Win-Start in 3 Se­kun­den

Le­sen Sie, wie Sie Win­dows wie­der rich­tig be­schleu­ni­gen

PC-WELT - - Inhalt - VON THORS­TEN EG­GE­LING

EIN FRISCH IN­STAL­LIER­TES WIN­DOWS ist im­mer ein er­freu­li­ches Er­leb­nis. Be­reits nach kur­zer War­te­zeit ist das Sys­tem ein­satz­be­reit, An­wen­dungs-Soft­ware star­tet schnell und Win­dows fährt auch schnell wie­der her­un­ter. Das än­dert sich je­doch nach ei­ni­ger Zeit. Win­dows star­tet lang­sa­mer, und es dau­ert län­ger, bis die Ober­flä­che auf Be­nut­zer­ein­ga­ben re­agiert. Die Ur­sa­chen da­für sind viel­fäl­tig. Nach­dem Sie et­li­che Pro­gram­me in­stal­liert ha­ben, lau­fen auf den PC zu­sätz­li­che Di­ens­te, ei­ni­ge Pro­gram­me star­tet Win­dows au­to­ma­tisch, und dann gibt es noch Up­date-Checks so­wie Vi­ren­scan­ner und an­de­re Si­cher­heits­Soft­ware, die das Sys­tem aus­brem­sen. Da­zu kom­men noch Ein­stel­lun­gen, we­gen de­nen der PC oh­ne­hin schon nicht op­ti­mal läuft. Die­se wir­ken sich je­doch oft erst deut­lich aus, nach­dem das Sys­tem stär­ker be­an­sprucht wird. So schnell wie am ers­ten Tag kann Win­dows bei rea­lis­ti­scher Ein­schät­zung nicht wer­den, denn auf ei­ni­ge Au­to­start-Pro­gram­me und Di­ens­te wer­den Sie nicht ver­zich­ten wol­len. An­ti­vi­ren-Soft­ware bei­spiels­wei­se kann Win­dows deut­lich ver­lang­sa­men, ist aber zum Schutz not­wen­dig. Aber nicht je­des Pro­gramm muss schon kurz nach dem Win­dows-Start ver­füg­bar sein. Am An­fang steht da­her die Ana­ly­se, wie schnell Win­dows star­tet und wel­che Pro­zes­se am stärks­ten zu Ver­zö­ge­run­gen bei­tra­gen.

1. So fin­den Sie her­aus, wie schnell Ihr Win­dows wirk­lich ist

Win­dows pro­to­kol­liert selbst, wie lan­ge Start und Be­en­den dau­ern. Die­se In­for­ma­tio­nen las­sen sich über die Er­eig­nis­an­zei­ge ab­ru­fen. Drü­cken Sie die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Win-R, ge­ben Sie hin­ter „Öff­nen“Event­v­wr ein und

„Ana­ly­sie­ren Sie, wie schnell Win­dows star­tet und wel­che Pro­zes­se ei­ne Ver­zö­ge­rung be­wir­ken. “

kli­cken Sie auf „OK“. Im lin­ken Be­reich des Fens­ters ge­hen Sie auf „An­wen­dungs- und Di­enst­pro­to­kol­le -> Mi­cro­soft -> Win­dows -> Dia­gnostics-Per­for­mance -> Be­triebs­be­reit“. Er­eig­nis-IDs in­ter­pre­tie­ren: Im mitt­le­ren Be­reich des Fens­ters se­hen Sie vor al­lem Pro­to­kollein­trä­ge von Er­eig­nis­sen, die beim Star­ten und Her­un­ter­fah­ren von Win­dows auf­tre­ten. Stan­dard­mä­ßig sind die­se nach Da­tum und Uhr­zeit sor­tiert. Die Er­eig­nis-ID 100 be­zieht sich auf Start­vor­gän­ge, 200 auf das Her­un­ter­fah­ren. Kli­cken Sie ei­ne der Mel­dun­gen an, dann se­hen Sie im un­te­ren Be­reich des Fens­ters hin­ter „Start­dau­er“be­zie­hungs­wei­se „Dau­er des Her­un­ter­fah­rens“die be­nö­tig­te Zeit in Mil­li­se­kun­den. Feh­ler, die den Start­vor­gang von Win­dows ver­lang­sa­men, er­schei­nen im Pro­to­koll mit ei­ner Er­eig­nis-ID von 101 bis 199. Die un­ter­schied­li­chen IDs ge­ben Hin­wei­se auf den be­trof­fe­nen Be­reich. Bei 101 hat ei­ne An­wen­dung den Start ver­zö­gert, 102 be­zieht sich auf Trei­ber, 103 auf Di­ens­te, und bei 106 hat ei­ne Hin­ter­grun­d­op­ti­mie­rung für Ver­zö­ge­run­gen ge­sorgt. Die IDs 107 und 108 ste­hen für Ver­zö­ge­run­gen bei der An­wen­dung von Grup­pen­richt­li­ni­en für Com­pu­ter so­wie Be­nut­zer und bei 109 geht es um die Hard­ware-Initia­li­sie­rung. Ein Klick auf ei­ne Mel­dung zeigt un­ter „All­ge­mein“ei­ne kur­ze Be­schrei­bung des Pro­blems so­wie den Na­men der Soft­ware, die die Ver­zö­ge­rung ver­ur­sacht hat. Wenn ein Pro­blem beim Her­un­ter­fah­ren von Win­dows auf­tritt, er­stellt die Er­eig­nis­an­zei­ge ei­nen Ein­trag mit der ID 200. In­fos zu dem je­wei­li­gen Brems­klotz be­kom­men ei­ne ID von 201 auf­wärts. Soll­te ein Pro­gramm nur ein­mal oder sehr sel­ten im Pro­to­koll auf­tau­chen, lohnt es sich nicht, das Pro­blem wei­ter zu un­ter­su­chen. Taucht es aber öf­ter auf, soll­ten Sie der Sa­che nach­ge­hen und bei­spiels­wei­se im In­ter­net nach Be­nut­zern mit ähn­li­chen Er­fah­run­gen su­chen. Auch das Sup­port-Fo­rum des be­trof­fe­nen Soft­ware-Her­stel­lers ist ei­ne gu­te An­lauf­stel­le.

2. Win­dows-Boot­pro­to­koll per Script aus­le­sen

Die An­sicht in der Er­eig­nis­an­zei­ge ist auf­grund der vie­len Ein­trä­ge für den schnel­len Über­blick nicht ge­eig­net. Für die Ana­ly­se kön­nen Sie aber auch das Script PC-WELT-Per­for­mance ver­wen­den. Ent­pa­cken Sie das ZIP-Achiv von der Hef­tDVD in ein be­lie­bi­ges Ver­zeich­nis, und star­ten Sie aus die­sem Run­AsAd­min.cmd. Da­mit ru­fen Sie das VB-Script PC-WELT-Per­for­mance.vbs mit ad­mi­nis­tra­ti­ven Rech­ten auf. Die An­fra­ge der Be­nut­zer­kon­ten­steue­rung be­ant­wor­ten Sie mit „Ja“. Das Script gibt in ei­nem Fens­ter hin­ter „Boot Ti­me“die letz­te Start­zeit aus. Es be­rech­net au­ßer­dem den Durch­schnitt ma­xi­mal der letz­ten 20 Starts und Her­un­ter­fahrVor­gän­ge. Ein wei­te­rer Wert ist „Main Path Boot Ti­me“, der die Zeit vom Er­schei­nen des Win­dows-Start-Lo­gos bis zum Start des Desk­tops ent­hält. „Boot Post Boot Ti­me“ist die Zeit vom Er­schei­nen des Desk­tops bis zu dem Zeit­punkt, an dem die meis­ten Hin­ter­grund­pro­zes­se ge­star­tet sind. Bei­de Wer­te zu­sam­men er­ge­ben die Win­dows-Start­zeit. Die­se soll­te bei ei­nem ei­ni­ger­ma­ßen auf­ge­räum­ten und durch­schnitt­lich leis­tungs­star­ken Sys­tem zwi-

schen 30 und 45 Se­kun­den lie­gen. Kommt ei­ne SSD zum Ein­satz, sind Start­zei­ten von 15 Se­kun­den zu er­rei­chen. Wenn der Wert von „Main Path Boot Ti­me“un­ge­wöhn­lich hoch ist (mehr als 10 bis 15 Se­kun­den), liegt die Ur­sa­che mög­li­cher­wei­se bei ei­nem Trei­ber oder De­fek­ten auf der Fest­plat­te. Wird für „Boot Post Boot Ti­me“ei­ne Zeit von mehr als 30 bis 40 Se­kun­den an­ge­zeigt, ist das Pro­blem eher bei Pro­gram­men zu su­chen, die Win­dows au­to­ma­tisch star­ten (Punkt 4). Das Script er­stellt zu­sätz­lich die Da­tei BooLog. csv, mit den Zei­ten ma­xi­mal der letz­ten 20 Starts. In Last­log.csv wird bei je­dem Script­lauf je­weils die letz­te Start­zeit nebst Da­tum hin­zu­ge­fügt. Die CSV-Da­tei­en las­sen sich bei­spiels­wei­se in ei­ner Ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on öff­nen. Sie kön­nen dann ei­ne Sta­tis­tik der Win­dows-Starts er­stel­len und Än­de­run­gen über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum nach­voll­zie­hen. Er­gibt sich ei­ne Ver­lang­sa­mung, se­hen Sie in der Sys­tem­steue­rung un­ter „Pro­gram­me und Fea­tu­res“(Win­dows 7: „Pro­gram­me und Funk­tio­nen“) nach, was Sie kurz zu­vor in­stal­liert ha­ben. Die Lis­te lässt sich per Klick auf den Spal­ten­kopf „In­stal­liert am“nach Da­tum sor­tie­ren.

3. Den Kalt­start des PCs be­schleu­ni­gen

Ei­ni­ge Rech­ner be­nö­ti­gen re­la­tiv lan­ge, bis der Win­dows-Boot­loa­der in Ak­ti­on tritt. Wie lan­ge genau, hängt von der Hard­ware-Aus­stat­tung be­zie­hungs­wei­se der An­zahl der Kom­po­nen­ten ab, die das Bios in­itia­li­sie­ren muss. Schal­ten Sie da­her al­les ab, was Sie nicht un­be­dingt be­nö­ti­gen. Ei­ne Fest­plat­te am USB-Port bei­spiels­wei­se bremst den Start, weil das Bios auf ihr nach boot­fä­hi­gen Par­ti­tio­nen sucht. Ähn­li­ches gilt für ei­nen SATA-Con­trol­ler im RAIDMo­dus. Die Su­che nach Fest­plat­ten dau­ert teil­wei­se 10 Se­kun­den oder län­ger. Wenn Sie kein RAID be­trei­ben, schal­ten Sie den SATACon­trol­ler da­her bes­ser in den AHCI-Mo­dus. Die nö­ti­gen Op­tio­nen fin­den Sie im Bios-/ Firm­ware-Se­t­up, das Sie kurz nach dem Ein­schal­ten des PCs über Tas­ten wie Esc, „Entf“(„Del“), F2, F8 oder F10 auf­ru­fen. Auf neue­ren Rech­nern mit vor­in­stal­lier­tem Win­dows 8 oder 10 star­ten Sie Win­dows und kli­cken im An­mel­de­bild­schirm rechts un­ten auf die „Her­un­ter­fah­ren“-Schalt­flä­che. Hal­ten Sie die Shift-Tas­te ge­drückt, und kli­cken Sie auf „Neu star­ten“. Ge­hen Sie auf „Pro­blem­be­hand­lung -> Er­wei­ter­te Op­tio­nen -> UEFI-Firm­ware­ein­stel­lung“, und kli­cken Sie auf „Neu star­ten“. Su­chen Sie nach ei­ner Op­ti­on wie „USB Le­ga­cy“oder ähn­lich und set­zen Sie die­se auf „Disa­b­led“. Meist ist die Ein­stel­lung im Me­nü „Ad­van­ced“oder „Pe­ri­pheral“zu fin­den. Manch- mal gibt es auch nur ei­ne Op­ti­on mit dem Na­men „Fast Boot“, die Sie ak­ti­vie­ren. Das Bios sucht dann nach dem PC-Start nicht mehr nach USB-Ge­rä­ten, was ei­ni­ge Se­kun­den we­ni­ger Start­zeit brin­gen kann. Noch ein paar Se­kun­den kann es brin­gen, wenn Sie die Boot­rei­hen­fol­ge im Bios so ein­stel­len, dass die Sys­tem­fest­plat­te an der ers­ten Stel­le steht. Ist da­ge­gen das DVD-Lauf­werk ak­tiv und ein Da­ten­trä­ger ein­ge­legt, sucht das Bios dar­auf län­ge­re Zeit nach Boot­da­tei­en, auch wenn kei­ne vor­han­den sind.

4. Nur die wirk­lich nö­ti­gen Pro­gram­me star­ten

Je we­ni­ger Pro­gram­me Win­dows au­to­ma­tisch star­tet, des­to schnel­ler läuft das Sys­tem. Vie­le An­wen­dun­gen rich­ten sich beim Se­t­up je­doch so ein, dass zu­min­dest Teil­funk­tio­nen be­reits di­rekt nach dem Start des Sys­tems zur Ver­fü­gung ste­hen. Bei­spie­le da­für sind Up­dateChecks, Di­enst­pro­gram­me für die Gra­fik­kar­te oder die Syn­chro­ni­sa­ti­on mit ei­nem Cloud­Spei­cher. Au­to­starts sind prak­tisch, wenn Sie ein Pro­gramm tat­säch­lich re­gel­mä­ßig nut­zen. In die­sem Fall neh­men Sie ein paar Se­kun­den Start­ver­zö­ge­rung wahr­schein­lich ger­ne in Kauf. Kommt ein Pro­gramm da­ge­gen sel­ten zum Ein­satz, un­ter­bin­den Sie den Au­to­start bes­ser. Über das stan­dard­mä­ßig in­stal­lier­te Tool „Sys­tem­kon­fi­gu­ra­ti­on“kön­nen Sie fest­le­gen, was Win­dows au­to­ma­tisch star­tet. Drü­cken Sie die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Win-R, tip­pen Sie ms­con­fig ein, und kli­cken Sie auf „OK“. Wech­seln Sie auf die Re­gis­ter­kar­te „Di­ens­te“und set­zen Sie ein Häk­chen vor „Al­le Mi­cro­soft-Di­ens­te aus­blen­den“. Sie se­hen dann nur noch Di­ens­te, die nicht zu Win­dows ge­hö­ren, al­so nach­träg­lich bei ei­ner Soft­ware-In­stal­la­ti­on auf den PC ge­langt sind. Prü­fen Sie, wel­che Di­ens­te in der Lis­te für Sie ent­behr­lich sind, und ent­fer­nen Sie das Häk­chen vor dem je­wei­li­gen Ein­trag. Im Zwei­fels­fall su­chen Sie im In­ter­net nach dem Di­enst­na­men, um her­aus­zu­fin­den, für wel­che Funk­tio­nen ein Di­enst er­for­der­lich ist. Kli­cken Sie zum Ab­schluss auf „Über­neh­men“. Ähn­lich ver­fah­ren Sie un­ter Win­dows 7 auch auf der Re­gis­ter­kar­te „Sys­tem­start“. Nut­zer von Win­dows 8 oder 10 kli­cken hier auf „TaskMa­na­ger öff­nen“. Ent­fer­nen Sie un­ter Win­dows 7 das Häk­chen vor den Au­to­start-Pro­gram­men, die Sie nicht ver­wen­den wol­len. Nut­zer von Win­dows 8 und 10 wäh­len im Kon­text­me­nü „De­ak­ti­vie­ren“. Über „On­line su­chen“las­sen Sie In­for­ma­tio­nen zum je­wei­li­gen Ein­trag aus dem In­ter­net ein­ho­len. Au­to­starts mit Zu­satz-Tool ver­wal­ten: Mehr Funk­tio­nen und Kom­fort bie­tet das Tool Au­tor­uns von Mi­cro­soft-Sysin­ter­nals (Down­load

un­ter www.pcwelt.de/580539). Auf der Re­gis­ter­kar­te „Ever­y­thing“se­hen Sie ei­ne um­fang­rei­che Lis­te al­ler Au­to­start-Ein­trä­ge. Um die­se zu be­gren­zen, ge­hen Sie auf „Op­ti­ons“und set­zen ein Häk­chen vor „Hi­de Mi­cro­soft ent­ries“. Wech­seln Sie auf die Re­gis­ter­kar­te „Lo­gon“. Al­les was Sie hier se­hen, kön­nen Sie oh­ne Be­den­ken de­ak­ti­vie­ren. Nichts da­von ist sys­tem­kri­tisch. Ent­fer­nen Sie ein­fach die Häk­chen vor den Ein­trä­gen. Auf den an­de­ren Re­gis­ter­kar­ten wie „In­ter­net Ex­plo­rer“, „Sche­du­led Tasks“und „Ser­vices“ver­fah­ren Sie ent­spre­chend. Vor al­lem bei den Di­ens­ten („Ser­vices“) ist je­doch Vor­sicht ge­bo­ten. Oft ist nicht auf den ers­ten Blick zu se­hen, wo­zu ein Di­enst er­for­der­lich ist und wel­che Pro­gramm­funk­tio­nen da­mit ver­bun­den sind. Im Zwei­fels­fall kli­cken Sie ei­nen Ein­trag mit der rech­ten Maus­tas­te an und wäh­len im Me­nü „Se­arch on­line“. Da­mit star­ten Sie ei­ne Goo­gleSu­che nach dem Pro­zess­na­men.

5. Win­dows schnel­ler hoch- und her­un­ter­fah­ren

Beim Start muss Win­dows vie­le klei­ne Da­tei­en von der Fest­plat­te la­den, die Hard­ware ana­ly­sie­ren und nach neu­er Hard­ware su­chen. Wie das schnel­ler geht, zei­gen Win­dows 8 und 10: Stan­dard­mä­ßig ist hier der „Schnell­start“ak­tiv. Vor dem Her­un­ter­fah­ren be­en­det Win­dows al­le An­wen­dun­gen so­wie die Be­nut­zer­sit­zung und schreibt Tei­le des Ar­beits­spei­chers mit dem Ab­bild des Ker­nels in die Da­tei Hi­ber­fil. sys auf der Start­fest­plat­te. Da­nach schal­tet sich der PC aus. Beim Boo­ten über­trägt Win­dows den In­halt der Da­tei wie­der in den Ar­beits­spei­cher, und das Sys­tem steht nach der An­mel­dung schnell wie­der zur Ver­fü­gung. Im op­ti­ma­len Fall dau­ert das nur et­wa 10 Se­kun­den. Ob der Schnell­start bei Win­dows 8 tat­säch­lich ak­tiv ist, er­mit­teln Sie so: Su­chen Sie in der Sys­tem­steue­rung nach „Netz­schal­ter“und kli­cken Sie auf „Netz­schal­ter­ver­hal­ten än­dern“. Hier muss ein Häk­chen vor „Schnell­start ak­ti­vie­ren (emp­foh­len)“ge­setzt sein. Es gibt je­doch auch Grün­de, den Schnell­start zu de­ak­ti­vie­ren. Et­wa wenn Sie ein zwei­tes Be­triebs­sys­tem wie Li­nux par­al­lel zu Win­dows auf dem PC in­stal­lie­ren möch­ten. Schreib­zu­grif­fe auf die Win­dows-Par­ti­ti­on kön­nen dann zu Da­ten­ver­lust füh­ren. „Ener­gie spa­ren“: Win­dows kennt noch wei­te­re Mo­di, über die sich das Sys­tem be­en­den lässt. Bei der Schalt­flä­che „Her­un­ter­fah­ren“im Start­me­nü von Win­dows 7 be­zie­hungs­wei­se der „Ein-/Aus“-Schalt­flä­che von Win­dows 8 und 10 er­scheint auch „Ener­gie spa­ren“. Da­hin­ter ver­birgt sich ei­ne Art dop­pel­ter Stand­by-Mo­dus, bei dem sich der PC aus­schal­tet, die RAMBaustei­ne aber wei­ter mit Span­nung ver­sorgt wer­den (Sus­pend-to-RAM, ACPI S3). Der In­halt des Haupt­spei­chers bleibt so er­hal­ten. Zu­gleich schreibt Win­dows den Spei­cher­in­halt auch in die Da­tei Hi­ber­fil.sys (Sus­pend-to-Disk, ACPI S4). Wenn der Note­book-Ak­ku leer ist oder Sie den PC vom Strom­netz tren­nen, kann es so nicht zu Da­ten­ver­lust kom­men. Das Auf­wa­chen aus dem Mo­dus „Ener­gie spa­ren“geht auch bei Win­dows 8 schnel­ler als der Neu­start nach „Her­un­ter­fah­ren“. Bei Win­dows 7 ist der Ge­schwin­dig­keits­vor­teil deut­li­cher, weil das Sys­tem lang­sa­mer star­tet als Win­dows 8. Zu­dem blei­ben ge­star­te­te An­wen­dun­gen ge­öff­net, so­dass Sie gleich da wei­ter ar­bei­ten kön­nen, wo Sie auf­ge­hört ha­ben. Im Op­ti­mal­fall sind nur drei Se­kun­den nö­tig, um mit dem Sys­tem ar­bei­ten zu kön­nen. Ge­gen „Ener­gie spa­ren“spricht die et­was er­höh­te Leis­tungs­auf­nah­me im aus­ge­schal­te­ten

Zu­stand, weil ein Teil der Hard­ware noch mit Span­nung ver­sorgt wer­den muss. Bei ak­tu­el­len PCs und Note­books sind das je­doch meist nur et­wa zwei Watt, ge­gen­über we­ni­ger als ei­nem Watt nach „Her­un­ter­fah­ren“. „Ru­he­zu­stand“: Wenn Sie PC und Pe­ri­phe­rie über ei­ne Ste­cker­leis­te mit Schal­ter vom Strom­netz tren­nen, soll­ten Sie bes­ser den „Ru­he­zu­stand“ver­wen­den. Da­bei legt Win­dows nur den In­halt des Haupt­spei­chers in der Da­tei Hi­ber­fil.sys ab, der Haupt­spei­cher wird nicht mehr wei­ter mit Strom ver­sorgt. Hi­ber­fil.sys ist et­wa so groß wie der ver­bau­te Haupt­spei­cher. Je nach Leis­tung der Fest­plat­te kann das Ein­le­sen fast genau so lan­ge dau­ern wie ein nor­ma­ler Win­dows-Start. Da der Zu­stand der ge­öff­ne­ten An­wen­dun­gen er­hal­ten bleibt, er­gibt sich den­noch ein Zeit­vor­teil. Stan­dard­mä­ßig bie­tet Ih­nen Win­dows den „Ru­he­zu­stand“im Me­nü nicht an. Um das zu än­dern, su­chen Sie bei Win­dows 7 in der Sys­tem­steue­rung nach „Ener­gie“. Kli­cken Sie auf „Ener­gie­spar­plan be­ar­bei­ten“und dann auf „Er­wei­ter­te Ener­gie­ein­stel­lun­gen än­dern“. Un­ter „Ener­gie spa­ren -> Hy­bri­den Stand­by­mo­dus zu­las­sen“set­zen Sie die Op­ti­on hin­ter „Auf Ak­ku“und „Netz­be­trieb“je­weils auf „Aus“. Nach ei­nem Neu­start taucht „Ru­he­zu­stand“im Me­nü der Schalt­flä­che „Her­un­ter­fah­ren“im Start­me­nü auf. Wenn nicht, ge­ben Sie im Start­me­nü cmd ein. Star­ten Sie die Ein­ga­be­auf­for­de­rung per Rechtsklick auf den Me­nü­punkt „Als Ad­mi­nis­tra­tor aus­füh­ren“. In der Ein­ga­be­aufor­de­rung füh­ren Sie dann fol­gen­de Be­fehls­zei­le aus: powercfg -h on Star­ten Sie Win­dows an­schlie­ßend neu. Da­nach ist „Her­un­ter­fah­ren“im Me­nü zu se­hen. Un­ter Win­dows 8 ist „Hy­bri­den Stand­by­mo­dus zu­las­sen“stan­dard­mä­ßig de­ak­ti­viert. Hier su­chen Sie in der Sys­tem­steue­rung nach „Netz­schal­ter“und kli­cken auf „Netz­schal­ter­ver­hal­ten än­dern“. Kli­cken Sie auf „Ei­ni­ge Ein­stel­lun­gen sind mo­men­tan nicht ver­füg­bar“, set­zen Sie ein Häk­chen vor „Ru­he­zu­stand“, und kli­cken Sie auf „Än­de­run­gen spei­chern“.

6. Win­dows-8-Schnell­start für Win­dows 7 nach­ge­baut

Die Schnell­start-Funk­ti­on von Win­dows 8 (Punkt 5) ent­spricht in et­wa dem Ru­he­zu­stand, aber mit ab­ge­mel­de­tem Be­nut­zer und oh­ne lau­fen­de An­wen­dun­gen. Da­durch wird die Si­che­rungs­da­tei Hi­ber­fil.sys klei­ner als beim Stan­dard-Ru­he­zu­stand von Win­dows 7 und kann ent­spre­chend schnel­ler ge­la­den wer­den. Der Wech­sel in den Ru­he­zu­stand oh­ne an­ge­mel­de­ten Be­nut­zer lässt sich un­ter Win­dows 7 automatisieren, so­dass Sie auch hier ei­nen schnel­le­ren Sys­tem­start er­rei­chen kön­nen. Ent­pa­cken Sie die Da­tei Schnell­start.xml von der Heft-DVD auf die Fest­plat­te. Su­chen Sie im Start­me­nü nach „Auf­ga­ben­pla­nung“, und star­ten Sie das Tool. Ge­hen Sie in der Bau­man­sicht auf der lin­ken Sei­ten auf „Auf­ga­ben­pla­nungs­bi­blio­thek“. Kli­cken Sie im rech­ten Be­reich des Fens­ters „Auf­ga­be im­por­tie­ren“an, und wäh­len Sie die Da­tei Schnell­start.xml. Kli­cken Sie auf „OK“, und schlie­ßen Sie die Auf­ga­ben­pla­nung. Mel­den Sie sich bei Win­dows ab. Nach ei­ner War­te­zeit von 30 Se­kun­den wech­selt das Sys­tem in den Ru­he­zu­stand. Die­se Pau­se ist nö­tig, um si­cher­zu­stel­len, dass der Ab­mel­de­vor­gang tat­säch­lich ab­ge­schlos­sen ist. Möch­ten Sie sich schnel­ler ab­mel­den, kli­cken Sie mit der rech­ten Maus­tas­te auf den Desk­top. Wäh­len Sie „Neu -> Ver­knüp­fung“und ge­ben Sie fol­gen­de Zei­le ein: %win­dir%\Sys­tem32\shut­down.exe /l Klicks auf „Wei­ter“und „Fer­tig­stel­len“er­zeu­gen dann die Ver­knüp­fung.

7. Win­dows per Smart­pho­ne aus der Fer­ne star­ten

Statt den schnel­len Start zu op­ti­mie­ren, kön­nen Sie Win­dows auch kurz vor dem Zeit­punkt star­ten, an dem Sie das Sys­tem be­nö­ti­gen. Es ist mög­lich, den Rech­ner ein­zu­schal­ten, be­vor Sie das Bü­ro er­rei­chen oder wenn Sie Ih­re Woh­nung be­tre­ten. Die Tech­nik da­für nennt sich Wa­ke on LAN („WOL“), wo­bei der Rech­ner

ein Auf­wach­si­gnal vom Netz­werk­ad­ap­ter er­hält. Wa­ke on LAN funk­tio­niert nur mit Et­her­net-Ad­ap­tern, aber nicht über WLAN. Das Bios und der Netz­werk­ad­ap­ter müs­sen da­für vor­be­rei­tet sein. Im Bios-Se­t­up (Punkt 3) stel­len Sie – wenn vor­han­den – al­le Op­tio­nen für Wa­ke on LAN auf „Enab­led“. Oft gibt es meh­re­re für die un­ter­schied­li­chen Ener­gie­zu­stän­de (S2, S3 und S5). Vor al­lem bei Note­books sind die­se Op­tio­nen nicht im­mer zu fin­den. Das macht aber nichts. Ak­tiv ist die Funk­ti­on in der Re­gel trotz­dem. Un­ter Win­dows ru­fen Sie in der Sys­tem­steue­rung „Netz­werk- und Frei­ga­be­cen­ter“auf und kli­cken auf „Ad­ap­t­er­ein­stel­lun­gen än­dern“. Im Kon­text­me­nü des Netz­werk­ad­ap­ters ge­hen Sie auf „Ei­gen­schaf­ten“und kli­cken auf „Kon­fi­gu­rie­ren“. Wech­seln Sie auf die Re­gis­ter­kar­te „Er­wei­tert“. Hier gibt es meist Op­tio­nen wie „Wa­ke on ma­gic pa­cka­ge“und „Wa­ke on pat­tern match“oder ähn­lich. Ak­ti­vie­ren Sie al­le Op­tio­nen, die sich auf Wa­ke on Lan be­zie­hen. Ge­hen Sie auf die Re­gis­ter­kar­te „Ener­gie­ver­wal­tung“, und set­zen Sie Häk­chen bei den drei ver­füg­ba­ren Op­tio­nen. In­stal­lie­ren Sie auf dem PC das kos­ten­lo­se Tool Wa­ke on LAN (auf Heft-DVD). Es be­nö­tigt das .Net-Frame­work ab Ver­si­on 4.0. Soll­te es nicht vor­han­den sein, for­dert das Se­t­up es an. Kli­cken Sie nach dem Start in der Sym­bolleis­te auf „Lis­tener“, und las­sen Sie das Fens­ter ge­öff­net. Die Mel­dung der Win­dows-Fi­re­wall be­stä­ti­gen Sie mit „Zu­griff zu­las­sen“. An­dro­id-Smart­pho­ne kon­fi­gu­rie­ren: Auf Ih­rem Smart­pho­ne in­stal­lie­ren Sie sich die App „Wa­ke on Lan – mit Wid­get“( http://pcwe. lt/78akb5). Die App ist wer­be­fi­ni­an­ziert, die Pro-Ver­si­on oh­ne Wer­bung kos­tet ei­nen Eu­ro. Nach dem Start tip­pen Sie auf das WLAN-Sym­bol. Die App sucht im lo­ka­len Netz­werk nach lau­fen­den Ge­rä­ten und zeigt de­ren Na­men und IP-Adres­sen an. Ent­fer­nen Sie die Häk­chen vor den Ge­rä­ten, für die Sie Wa­ke on LAN nicht ver­wen­den wol­len, und tip­pen Sie auf „Hin­zu­fü­gen“. Tip­pen Sie die IP-Num­mer in der Lis­te an. Die App sen­det Da­ten­pa­ke­te an den PC, die Sie im Fens­ter „Lis­tener“be­trach­ten kön­nen. Wenn hier Pro­to­koll­mel­dun­gen er­schei­nen, ist die App rich­tig kon­fi­gu­riert. Er­stel­len Sie dann ein „Wa­ke on Lan“-Wid­get als Star­ter für den schnel­len Zu­griff. Fah­ren Sie Win­dows her­un­ter, ver­set­zen Sie den PC in den Ru­he­zu­stand oder ver­wen­den Sie „Ener­gie spa­ren“. Wenn Sie jetzt in der App auf Ih­rem Smart­pho­ne die IP-Adres­se an­tip­pen, fährt Win­dows wie­der hoch. Bei ei­nem Win­dows-8-PC funk­tio­niert das Auf­wa­chen nach „Her­un­ter­fah­ren“oft nicht. De­ak­ti­vie­ren Sie in die­sem Fall den Schnell­start (Punkt 5). Wa­ke on LAN automatisieren: Sie kön­nen den PC auch au­to­ma­tisch hoch­fah­ren, nach­dem Sie sich im Fir­men- oder Pri­vat-WLAN an­ge­mel­det ha­ben. Da­für ver­wen­den Sie die App Tas­ker ( http://pcwe.lt/sQpUPS). Die App kos­tet 2,99 Eu­ro, ei­ne 7-Ta­ge-De­mo ist eben­falls ver­füg­bar ( http://pcwe.lt/whCl). In Tas­ker ge­hen Sie auf „Pro­files“und tip­pen auf „+“. Wäh­len Sie „Sta­te -> Net -> Wifi Con­nec­ted“. Ge­ben Sie die SSID Ih­res WLAN ein, oder tip­pen Sie auf die Lu­pe für ei­ne Aus­wahl. Tip­pen Sie auf die Zu­rück-Schalt­flä­che und wäh­len Sie „New Task“. Ge­ben Sie ei­ne aus­sa­ge­kräf­ti­ge Be­schrei­bung ein, und tip­pen Sie auf „+“. Wäh- len Sie „Plu­gin -> Wa­ke on Lan“. Bei „Con­fi­gu­ra­ti­on“tip­pen Sie auf das Blei­stift­sym­bol, auf „Ge­rä­te wäh­len“, dann auf die IP-Adres­se des PCs und auf „Aus­wäh­len“. Blät­tern Sie zu­rück zum Start­bild­schirm. Ak­ti­vie­ren Sie Tas­ker über das Sym­bol links oben. Be­en­den Sie dann test­wei­se die WLAN-Ver­bin­dung, und schi­cken Sie den PC in den Ru­he­zu­stand. Ak­ti­vie­ren Sie die WLAN-Ver­bin­dung auf dem Smart­pho­ne, um Win­dows wie­der hoch­zu­fah­ren. Win­dows lässt sich auch aus der Fer­ne über das In­ter­net star­ten. Die Kon­fi­gu­ra­ti­on da­für ist je­doch et­was auf­wen­di­ger. Ei­ne An­lei­tung fin­den Sie un­ter http://pcwe.lt/NGVA8j.

Win­dows-Pro­to­koll: Die Er­eig­nis­an­zei­ge lie­fert un­ter der Event-ID 100 In­for­ma­tio­nen zur Start­dau­er. IDs mit den Num­mern 101 bis 199 ent­hal­ten Hin­wei­se, wel­che Pro­gram­me oder Trei­ber den Start ver­zö­gern.

Star­ten und Be­en­den ana­ly­sie­ren: Das VB-Script PC-WELT-Per­for­mance lie­fert un­ter an­de­rem die letz­te Boot­zeit und Durch­schnitts­wer­te ma­xi­mal der letz­ten 20 Er­eig­nis­se aus dem Win­dows-Pro­to­koll.

Un­nö­ti­ges ab­schal­ten: Über ms­con­fig de­ak­ti­vie­ren Sie über­flüs­si­ge Di­ens­te und Au­to­star­tPro­gram­me. Wird das Sys­tem we­ni­ger be­las­tet, be­schleu­nigt sich der Win­dows-Start.

Bios-Ein­stel­lun­gen: Wenn die Op­ti­on „Fast Boot“ak­ti­viert ist, fragt das Bios beim Start nicht al­le USB-Ge­rä­te ab. Da­durch star­tet der PC schnel­ler.

Au­to­start-Ana­ly­se: Au­tor­uns lie­fert de­tail­liert In­fos zu al­len Au­to­start-Pro­zes­sen. Mit dem Tool kön­nen Sie auch schnell In­for­ma­tio­nen zu Ih­nen nicht be­kann­ten Pro­gram­men über das In­ter­net ein­ho­len.

Start­ver­hal­ten: Bei Win­dows 8 und 10 ist stan­dard­mä­ßig die Op­ti­on „Schnell­start“ak­tiv. Beim Her­un­ter­fah­ren legt Win­dows den In­halt des Haupspei­chers auf der Fest­plat­te ab und kann dann schnel­ler wie­der star­ten.

Schnell­start auch für Win­dows 7: Ein mi­ni­ma­ler Ru­he­zu­stand oh­ne an­ge­mel­de­ten Be­nut­zer und oh­ne lau­fen­de An­wen­dun­gen lässt sich über die Auf­ga­ben­pla­nung rea­li­sie­ren. Win­dows 7 star­tet da­durch schnel­ler.

Netz­werk­ad­ap­ter kon­fi­gu­rie­ren: Stel­len Sie die Op­tio­nen so ein, wie sie im Bild zu se­hen sind. Sie kön­nen dann Win­dows über das Netz­werk hoch­fah­ren, bei­spiels­wei­se mit ei­ner App auf dem Smart­pho­ne.

Win­dows über An­dro­id star­ten: Mit­hil­fe der Apps Wa­ke on LAN und Tas­ker fah­ren Sie Win­dows au­to­ma­tisch hoch, so­bald Sie die Ver­bin­dung zu Ih­rem WLAN her­stel­len.

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