zen. Ganz ne­ben­bei pro­fi­tie­ren auch die Ge­rä­te im Heim­netz un­ter­ein­an­der von der hö­he­ren Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit.

Vi­deo-Strea­m­ing zum Pau­schal­preis ist im Trend: Je hö­her die Band­brei­te Ih­res In­ter­net­an­schlus­ses, des­to hö­her ist auch die Vi­deo­qua­li­tät, zum Teil bis hin zu Ul­tra-HD/4K. Bei ei­nem 2-MBit-An­schluss gibt’s nur SD-Qua­li­tät.

Grand Theft Au­to V: Die Gra­fik­pracht, mit der das Action-Spiel auf­war­tet, ist ei­ne Her­aus­for­de­rung für Ih­ren In­ter­net­zu­gang, denn Sie müs­sen über 65 GB an Da­ten her­un­ter­la­den.

So funk­tio­niert VDSL: Die DSL-Ge­gen­stel­len wan­dern von der Ver­mitt­lungs­stel­le in den Ka­bel­ver­zwei­ger. Da­durch ver­rin­gert sich der Lei­tungs­weg der stör­an­fäl­li­gen Kup­fer-Te­le­fon­lei­tung, was hö­he­re Band­brei­ten er­mög­licht.

Heim­netz mit „ac“-WLAN auf­rüs­ten: Be­reits für un­ter 100 Eu­ro er­hal­ten Sie ei­nen Rou­ter mit schnel­lem WLAN-ac-Stan­dard, den Sie als Ac­cess Po­int kon­fi­gu­rie­ren und an Ih­ren „Zwangs­rou­ter“an­schlie­ßen kön­nen.

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