Initia­ti­ve ge­gen „in­di­vi­dua­li­sier­te“On­line­prei­se

PC-WELT - - Ratgeber / Internet -

Wäh­rend beim Le­bens­mit­tel­dis­coun­ter oder an der Tank­stel­le (zur sel­ben Zeit) al­le Kun­den für die glei­che Wa­re das Glei­che zah­len, gilt das nicht im In­ter­net. Der „fal­sche“Wohn­ort, die Re­cher­che vom „fal­schen“End­ge­rät – beim Sur­fen mit dem Ta­blet oder Smart­pho­ne wer­den häu­fig hö­he­re Prei­se an­ge­zeigt als am PC – füh­ren plötz­lich zu hö­he­ren Prei­sen, wie un­ser On­li­ne­rat­ge­ber ( www. pcwelt.de/2098975) er­klärt. Das gilt eben­falls für das er­neu­te Auf­ru­fen ei­ner Preis­re­cher­che (nach­dem zu­vor schon Coo­kies ge­setzt wur­den). Ge­gen sol­che Prak­ti­ken will die nord­rhein-west­fä­li­sche Lan­des­re­gie­rung nun vor­ge­hen. Der zu­stän­di­ge Mi­nis­ter für Ver­brau­cher­schutz Jo­han­nes Rem­mel (Grü­ne) spricht sich für ein­heit­li­che Prei­se im On­line­han­del aus und prüft des­halb Ge­set­ze ge­gen in­di­vi­dua­li­sier­te Prei­se. ak­ti­vier­ten Zu­satz­leis­tun­gen. Gera­de den letz­ten Schritt beim Be­zah­len soll­ten Kun­den be­son­ders gut kon­trol­lie­ren. Die be­reits zi­tier­te Stu­die zu den On­line­preis­ver­glei­chen ( www. pcwelt.de/xopVW4) nennt Bei­spie­le, bei de­nen der Flug­preis bei der Wahl ei­nes gän­gi­gen Zah­lungs­mit­tels plötz­lich um 40 bis 50 Eu­ro steigt – sicht­bar erst im al­ler­letz­ten Schritt.

Rechts­fra­gen: Preis­ak­tua­li­tät, Best­preis­ga­ran­tie und die Klau­seln

Ob­wohl der Bun­des­ge­richts­hof schon im Jahr 2010 ho­he An­for­de­run­gen an die Ak­tua­li­tät der On­line­preis­an­ga­ben ge­stellt hat­te, stimm­ten bei un­se­ren Re­cher­chen die an­ge­zeig­ten Prei­se zum Teil über Ta­ge hin­weg nicht mit den tat­säch­li­chen der On­line­händ­ler über­ein. Die Por­ta­le ver­su­chen mit Klau­seln wie „Preis kann jetzt hö­her sein“, recht­lich auf der si­che­ren Sei­te zu sein, man­che Prei­se blie­ben aber trotz mehr­fa­cher Ak­tua­li­sie­rung falsch. Recht­lich ist der Kun­de da macht­los, sind sich Li­na Eh­rig, Lei­te­rin Team Di­gi­ta­les und Me­di­en beim Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band, und Tat­ja­na Halm, Ju­ris­tin bei der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bay­ern, ei­nig. Glei­ches gel­te eben­falls für ei­nen Wer­be­spruch wie die „Nir­gend­woGüns­ti­ger-Ga­ran­tie“, wie ihn Check24 ver­wen­det. Da­ge­gen könn­ten le­dig­lich die Kar­tell­be­hör­den vor­ge­hen, wie sie das im Vor­jahr ge­gen die Rei­se­bu­chungspor­ta­le Boo­king.com so­wie HRS auch ge­tan ha­ben. Bis­lang noch nicht ent­schie­den wur­de über ei­ne Kla­ge des Bun­des­ver­bands Deut­scher Ver­si­che­rungs­kauf­leu­te (BVK) ge­gen Check24. Der BVK ver­langt von dem Ver­gleich­spor­tal ei­ne kla­re­re Kenn­zeich­nung als Ver­si­che­rungs­mak­ler so­wie der Tat­sa­che, dass das Un­ter­neh­men Pro­vi­sio­nen von den Ver­si­che­run­gen er­hält. Un­ter­des­sen will die EU die Ver­gleich­spor­ta­le zu mehr Trans­pa­renz zwin­gen und hat da­zu ei­nen 10-Punk­te-Ka­ta­log auf­ge­legt. Zum Schluss soll ein Hin­weis nicht feh­len: Mit­un­ter er­scheint Check24 selbst im Preis­ver­gleich, agiert recht­lich dem Kun­den ge­gen­über al­so als Ver­käu­fer. Un­ser Pro­be­kauf funk­tio­nier­te an­stands­los, die Rech­nung kam tat­säch­lich von Check24, ver­schickt wur­de die Wa­re je­doch von ei­nem an­de­ren On­line­händ­ler.

Im­mer­hin ein Hin­weis, wenn­gleich kein ab­schlie­ßen­der. Denn ei­ne Ver­mitt­lungs­pro­vi­si­on er­hält Ve­ri­vox si­cher nicht nur bei die­sem ei­nen Ta­rif, son­dern eben­so bei (fast) al­len vor­ge­schla­ge­nen An­ge­bo­ten.

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