RAM-Pro­ble­me lö­sen

Le­sen Sie, wie Sie den Ar­beits­spei­cher im PC op­ti­mal ver­wal­ten und für mehr Tem­po sor­gen

PC-WELT - - Inhalt - VON FRIED­RICH STIE­MER

DER AR­BEITS­SPEI­CHER ist ei­ner der Grund­ele­men­te von PCs. Ne­ben dem Be­triebs­sys­tem la­gern Pro­gram­me ih­re Da­ten in den flot­ten Spei­cher aus, da­mit der Pro­zes­sor schnell dar­auf zu­grei­fen kann. Doch je mehr Pro­gram­me Sie öff­nen, um­so knap­per wer­den die Res­sour­cen: Ir­gend­wann quillt auch der RAM (Ran­dom Ac­cess Me­mo­ry) über. Dann wird der PC mit ei­nem Schlag deut­lich lang­sa­mer. Wir zei­gen, wie Sie den Ar­beits­spei­cher so ver­wal­ten, dass im­mer aus­rei­chend RAM frei bleibt.

RAM-Wis­sen: So nutzt Win­dows den Ar­beits­spei­cher

Win­dows mel­det, wenn der PC nicht mehr über ge­nü­gend Ar­beits­spei­cher ver­fügt. Doch schon vor ei­ner Feh­ler­mel­dung gibt es Hin­wei­se, dass der RAM zur Nei­ge geht: Wenn sich Pro­gram­me nur lang­sam öff­nen, auf Maus­klicks ei­ne ver­spä­te­te oder gar kei­ne Re­ak­ti­on er­folgt oder lee­re Fens­ter an­ge­zeigt wer­den. Die­sem Pro­blem kön­nen Sie be­geg­nen, in­dem Sie zu­sätz­li­che Spei­cher­rie­gel ein­bau­en. Doch zu­erst soll­ten Sie mit Win­dows-Bord­mit­teln prü­fen, wie knapp das RAM wirk­lich ist. Grund­sätz­lich kann je­des Pro­gramm in den RAM aus­la­gern. Ist je­doch nicht ge­nug Spei­cher­platz ver­füg­bar, ver­schiebt Win­dows die Da­ten tem­po­rär auf die Fest­plat­te in die so­ge­nann­te Aus­la­ge­rungs­da­tei. Die fin­den Sie im Win­dows-Ver­zeich­nis, sie heißt Pa­ge­fi­le.sys. Die vor­über­ge­hen­de Aus­la­ge­rung ist der vir­tu­el­le Ar­beits­spei­cher und kommt zum Ein­satz, um ei­ne or­dent­li­che Aus­füh­rung von Pro­gram­men zu ge­währ­leis­ten. Zu Spei­cher­pro­ble­men und ent­spre­chen­den Win­dows-Feh­ler­mel­dun­gen kommt es al­so erst dann, wenn we­der ge­nü­gend RAM noch aus­rei­chend vir­tu­el­ler Ar­beits­spei­cher zur Ver­fü­gung ste­hen. Das ist zum Bei­spiel der Fall, wenn Sie vie­le Pro­gram­me par­al­lel aus­füh­ren: ein Spiel spie­len, wäh­rend­des­sen Mu­sik hö­ren, et­was über den Brow­ser her­un­ter­la­den, Pro­gramm­up­dates durch­füh­ren und noch vie­le an­de­re Kom­bi­na­tio­nen. Die­ses Pro­blem kann al­ler­dings auch auf­tre­ten, wenn An­wen­dun­gen den Ar­beits­spei­cher nicht mehr frei­ge­ben. Mi­cro­soft nennt die­ses Pro­blem Ar­beits­spei­cher­über­las­tung oder Ar­beits­spei­cher­ver­lust. Wie Sie den kost­ba­ren Spei­cher wie­der frei­ge­ben, er­klä­ren wir im Fol­gen­den.

„Ach­ten Sie auf Hin­wei­se, dass der Ar­beits­spei­cher zur Nei­ge geht – be­vor ei­ne Feh­ler­mel­dung auf­taucht.“

Wie Sie RAM-Fres­ser un­ter Win­dows ent­lar­ven

Um her­aus­zu­fin­den, wel­che Pro­gram­me wie viel Ar­beits­spei­cher be­an­spru­chen, ge­nügt ein Blick in den Task-Ma­na­ger von Win­dows. Die-

sen ru­fen Sie über die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on StrgAlt-Entf auf, und da­nach mit ei­nem Klick auf den ent­spre­chen­den Ein­trag. Ab Win­dows 8 funk­tio­niert das Gan­ze et­was ein­fa­cher, in­dem Sie ei­nen Rechtsklick auf das Start­sym­bol links un­ten durch­füh­ren und den Task-Ma­na­ger aus dem Kon­text­me­nü wäh­len. Di­rekt zum TaskMa­na­ger ge­lan­gen Sie üb­ri­gens über die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg-Um­schalt-Esc. Im Task-Ma­na­ger an­ge­kom­men, kli­cken Sie auf die Re­gis­ter­kar­te „Pro­zes­se“. Ab Win­dows 8 kann die An­zei­ge beim ers­ten Auf­ru­fen des Task-Ma­na­gers we­ni­ger aus­führ­lich sein und die Op­ti­on feh­len. Dann kli­cken Sie links un­ten auf „Mehr De­tails“. Mit ei­nem Klick auf „Ar­beits­spei­cher“ord­nen Sie die Pro­zes­se nach Spei­cher­aus­las­tung und fin­den so her­aus, wel­ches Pro­gramm am meis­ten Spei­cher frisst. In un­se­rer Ab­bil­dung ist der Ar­beits­spei­cher zu 25 Pro­zent aus­ge­las­tet, wir ver­wen­den ei­nen PC mit 32 GB RAM. Der Goog­le-Brow­ser Chro­me ist gleich mehr­mals ver­tre­ten und mit meh­re­ren hun­dert Me­ga­bytes der ab­so­lu­te Spit­zen­rei­ter in Sa­chen Spei­cher­be­darf! Da­nach folgt der Spie­le-Cli­ent Ori­gin von Elec­tro­nic Arts mit fast 220 MB, ob­wohl das Pro­gramm gera­de kein Up­date durch­führt oder ein Spiel ge­star­tet hat. Recht viel Spei­cher gön­nen sich auch Sky­pe und Spo­ti­fy – al­so Pro­gram­me, die bei vie­len An­wen­dern im­mer im Hin­ter­grund lau­fen. Zum Ver­gleich und im Screen­shot auf­grund der Sor­tie­rung nicht zu se­hen: Der in­stal­lier­te An­ti­vi­ren­schutz Avast Free ver­fügt über ei­nen Echt­zeit­scan­ner, die An­wen­dung führt zwei Pro­zes­se aus – doch zu­sam­men be­an­spru­chen sie le­dig­lich rund 35 MB. Wenn Sie al­so das Ge­fühl ha­ben, Ihr Sys­tem re­agiert trä­ge, oder Sie er­hal­ten so­gar die Feh­ler­mel­dung über un­zu­rei­chen­den Ar­beits­spei­cher, dann schlie­ßen Sie die Pro­zes­se re­spek­ti­ve Pro­gram­me, die am meis­ten RAM be­an­spru­chen. In un­se­rem Bei­spiel al­so Goog­le Chro­me. In die­sem Fall kli­cken Sie rechts auf den Ein­trag „Goog­le Chro­me (32 bit)“und an­schlie­ßend auf „Task be­en­den“. Da­mit ist der Spei­cher­platz in der an­ge­ge­be­nen Men­ge wie­der frei­ge­räumt.

Res­sour­cen­mo­ni­tor: Al­ter­na­ti­ve zum Task-Ma­na­ger

Mehr De­tails zeigt Ih­nen der Win­dows-Res­sour­cen­mo­ni­tor an, den Sie über die Ein­ga­be von „res­mon“oder „Res­sour­cen­mo­ni­tor“im Start­me­nü auf­ru­fen: Dort er­hal­ten Sie ei­ne de­tail­lier­te Über­sicht über die Aus­las­tung von CPU, RAM, Da­ten­trä­ger und Netz­werk. In der Re­gis­ter­kar­te „Ar­beits­spei­cher“zeigt Ih­nen der Res­sour­cen­mo­ni­tor den Spei­cher­ver­brauch al­ler lau­fen­den Pro­zes­se an – ver­gleich­bar mit der An­sicht im Task-Ma­na­ger. Die Spal­te „Zu­ge­si­chert (KB)“zeigt Ih­nen den Spei­cher in Ki­lo­byte an, den das Be­triebs­sys­tem für den je­wei­li­gen Pro­zess im vir­tu­el­len Ar­beits­spei­cher re­ser­viert hat. Die Spal­te „Ar­beits­satz (KB)“gibt Auf­schluss dar­über, wie viel Ki­lo­byte der Pro­zess im phy­si­ka­li­schen RAM be­legt. In der rech­ten Fens­ter­sei­te se­hen Sie drei Bal­ken­gra­fi­ken, die Ih­nen in Echt­zeit die Aus­las­tung Ih­res phy­si­ka­li­schen RAMs, des vir­tu­el­len RAMs und die Sei­ten­feh­ler pro Se­kun­de an­zei­gen. Letz­te­re An­ga­be ist kein Grund zur Pa­nik. Die Sei­ten­feh­ler pro Se­kun­de sind streng ge­nom­men gar kei­ne Feh­ler, son­dern ein ganz re­gu­lä­rer Vor­gang. Ein Sei­ten­feh­ler tritt im­mer auf, wenn Win­dows auf Da­ten im phy­si­ka­li­schen Ar­beits­spei­cher zu­grei­fen möch­te, die die Spei­cher­ver­wal­tung je­doch im vir­tu­el­len Spei­cher ab­ge­legt hat. Tre­ten al­ler­dings meh­re­re hun­dert Sei­ten­feh­ler pro Se­kun­de auf, dann ist das ein Hin­weis dar­auf, dass zu we­nig phy­si­ka­li­scher Ar­beits­spei­cher im PC ver­baut ist, da das Sys­tem stän­dig vie­le Da­ten auf die Fest­plat­te aus­la­gern muss. Der un­te­re Ab­schnitt „Phy­si­scher Spei­cher“im Res­sour­cen­mo­ni­tor zeigt Ih­nen aus­führ­lich die Be­le­gung Ih­res ein­ge­bau­ten RAMs an. Der un­te­re Bal­ken in grün zeigt Ih­nen Ar­beits­spei­cher „In Ver­wen­dung“an, al­so der tat­säch­lich ge­nutz­te Platz von Di­ens­ten und Pro­zes­sen. Die An­ga­be „Stand­by“in blau in­for­miert dar­über, wie viel Spei­cher Win­dows für ak­ti­ve Pro­zes­se re­ser­viert hat, aber ak­tu­ell nicht nutzt. In Hell­blau zeigt Ih­nen der Res­sour­cen­mo­ni­tor an, wie viel Spei­cher vom RAM noch frei ist. Auch hier las­sen sich al­so RAM-las­ti­ge Pro­zes­se ent­lar­ven und be­en­den, in­dem Sie mit ei­nem Rechtsklick auf den Na­men das Kon­text­me­nü auf­ru­fen und den Pro­zess stop­pen. Mit ge­drück­ter Strg-Tas­te las­sen sich so­gar meh­re­re Pro­zes­se gleich­zei­tig be­en­den.

Klei­ne SSDs und der vir­tu­el­le Ar­beits­spei­cher

Den vir­tu­el­len Ar­beits­spei­cher kann Win­dows al­ler­dings nur an­le­gen, wenn die Fest­plat­te aus­rei­chend groß ist. Bei ak­tu­el­len Fest­plat­ten­grö­ßen im Te­ra­byte-Be­reich soll­te hier kein Pro­blem auf­tre­ten. Aber wenn Sie ei­ne SSD ha­ben, die nur 128 GB oder klei­ner ist, kön­nen Sie an Platz­gren­zen sto­ßen. Denn Win­dows legt ne­ben dem vir­tu­el­len Ar­beits­spei­cher auch ei­ne Ru­he­zu­stands­da­tei an – sie heißt Hi­ber­fil. sys. In die­ser Da­tei spei­chert Win­dows den Sys­tem­zu­stand des Rech­ners, be­vor Sie ihn in den Ru­he­zu­stand schi­cken.

Ha­ben Sie ne­ben der SSD, auf der zum Bei­spiel nur das Be­triebs­sys­tem und die wich­tigs­ten Pro­gram­me in­stal­liert sind, ei­ne wei­te­re Fest­plat­te im Sys­tem, kön­nen Sie die Aus­la­ge­rungs­da­tei dort­hin ver­schie­ben. Ru­fen Sie da­zu über die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Win­dows-R das Aus­füh­ren-Fens­ter auf, ge­ben Sie dort den Be­fehl sys­dm.cpl ein, und be­stä­ti­gen Sie die Ein­ga­be. Im Fens­ter „Sys­tem­ei­gen­schaf­ten“kli­cken Sie un­ter dem Re­gis­ter „Er­wei­tert“und „Leis­tung“auf „Ein­stel­lun­gen“. Im fol­gen­den Fens­ter „Leis­tungs­op­tio­nen“kli­cken Sie auf die Re­gis­ter­kar­te „Er­wei­tert“und dort im Ab­schnitt „Vir­tu­el­ler Ar­beits­spei­cher“auf „Än­dern…“. Um den Platz für die Aus­la­ge­rungs­da­tei selbst zu be­stim­men, ent­fer­nen Sie den Ha­ken bei „Aus­la­ge­rungs­da­tei­grö­ße für al­le Lauf­wer­ke au­to­ma­tisch ver­wal­ten“. Stan­dard­mä­ßig legt Win­dows den vir­tu­el­len Ar­beits­spei­cher auf der Fest­plat­te an, auf dem sich auch Ihr Be­triebs­sys­tem be­fin­det – im Nor­mal­fall al­so auf dem C-Lauf­werk. Kli­cken Sie al­so auf C: und ak­ti­vie­ren et­was wei­ter un­ten die Op­ti­on „Kei­ne Aus­la­ge­rungs­da­tei“und da­ne­ben auf „Fest­le­gen“. Die nach­fol­gen­de War­nung be­stä­ti­gen Sie mit „Ja“. Nun rich­ten Sie das Sys­tem so ein, dass Win­dows die Aus­la­ge­rungs­da­tei auf ei­ner an­de­ren Par­ti­ti­on an­legt, bei­spiels­wei­se auf D:. Kli­cken Sie da­für auf den ent­spre­chen­den Ein­trag und ak­ti­vie­ren an­schlie­ßend wie­der et­was wei­ter un­ten den Punkt „Grö­ße wird vom Sys­tem ver­wal­tet“. Nun über­neh­men Sie die Ein­stel­lung mit „Fest­le­gen“. Mit ei­nem Klick auf „OK“und nach ei­nem Neu­start des PCs hat Win­dows die Än­de­run­gen über­nom­men und la­gert fort­an den vir­tu­el­len Ar­beits­spei­cher auf die DPar­ti­ti­on aus.

Mehr vir­tu­el­ler Spei­cher: Ver­grö­ßern Sie die Aus­la­ge­rungs­da­tei

Bei Be­darf lässt sich die Aus­la­ge­rungs­da­tei ma­nu­ell ver­grö­ßern, da­mit Pro­ble­me durch nicht aus­rei­chen­den Ar­beits­spei­cher gar nicht erst ent­ste­hen. Doch lei­der kann es da­bei auch pas­sie­ren, dass Pro­gram­me da­durch zwar ge­nü­gend zwi­schen­spei­chern dür­fen, aber et­was lang­sa­mer aus­ge­führt wer­den – schließ­lich ist der ech­te, phy­si­ka­li­sche Ar­beits­spei­cher um ei­ni­ges schnel­ler als der vir­tu­el­le Spei­cher auf der lang­sa­me­ren Fest­plat­te. Um die Grö­ße an­zu­pas­sen, na­vi­gie­ren Sie zum Fens­ter „Vir­tu­el­ler Ar­beits­spei­cher“(sie­he vo­ri­ger Ab­schnitt). Ent­fer­nen Sie den Ha­ken für die au­to­ma­ti­sche Grö­ßen­ver­wal­tung, ak­ti­vie­ren Sie „Be­nut­zer­de­fi­nier­te Grö­ße“und ge­ben Sie dort ei­nen Min­dest- und Ma­xi­mal­wert ein. Win­dows legt die Grö­ßen fol­gen­der­ma­ßen fest: Die An­fangs­grö­ße ent­spricht dem ein­ge­bau­ten phy­si­ka­li­schen Ar­beits­spei­cher, wäh­rend die Ma­xi­mal­grö­ße dem drei­fa­chen Um­fang des RAMs ent­spricht. Die Grö­ßen­an­ga­ben müs­sen in Me­ga­byte er­fol­gen. Bei ei­ner Ver­grö­ße­rung der Wer­te ist kein Neu­start er­for­der­lich, bei ei­ner Ver­klei­ne­rung je­doch schon.

Mehr RAM: Wie viel Ar­beits­spei­cher braucht Ihr PC?

Da die Prei­se für RAM-Mo­du­le wei­ter­hin sin­ken und sie sich recht ein­fach ein­bau­en las­sen, ist es ei­ne sinn­vol­le Lö­sung, bei Spei­cher­platz­pro­ble­men sei­nen Ar­beits­spei­cher auf­zu­rüs­ten. Und das ist im Prin­zip auch rich­tig, denn in ers­ter Li­nie ent­schei­det die Ka­pa­zi­tät des Haupt­spei­chers über die Men­ge der aus­zu­la­gern­den Da­ten – je grö­ßer, des­to mehr Da­ten las­sen sich puf­fern. Doch be­vor Sie sich nun ans fröh­li­che RAM-Shop­pen ma­chen, soll­ten Sie erst ein­mal fest­stel­len, wie viel Ar­beits­spei­cher Sie wirk­lich be­nö­ti­gen. Stel­len Sie vor­ab auch si­cher, dass Ih­re in­stal­lier­te Win­dow­sVer­si­on über­haupt mit mehr Ar­beits­spei­cher um­ge­hen kann: Denn ei­ner 32-Bit-Va­ri­an­te von Win­dows ist es nicht mög­lich, mehr als 4 GB RAM zu adres­sie­ren – auch wenn es im In­ter­net ei­ni­ge An­lei­tun­gen und selbst pro­gram­mier­te Pat­ches gibt, die den Ker­nel edi­tie­ren. Da­von ra­ten wir je­doch ab. Mit ei­nem 64-Bit-Win­dows ist das al­ler­dings kein Pro­blem mehr. Um her­aus­zu­fin­den, wel­che Ar­chi­tek­tur Ihr Win­dows nutzt, drü­cken Sie die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Win­dows-Pau­se/Unt­br. Im nun ge­öff­ne­ten Fens­ter „Sys­tem“steht die Bit-Ver­si­on un­ter „Sys­tem­typ“. Doch nicht nur das Be­triebs­sys­tem kann Ih­nen ei­nen Strich durch die RAM-Auf­rüs­tung ma­chen, son­dern auch der Pro­zes­sor. Vor al­lem bei güns­ti­gen Net­books ist oft ei­ne Un­ter­stüt­zung jen­seits der 4 GB nicht ge­ge­ben. Da­zu zäh­len bei­spiels­wei­se vie­le Pro­zes­so­ren der In­tel-Atom-Se­rie wie die Ce­dar­view-Ge­ne­ra­ti­on (Atom-N- und D-2000-Mo­del­le) von 2011, die höchs­tens 4 GB Ar­beits­spei­cher un­ter­stüt­zen. Auch die Nach­fol­ger der Z-Rei­he aus dem Jahr 2013 kön­nen nur mit ei­nem bis zwei Gi­ga­byte RAM um­ge­hen. Doch auch güns­ti­ge­re Desk­top-Pro­zes­so­ren wie zum Bei­spiel der

In­tel Ce­le­ron N2920 kann ma­xi­mal mit 8 GB RAM ar­bei­ten. Des­halb soll­ten Sie auch hier vor­ab prü­fen, ob ei­ne Un­ter­stüt­zung ge­ge­ben ist. In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den Sie ent­we­der in den ent­spre­chen­den Hand­bü­chern oder im In­ter­net auf den Her­stel­ler-Web­sei­ten. In­tel bie­tet bei­spiels­wei­se auf der Sei­te ark.in­tel.com ei­ne Datenbank mit den Spe­zi­fi­ka­tio­nen al­ler Chip­sät­ze und CPUs an, die un­ter an­de­rem auch den je­weils ma­xi­ma­len Ar­beits­spei­cher an­zeigt. Für AMD-Chips gibt es so ei­ne Datenbank (noch) nicht, wes­halb hier et­was stär­ke­re Re­cher­che­ar­beit not­wen­dig ist. Ein gu­ter An­lauf­punkt sind al­ler­dings auch On­li­ne-Shops, die in den tech­ni­schen Da­ten ent­spre­chen­de An­ga­ben auf­lis­ten.

RAM für Bü­ro, Ga­ming und Mul­ti­me­dia

Die Aus­wahl an Ar­beits­spei­chern auf dem Markt ist groß. Sie un­ter­schei­den sich nicht nur vom Her­stel­ler, son­dern auch in vie­len wei­te­ren De­tails. Und die­se sind wich­tig für ver­schie­de­ne Ein­satz­be­rei­che. Wer den PC als rei­nes Ar­beits­ge­rät fürs Bü­ro ein­setzt und im In­ter­net surft, dem ge­nügt ein vier Gi­ga­byte gro­ßer Ar­beits­spei­cher. Kom­men al­ler­dings noch an­de­re Auf­ga­ben wie das Be­ar­bei­ten der Ur­laubs­fo­tos und -vi­de­os so­wie we­ni­ger auf­wen­di­ge Spie­le hin­zu, dann soll­ten es mitt­ler­wei­le schon acht Gi­ga­byte sein. Nur PC-Ga­mer, Mul­ti­me­dia-Pro­fis oder gar Com­pu­ter für wis­sen­schaft­li­che Be­rech­nun­gen brau­chen im­mer min­des­tens 8 GB RAM, um ih­re An­wen­dun­gen flüs­sig und flott aus­füh­ren zu las­sen. In teu­re­ren Ga­ming-Sys­te­men kommt nun auch im­mer häu­fi­ger 16 GB oder mehr zum Ein­satz, die sich be­son­ders in kom­ple­xen Spie­len wie OpenWorld-Ti­teln oder auf­wen­di­gen Mul­ti­me­di­aPro­gram­men po­si­tiv nie­der­schla­gen. Viel RAM ist auch wich­tig für Nut­zer, die vir­tu­el­le Ma­schi­nen ein­set­zen wol­len oder ei­ne RAM-Disk an­le­gen möch­ten. Wir emp­feh­len, im­mer min­des­tens zwei bau­glei­che Spei­cher­rie­gel zu be­trei­ben. Denn auf die­se Wei­se ak­ti­viert der Chip­satz den so­ge­nann­ten Du­al-Chan­nel-Mo­dus, durch den sich der Spei­cher­durch­satz na­he­zu ver­dop­peln kann. Beim Ein­bau soll­ten Sie Fol­gen­des be­ach­ten: Da­mit das Sys­tem die­sen Mo­dus auch frei­schal­tet, müs­sen Sie die Mo­du­le je­weils in gleich­far­bi­ge RAM-So­ckel ein­bau­en. Bei feh­len­der Farb­ko­die­rung zie­hen Sie das Pla­ti­nenHand­buch für die rich­ti­gen Steck­plät­ze zur Hil­fe. Es ist es auch mög­lich, un­ter­schied­li­che Rie­gel im Du­al-Chan­nel-Mo­dus zu kom­bi­nie­ren – al­ler­dings ar­bei­tet der Ar­beits­spei­cher dann mit den Wer­ten (Takt­ra­te und La­ten­zen) des lang­sams­ten Mo­duls.

La­tenz, Takt und Span­nung von RAM-Mo­du­len

Die Aus­wahl an RAM-Mo­du­len ist rie­sig und die Spe­zi­fi­ka­tio­nen un­ter­schied­lich. Die De­tailan­ga­ben für Ar­beits­spei­cher rei­chen von der ob­li­ga­to­ri­schen Grö­ßen­an­ga­be und dem Mo­dul-Typ über den Ar­beits­takt bis hin zu La­tenz­zei­ten und Span­nungs­wer­ten. Die­se An­ga­ben hat die JEDEC (JEDEC So­lid Sta­te Tech­no­lo­gy As­so­cia­ti­on) stan­dar­di­siert. So be­zeich­net DDR3-2133 die ver­bau­ten Spei­cher­chips, wäh­rend PC3-10700 das kom­plet­te Mo­dul de­fi­niert: Der Spei­cher­rie­gel ist vom Typ DDR3 (PC3), ver­fügt über ei­ne ef­fek­ti­ve Takt­ra­te von 2133 MHz und kann ma­xi­mal 10,7 GB pro Se­kun­de über­tra­gen – al­so 10700 ge­teilt durch 1000 für die Da­ten­über­tra­gungs­ra­te in Gi­ga­byte. Hin­zu kom­men noch die La­tenz­zei­ten, al­so die CAS La­ten­cy (CL), die bei­spiels­wei­se aus der Kom­bi­na­ti­on CL10-11-11-30 be­steht. Die­se Zah­len ge­ben Auf­schluss dar­über, wie lan­ge es dau­ert, die Da­ten für das Aus­le­sen aus dem Spei­cher be­reit­zu­stel­len. In der Pra­xis ist die­ser Wert aber nur wich­tig für ab­so­lu­te Pro­fis wie Over­clo­cker (al­so PC-Über­tak­ter), die je­den ein­zel­nen Pa­ra­me­ter bei ih­ren Ver­su­chen be­ach­ten müs­sen. In der Pra­xis ist der Un­ter­schied zwi­schen ei­ner nied­ri­gen und hö­he­ren La­tenz für die an­de­ren Nut­zer­ty­pen nicht re­le­vant, höchs­tens bei ei­ni­gen syn­the­ti­schen Bench­marks. Eben­so ver­nach­läs­sig­bar für den Haus­ge­brauch ist der Span­nungs­wert. So ar­bei­tet DDR3 stan­dard­mä­ßig mit 1,5 Volt und DDR2 mit 1,8 Volt. Hö­he­re Span­nun­gen soll­ten wie­der­um Over­clo­ckern vor­be­hal­ten sein und kön­nen so­gar zu ei­nem De­fekt des Spei­cher­con­trol­lers füh­ren, so­fern das Main­board da­für nicht aus­ge­legt ist. Apro­pos Main­board: Um si­cher­zu­stel­len, wel­cher Ar­beits­spei­cher sich in Ih­re Haupt­pla­ti­ne ein­set­zen lässt, hilft ein Blick ins Hand­buch oder auf die of­fi­zi­el­le Pro­dukt-Web­sei­te. Fürs Of­fice sind in ers­ter Li­nie ei­gent­lich nur die Ka­pa­zi­tät und der Mo­du­ltyp (al­so bei­spiels­wei­se DDR3) wich­tig. Ga­mer und Mul­ti­me­di­aAn­wen­der pro­fi­tie­ren vor al­lem von RAMRie­geln mit ho­hem Ar­beits­takt und gro­ßer Ka­pa­zi­tät.

Der Task-Ma­na­ger hilft beim Ent­lar­ven von spei­cher­hung­ri­gen Pro­zes­sen.

Der Res­sour­cen­mo­ni­tor zeigt Ih­nen de­tail­lier­te­re An­ga­ben über die Aus­las­tung Ih­res Ar­beits­spei­chers an.

Der Sys­tem­typ von Win­dows ent­schei­det, ob Sie mehr als 4 GB Ar­beits­spei­cher nut­zen kön­nen, denn erst ab 64 Bit ist das der Fall.

Bei Be­darf lässt sich der vir­tu­el­le Ar­beits­spei­cher in sei­ner Grö­ße an­pas­sen oder so­gar auf ei­ne an­de­re Plat­te ver­schie­ben.

In­tel hat mit ARK ei­ne aus­führ­li­che Pro­dukt­da­ten­bank, die un­ter

an­de­rem auch die ma­xi­ma­le RAM-Un­ter­stüt­zung an­zeigt.

Die kryp­ti­schen An­ga­ben des Ar­beits­spei­chers er­klärt: Für mehr Leis­tung sind ein ho­her Ar­beits­takt und ei­ne gro­ße Ka­pa­zi­tät wich­tig.

Schon am Auf­kle­ber auf den Spei­cher­rie­geln er­ken­nen Sie die Spe­zi­fi­ka­tio­nen des Ar­beits­spei­chers.

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