Droh­nen & Mul­ti­c­op­ter

Al­les zu den ak­tu­el­len Mo­del­len, zu Ein­satz­zwe­cken, Steue­rung und recht­li­chen Hin­ter­grün­den

PC-WELT - - Inhalt - VON DEN­NIS STEIMELS

DROH­NEN und Mul­ti­c­op­ter sind klei­ne, via Fern­be­die­nung, Smart­pho­ne oder Ta­blet fern­ge­steu­er­te Flug­ge­rä­te. Wäh­rend ihr Ur­sprung beim Mi­li­tär zu su­chen ist, sind sie mitt­ler­wei­le für Pri­vat­leu­te und Fir­men in­ter­es­sant – na­tür­lich in ei­nem deut­lich klei­ne­ren Maß­stab. Der Grund ist sim­pel, denn die Mul­ti­c­op­ter sind viel­sei­tig ein­setz­bar: So über­wa­chen sie Fir­men­ge­län­de, ent­de­cken Bau­feh­ler an Ge­bäu­den und er­set­zen teu­re He­li­ko­pter­flü­ge in Film­pro­duk­tio­nen. Au­ßer­dem macht das Flie­gen ein­fach Spaß – vor al­lem durch die ein­fa­che Steue­rung per Smart­pho­ne und Ta­blet.

Mul­ti­c­op­ter für Ein­stei­ger und Pro­fis

Ein­stei­ger: Im Hob­by-Be­reich sind vor al­lem die Qua­dro­c­op­ter ge­fragt, al­so Droh­nen mit vier Ro­to­ren. In der Mit­te sitzt ei­ne Art Pi­lo­ten­kap­sel, in der der Ak­ku so­wie die aus­ge­feil­te Tech­nik wie ver­schie­de­ne Sen­so­ren und An­ten­nen sit­zen – wo­bei die­se in den teu­re­ren Ge­rä­ten deut­lich leis­tungs­stär­ker sind als in den güns­ti­gen Va­ri­an­ten. Ein­fa­che Flug­mo­del­le gibt es be­reits zwi­schen 30 und 70 Eu­ro zu kau­fen. Sie sind et­wa so groß wie ein Hand­tel­ler und wie­gen un­ter 100 Gramm. Hier geht es ein­fach um den Spaß am Flie­gen. Die Ge­rä­te be­we­gen sich nach al­len Sei­ten. Man­che Mo­del­le be­herr­schen Lo­o­pings. Sie sind sehr wen­dig und teil­wei­se mit LEDs aus­ge­stat­tet, da­mit sie bei schlech­ten Sicht­ver­hält­nis­sen er­kenn­bar blei­ben. Ih­re Ak­kus rei­chen für et­wa sie­ben bis neun Mi­nu­ten Flug­zeit. Her­stel­ler sol­cher Droh­nen sind bei­spiels­wei­se ACME, Hubsan und JJRC. Luft­auf­nah­men: Droh­nen mit in­te­grier­ten Ka­me­ras sind die nächs­te Stu­fe des Flug­ge­nus­ses – vor al­lem ein Fea­tu­re für Fo­to­gra­fen und Vi­deo­fil­mer für be­son­ders tol­le Luft­auf­nah­men. Selbst vie­le der Ein­stiegs­va­ri­an­ten im Mi­ni­for­mat neh­men die Ge­gend aus der Luft auf – oder auch ei­ne Cam ist zu­min­dest nach­rüst­bar. Die Bil­der las­sen sich auf ei­ner Spei­cher­kar­te ab­le­gen und nach dem Flug am Rech­ner an­se­hen und be­ar­bei­ten. Sol­che Mo­del­le sind ab 100 Eu­ro zu ha­ben und neh­men Vi­de­os bis HD-Qua­li­tät bei 30 Bil­dern pro Se­kun­de auf. Wer hoch­auf­lö­sen­de Vi­de­os in Full-HD möch­te, muss dem­ent­spre­chend tie­fer in die Ta­sche grei­fen – so wer­den schnell mal 500 Eu­ro fäl­lig. Vor al­lem Par­rot hat sich in die­sem Seg­ment ei­nen Na­men ge­macht. Das ak­tu­el­le Mo­dell „Be­bop Dro­ne“be­sitzt hoch­wer­ti­ge Sen­so­ren so­wie ei­ne Full-HD-Cam. Au­ßer­dem lässt sie sich via Smart­pho­ne oder Ta­blet steu­ern, auf das sie in Echt­zeit das auf­ge­nom­me­ne Bild über­trägt – und na­tür­lich

„Oh­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung und Luf­t­raum­kennt­nis he­ben Sie bes­ser nicht ab – sonst droht Är­ger!“

auch auf­nimmt und spei­chert. Mit dem Cop­terMo­dell DJI Phan­tom 3 Pro­fes­sio­nal sind so­gar 4K-Vi­deo­auf­nah­men mit 30 Bil­dern pro Se­kun­de mög­lich. Au­ßer­dem bringt er sämt­li­che Sen­so­ren für ein ru­ckel­frei­es Bild mit, was den Preis ent­spre­chend nach oben treibt. So kos­tet die Pro­fes­sio­nal-Ver­si­on rund 1400 Eu­ro in der An­schaf­fung; da­für be­kom­men Sie al­ler­dings auch ein Pro­fi-Ge­rät. Ac­tion­cam-Ein­satz: Reicht Ih­nen die Qua­li­tät der ein­ge­bau­ten Ka­me­ra nicht aus, be­nö­ti­gen Sie ei­nen Mul­ti­c­op­ter oh­ne Ka­me­ra – wie et­wa Mo­del­le aus der Phan­tom-Rei­he von DJI. Die Droh­nen brin­gen ei­ne Auf­hän­gung mit, in die sich hoch­wer­ti­ge Action-Cams wie die Gopro ein­set­zen las­sen. Die Ka­me­ra be­fin­det sich un­ter­halb der Droh­ne. Zwei Bü­gel sor­gen da­für, dass die Ka­me­ra bei der Lan­dung nicht zu Scha­den kommt. Wie die an­de­ren Droh­nen auch sind die Phan­tom-Mo­del­le fer­tig zu­sam­men­ge­baut. Sie las­sen sich über ei­ne Fern­be­die­nung steu­ern und strea­men die Bil­der auf das Mo­bil­ge­rät. First Per­son View: Stark im Kom­men und eher für Pro­fis in­ter­es­sant ist der First Per­son View (FPV). Da­bei über­trägt die Ka­me­ra, die an der Droh­ne hängt, das Bild in Echt­zeit auf ein pas­sen­des End­ge­rät wie ein Smart­pho­ne oder Ta­blet – so ma­chen es bei­spiels­wei­se ak­tu­el­le Mo­del­le von Par­rot und DJI. Noch in­ter­es­san­ter ist al­ler­dings der Ein­satz ei­ner VR-Bril­le, die Sie als Pi­lot tra­gen. Da­bei über­trägt et­wa die DJI Phan­tom 3 ihr Bild so­gar in HD-Auf­lö­sung, vor­her war ma­xi­mal SD mög­lich, bis zu ei­ner Ent­fer­nung von rund 1,6 Ki­lo­me­tern bei gleich­blei­bend nied­ri­ger La­tenz – laut Her­stel­ler. Den First Per­son View be­herr­schen al­ler­dings nur hoch­prei­si­gen Ge­rä­te, güns­ti­ge Mo­del­le be­schrän­ken sich oft auf das rei­ne Flie­gen.

Droh­nen­steue­rung per Smart­pho­ne

Ne­ben ei­ner klas­si­schen Fun­kfern­be­die­nung las­sen sich vie­le Flug­kör­per auch per WLAN vom Smart­pho­ne oder Ta­blet-PC aus kon­trol­lie­ren. Zum Steu­ern nei­gen Sie das Mo­bil­ge­rät in die ent­spre­chen­de Rich­tung. Die Droh­ne ko­piert die Be­we­gung. Po­pu­lä­re Frei­zeit­ge­rä­te mit WLAN-Steue­rung sind bei­spiels­wei­se die AR Dro­nes von Par­rot. Zur Steue­rung die­nen die kos­ten­lo­sen Apps AR.Free­Flight und Free­Flight (Down­load un­ter www.pcwelt.de/k_UzBj und www.pcwelt.de/5RZj24). Die Kon­trol­le per App ist ein­fach. Per Fin­ger­tipp star­ten Sie die Droh­ne. Da­nach steht sie qua­si selbst­stän­dig in der Luft. Das Jus­tie­ren der Ro­ta­ti­ons­stär­ke und Aus­ba­lan­cie­ren der Droh­ne pas­sie­ren au­to­ma­tisch. Die ein­fa­che Steue­rung er­leich­tert Flug­ma­nö­ver wie Lo­o­pings.

Aus­blick: Nutz­droh­nen für die Zu­kunft

Ab­ge­se­hen vom Hob­by­flie­gen er­re­gen die un­be­mann­ten Flugobjekte Auf­se­hen durch ganz neue Ein­satz­mög­lich­kei­ten. An die Droh­ne als Pa­ket­lie­fe­rant glau­ben der­zeit Ama­zon, die Deut­sche Post DHL und UPS. Sie for­schen ver­stärkt an der Pa­ket­aus­lie­fe­rung durch un­be­mann­te Flugobjekte. Auf die­se Wei­se sol­len ent­le­ge­ne Ge­gen­den er­schlos­sen wer­den oder ei­li­ge Pro­duk­te wie Arz­nei­en schnell zum Kun­den ge­lan­gen.

Seit März 2015 darf Ama­zon of­fi­zi­ell Droh­nen in den USA tes­ten, dem hat die US-ame­ri­ka­ni­sche Bun­des­luft­fahrt­be­hör­de FAA zu­ge­stimmt. Die Test­pha­se ist aber an Be­din­gun­gen ge­knüpft: So darf die Droh­ne ma­xi­mal rund 120 Me­ter hoch flie­gen und nicht schnel­ler als et­wa 160 km/h un­ter­wegs sein. Zu­dem muss sie sich stän­dig im Sicht­feld des Pi­lo­ten be­fin­den. Der Di­enst soll Ama­zon Pri­me Air hei­ßen und im Ide­al­fall das Pa­ket 30 Mi­nu­ten nach der Be­stel­lung beim Kun­den ab­set­zen. Zum Ein­satz kom­men sol­len Oc­to­c­op­ter mit acht Pro­pel­lern und der­zeit et­wa 16 Ki­lo­me­tern Ak­ti­ons­ra­di­us. Wann der Di­enst star­tet, ist je­doch noch nicht be­kannt – das könn­te selbst in den USA noch ei­ni­ge Jah­re dau­ern. Auch die Deut­sche Post DHL un­ter­hält ein For­schungs­pro­jekt zum The­ma Droh­nen. Der Pa­ket­kop­ter ge­hört zu den ers­ten Er­geb­nis­sen. Auch DHL tes­tet flei­ßig: So gibt es bei­spiels­wei­se Trans­port­flü­ge im Rah- men ei­ner Eil- und Not­fall­ver­sor­gung vom Fest­land auf die Nord­see­insel Juist. Ei­ne Mi­schung aus Sa­tel­lit und Droh­ne ist der Stra­to­bus, der un­ter der Fe­der­füh­rung fran­zö­si­scher Un­ter­neh­men ent­wi­ckelt wird. Das Flug­ob­jekt soll in ei­ner Hö­he von et­wa 20 Ki­lo­me­tern in der Stra­to­sphä­re die Er­de um­run­den und da­bei Über­wa­chungs­funk­tio­nen et­wa von Staats­gren­zen aus­füh­ren. Gleich­zei­tig könn­te er GPS-Net­z­eng­päs­se in Stoß­zei­ten über­brü­cken. Der Stra­to­bus soll 70 bis 100 Me­ter lang und 20 bis 30 Me­ter breit sein. Er er­zeugt sei­ne Ener­gie aus So­lar­zel­len und ist dar­auf aus­ge­legt, fünf Jah­re in Be­trieb zu blei­ben. Bis zum ers­ten Ein­satz sol­len noch vier bis fünf Jah­re ver­ge­hen. Auch Goog­le und Face­book in­ter­es­sie­ren sich für un­be­mann­te Droh­nen. Sie wol­len da­mit das In­ter­net in ent­le­ge­ne Ge­bie­te brin­gen, für die ein Netz­aus­bau über Land zu teu­er wä­re. Im Früh­jahr 2014 ge­lang Goog­le da­bei ein Über­nah­me­coup: Das Un­ter­neh­men kauf­te Ti­tan Ae­ro­s­pace, ei­nen Droh­nen­her­stel­ler aus New Me­xi­co, an dem auch Face­book in­ter­es­siert war. Die Droh­nen die­ses Un­ter­neh­mens sind so groß wie ei­ne Bo­ing 767 und so­lar­be­trie­ben. Sie sol­len fünf Jah­re in ei­ner Hö­he von 19 Ki­lo­me­tern un­ter­wegs sein und ei­ne Flü­gel­spann­wei­te von 50 Me­tern ha­ben. Face­book wie­der­um hat sich den bri­ti­schen Droh­nen­ent­wick­ler As­cen­ta ein­ver­leibt, der auch an Droh­nen mit So­lar­be­trieb ar­bei­tet. Beim Netz­auf­bau über Flugobjekte sind die bei­den Un­ter­neh­men Kon­kur­ren­ten, die ei­ne je­weils ei­ge­ne In­fra­struk­tur auf­bau­en wol­len. Bis hier et­was Greif­ba­res her­aus­kommt, ge­hen si­cher noch ei­ni­ge Jah­re ins Land. Miet­droh­nen: Droh­nen zum Mie­ten sind der­zeit noch ein Pro­jekt, das un­ter der Be­zeich­nung „Go­for“läuft. Die Ma­cher stel­len sich vor, dass für je­de Ge­le­gen­heit ein Flug­ob­jekt zur Ver­fü­gung steht. Sci­ence Fic­tion? Viel­leicht wol­len Sie nur schnell wis­sen, ob der Strand voll ist, oder Sie be­nö­ti­gen Be­glei­tung in ei­nem dun­k­len Teil der Stadt? Dann ru­fen Sie künf­tig per Smart­pho­ne ei­ne Droh­ne. Skep­ti­ker se­hen schon je­de Men­ge Flugobjekte in der Luft her­um­schwir­ren. Fra­gen nach Ge­neh­mi­gung und Si­cher­heit sind der­zeit noch un­ge­löst. Auch ist ein ge­mein­sa­mes User­In­ter­face noch nicht ge­fun­den, das je­der Kun­de gleich gut be­die­nen kann. Geht die Ent­wick­lung je­doch so ra­sant wei­ter, wird es wohl nicht mehr lan­ge dau­ern, bis wir Droh­nen als flie­gen­de Di­enst­leis­ter ru­fen.

Selbst­flie­gen­de Mul­ti­c­op­ter & Sel­fie-Droh­nen

Droh­nen und Mul­ti­c­op­ter müs­sen längst nicht mehr ak­tiv ge­steu­ert wer­den: Mitt­ler­wei­le flie­gen die klei­nen Flugobjekte dank aus­ge­feil­ter Ka­me­ra­tech­nik so­gar völ­lig selbst­stän­dig. In­tel prä­sen­tier­te da­zu bei­spiels­wei­se den Hex­a­c­op­ter Fi­re­fly mit über 6 Re­alsen­se-Ka­me­ras. Her­ge­stellt wird er von der deut­schen Fir­ma Asc­tec. In Echt­zeit ana­ly­siert die Droh­ne die Da­ten der Ka­me­ra­auf­nah­men, um et­wa auf Ob­jek­te und Hin­der­nis­se zu re­agie­ren. In­tel zeig­te zur CES 2015 ein Vi­deo, in dem die Droh­ne au­to­nom durch ei­nen Wald fliegt und den Bäu­men aus­weicht. Dank der Re­alsen­se-Tech­nik könn­te sie so­gar in ge­schlos­se­nen Räu­men selbst­stän­dig flie­gen. Die­se Tech­nik wür­de sich her­vor­ra­gend für den nach­fol­gen­den Ein­satz eig­nen, in dem Droh­nen für Sel­fie-Auf­nah­men ein­ge­setzt wer­den. Bis­lang brau­chen Sie hier­für ei­nen frei­en Luf­t­raum, sonst wür­de die Droh­ne nicht lan­ge in der Luft blei­ben.

Sel­fie-Droh­nen sind so­zu­sa­gen klas­si­sche Mul­ti­c­op­ter, die al­ler­dings nicht ak­tiv von ei­nem Men­schen ge­steu­ert wer­den, son­dern selbst­stän­dig flie­gen und da­bei die Ka­me­ra stän­dig auf ei­ne be­stimm­te Per­son rich­ten. Air­dog bie­tet mit dem gleich­na­mi­gen SelfieCopter ei­ne Droh­ne an, bei der sich die Luft­po­si­ti­on zum Emp­fän­ger , in der sie dem Ob­jekt folgt, genau ein­stel­len lässt. Be­son­ders in­ter­es­sant sind et­wa Action-Auf­nah­men von Rad­tou­ren in der Land­schaft oder Wüs­ten­aus­rit­ten mit ei­nem Quad. Die Droh­ne rich­tet die Ka­me­ra stets auf das ent­spre­chen­de Ob­jekt und ver­folgt die­ses. Die Air­dog-Droh­ne kos­tet der­zeit in der Vor­be­stel­lung 1295 US-Dol­lar. Nicht als Droh­ne, aber als flie­gen­de Ka­me­ra ver­steht sich die Li­ly­ca­me­ra, denn sie kann nicht ak­tiv ge­steu­ert wer­den. Sie wer­fen die klei­ne „Droh­ne“ein­fach in die Luft, die dann selbst­stän­dig an­fängt zu flie­gen und da­bei ih­re 12-Me­ga­pi­xel-Ka­me­ra auf Sie rich­tet. Vi­de­os nimmt sie in Full-HD auf. Der­zeit für Vor­be­stel­ler re­du­ziert kos­tet die flie­gen­de Ka­me­ra 499 statt 999 US-Dol­lar.

Die recht­li­che Sei­te des Droh­nen-Ein­sat­zes

Cop­ter be­zie­hungs­wei­se Droh­nen un­ter­lie­gen wie al­le Luft­fahr­zeu­ge dem Luft­recht, das un­ter § 1 Abs. 2 im Luft­ver­kehrs­ge­setz (Luf­tVG) ver­an­kert ist. Grund­sätz­lich un­ter­schei­det der Ge­setz­ge­ber zwi­schen pri­va­ter und kom­mer­zi­el­ler Nut­zung. Wer sich pri­vat ei­nen Quad­c­op­ter bis fünf Ki­lo Ge­wicht kauft, braucht kei­ne Auf­stiegs­ge­neh­mi­gung. An­ders sieht es je­doch mit He­xa- oder Oc­to­c­op­tern aus, die oft ein Ge­wicht von über fünf Ki­lo­gramm er­rei­chen. Für sie ist ei­ne Auf­stiegs­er­laub­nis er­for­der­lich, die Sie bei der Luft­fahrt­be­hör­de des je­wei­li­gen Bun­des­lan­des be­an­tra­gen. Und Sie be­nö­ti­gen ei­ne ge­son­der­te, auf die­ses Ge­rät er­wei­ter­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung, die durch die Droh­ne ent­stan­de­ne Schä­den ab­deckt: Mehr da­zu un­ter „Haft­pflicht für Ih­re Droh­ne“. Kom­mer­zi­el­le Droh­nen-Flü­ge un­ter­lie­gen der Luft­ver­kehrs­ord­nung und brau­chen im­mer ei­ne kos­ten­pflich­ti­ge Er­laub­nis von der je­wei­li­gen Be­zirks­re­gie­rung. In bei­den Fäl­len müs­sen Sie den Mul­ti­c­op­ter wäh­rend des Flugs im­mer im Blick ha­ben, und er darf sich nur im da­für vor­ge­se­he­nen Luf­t­raum be­we­gen. In Deutsch­land ist dies meist der un­kon­trol­lier­te Luf­t­raum G. Sie müs­sen da­bei bei­spiels­wei­se min­des­tens 1,5 km vom nächs­ten Flug­ha­fen ent­fernt sein, da­zu zäh­len üb­ri­gens auch klei­ne­re Flug­plät­ze für Se­gel­flie­ger. Ge­ne­rell dür­fen Sie auch nicht in der Nä­he von Wohn­ge­bie­ten, über Men­schen­men­gen, Stra­ßen und Au­to­bah­nen flie­gen. In man­chen Fäl­len sind je­doch Aus­nah­men mit Spe­zi­al­ge­neh­mi­gung er­laubt. Der Cop­ter darf au­ßer­dem ei­ne Flug­hö­he von 100 Me­tern nicht über­schrei­ten, selbst auf dem ei­ge­nen Grund­stück (pri­va­ter Luf­t­raum). Auf der bei­li­gen­den Heft-DVD fin­den Sie die recht­li­che Grund­la­ge so­wie kon­kre­te De­tails zu ein­zel­nen Mo­del­len auch als Vi­deo.

Haft­pflicht für Ih­re Droh­ne

Ei­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung für den Be­trieb ei­nes Flug­ge­rä­tes ist in Deutsch­land ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben. Un­ab­hän­gig da­von, ob man die Droh­ne ge­werb­lich oder rein pri­vat nutzt. Die Pri­vat-Haft­pflicht deckt dies oft nicht ab. Da­her ist der Ab­schluss ei­ner Zu­satz­ver­si­che­rung für Mo­dell­flie­ger und Mul­ti­c­op­ter nö­tig. Wer­den Sie Mit­glied des DMFV (Deut­scher Mo­dell­flie­ger Ver­band – www.dmfv.ae­ro), ist im Ba­sis­pa­ket ei­ne Haft­pflicht-Ver­si­che­rung in­klu­si­ve. Der Jah­res­bei­trag be­trägt für Er­wach­se­ne 42 Eu­ro, die Ver­si­che­rung deckt da­bei Schä­den in ei­ner Ge­samt­hö­he von 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro ab. Der Ta­rif rich­tet sich vor al­lem an pri­va­te Per­so­nen. Für den kom­mer­zi­el­len Ein­satz müs­sen Sie ei­ne Zu­satz­ver­si­che­rung ab­schlie­ßen, die ex­tra kos­tet. Au­ßer­dem sind nur leich­te Droh­nen und kei­ne Vi­deo-Flü­ge ver­si­chert. Auch das Droh­nen­flie­ger-Netz­werk (DFN – www.droh­nen­flie­ger.de) hat ei­ne Ver­si­che­rung im An­ge­bot. Sie um­fasst ne­ben dem ge­werb­li­chen Ein­satz auch al­le Schä­den im Frei­zeit und Hob­by­be­reich, in­klu­si­ve Fo­to- und Vi­de­oflü­ge, Teil­nah­me an Wett­be­wer­ben und öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen. Die Deck­sum­me be­trägt da­bei 5 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Bei­trag be­trägt bei jähr­li­cher Zahl­wei­se nur 225,00 Eu­ro zzgl. Ver­si­che­rungs­steu­er. DFN-Part­ner zah­len da­ge­gen nur 157,50 Eu­ro.

Der Phan­tom 3 Pro­fes­sio­nal von DJI ge­hört zu den ers­ten Mul­ti­c­op­tern, die Vi­de­os in 4K auf­neh­men – der An­schaf­fungs­preis für das Pro­fi-Mo­dell ist mit 1400 Eu­ro dem­ent­spre­chend hoch.

Die AR Dro­nes von Par­rot steu­ern Sie kom­plett via Smart­pho­ne oder Ta­blet. Zu­dem über­trägt die Droh­ne das Ka­me­ra­bild di­rekt auf das Steu­er­ge­rät.

An die Fern­be­die­nung des DJI-Mul­ti­c­op­ters kön­nen Sie ein Ta­blet be­fes­ti­gen, das die Vi­deo­auf­nah­men der Droh­ne in Echt­zeit an­zeigt: First Per­son View!

Pa­ket­zu­stel­lung per Droh­ne: Auch die Deut­sche Post ar­bei­tet an ei­nem „Post­kop­ter“für be­son­ders ei­li­ge Zu­stel­lung. Der ab­ge­bil­de­te Qua­dro­c­op­ter hat be­reits ei­ni­ge me­di­en­wirk­sa­me Flug­stun­den hin­ter sich.

Pa­ket­droh­ne von Ama­zon: Un­be­mann­te Droh­nen sol­len künf­tig zwei Auf­ga­ben er­le­di­gen: ers­tens be­son­ders ei­li­ge Sen­dun­gen zu­stel­len und zwei­tens in schlecht er­reich­ba­ren, ab­ge­le­ge­nen Ge­bie­ten aus­lie­fern.

Halb Sa­tel­lit, halb Droh­ne: Der ge­plan­te Stra­to­bus soll um die Er­de krei­sen, Gren­zen über­wa­chen und Net­z­eng­päs­se über­brü­cken hel­fen.

Die Li­ly­ca­me­ray Li­ly­ca­me­ra will kei­ne Droh­ne sein: Sie ist eher ei­ne flie­gen­de Ka­me­ra, da sie nicht ak­tiv ge­steu­ert wer­den kann. Al­ler­dings fliegt sie selbst­stän­dig dem „Emp­fän­ger“hin­ter­her und filmt die­sen.

Der Luf­t­raum über Deutsch­land ist klar ge­re­gelt. So dür­fen Sie in der Re­gel nur im un­kon­trol­lier­ten Luf­t­raum G Ih­re Droh­ne flie­gen las­sen, wes­halb Sie sich dies­be­züg­lich genau in­for­mie­ren müs­sen, um Är­ger zu ver­mei­den.

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