In­ter­net­tu­ning: Star­ten Sie den DSL-Tur­bo!

Wenn selbst bei schnel­ler DSLLei­tung Vi­deo­st­reams sto­cken oder In­ter­net­te­le­fo­na­te ab­bre­chen, hel­fen die rich­ti­gen Ein­stel­lun­gen am Rou­ter

PC-WELT - - Inhalt - VON THO­MAS RAU

MEIN WLAN SOLL schnel­ler wer­den! Si­cher ha­ben auch Sie schon mit viel Auf­wand ver­sucht, das Funk­netz zu be­schleu­ni­gen: Mit Tu­ningtools, ei­nem neu­en Rou­ter oder Re­pea- tern. Da­bei ist in den meis­ten Fäl­len im­mer noch die Band­brei­te des In­ter­net­zu­gangs der wah­re Fla­schen­hals. Des­halb ist nicht in ers­ter Li­nie das WLAN schuld, wenn Down­loads lah­men, Strea­m­ing­vi­de­os ru­ckeln oder VoIP-Te­le­fo­na­te un­ver­ständ­lich sind. Das Pro­blem ver­schärft sich na­tür­lich in ei­nem gro­ßen Heim­netz, wo vie­le ver­schie­de­ne Ge­rä­te und An­wen­der gleich­zei­tig In­ter­net­band­brei­te für sich be­an­spru­chen. Als Lö­sung ein­fach die In­ter­net­band­brei­te auf­zu­sto­cken, das geht auch nicht im­mer: Zum ei­nen kos­ten schnel­le­re Zu­gän­ge mehr Geld; zum an­de­ren sind sie auch nicht im­mer und über­all ver­füg­bar. Doch es gibt auch ei­ne Gra­tis­lö­sung: Ihr Rou­ter bie­tet sehr wahr­schein­lich zahl­rei­che Op­tio­nen, um den Da­ten­ver­kehr vom und ins In­ter­net zu be­schleu­ni­gen. Die­se Ein­stel­lun­gen be­ein­flus­sen die Qua­li­ty of Ser­vice (QoS) der On­li­ne­ver­bin­dung: Da­mit wei­sen Sie den Rou­ter an, wich­ti­ge Da­ten­pa­ke­te schnel­ler zu be­för­dern als sol­che, bei de­nen Ih­nen ein lang­sa­me­rer Trans­fer kaum auf­fällt – er soll sich al­so zum Bei­spiel zu­erst um ein Strea­m­ing­vi­deo oder ein VoIP-Te­le­fo­nat küm­mern als um den Ver­sand ei­ner Mail. Sie bau­en

„Mit den rich­ti­gen Rou­terEin­stel­lun­gen ha­ben wich­ti­ge Pro­gram­me Vor­fahrt beim In­ter­net­zu­griff.“

al­so nicht wie mit ei­nem schnel­le­ren In­ter­net­ta­rif ei­ne brei­te­re Stra­ße, son­dern räu­men die lin­ke Spur für die schnel­len Au­tos frei. Wir zei­gen, wo Sie beim Rou­ter am bes­ten an­set­zen, um die QoS op­ti­mal zu nut­zen, wel­che Ein­stel­lun­gen wirk­lich mehr Speed brin­gen und von wel­chen Sie bes­ser die Fin­ger las­sen soll­ten.

Für VoIP und IPTV: Au­to­ma­ti­sches In­ter­net­tu­ning mit der Fritz­box

Im On­li­ne­all­tag ist es vor al­lem wich­tig, dass VoiP-Te­le­fo­na­te vom Rou­ter be­vor­zugt be­han­delt wer­den. Zwar be­nö­ti­gen die Sprach­da­ten­pa­ke­te kei­ne ho­he Band­brei­te – sie müs­sen aber schnell und voll­stän­dig beim Emp­fän­ger an­kom­men, sonst klin­gen Ge­sprä­che ver­zerrt oder ab­ge­hackt. Bei ei­ni­gen Rou­tern wird des­halb In­ter­net­te­le­fo­nie in den QoS-Ein­stel­lun­gen ab Werk prio­ri­siert – zum Bei­spiel bei der Fritz­box. Sie fin­den die ent­spre­chen­de Op­ti­on im Rou­ter-Me­nü un­ter „In­ter­net –> Fil­ter“im Rei­ter „Prio­ri­sie­rung“. Ne­ben der In­ter­net­te­le­fo­nie bie­tet die Fritz­box noch für IPTV, al­so den Fern­seh­emp­fang übers In­ter­net, ei­ne QoS-Op­ti­on ab Werk. Sie soll den Da­ten­trans­fer zwi­schen Rou­ter und der Se­tTop-Box für IPTV be­vor­zugt be­han­deln, wenn die Set-Top-Box per WLAN mit der Fritz­box ver­bun­den ist. Ge­hen Sie da­für im Rou­terMe­nü zu „WLAN –> Funk­ka­nal“, und kli­cken Sie auf „Wei­te­re Ein­stel­lun­gen“. Im aus­klap­pen­den Me­nü mar­kie­ren Sie die Op­ti­on „WLANÜber­tra­gung für Li­ve-TV op­ti­mie­ren“.

Fritz­box an­pas­sen: So er­stel­len Sie ei­ge­ne Tem­po­re­geln

Wol­len Sie an­de­ren An­wen­dun­gen Vor­rang beim On­li­ne­zu­griff ge­ben, müs­sen Sie ei­ge­ne QoS-Re­geln in der Fritz­box de­fi­nie­ren. Das er­le­di­gen Sie im Me­nü „In­ter­net –> Fil­ter“, in­dem Sie den Rei­ter „Prio­ri­sie­rung“auf­ru­fen. Mit ei­ner QoS-Re­gel kön­nen Sie ent­we­der Da­ten be­vor­zu­gen, die von ei­nem be­stimm­ten Netz­werk­ge­rät aus die Fritz­box er­rei­chen, oder Sie le­gen fest, dass al­le Da­ten ei­ner be­stimm­ten An­wen­dung prio­ri­siert über­tra­gen wer­den. Da­bei kön­nen Sie die Ge­rä­te oder An­wen­dun­gen in ei­ne von drei Ge­schwin­dig­keits­klas­sen ein­tei­len: In der Ka­te­go­rie „Echt­zeit­an­wen­dun­gen“ord­nen Sie al­les ein, was un­be­dingt so­fort über­tra­gen wer­den soll. Die­sen An­wen­dun­gen und Ge­rä­ten teilt die Fritz­box im­mer so viel Band­brei­te zu, wie sie ak­tu­ell be­nö­ti­gen – sie sind da­mit auf der Über­hol­spur un­ter­wegs. Die­se Ka­te­go­rie eig­net sich ne­ben der In­ter­net­te­le­fo­nie zum Bei­spiel für Vi­deo­st­rea­m­ing. Wäh­len Sie aber nur be­stimm­te An­wen­dun­gen oder Ge­rä­te aus, denn die ver­füg­ba­re Band­brei­te wird un­ter al­len Re­geln die­ser Ka­te­go­rie auf­ge­teilt. Ha­ben Sie zu vie­le kon­kur­rie­ren­de Di­ens­te als Echt­zeit­an­wen­dung de­fi­niert, brem­sen sich die­se ge­gen­sei­tig aus. Al­ler­dings wird die In­ter­net­te­le­fo­nie von der Fritz­box im­mer be­vor­zugt und soll da­mit auch funk­tio­nie­ren, wenn die Band­brei­te kom­plett aus­ge­las­tet ist. In die Ka­te­go­rie „Prio­ri­sier­te An­wen­dun­gen“tra­gen Sie Di­ens­te ein, die nicht un­be­dingt ho­he Band­brei­te, aber ei­ne schnel­le Re­ak­ti­ons­zeit be­nö­ti­gen – zum Bei­spiel On­li­ne­spie­le oder VPN-An­wen­dun­gen. Für sie re­ser­viert die Fritz­box 90 Pro­zent der ver­füg­ba­ren Upload-Band­brei­te, so­fern nicht Di­ens­te lau­fen, die Sie als Echt­zeit­an­wen­dung de­fi­niert ha­ben. In die drit­te Tem­po­klas­se „Hin­ter­grund­an­wen­dun­gen“ord­nen Sie Di­ens­te ein, die nicht zeit­kri­tisch sind. Die müs­sen sich im­mer hin­ten an­stel­len und kön­nen auf die­se Wei­se kei­ne Band­brei­te ab­knap­sen, die ak­tu­ell ei­gent­lich an­de­re Pro­gram­me bes­ser brau­chen könn­ten. Nur wenn Band­brei­te ver­füg­bar ist, kom­men sie zum Zug. Hier sind zum Bei­spiel Up­dateDi­ens­te oder Peer-to-Peer-Pro­gram­me gut auf­ge­ho­ben. Wenn Sie in der Fritz­box ei­nen Gast­zu­gang ein­ge­rich­tet ha­ben, soll­ten Sie sich auch die Op­ti­on „Ge­schwin­dig­keit im Heim­netz“an­schau­en, die ab Fritz-OS 6.80 ver­füg­bar ist.

Wenn Sie die­se Funk­ti­on ak­ti­vie­ren, kön­nen Sie ei­nen fes­ten An­teil der Band­brei­te – zwi­schen 100 und 10 Pro­zent – für Ge­rä­te im Heim­netz re­ser­vie­ren. Da­mit kön­nen Sie ver­mei­den, dass ei­ne in­ten­si­ve Nut­zung des Gas­tWLANs den In­ter­net­zu­gang der Heim­netz­ge­rä­te aus­bremst.

Fritz­box: Aus­rei­chend Band­brei­te für je­des Pro­gramm

Ei­ge­ne Re­geln für QoS le­gen Sie in der Fritz­box im Me­nü „In­ter­net –> Fil­ter, Prio­ri­sie­rung“fest. Wenn Sie sich ent­schie­den ha­ben, in wel­che QoS-Klas­se Sie ein Ge­rät oder ei­ne An­wen­dung ein­ord­nen wol­len, kli­cken Sie in die­sem Ab­satz rechts auf „Neue Re­gel“. Nun wäh­len Sie aus, ob Sie al­le An­wen­dun­gen, die auf ei­nem be­stimm­ten Netz­werk­rech­ner lau­fen, be­vor­zu­gen wol­len oder ei­ne be­stimm­te An­wen­dung, die auf meh­re­ren Netz­werk­ge­rä­ten zum Ein­satz kommt. Nut­zen Sie zum Bei­spiel Vi­deo­st­rea­m­ing nur über den Smart-TV oder spie­len Sie aus­schließ­lich an ei­ner Kon­so­le, bie­tet es sich an, dass die Fritz­box die­se Ge­rä­te be­vor­zugt. In die­sem Fall klap­pen Sie das obe­re Me­nü „Al­le Ge­rä­te“aus und wäh­len das Heim­netz­ge­rät, das die Fritz­box be­vor­zu­gen soll. Ha­ben Sie ein Ge­rät fest­ge­legt, er­scheint rechts da­ne­ben des­sen ak­tu­el­le IP-Adres­se. Wird das Heim­netz­ge­rät nicht an­ge­zeigt, kön­nen Sie auch ma­nu­ell sei­ne IP-Adres­se ein­ge­ben, in­dem Sie den Me­nü­punkt „ma­nu­el­le Ein­ga­be der IP-Adres­se“aus­wäh­len. Soll die Fritz­box Da­tei­en für ein be­stimm­tes Pro­gramm be­vor­zugt trans­por­tie­ren, klap­pen Sie das un­te­re Me­nü aus: Die Fritz­box bie­tet Ih­nen zahl­rei­che vor­de­fi­nier­te An­wen­dun­gen zur Aus­wahl. Wäh­len Sie die pas­sen­de aus, und be­stä­ti­gen Sie mit „OK“. Sie kön­nen na­tür­lich auch bei­de An­ga­ben kom­bi­nie­ren – zum Bei­spiel falls ein Down­load per Peer-to-PeerSoft­ware nur be­schleu­nigt wer­den soll, wenn die­se An­wen­dung auf ei­nem be­stimm­ten Rech­ner im Heim­netz läuft. Fehlt im Aus­klapp­me­nü ein Pro­gramm, das Sie ger­ne prio­ri­sie­ren wür­den, müs­sen Sie die An­wen­dung zu­sätz­lich ein­tra­gen. Da­zu wech­seln Sie zum Me­nü-Rei­ter „Lis­ten“und kli­cken auf „Netz­werk­an­wen­dung hin­zu­fü­gen“. Ver­ge­ben Sie nun ei­nen Na­men für die An­wen­dung. An­schlie­ßend kli­cken Sie auf „Neu­es Pro­to­koll“. In die­sem Me­nü le­gen Sie das Pro­to­koll fest, das der Di­enst nutzt, und tra­gen die Ports oder Port­be­rei­che ein, über die die Fritz­box die Da­tei­en der An­wen­dung emp­fängt („Qu­ell­port“) und ins In­ter­net wei­ter­gibt („Ziel­port“). Ob die Fritz­box die QoS-Re­geln auch brav an­wen­det, kön­nen Sie im On­li­ne­mo­ni­tor des Rou­ters über­prü­fen, den Sie im Me­nü un­ter „In­ter­net“fin­den. Dort zeigt die Fritz­box in ei­ner Gra­fik die ma­nu­el­le Aus­las­tung der In­ter­net­ver­bin­dung für Down­stream und Upst­ream an. Für die QoS-Re­geln fin­den Sie fünf ver­schie­de­ne Far­ben im Upst­ream-Dia­gramm: Hell­blau steht für Echt­zeit­an­wen­dun­gen, Hell­braun für prio­ri­sier­te An­wen­dun­gen. Grü­ne Li­ni­en be­zeich­nen den Traf­fic, den An­wen­dun­gen er­zeu­gen, für die kei­ne QoSRe­gel ge­setzt ist, dun­kel­blau er­schei­nen die Hin­ter­grund­an­wen­dun­gen. Wenn Sie noch ei­ne ma­gen­ta­far­be­ne Li­nie se­hen, läuft ge­ra­de Upst­ream-Traf­fic aus dem Gast­netz über die Fritz­box.

Tem­po­tipps für die Rou­ter der Pro­vi­der

Die Rou­ter, die Sie di­rekt vom In­ter­net­pro­vi­der zu Ih­rem Ta­rif da­zu er­hal­ten, bie­ten meist kei­ne Ein­stel­lun­gen für Qua­li­ty of Ser­vice. QoS fehlt zum Bei­spiel den Speed­port-Rou­tern der Te­le­kom oder der Ea­sy­box 804 von Vo­da­fo­ne. Beim Speed­port Hy­brid der Te­le­kom kön­nen Sie im­mer­hin be­ein­flus­sen, über wel­che Tech­nik der DSL-LTE-Kom­bi­rou­ter Da­ten­pa­ke­te be­för­dern soll. Hier geht es vor al­lem um die La­tenz (Ping), mit der Da­ten wei­ter­ge­lei­tet wer­den: Sie ist bei DSL grund­sätz­lich ge­rin­ger als bei LTE. Wol­len Sie al­so zum Bei­spiel bei On­li­ne­spie­len Ih­re Sieg­chan­cen er­hö­hen, kön­nen Sie fest­le­gen, dass der Spie­le-PC aus­schließ­lich per DSL ins In­ter­net geht. Da­zu öff­nen Sie das Me­nü des Speed­port Hy­brid und ge­hen ins Me­nü „In­ter­net –> In­ter­net­ver­bin­dung“. Dort kli­cken Sie auf „LTE de­ak­ti­vie­ren oder Aus­nah­men hin­zu­fü­gen“. Wäh­len Sie „Neue Aus­nah­me­re­gel“, be­nen­nen Sie die Re­gel, und stel­len Sie als Art der Re­gel die Op­ti­on „Ge­rä­te im LAN um­lei­ten“ein. Dar­un­ter wäh­len Sie das Ge­rät aus, für das der aus­schließ­li­che DSL-Zu­griff gel­ten soll. Be­en­den Sie den Vor­gang mit „Spei­chern“.

TP-Link, Asus und Net­ge­ar: Tem­potricks für be­lieb­te WLAN-Rou­ter

Wel­che QoS-Funk­tio­nen Sie tat­säch­lich ein­stel­len kön­nen, wenn sie kei­ne Fritz­box ha­ben, hängt vom Me­nü Ih­res Rou­ters und des­sen Firm­ware­ver­si­on ab. Bei ak­tu­el­len Rou­tern von TP-Link fin­den Sie den Me­nü­punkt „QoS“, in­dem Sie in der obers­ten Zei­le auf „Er­wei­tert“kli­cken. Zu­nächst müs­sen Sie nun QoS ak­ti­vie- ren, in­dem Sie das ent­spre­chen­de Käst­chen an­kli­cken. Da­ten­pa­ke­te für VoIP-Te­le­fo­nie be­vor­zugt der TP-Link-Rou­ter, wenn Sie in der Zei­le „VoIP-QoS“auf „Ak­ti­vie­ren“kli­cken. An­de­re Ge­rä­te oder An­wen­dun­gen kön­nen Sie in ei­ne der drei Prio­ri­sie­rungs­stu­fen Hoch, Mit­tel und Nied­rig ein­sor­tie­ren: Der Rou­ter re­ser­viert für je­de Stu­fe ei­nen fes­ten An­teil der On­li­ne­band­brei­te: Da­zu müs­sen Sie zu­nächst das Down- und Uploadt­em­po Ih­res In­ter­net­an­schlus­ses ein­tra­gen. Mit ei­nem Klick auf „Er­wei­tert“öff­nen Sie ein Me­nü, in dem Sie per Schie­be­schal­ter den pro­zen­tua­len An­teil der Band­brei­te für je­de Stu­fe fest­le­gen. Über „Hin­zu­fü­gen“kön­nen Sie nun be­stimm­te Heim­netz­ge­rä­te oder An­wen­dun­gen ei­ner Prio­ri­täts­stu­fe hin­zu­fü­gen, in­dem Sie nach ei­nem Klick auf „Hin­zu­fü­gen“ent­we­der „Ge­rä­te­be­zo­gen“oder „Ap­pli­ka­ti­ons­be­zo­gen“aus­wäh­len. Der Rou­ter bie­tet Vor­ein­stel­lun­gen für be­stimm­te Pro­gram­me, et­wa Face­book, Sky­pe oder Whatsapp. Ist ein ge­wünsch­tes Pro­gramm nicht in der Lis­te ent­hal­ten, kön­nen Sie die QoS-Da­ten­bank des Rou­ters ak­tua­li­sie­ren. La­den Sie da­zu ei­ne neue Da­ten­bank­ver­si­on von der Her­stel­ler-Web­sei­te her­un­ter, und füh­ren Sie das Up­date über „QoS –> Da­ten­bank“durch. Bei Rou­tern von Asus kön­nen Sie ent­schei­den, ob der Rou­ter sich au­to­ma­tisch um QoS küm­mern soll oder ob Sie selbst Re­geln da­für de­fi­nie­ren. Zu­nächst müs­sen Sie aber QoS ein­schal­ten: Das er­le­di­gen Sie im Rou­ter-Me­nü un­ter „Da­ten­vo­lu­men-Ma­na­ger, Smart QoS ak­ti­vie­ren“. An­schlie­ßend tra­gen Sie die Down- und Upload-Band­brei­te Ih­res In­ter­net­zu­gangs ein. Beim ad­ap­ti­ven QoS kön­nen Sie nur die Prio­ri- tät von Pro­gramm­ka­te­go­ri­en ver­än­dern – zum Bei­spiel: Spie­len, Vi­deo­st­rea­m­ing und VoIP. Sie ha­ben aber kei­nen Ein­fluss dar­auf, wel­che An­wen­dun­gen der Asus-Rou­ter ei­ner Ka­te­go­rie zu­ord­net. Beim tra­di­tio­nel­len QoS set­zen Sie ei­ge­ne Re­geln: Wäh­len Sie rechts oben aus dem Drop-down-Me­nü „Be­nut­zer­spe­zi­fi­sche QoS-Re­geln“, und ge­ben Sie den Na­men des Pro­gramms, die IP-Adres­se des Heim­netz­ge­rä­tes, auf dem es läuft, so­wie Ziel­port und Pro­to­koll an. An­schlie­ßend ord­nen Sie die An­wen­dung ei­ner von fünf Prio­ri­täts­stu­fen zu. Spei­chern Sie die Re­gel mit „An­wen­den“. Im Me­nü „Be­nut­zer­spe­zi­fi­sche Prio­ri­tä­ten“le­gen

Sie fest, wie viel Down­load- und Upload-Band­brei­te ei­ner be­stimm­ten Prio­ri­täts­stu­fe ma­xi­mal zu­steht. Auch bei Net­ge­ar kön­nen Sie QoS dem Rou­ter über­las­sen: Im Rou­ter-Me­nü heißt die­se Funk­ti­on „Dy­na­mic QoS“. Wäh­len Sie „Ad­van­ce QoS“, dann dür­fen Sie selbst Re­geln er­stel­len. Das QoS-Me­nü fin­den Sie zum Bei­spiel beim Night­hawk R7000 un­ter „Er­wei­tert –> Kon­fi­gu­rie­ren –> QoS-Ein­rich­tung“. Hier müs­sen Sie zu­nächst ei­nen Ha­ken bei „QoS ak­ti­vie­ren“set­zen, und da­nach kli­cken Sie auf „Über­neh­men“. Der Rou­ter be­nö­tigt an­schlie­ßend In­fos zu Ih­rer Down- und Upload-Band­brei­te: Die kön­nen Sie bei Dy­na­mic QoS ent­we­der über den in­te­grier­ten Ge­schwin­dig­keits­test er­mit­teln las­sen oder selbst ein­tra­gen. An­schlie­ßend soll­ten Sie die QoS-Da­ten­bank des Rou­ters ak­tua­li­sie­ren. Da­mit er­hält der Rou­ter Vor­ga­ben, wel­che An­wen­dun­gen er prio­ri­sie­ren soll. Beim R7000 gibt es al­ler­dings schon seit Län­ge­rem kei­ne Da­ten­bank-Up­dates mehr, so­dass Sie sinn­vol­ler­wei­se ei­ge­ne Re­geln er­stel­len: Wenn Sie „Ad­van­ce QoS“ wäh­len, se­hen Sie zu­nächst ei­ne vor­sor­tier­te Lis­te, in der der Rou­ter wich­ti­ge An­wen­dun­gen be­reits in ei­ne von vier Prio­ri­täts­stu­fen ein­sor­tiert hat. Die kön­nen Sie be­ar­bei­ten oder über „Hin­zu­fü­gen“um wei­te­re Pro­gram­me in ei­ner be­stimm­ten Stu­fe er­gän­zen. Statt ein­zel­ner An­wen­dun­gen kön­nen Sie über die Op­ti­on „QoS nach Ge­rät“ein­zel­ne Heim­netz­ge­rä­te oder per „QoS by LAN Port“ei­nen be­stimm­ten Netz­werk­an­schluss be­vor­zu­gen, über den ein PC oder NAS mit dem Rou­ter ver­bun­den ist.

Spe­zi­al­fall IPTV: So be­schleu­ni­gen Sie In­ter­net­fern­se­hen

Be­son­de­re Schwie­rig­kei­ten ha­ben vie­le Rou­ter mit In­ter­net­fern­se­hen, wie es bei­spiels­wei­se die Te­le­kom mit En­ter­tain TV an­bie­tet. Die Pro­ble­me ent­ste­hen da­durch, dass die IPTV-Pa­ke­te als Mul­ti­cast ver­schickt wer­den: Al­le Emp­fän­ger er­hal­ten so gleich­zei­tig die­sel­ben Da­ten vom Sen­der, was die Netz­last im In­ter­net nied­rig hält. Doch im Heim­netz be­steht die Ge­fahr, dass die­se Da­ten an al­le Ge­rä­te hin­ter dem Rou­ter ver­teilt wer­den, ob­wohl sie nur sehr we­ni­ge – zum Bei­spiel die Set-Top-Box am Fern­se­her – tat­säch­lich brau­chen. Da­mit das nicht pas­siert, muss der Rou­ter an sei­nen LAN- und WLAN-Ver­bin­dun­gen die Mul­ti­cast-Pa­ke­te in Uni­cast-Pa­ke­te über­set­zen, die dann nur an be­stimm­te Ge­rä­te wei­ter­ge­schickt wer­den. Die Speed­port-Rou­ter der Te­le­kom be­herr­schen das von Haus aus, die Fritz­box bie­tet da­für die an­ge­spro­che­ne Op­ti­on „WLAN-Über­tra­gung für Li­ve-TV op­ti­mie­ren“. Auch an­de­re Rou­ter kön­nen Sie für die Über­tra­gung von IPTV op­ti­mie­ren: Ak­ti­vie­ren Sie da­zu im Me­nü Op­tio­nen, die IGMP Pr­o­xy, IGMP Sno­o­ping oder ähn­lich hei­ßen. Bei ak­tu­el­len Asus-Rou­tern fin­den Sie die­se zum Bei­spiel un­ter „Er­wei­ter­te Ein­stel­lun­gen –> LAN -> IPTV“. Bei ei­nem ak­tu­el­len TP-Link-Rou­ter schau­en Sie un­ter „Er­wei­tert –> Netz –> In­ter­net“. Dort ak­ti­vie­ren Sie die Op­ti­on „IGMP-Pr­o­xy“. Beim Net­ge­ar Night­hawk R7000 bei­spiels­wei­se ge­hen Sie zu „Er­wei­tert –> Kon­fi­gu­rie­ren –> WANKon­fi­gu­ra­ti­on“. Ent­fer­nen Sie dann den Ha­ken bei „IGMP-Pr­o­xy de­ak­ti­vie­ren“.

Au­to­ma­ti­sche Rou­ter-Funk­ti­on für IPTV: Mit ei­ner spe­zi­el­len Me­nü-Op­ti­on sor­gen Sie in der Fritz­box da­für, dass In­ter­net­fern­se­hen im­mer stö­rungs­frei per WLAN über­tra­gen wird.

Wie schnell die Fritz­box Da­ten ein­zel­ner An­wen­dun­gen oder be­stimm­ter Netz­werk­ge­rä­te be­ar­bei­tet, le­gen Sie im Me­nü „Prio­ri­sie­run­gen“fest.

Die Fritz­box bie­tet für zahl­rei­che Pro­gram­me ei­ne Vor­ein­stel­lung. Wei­te­re Tools, die die Fritz­box per Qua­li­ty of Ser­vice beim In­ter­net­zu­gang be­vor­zu­gen soll, tra­gen Sie im Rou­ter-Me­nü als Netz­werk­an­wen­dung nach.

Mit ei­ner Aus­nah­me­re­gel le­gen Sie im Speed­port Hy­brid bei­spiels­wei­se fest, dass ein be­stimm­ter Heim­netz-PC aus­schließ­lich über die DSL-Ver­bin­dung on­li­ne geht.

Ei­ni­ge Pro­gram­me bie­tet die Fritz­box in ei­ner Vor­aus­wahl an. Da­mit der Rou­ter die­se be­schleu­nigt, müs­sen Sie kei­ne zu­sätz­li­chen In­for­ma­tio­nen ein­ge­ben.

Ak­tu­el­le Rou­ter von TP-Link bie­ten zahl­rei­che Vor­ein­stel­lun­gen, um Da­ten wich­ti­ger Pro­gram­me mit Prio­ri­tät zu über­tra­gen. Sie kön­nen sie auch an­pas­sen und neue Re­geln fest­le­gen.

Bei vie­len Rou­tern kön­nen Sie An­wen­dun­gen in Tem­po­st­u­fen ein­sor­tie­ren, da­mit der Rou­ter ih­re Da­ten ent­spre­chend prio­ri­siert. Bei Net­ge­ar nennt sich dies „War­te­schlan­ge“.

Bei WLAN-Rou­tern von Net­ge­ar kön­nen Sie die not­wen­di­gen In­fos zur Band­brei­te des In­ter­net­an­schlus­ses mit ei­nem ein­ge­bau­ten Test er­mit­teln.

Die pas­sen­den Ein­stel­lun­gen für In­ter­net­fern­se­hen sind bei vie­len Rou­tern tief im Me­nü ver­steckt. Bei Asus-Rou­tern fin­den Sie sie bei­spiels­wei­se in den er­wei­ter­ten Ein­stel­lun­gen für den LAN-An­schluss.

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