Po­wer-Tipps für Bios und Uefi

Gra­tis: Tem­po-Tu­ning für lh­ren PC

PC-WELT - - Vorderseite - FRIED­RICH STIE­MER

DAS BIOS (Ba­sic In­put Out­put Sys­tem) ist fes­ter Be­stand­teil je­des Com­pu­ters und sorgt di­rekt nach dem Ein­schal­ten da­für, dass das Sys­tem die Hard­ware rich­tig er­kennt und der Start des Be­triebs­sys­tems kor­rekt er­folgt. Mitt­ler­wei­le wur­de die an­ge­staub­te Ba­sis-Soft­ware durch Uefi (Uni­fied Ex­ten­si­ble Firm­ware In­ter­face) ab­ge­löst.

Uefi: Vor- und Nach­tei­le der mo­der­nen Firm­ware

Bios und Uefi sor­gen aber nicht nur für ei­nen rei­bungs­lo­sen PC-Start: Je nach Rech­ner ver­fü­gen sie über Über­tak­tungs­as­sis­ten­ten, ver­schie­de­ne Be­triebs­pro­fi­le und Si­cher­heits­fea­tures. Wel­che das sind­wie Sie die­ses grund­le­gen­de Mi­ni­be­triebs­sys­tem ge­fahr­los auf dem ak­tu­el­len Stand hal­ten. Das mo­der­ne­re Uefi ar­bei­tet grund­sätz­lich ge­nau­so wie das Bios, kann aber mit ei­ner grö­ße­ren Funk­ti­ons­viel­falt auf­war­ten. Es ar­bei­tet schnel­ler und be­sitzt ei­ne be­nut­zer­freund­li­che, gra­fi­sche Nut­zer­ober­flä­che, die sich auch mit der Maus be­die­nen lässt. Hin­zu kommt die Un­ter­stüt­zung von Fest­plat­ten mit mehr als 2,2 TB Spei­cher­ka­pa­zi­tät so­wie mo­der­nen Pro­zes­sor­ar­chi­tek­tu­ren wie mo­bi­len ARM-Chips. Und durch die Mög­lich­keit, mehr als 1 MB Ar­beits­spei­cher zu adres­sie­ren, las­sen sich et­wa RAM-Test­pro­gram­me oder Flas­hTools be­reits ab Werk in Uefi in­te­grie­ren. Das neue­re Sys­tem bringt al­ler­dings auch ei­ni­ge Nach­tei­le mit: Das par­al­le­le In­stal­lie­ren meh­re­rer Be­triebs­sys­te­me ist um­ständ­li­cher, au­ßer­dem un­ter­stützt Uefi nur 64-Bit-Ver­sio­nen. Auch in Sa­chen Si­cher­heit ha­ben vie­le Ex­per­ten noch Be­den­ken, denn durch die Netz­werk­un­ter­stüt­zung könn­te sich Schad­soft­ware be­reits beim Sys­tem­start ein­nis­ten. Auch ei­ne Ver­schlüs­se­lung ist (noch) nicht ge­ge­ben.

Äl­te­re Be­triebs­sys­te­me und die Uefi-Firm­ware

Wie oben an­ge­spro­chen, ist Uefi ei­gent­lich nicht zu Be­triebs­sys­te­men mit ei­ner 32-Bit-Sys­tem- ar­chi­tek­tur kom­pa­ti­bel. Der Grund liegt in der Par­ti­tio­nie­rung der Boot­fest­plat­te. Das ein­fa­che Bios nutzt den so­ge­nann­ten Mas­ter Boot Re­cord (MBR), der mit Hil­fe von 32-Bit-Wer­ten er­stellt wur­de und des­halb ma­xi­mal 2 TB gro­ße Fest­plat­ten un­ter­stützt. Uefi hin­ge­gen setzt pri­mär auf das Par­ti­tio­nie­rungs­sche­ma GPT (GUID Par­ti­ti­on Ta­ble) und nutzt 64-Bit-Wer­te. Da­mit lässt sich in der Theo­rie auch Spei­cher mit meh­re­ren Mil­li­ar­den Te­ra­byte Ka­pa­zi­tät an­spre­chen. Doch 32-Bit-Be­triebs­sys­te­me sind wei­ter­hin sehr weit ver­brei­tet, vor al­lem bei Bu­si­ness-PCs. Da­mit Uefi auch mit äl­te­ren Be­triebs­sys­te­men läuft, ver­fügt die Firm­ware über ein Kom­pa­ti­bi­li­täts­mo­dul na­mens Com­pa­ti­bi­li­ty Sup­port Mo­du­le (CSM): Da­mit emu­liert das Uefi das frü­he­re Bios, um das Sys­tem auch mit 32-Bit-Be­triebs­sys­te­men lauf­fä­hig zu ma­chen. Rein op­tisch macht es kei­ner­lei Un­ter­schied, ob der PC im an­ge­pass­ten Bios- oder im ech­ten Uefi-Mo­dus ar­bei­tet. In wel­chem Mo­dus Ihr Com­pu­ter ar­bei­tet, fin­den Sie fol­gen­der­ma­ßen her­aus: Star­ten Sie die Win­dows-Ein­ga­be­auf­for­de­rung mit Ad­mi­nis­tra­tor­rech­ten, tip­pen Sie „bcde­dit“ein, und be­stä­ti­gen Sie mit der Re­turnTas­te. Im Ab­schnitt „Win­dows-Start­la­de­pro­gramm“lässt sich un­ter „path“der ent­schei­den-

„Das Wich­tigs­te beim Firm­ware-Up­date ist im­mer, dass Sie die rich­ti­ge Ver­si­on für Ihr Main­board ha­ben.“

de Pfad fin­den, der dar­über Aus­kunft gibt, in wel­chem Firm­ware-Mo­dus Ihr PC ar­bei­tet. Steht dort et­was an­de­res als „\WIN­DOWS\sys­tem32\win­load.efi“, nut­zen Sie den Kom­pa­ti­bi­li­täts­mo­dus CSM. In dem Fall fehlt Ih­nen je­doch die wich­ti­ge Uefi-Op­ti­on „Se­cu­re Boot“. Was die­se leis­tet, le­sen Sie im Fol­gen­den.

So in­stal­lie­ren Sie Win­dows im ech­ten Uefi-Mo­dus

Möch­ten Sie ei­nen neu­en PC auf­set­zen und Win­dows 7 oder 8 in­stal­lie­ren, dann er­folgt die In­stal­la­ti­on im vor­hin an­ge­spro­che­nen Kom­pa­ti­bi­li­täts­mo­dus CSM. Um Win­dows im Ue­fiMo­dus zu in­stal­lie­ren, ge­hen Sie fol­gen­der­ma­ßen vor: Le­gen Sie Ihr Win­dows-In­stal­la­ti­ons­me­di­um (USB-Stick oder CD) ein und ru­fen das Me­nü zur Boot­aus­wahl auf, in­dem Sie di­rekt nach dem Ein­schal­ten des Sys­tems die ent­spre­chen­de Tas­te drü­cken. Je nach Her­stel­ler kann das F8, Entf oder auch die Ta­bu­la­tor-Tas­te sein – Ge­naue­res fin­den Sie bei­spiels­wei­se im Hand­buch. Im Aus­wahl­me­nü wäh­len Sie die Win­dow­sIn­stal­la­ti­on, vor der „UEFI:“steht, denn nur dann er­folgt das Auf­spie­len im Uefi-Mo­dus.

Für ei­nen si­che­ren Start: Uefi und Se­cu­re Boot

Die Uefi-ex­klu­si­ve Funk­ti­on Se­cu­re Boot soll für ei­nen si­che­ren Start des PCs sor­gen. Das Fea­tu­re ver­hin­dert, dass sich Schad­soft­ware be­reits beim Ein­schalt­vor­gang ein­nis­tet und schon vor dem La­den des Be­triebs­sys­tems sein Un­we­sen trei­ben kann – bei­spiels­wei­se, in­dem es Si­cher­heits­me­cha­nis­men de­ak­ti­viert. In der Pra­xis er­folgt die Um­set­zung mit ei­nem di­gi­ta­len Schlüs­sel. Se­cu­re Boot prüft beim La­de­vor­gang, ob wich­ti­ge Soft­ware­be­stand­tei­le wie der Boot­loa­der über ei­nen ent­spre­chen­den Schlüs­sel ver­fü­gen, und lei­tet dann erst den Start ein. Das La­den von Soft­ware oh­ne ei­nen der­ar­ti­gen Schlüs­sel wird ri­go­ros un­ter­bun­den. Das sorgt oft da­für, dass sich bei­spiels­wei­se ei­ni­ge Li­nu­xDis­tri­bu­tio­nen oder an­de­re Be­triebs­sys­te­me nicht vom USB-Stick star­ten las­sen, da der Schlüs­sel fehlt. Se­cu­re Boot lässt sich aber im Uefi ab­schal­ten, um auch un­si­gnier­te Be­triebs- sys­te­me la­den zu kön­nen: Die ent­spre­chen­de Op­ti­on fin­den Sie in den meis­ten Fäl­len in der Ka­te­go­rie „Boot“.

Ak­tu­el­le Firm­ware: So ge­lingt das Up­date von Bios und Uefi

Ge­nau wie je­de an­de­re Soft­ware lässt sich das Bios oder Uefi mit ei­ner neue­ren Ver­si­on ak­tua­li­sie­ren, um bei­spiels­wei­se ak­tu­el­le Hard­ware zu un­ter­stüt­zen, neue Funk­tio­nen zu er­hal­ten oder sta­bi­ler zu ar­bei­ten. Doch Vor­sicht: Wenn das Up­date schief­geht, kann das üb­le Fol­gen für Ih­ren PC ha­ben. Das geht über ei­nen in­sta­bi­len Be­trieb bis hin zum De­fekt des Com­pu­ters. Dar­um soll­ten Sie sich vor ei­nem Up­date Ge­dan­ken ma­chen, ob Sie die Ak­tua­li­sie­rung wirk­lich brau­chen – wenn Ihr PC ein­wand­frei und stabil ar­bei­tet, dann ist im Prin­zip kei­ne neue Ver­si­on not­wen­dig. Wenn Sie al­ler­dings Hard­ware wie ei­ne neue­re CPU oder ak­tu­el­len Ar­beits­spei­cher ein­set­zen möch­ten, die erst durch ein Up­date zu Ih­rem Main­board kom­pa­ti­bel wer­den, dann ist ein Up­date sinn­voll. Das Wich­tigs­te beim Up­date ist im­mer: Stel­len Sie ab­so­lut si­cher, dass Sie die rich­ti­ge Ver­si­on für Ihr Main­board ha­ben – hier­für be­nö­ti­gen Sie die ex­ak­te Mo­dell­be­zeich­nung Ih­rer Haupt­pla­ti­ne. Für Be­sit­zer von Selbst­bau-PCs ist das ein­fa­cher, da sie die Hard­ware selbst zu­sam­men­ge­stellt ha­ben. Ei­gen­tü­mer von Kom­plet­tPCs wie von Me­di­on oder Dell müs­sen ein kos­ten­lo­ses Tool von ei­nem Dritt­an­bie­ter zu Ra­te zie­hen, wie bei­spiels­wei­se CPU-Z (auf Heft-DVD). Nach der In­stal­la­ti­on zeigt Ih­nen das Pro­gramm in der Re­gis­ter­kar­te „Main­board“den Na­men Ih­res Mo­ther­boards und auch die Ver­si­ons­num­mer von Ih­rem Bios re­spek­ti­ve Uefi an. Grund­sätz­lich er­hal­ten Sie das zu­ge­hö­ri­ge Up­date nur beim Her­stel­ler des Kom­plett­sys­tems, bei­spiels­wei­se Me­di­on oder Dell. Denn gar nicht so sel­ten han­delt es sich bei den ein­ge­bau­ten Main­boards um Son­der­an­fer­ti­gun­gen der Haupt­pla­ti­nen­pro­du­zen­ten, die oft um ei­ni­ge Funk­tio­nen und Schnitt­stel­len re­du-

ziert sind – des­halb ist auch ei­ne spe­zi­el­le Bi­o­sVer­si­on not­wen­dig. Wei­ter­hin ist es sehr wich­tig, dass Sie den Up­date­vor­gang nicht un­ter­bre­chen! Ein vor­zei­ti­ger Ab­bruch der Ak­tua­li­sie­rung kann zur Fol­ge ha­ben, dass der PC nicht mehr star­tet.

Bios- und Uefi-Up­date mit Hil­fe von Her­stel­ler­tools

In der Re­gel bie­ten die Haupt­pla­ti­nen­her­stel­ler ein kos­ten­lo­ses Win­dows-Pro­gramm an, das sich die kor­rek­te Ver­si­on au­to­ma­tisch von den Ser­vern holt und an­schlie­ßend auch die Ak­tua­li­sie­rung vor­nimmt. Neue­re Main­boards bie­ten be­reits ein in­te­grier­tes Firm­ware-Up­date­tool an, das sich im Bios re­spek­ti­ve Uefi fin­den lässt. Bei Asus nennt es sich „EZ-Flash“, bei Gi­ga­byte „Q-Flash“und bei MSI „M-Flash“. Ne­ben der In­stal­la­ti­on aus dem In­ter­net ha­ben Sie auch die Mög­lich­keit, das Up­date mit ei­nem Spei­cher­me­di­um wie ei­nem USB-Stick durch­zu­füh­ren, auf dem sich die vor­ab her­un­ter­ge­la­de­ne Firm­ware­ver­si­on be­fin­det. Für die Er­ken­nung des Sticks ist es nö­tig, dass des­sen Da­tei­sys­tem FAT32 und der Na­me der neu­en Bios-Da­tei ma­xi­mal acht Zei­chen (oh­ne Da­tei­en­dung) lang ist. Den USB-Stick kön­nen Sie in das kor­rek­te Da­tei­sys­tem for­ma­tie­ren, in­dem Sie mit ei­nem Rechtsklick auf das Lauf­werk im Win­dows-Ex­plo­rer das Kon­text­me­nü auf­ru­fen und „For­ma­tie­ren“wäh­len. Ach­tung: Das Sys­tem löscht da­bei al­le Da­ten auf dem Stick! Teu­re­re Main­boards hin­ge­gen ha­ben ein zwei­tes Bios oder Uefi in ei­nem se­pa­ra­ten Chip ge­spei­chert, um das Sys­tem bei Be­darf wie­der­her­zu­stel­len. Die­se „Du­al-Bios“oder „DualUe­fi“ge­nann­te Zweit­ver­si­on lässt sich oft nicht über­schrei­ben oder ak­tua­li­sie­ren und ent­hält die Ver­si­on, die der Her­stel­ler bei der Fer­ti­gung des Main­boards auf­ge­spielt hat und die so­mit ga­ran­tiert funk­tio­niert.

Bios und Uefi auf Werks­ein­stel­lun­gen zu­rück­set­zen

Al­le Ein­stel­lun­gen, die Sie im Bios oder Uefi vor­neh­men, spei­chert die Firm­ware im so­ge- nann­ten CMOS (Com­ple­men­ta­ry me­tal-oxi­des­e­mi­con­duc­tor), ge­nau­er ge­sagt in­ner­halb ei­nes SRAM-Spei­cher­bau­steins, der sich di­rekt auf der Haupt­pla­ti­ne be­fin­det. Ge­nau die­ser Spei­cher lässt sich lö­schen, falls es auf­grund von fal­schen Ein­stel­lun­gen zu Feh­lern im Boo­tvor­gang kommt. Nach dem Lö­schen ar­bei­tet das Bios re­spek­ti­ve Uefi wie­der mit Werks­ein­stel­lun­gen. Doch auch beim Ein­set­zen von neu­er Hard­ware wie et­wa Ar­beits­spei­cher kann es so­gar Vor­aus­set­zung sein, die Firm­ware zu­rück­zu­set­zen. In der Pra­xis exis­tie­ren zwei We­ge, das CMOS zu­rück­zu­set­zen: Durch das Drü­cken ei­nes Knop­fes oder durch das Ver­set­zen ei­nes Jum­pers. Im Hand­buch Ih­res Main­boards fin­den Sie die Her­an­ge­hens­wei­se für Ihr Sys­tem. Vor dem Lö­schen des CMOS tren­nen Sie Ih­ren Rech­ner kom­plett vom Strom­netz und drü­cken ei­ni­ge Ma­le auf den Ein­schalt­knopf Ih­res PCs – auf die­se Wei­se ent­la­den sich al­le noch even­tu­ell auf­ge­la­de­nen Kon­den­sa­to­ren. Ver­fügt Ihr Mo­ther­board über ei­ne Tas­te für das Zu­rück­set­zen des CMOS, dann drü­cken Sie dar­auf. Meist be­fin­det sich der Knopf di­rekt auf der Pla­ti­ne oder an der I/O-Blen­de. Er­folgt die Lö­schung über ei­nen Jum­per, dann ge­hen Sie Schritt für Schritt nach der An­lei­tung Ih­res Hand­bu­ches vor. In der Re­gel müs­sen Sie hier­für le­dig­lich den Jum­per von der Pin-Steck­leis­te ver­set­zen und dann wie­der in die Aus­gangs­po­si­ti­on ste­cken. Wenn hin­ge­gen oh­ne Ihr Zu­tun stän­dig die Ein­stel­lun­gen Ih­res Bios oder Uefi ver­lo­ren ge­hen, dann könn­te sich die Ener­gie der Main­board-Knopf­bat­te­rie dem En­de zu­nei­gen. Denn die­se Stütz­bat­te­rie sorgt da­für, dass der PC auch im aus­ge­schal­te­ten Zu­stand die vor­ge­nom­me­nen Ein­stel­lun­gen be­hält. Ein Wech­sel der Bat­te­rie sorgt hier für Ab­hil­fe – in der Re­gel han­delt es sich um den Typ CR2032, der nur we­ni­ge Euro kos­tet.

Ein­schrän­kun­gen bei Bios/Uefi in Kom­plett- und Selbst­bau-PCs

Her­stel­ler von Kom­plett-PCs ver­wen­den oft Main­board-Son­der­an­fer­ti­gun­gen, die nicht re­gu­lär im Han­del ver­füg­bar sind. Die­se Mo­del­le un­ter­schei­den sich von den frei käuf­li­chen Ver­sio­nen in der Aus­stat­tung: Die An­zahl der Schnitt­stel­len fällt ge­rin­ger aus, oder Zu­satz­fea­tures wie Blue­tooth oder WLAN feh­len. Und auch das Bios selbst ist in sei­nem Funk­ti­ons­um­fang be­schnit­ten und meist nur auf das Nö­tigs­te wie die Up­datemög­lich­keit be­schränkt. Der Grund für den Ein­bau die­ser ab­ge­speck­ten Main­boards liegt auf der Hand: Nur so lässt sich ein güns­ti­ger Preis rea­li­sie­ren. Be­sit­zer von Selbst­bau­sys­te­men sind von die-

sen Ein­schrän­kun­gen nicht be­trof­fen und kön­nen Bios oder Uefi nach ih­ren Wün­schen ein­stel­len. Je nach Preis­klas­se und Aus­füh­rung bie­ten Main­boards mehr oder we­ni­ger Ana­ly­se- und Ein­stell­mög­lich­kei­ten für Tem­pe­ra­tu­ren, Lüf­ter­dreh­zah­len und Spe­zi­fi­ka­tio­nen Ih­rer Hard­ware. Mit von der Par­tie sind auch Pro­gram­mas­sis­ten­ten, die Ihr Sys­tem au­to­ma­tisch über­tak­ten, lei­ser be­trei­ben oder so­gar Strom spa­ren.

Mehr Tem­po: Den PC per Uefi-Tu­ning über­tak­ten

Die Über­tak­tungs­as­sis­ten­ten ha­ben je nach Her­stel­ler un­ter­schied­li­che Na­men. MSI nennt sei­nen bei­spiels­wei­se „OC Ge­nie“, bei Asus heißt er „EZ Tu­ning Wi­zard“. Im Prin­zip funk­tio­nie­ren die­se Tools al­le gleich: Sie ent­hal­ten Ein­stel­lun­gen, die der Her­stel­ler in sei­nen Tests mit ver­schie­de­nen Kom­po­nen­ten ge­prüft und ab­ge­spei­chert hat. Je nach Kon­fi­gu­ra­ti­on wen­det der Over­clo­cking-As­sis­tent die­se Ein­stel­lun­gen dann nach ein paar Maus­klicks an. Zu den Än­de­run­gen ge­hö­ren De­tails wie das An­he­ben des CPU-Mul­ti­pli­ka­tors, Ver­än­dern von Span­nungs­wer­ten des Pro­zes­sors und Ein­stel­len der Ti­mings des Ar­beits­spei­chers so­wie die Um­dre­hungs­ge­schwin­dig­kei­ten der Lüf­ter, um im rich­ti­gen Mo­ment für ei­ne aus­rei­chen­de Wär­me­ab­fuhr zu sor­gen. Ins­be­son­de­re für Ein­stei­ger sind die­se As­sis­ten­ten zu emp­feh­len, da das Sys­tem sich bei In­sta­bi­li­tät oder Ab­stür­zen wie­der zu­rück­set­zen lässt oder es so­gar au­to­ma­tisch tut. Oft las­sen sich so­gar ver­schie­de­ne Leis­tungs­stu­fen wäh­len, um den PC nur be­hut- sam oder auch deut­lich zu über­tak­ten. Un­ser Tipp: Pro­bie­ren Sie erst ein­mal die nied­rigs­te Über­tak­tungs­stu­fe aus, und tes­ten Sie die­se Ein­stel­lun­gen ei­ni­ge St­un­den, in­dem Sie den PC re­gu­lär nut­zen. Beim Über­tak­ten soll­ten Sie aber stets dar­auf ach­ten, dass für aus­rei­chend Küh­lung ge­sorgt ist, da die Wär­me­ent­wick­lung da­bei deut­lich an­steigt. Be­rück­sich­ti­gen Sie auch, dass durch die hö­he­re Re­chen­leis­tung der Strom­ver­brauch steigt. Noch de­tail­lier­te­re Ein­stel­lun­gen sind nur den Ober­klas­se-Main­boards für Ga­mer und Over­clo­cker vor­be­hal­ten. Die­se Mo­del­le kos­ten bis zu 500 Euro und sind mit spe­zi­el­len Kom­po­nen­ten aus­ge­stat­tet, die hö­he­re Tem­pe­ra­tu­ren, ei­ne sta­bi­le­re Strom­ver­sor­gung so­wie ei­ne län­ge­re Halt­bar­keit er­mög­li­chen sol­len. Ei­ni­ge Main­board-Mo­del­le bie­ten wei­te­re Be­triebs­pro­fi­le an: So­ge­nann­te Eco-Mo­di sor­gen zum Bei­spiel da­für, dass der Pro­zes­sor es mit den Tur­bo-Takt­ra­ten nicht über­treibt. Wei­ter­hin sor­gen sol­che Pro­fi­le da­für, dass der PC sich bei Nicht­nut­zung noch schnel­ler in den en­er­gie­spa­ren­den Stand­by be­gibt. Ei­ni­ge Her­stel­ler ge­hen so­gar so weit, dass das Main­board in sol­chen Pro­fi­len je nach Aus­las­tung auch die Span­nun­gen so weit wie mög­lich ab­senkt.

Start­si­cher­heit: Pass­wort­schutz für Bios und Uefi ak­ti­vie­ren

Mit Hil­fe ei­ner Pass­wort­ein­ga­be las­sen sich die Firm­ware und der PC selbst vor un­be­fug­ten Zu­grif­fen schüt­zen. Da­mit nie­mand Ih­re Bios-/ Uefi-Ein­stel­lun­gen än­dern kann, le­gen Sie un­ter „Se­cu­ri­ty“ein Ad­mi­nis­tra­tor- oder Su­per­vi­sor-Pass­wort fest – je nach Main­board-Her­stel­ler va­ri­iert die­se Be­zeich­nung. Möch­ten Sie noch ei­ne Stu­fe wei­ter­ge­hen und den ge­sam­ten PC mit ei­ner Kenn­wort­ein­ga­be schüt­zen, die di­rekt nach dem Ein­schal­ten auf­taucht, dann kön­nen Sie ein „User-“, „Sys­tem-“oder „Start-“Pass­wort ver­ge­ben. Doch wie­gen Sie sich da­mit nicht in ab­so­lu­ter Si­cher­heit: Durch ei­nen Bios-Re­set stellt das Main­board wie­der al­le Stan­dard­ein­stel­lun­gen wie­der her und löscht so­mit auch das Pass­wort.

Den Com­pu­ter schnel­ler boo­ten las­sen

Die Firm­ware führt in der Re­gel ei­ni­ge kur­ze Tests durch, um die Funk­ti­ons­tüch­tig­keit der Hard­ware si­cher­zu­stel­len. Die­se Tests las­sen sich auch über­sprin­gen, um wert­vol­le Se­kun­den zu spa­ren und den PC um bis zu 70 Pro­zent schnel­ler star­ten zu las­sen: Ak­ti­vie­ren Sie hier­für die Op­ti­on „Fast Boot“oder „Quick Boot“, die sich in den „Ad­van­ced Bios Fea­tu­res“oder auch un­ter „Boot“fin­den lässt. Noch wei­ter be­schleu­ni­gen lässt sich der Start­vor­gang, wenn Sie die Boo­trei­hen­fol­ge op­ti­mie­ren, in­dem Sie die Sys­tem­fest­plat­te an ers­te Stel­le set­zen. So­mit prüft die Firm­ware gar nicht erst, ob es even­tu­ell von ei­nem USB-Stick oder ei­ner CD boo­ten soll. Al­ler­dings ist die­se Op­ti­on wie­der zu­rück­zu­stel­len, falls Sie bei­spiels­wei­se von ei­nem die­ser Me­di­en star­ten möch­ten.

Nur wenn Sie bei der Win­dows-In­stal­la­ti­on den Ein­trag mit „UEFI:“wäh­len, er­folgt die In­stal­la­ti­on des Be­triebs­sys­tems im Uefi-Mo­dus.

Die Uefi-Op­ti­on „Se­cu­re Boot“lässt sich auch de­ak­ti­vie­ren, eben­so der Bios-Kom­pa­ti­bi­li­täts­mo­dus CSM.

Über ei­nen ein­fa­chen Kon­so­len­be­fehl fin­den Sie her­aus, ob Ihr PC im Uefi-Mo­dus ar­bei­tet – die­ser hier tut es bei­spiels­wei­se nicht.

Lin­kes Bild: Über ei­nen ein­fa­chen Tas­ten­druck set­zen Sie das CMOS zu­rück. Im rech­ten Bild müs­sen Sie hier­für den Jum­per set­zen.

Dank ent­spre­chen­den Her­stel­ler­tools lässt sich die Firm­ware auch auf dem Desk­top ak­tua­li­sie­ren: Die rich­ti­ge Ver­si­on sucht sie sich auch gleich raus.

Über­tak­tung per As­sis­tent: Im lin­ken Bild wäh­len Sie den Über­tak­tungs­grad, hier für was­ser­ge­kühl­te PCs, rechts se­hen Sie die Auf­lis­tung al­ler ent­spre­chen­den Än­de­run­gen, die die Firm­ware dann selbst durch­führt.

Für zu­sätz­li­che Si­cher­heit und um die Bios-Ein­stel­lun­gen ge­gen Ma­ni­pu­la­ti­on zu schüt­zen, kön­nen Sie auch ein Pass­wort für den Bios-Zu­gang ver­ge­ben.

„Fast Boot“über­springt ei­ni­ge Funk­ti­ons­tests, um den PC schnel­ler zu star­ten – bis zu 70 Pro­zent Zei­ter­spar­nis sind mög­lich!

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.