Net­flix, Spo­ti­fy & Sky übe­r­all

Be­zahl­te Strea­m­ing­diens­te las­sen sich zu­künf­tig auch wäh­rend des Ur­laubs im eu­ro­päi­schen Aus­land nut­zen. Ganz schafft die EU das Geo­blo­cking dann aber doch nicht ab.

PC-WELT - - News / Geoblocking - VON PE­TER STELZEL- MORA­WI­ETZ

DAS SOLL ES AB dem nächs­ten Jahr nicht mehr ge­ben: Da möch­te man im Ur­laub wie ge­wohnt sei­ne Mu­sik strea­men, sei­nen Sport­sen­der se­hen oder ein­fach wei­ter sei­ne Se­ri­en schau­en, doch Ton und Bild funk­tio­nie­ren im Aus­land nicht. Denn bis­her ist selbst bei be­zahl­ten, le­ga­len Abo­diens­ten meist an den Lan­des­gren­zen Schluss. Häu­fig be­grün­det sich die­ses so­ge­nann­te Geo­blo­cking durch feh­len­de Über­tra­gungs- und Ur­he­ber­rech­te. Zu­min­dest für die Be­zahl­in­hal­te soll die­se Sper­re ab dem kom­men­den Jahr weg­fal­len. Dar­auf ha­ben sich jetzt das Eu­ro­pa­par­la­ment, die EU-Staa­ten und die EU-Kom­mis­si­on im Grund­satz jetzt ge­ei­nigt. Wer zu Hau­se für ein Abo bei Spo­ti­fy, Sky, Net­flix und ähn­li­chen Strea­m­in­gdi­ens­ten oder auch für On­li­ne-Spie­le zahlt, wird die­se in min­des­tens dem glei­chen Um­fang in al­len Län­dern der Eu­ro­päi­schen Uni­on se­hen, hö­ren oder nut­zen kön­nen.

Neu­re­ge­lung nur für Be­zahl­in­hal­te

Völ­lig ab­ge­schafft ist das Geo­blo­cking da­mit aber nicht, denn für kos­ten­lo­se Streams wie die wer­be­fi­nan­zier­te Gra­tis­mu­sik von Spo­ti­fy gilt die Neu­re­ge­lung nicht. Eben­so we­nig üb- ri­gens für das öf­fent­lich-recht­li­che Fern­se­hen via IP-TV, denn auch hier steht das Ur­he­ber­recht der län­der­über­grei­fen­den Ver­brei­tung un­ter Um­stän­den ent­ge­gen. Die Sen­der kön­nen vor­be­halt­lich der Ur­he­ber­rech­te selbst ent­schei­den, wo sie was aus­strah­len. Hin­ter­grund die­ser un­ter­schied­li­chen Hand­ha­bung ist, dass die An­bie­ter der Be­zahl­diens­te ab 2018 ge­ra­de kei­ne zu­sätz­li­chen Li­zen­zen fürs Aus­land er­wer­ben müs­sen, so­lan­ge sich ih­re Kun­den dort nur vor­über­ge­hend auf­hal­ten. Ähn­li­che Re­ge­lun­gen gel­ten nach Ab­schaf­fung der Roa­ming­ge­büh­ren von die­sem Som­mer an auch beim Mo­bil­funk: Wer bei­spiels­wei­se in Ita­li­en lebt, darf dort nicht dau­er­haft über deut­sche Mo­bil­funk-Pro­vi­der te­le­fo­nie­ren, nur weil die­se güns­ti­ger sind. Was die­se „zeit­wei­li­ge“Nut­zung ge­nau be­deu­tet, wur­de aber noch nicht fest­ge­legt. Bei den frei ver­füg­ba­ren In­hal­ten bleibt da­mit eben­so wie bei An­ge­bo­ten aus an­de­ren Mit­glieds­staa­ten jen­seits des Hei­mat­lan­des zu­nächst al­les beim Al­ten: Es bleibt den An­bie­tern vor­be­hal­ten, was sie an­bie­ten und was nicht. Un­klar ist der­zeit noch, wie es mit dem Be­zahl­abo beim Schwei­zer IP-TV-An­bie­ter Zat- too steht: Das wer­de erst „in den nächs­ten Wo­chen und Mo­na­ten“ent­schie­den, teil­te das Un­ter­neh­men auf An­fra­ge mit.

Geo­blo­cking ab 2018 auf­ge­bo­ben

Bis­lang han­delt es sich bei al­lem um ei­ne grund­sätz­li­che Ei­ni­gung ( www.pcwelt.de/2k49 we), al­so ei­ne Art Ab­sichts­er­klä­rung. Die for­mel­len Be­stä­ti­gun­gen des Eu­ro­pa­par­la­ments und des Eu­ro­pa­rats ste­hen je­doch noch aus. So­fern die­se in Kür­ze er­fol­gen, kann die neue Re­ge­lung schon An­fang des nächs­ten Jah­res in Kraft tre­ten. Bis da­hin bleibt Ur­lau­bern, die im EU-Aus­land nicht auf ih­re Lieb­lings­streams ver­zich­ten möch­ten, nur der Griff in die Trick­kis­te. Da­zu ge­hört ins­be­son­de­re, über ein vir­tu­el­les pri­va­tes Netz­werk (VPN) die aus­län­di­sche IP-Adres­se zu ver­schlei­ern. Un­ter Win­dows ist das kos­ten­los mit dem Brow­ser Ope­ra ( www.ope­ra. com) mög­lich, für An­dro­id und iOS ste­hen ne­ben den Ope­ra-Apps vie­le wei­te­re, zum Teil kos­ten­pflich­ti­ge VPN-Apps zur Ver­fü­gung. Und wer zu Hau­se ei­ne Fritz­box hat, kann auch den AVM-Rou­ter für ei­ne VPN-Ver­bin­dung ein­rich­ten ( www.pcwelt.de/2219353).

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