Das Recht auf Pri­vat­ko­pi­en

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Rechts­an­walt Chris­ti­an Sol­me­cke von der Köl­ner Me­di­en­rechts­kanz­lei Wil­de Beu­ger Sol­me­cke er­klärt, was es mit dem Ur­he­ber­recht und Pri­vat­ko­pi­en auf sich hat. Ge­mäß § 15 Ur­hG hat al­lein der Ur­he­ber das Recht, sein Werk zu ver­wer­ten, da­zu zählt auch die Ver­viel­fäl­ti­gung. Ei­ne Ein­schrän­kung des § 15 Ur­hG ist die „Ver­viel­fäl­ti­gung zum pri­va­ten und sons­ti­gen ei­ge­nen Ge­brauch“aus § 53 Ur­hG. Die­se „Pri­vat­ko­pie“ist ei­ne so­ge­nann­te Schran­ken­be­stim­mung des Ur­he­ber­rechts, wel­che das grund­sätz­lich aus­schließ­li­che Ver­viel­fäl­ti­gungs­recht des Ur­he­bers (§§ 15 Abs. 2 Nr. 1, 16 Ur­hG) ein­schränkt. Seit dem 1. Ja­nu­ar 2008 sind ne­ben Pri­vat­ko­pi­en, die von „of­fen­sicht­lich rechts­wid­rig her­ge­stell­ten Vor­la­gen“ge­macht wur­den, auch von „of­fen­sicht­lich rechts­wid­rig öf­fent­lich zu­gäng­lich ge­mach­ten Vor­la­gen“er­stell­te Pri­vat­ko­pi­en ver­bo­ten. Al­ler­dings kann im In­ter­net meist nicht über­prüft wer­den, ob ei­ne Da­tei recht­mä­ßig an­ge­bo­ten wird, wes­halb die Re­le­vanz die­ser Ein­schrän­kung durch­aus frag­lich ist. Ei­ne Pri­vat­ko­pie darf so­wohl mit ana­lo­gen als auch mit di­gi­ta­len Mit­teln an­ge­fer­tigt wer­den. Die Ver­viel­fäl­ti­gung darf nur zum pri­va­ten Ge­brauch her­ge­stellt wer­den; da­mit ist ei­ne Nut­zung für kom­mer­zi­el­le Zwe­cke aus­ge­schlos­sen (§ 53 Abs. 1). Ei­ne Wei­ter­ga­be an Drit­te ist zu­läs­sig, aber nur, wenn die Ko­pi­en im pri­va­ten Um­feld ver­blei­ben. Dar­über hin­aus darf die Vor­la­ge nicht of­fen­sicht­lich rechts­wid­rig her­ge­stellt wor­den sein. Das Pro­blem ist, dass die Gren­zen die­ser Be­stim­mung kaum ab­seh­bar sind. Ziel des Ge­setz­ge­bers bei der Set­zung der Be­stim­mung war es, On­li­ne­tausch­bör­sen bes­ser zu er­fas­sen. Um­strit­ten ist, wie vie­le Ko­pi­en her­ge­stellt wer­den dür­fen. Nach ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs aus dem Jahr 1978 wird häu­fig die An­sicht ver­tre­ten, dass bis zu sie­ben Ko­pi­en zu­läs­sig sei­en, al­ler­dings ent­schied das Gericht nur, dass nicht mehr als sie­ben Ko­pi­en zu­läs­sig sei­en. Zu be­rück­sich­ti­gen ist auch, dass der Ge­setz­ge­ber in den §§ 95a ff. Ur­hG die tech­ni­schen Schutz­maß­nah­men ge­re­gelt hat, da­nach ist es un­zu­läs­sig, ei­nen wirk­sa­men Ko­pier­schutz zu um­ge­hen.

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