Ih­re Da­ten 100% si­cher

So kön­nen Sie spu­ren­los sur­fen, al­le Da­ten si­cher ver­schlüs­seln, Er­pres­ser­vi­ren aus­trick­sen, Pass­wör­ter si­chern und ein au­to­ma­ti­sches Back­up er­stel­len

PC-WELT - - Inhalt - VON ARNE AR­NOLD

DA­TEN SIND VIEL WERT. Sie ha­ben ei­nen per­sön­li­chen Wert, et­wa wenn es um die Fotos aus dem letz­ten Ur­laub geht. Und sie ha­ben ei­nen fi­nan­zi­el­len Wert. Wenn ein Er­pres­ser­vi­rus Ih­re Fotos ver­schlüs­selt, ver­langt der Schädling meist meh­re­re hun­dert Eu­ro für die Ent­schlüs­se­lung. Auch für ein Wer­be­netz­werk sind Ih­re Da­ten wert­voll und es zahlt für In­for­ma­tio­nen er­staun­lich ho­he Sum­men. Ein Da­ten­pro­fil von Ih­nen ist zu­meist deut­lich mehr wert als Ih­re ge­stoh­le­ne Kre­dit­kar­ten­num­mer. Die­se bringt auf dem Schwarz­markt nur zwi­schen ei­nem und fünf US-Dol­lar. Da­ge­gen sol­len laut dem Si­cher­heits­spe­zia­lis­ten McA­fee ( www.mca­fee.com) me­di­zi­ni­sche Da­ten, wie Sie et­wa Fit­ness- und Ge­sund­heits-Apps sam­meln, 15 bis 20 US-Dol­lar wert sein. Ein gut aus­ge­stat­te­tes Da­ten­pro­fil mit Al­ter, Be­ruf, Hob­bys et ce­te­ra ist leicht 50 US-Dol­lar wert. Ein Groß­teil die­ser Da­ten lässt sich schon beim Sur­fen im In­ter­net ab­grei­fen. So kommt es lei­der im­mer wie­der vor, dass Tools Sie über­wa­chen und die Da­ten dann ver­kau­fen. Das war bei­spiels­wei­se bei der Brow­ser-Er­wei­te­rung WOT ( www.pcwelt. de/2232336) der Fall. Mit den fol­gen­den Tipps kön­nen Sie bei­des schüt­zen: Ih­re Da­tei­en und Ih­re per­sön­li­chen Da­ten.

„Ein gu­tes Back­up Ih­rer Da­tei­en soll­te eben­so selbst­ver­ständ­lich sein wie der Schutz Ih­rer Pri­vat­sphä­re.“

An­onym sur­fen: Die bes­ten Tools, Tipps und Tricks

Grund­sätz­lich gilt na­tür­lich: Je we­ni­ger Sie von sich im In­ter­net ver­ra­ten, des­to we­ni­ger Da­ten kann man über Sie sam­meln. Die­se Da­ten-

ent­halt­sam­keit un­ter­stüt­zen Sie zu­sätz­lich, wenn Sie sich von den ge­nutz­ten On­li­ne­diens­ten im­mer ab­mel­den. Ha­ben Sie bei­spiels­wei­se Face­book be­sucht, dann schlie­ßen Sie am En­de nicht ein­fach den Tab, son­dern mel­den Sie sich ab. Das gilt auch für sämt­li­che an­de­re Di­ens­te. So wird es für die Wer­be­netz­wer­ke schwie­ri­ger, Ih­rer Da­ten­spur zu fol­gen. Dar­über hin­aus gilt: Der Da­ten­sam­mel­wut der Wer­be­in­dus­trie kön­nen Sie am bes­ten ent­ge­hen, wenn Ihr Sys­tem beim Sur­fen mög­lichst ver­wech­sel­bar ist. Ih­re Soft­ware muss zu die­sem Zweck ge­sichts­los wer­den, da­mit Ihr Surf­ver­hal­ten nicht sinn­voll spei­cher­bar ist. Ein Test der ame­ri­ka­ni­schen Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Elec­tro­nic Fron­tier Foun­da­ti­on (EFF) er­gab aber, dass acht von zehn Brow­sern di­gi­ta­le Fin­ger­ab­drü­cke ih­rer Be­nut­zer er­mög­li­chen, an­hand de­rer sich ein­zel­ne Per­so­nen zu­rück­ver­fol­gen las­sen. Wenn Sie Ih­ren ei­ge­nen Brow­ser tes­ten wol­len, geht das über die Web­site https://pan­op­ti­click.eff.org. Da­ten­ar­me Brow­ser Tor und Cli­qz: Der Brow­ser Tor (auf der Plus-DVD 1) ver­schlei­ert Ih­re IP-Adres­se (sie­he un­ten) und ist auf Da­ten­spar­sam­keit hin ge­trimmt. Al­ler­dings ist das Sur­fen über das Tor-Netz­werk oft lang­sam und des­halb für vie­le Nut­zer nicht at­trak­tiv. Ei­ne flot­te Al­ter­na­ti­ve da­zu bie­tet der noch recht neue Brow­ser Cli­qz (Down­load un­ter: www.cli­qz.com) aus Deutsch­land. Der Brow­ser soll ganz auf Da­ten­ar­mut hin ge­trimmt sein. Die IP-Adres­se ist je­doch nicht ver­schlei­ert. Dies lässt sich aber über ein VPN-Tool (sie­he un­ten) er­le­di­gen. Surf­spu­ren be­sei­ti­gen: Für den Fall, dass Sie bei Ih­rem be­währ­ten Brow­ser blei­ben wol­len, kön­nen Sie zu­min­dest Ih­re Surf­spu­ren be­sei­ti­gen. Da­bei hilft das Tool Gla­ry Tracks Era­ser (auf Plus-DVD 1). So kön­nen an­de­re Be­nut­zer an Ih­rem PC Ihr Surf­ver­hal­ten nicht aus­spio­nie­ren. Des Wei­te­ren er­schwe­ren Sie es durch das Lö­schen von Coo­kies auch den Wer­be­netz­wer­ken, Ih­re Da­ten­spur auf­zu­zeich­nen. IP-Adres­se: Wenn Sie Ih­re IP-Adres­se ver­schlei­ern, dann sind Sie schwe­rer iden­ti­fi­zier- bar. Für das Sur­fen al­lein lässt sich die IP-Adres­se kom­for­ta­bel mit Zen­ma­te, ei­ner Brow­ser-Er­wei­te­rung, (auf Plus-DVD 1) ver­schlei­ern. In der Gra­tis-Ver­si­on wird Wer­bung an­ge­zeigt. Die Brow­ser-Er­wei­te­rung gibt es für Chro­me, Fi­re­fox und Ope­ra. Sie be­sticht durch ih­re sehr ein­fa­che Hand­ha­bung. Das Tool baut nach ei­ner ein­fa­chen In­stal­la­ti­on und An­mel­dung ei­ne ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dung zum VPN-Ser­ver von Zen­ma­te im In­ter­net auf. Wenn Sie Ih­re IP-Adres­se nicht nur beim Sur­fen, son­dern auch bei der Be­nut­zung von an­de­ren On­line­pro­gram­men ver­schlei­ern wol­len, be­nö­ti­gen Sie den kos­ten­pflich­ti­gen Zen­ma­te

VPN-Cli­ent für Win­dows (auf der Plus-DVD 1). Si­cher­heits­bo­xen: Wer be­reit ist, auch et­was mehr Geld für den Schutz sei­ner Pri­vat­sphä­re zu in­ves­tie­ren, der kann sich ei­ne Si­cher­heits­box zu­le­gen. Die­se er­schwert es den Wer­be­netz­wer­ken deut­lich, Ih­re Da­ten zu sam­meln. Sie schlie­ßen die Si­cher­heits­box ein­fach di­rekt an Ih­ren Rou­ter an. An­schlie­ßend läuft bei­na­he der kom­plet­te Da­ten­ver­kehr über die neue Box. So kann sie für An­ony­mi­tät beim Sur­fen sor­gen und dar­über hin­aus ei­nen Groß­teil der Wer­bung von Web­sites fil­tern. Emp­feh­lens­wert sind bei­spiels­wei­se der Eblo­cker Pro und die Trust­box. Eblo­cker be­sticht durch ei­ne sehr ein­fa­che Be­die­nung. Die Trust­box ist in der Hand­ha­bung deut­lich an­spruchs­vol­ler, bie­tet da­für al­ler­dings auch mehr Funk­tio­nen. Ei­nen Test der bei­den Bo­xen fin­den Sie un­ter www.pcwelt.de/2228260. Un­er­kannt su­chen: Die Web­sei­te Start­pa­ge ( www.start­pa­ge.com) ist ide­al für die Su­che im In­ter­net ge­eig­net. Denn Start­pa­ge über­gibt Ih­re Su­che an Goog­le, führt sie aber an­onym durch. Goog­le er­fährt da­durch nichts über Ihr Sys­tem und kann Sie an­schlie­ßend auch nicht mit Wer­bung zu Ih­rer Su­che ver­fol­gen. Vir­tua­li­sie­rung: Um mög­lichst un­er­kannt zu sur­fen, kön­nen Sie auch ei­ne Vir­tua­li­sie­rungs­soft­ware be­nut­zen und da­rin ein Stan­dard­sys­tem für das Sur­fen ver­wen­den. Auf die­se Wei- se ver­schlei­ern Sie Ih­re ei­gent­li­che Sys­tem­kon­fi­gu­ra­ti­on. Am ein­fachs­ten er­rei­chen Sie dies mit­hil­fe des fer­tig kon­fi­gu­rier­ten Surf­pa­ke­tes Bit­box (auf un­se­rer Plus-DVD 1).

Shu­t­up 10: Da­ten­schutz­tool für Win­dows 10

Das neue Win­dows 10 macht vie­le Din­ge ein­fa­cher. Doch sam­melt das Sys­tem auch zahl­rei­che Da­ten über Sie und Ihr Ver­hal­ten am PC. Wenn Sie die­se Spio­na­ge­funk­tio­nen von Win­dows ab­stel­len wol­len, geht das am bes­ten mit dem Tool O&O Shu­t­up10 (auf der Plus-DVD 1). Die Be­die­nung ist ein­fach und das Tool kos­ten­los. Da sich sämt­li­che Än­de­run­gen leicht rück­gän­gig ma­chen las­sen, kön­nen Sie O&O Shu­t­up10 ge­fahr­los aus­pro­bie­ren.

Da­ten­ver­schlüs­se­lung: Bit­lo­cker und Ver­a­crypt

Sie schüt­zen die Da­ten auf Ih­rem PC mit­hil­fe ei­ner gu­ten Fest­plat­ten­ver­schlüs­se­lung. Nut­zer der Pro-Ver­si­on von Win­dows kön­nen da­für das Bord­mit­tel Bit­lo­cker ein­set­zen, das schnell und zu­ver­läs­sig ar­bei­tet. Ein ein­zel­ner Ord­ner lässt sich durch ei­nen Rechtsklick dar­auf so­wie die Wahl von „Ei­gen­schaf­ten -> All­ge­mein -> Er­wei­tert -> In­halt ver­schlüs­seln, um Da­ten zu schüt­zen“ver­schlüs­seln. So­bald Sie sich dann von Ih­rem Win­dows-Kon­to ab­mel­den, sind die Da­ten un­les­bar. Wenn Sie sich wie­der an­mel­den, wer­den die Da­ten ent­schlüs­selt. Ein si­che­res Win­dows-Kenn­wort ist so­mit rat­sam. Fest­plat­te: Bit­lo­cker kann die kom­plet­te Fest­plat­te ver­schlüs­seln. Auch das geht schnell und zu­ver­läs­sig von­stat­ten. Sie star­ten hier­zu den Ver­schlüs­se­lungs­vor­gang über „Sys­tem­steue­rung -> Sys­tem und Si­cher­heit -> Bit­lo­cker -> Bit­lo­cker-Lauf­werk­ver­schlüs­se­lung“. Al­ter­na­ti­ve: Wer die Ho­me-Ver­si­on von Win­dows nutzt, kann das Open-Sour­ce-Tool Ver­a­crypt (auf der Plus-DVD 1) für die Ver­schlüs­se­lung von Da­tei­en und Par­ti­tio­nen ein­set­zen. Die Sys­tem­par­ti­ti­on lässt sich auch mit Ver­a­crypt ver­schlüs­seln. Al­ler­dings ist für Be­nut­zer von Win­dows 7 und 8 kein Up­grade auf Win­dows 10 mög­lich, weil die­ses bei der In­stal­la­ti­on den Boot­sek­tor von Ver­a­crypt löscht. Ei­nen aus­führ­li­chen Rat­ge­ber zu Bit­lo­cker und Ver­a­crypt fin­den Sie un­ter www.pcwelt.de/1982198.

Cloud­spei­cher ab­si­chern: Crypt­sync und Cryp­to­ma­tor

Crypt­sync: Das Open-Sour­ce-Tool Crypt­sync (auf Plus-DVD 1) syn­chro­ni­siert und ver­schlüs­selt Ver­zeich­nis­se un­ter Win­dows. Da­mit eig­net es sich bes­tens für Si­che­rungs­ko­pi­en sen­si­bler Da­ten in der Cloud wie Drop­box. Denn Crypt­sync nimmt die Aus­gangs­da­tei­en, ver­schlüs­selt je­de Da­tei ein­zeln und ko­piert sie ein­zeln in den von Ih­nen ge­wähl­ten Ziel­ord­ner, et­wa den Drop­box-Ord­ner. Wenn Sie al­so nur ei­ne Da­tei än­dern, dann muss auch nur ei­ne Da­tei in die Cloud ge­la­den wer­den. Bei Kryp­to­tools wie Ver­a­crypt muss im­mer der kom­plet­te Tre­sor neu in die Cloud ge­la­den wer­den, was oft St­un­den dau­ert. Gut: Die Da­tei­en wer­den mit­tels Crypt­sync im For­mat 7z ge­packt und las­sen sich an­schlie­ßend auch oh­ne das Tool wie­der ent­schlüs­seln. Sie ver­wen­den da­für ein­fach den kos­ten­lo­sen Pa­cker 7-Zip (Down­load un­ter: www.pcwelt. de/295657). We­ni­ger gut: Wenn Sie Ih­re Da­ten in der Cloud auch auf ei­nem Mo­bil­ge­rät, et­wa mit An­dro­id, nut­zen möch­ten, so ist Crypt­sync nicht ge­eig­net. In die­sem Fall soll­ten Sie zum kos­ten­pflich­ti­gen Cryp­to­ma­tor grei­fen. Cryp­to­ma­tor: Die deut­sche Fir­ma Se­to­l­abs bie­tet die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware Cryp­to­ma­tor (Down­load un­ter: www.cryp­to­ma­tor.org) für Cloud­da­ten an. Das Tool ver­schlüs­selt Ih­re Da­tei­en, be­vor sie in ei­nen On­li­nespei­cher wie Drop­box wan­dern. Apps für An­dro­id und iOS ste­hen eben­so be­reit wie Tools für Li­nux und Mac-OS. Das Pro­gramm funk­tio­niert wie das be­kann­te, eben­falls aus Deutsch­land stam­men­de Tool Box­cryp­tor (auf der Plus-DVD 1), ist je­doch deut­lich güns­ti­ger. Die Win­dows-

Soft­ware von Cryp­to­ma­tor ist Do­na­ti­onwa­re. Der Her­stel­ler bit­tet um ei­ne Spen­de in be­lie­bi­ger Hö­he, er­laubt al­ler­dings auch die un­ent­gelt­li­che Nut­zung. Die An­dro­id-App be­fin­det sich im Be­ta-Sta­di­um und ist kos­ten­los, die iOS-App kos­tet 5 Eu­ro.

Da­ten­si­cher­heit und Da­ten­schutz am Smart­pho­ne

Auf ei­nem An­dro­id-Smart­pho­ne ist es deut­lich schwe­rer, auf ei­nen gu­ten Da­ten­schutz zu ach­ten, als auf dem Rech­ner. Denn auf dem Smart­pho­ne las­sen sich vie­le wich­ti­ge Di­ens­te nur sinn­voll nut­zen, wenn sie mit der Cloud ver­bun­den sind. Dann aber hin­ter­las­sen Sie um­ge­hend ei­ne Da­ten­spur, die vor al­lem Goog­le zu ei­nem lu­kra­ti­ven Wer­be­pro­fil zu­sam­men­set­zen kann. Aber nicht nur Goog­le sam­melt Da­ten. Im April 2017 wur­de von ei­ner An­walts­kanz­lei be­haup­tet, die App für ka­bel­lo­se Bose-Kopf­hö­rer und -Bo­xen spei­che­re, wel­che Mu­sik und Pod­casts der Nut­zer hört. Die Da­ten sol-len eben­falls an ein Wer­be­netz­werk wei­ter­ge­ge­ben wor­den sein. Wie Sie Ih­re Da­ten un­ter An­dro­id am bes­ten schüt­zen, ver­ra­ten die bei­den aus­führ­li­chen Rat­ge­ber un­ter www.pcwelt.de/2052998 und www.pc welt.de/1984637.

Back­up: Au­to­ma­ti­sche Si­che­rung ins Heim­netz

Ei­ne gu­te Me­tho­de, sich ge­gen Er­pres­ser­vi­ren eben­so wie ge­gen Hard­ware­aus­fäl­le zu schüt­zen, bie­tet ei­ne Da­ten­si­che­rung. So lan­ge Sie ei­ne ak­tu­el­le Ko­pie Ih­rer per­sön­li­chen Da­tei­en – et­wa auf ei­ner ex­ter­nen Fest­plat­te – be­sit­zen, kön­nen Sie dem Fest­plat­ten­de­fekt eben­so ge­las­sen ent­ge­gen­se­hen wie dem neu­es­ten Ver­schlüs­se­lungs­tro­ja­ner. Es gibt zahl­rei­che Pro­gram­me und vie­le Me­tho­den für ei­ne gu­te Da­ten­si­che­rung. Ei­nen kom­pak­ten Rat­ge­ber hier­zu fin­den Sie un­ter www. pcwelt.de/2067403. Die­ser ver­rät auch, wie Sie ei­ne kom­plet­te Sys­tem­si­che­rung er­stel­len. Wich­tig: Seit die Er­pres­ser­vi­ren zu ei­ner ernst­haf­ten Ge­fahr für pri­va­te Da­tei­en ge­wor­den sind, ist es noch wich­ti­ger, das Back­up ge­trennt vom Rech­ner auf­zu­be­wah­ren. An­dern­falls ist die Ge­fahr groß, dass ein Ver­schlüs­se­lungs­tro­ja­ner das Back­up eben­falls ver­schlüs­selt und da­mit un­brauch­bar macht. Si­che­rer ist es al­ler­dings, wenn Sie das Back­up-Me­di­um nach je­der Si­che­rung wie­der vom PC tren­nen. Wer die­sen Vor­gang au­to­ma­ti­sie­ren will, kann das mit­hil­fe ei­nes Netz­lauf­wer­kes er­le­di­gen. Das wird zwar nicht phy­si­ka­lisch vom PC ge­trennt, aber im­mer­hin sys­tem­tech­nisch. Wel­ches Sys­tem Sie als Netz­werk­spei­cher nut­zen, spielt für die­se Me­tho­de kei­ne gro­ße Rol-

le. Sie kön­nen bei­spiels­wei­se ei­nen Raspber­ry mit USB-Fest­plat­te als NAS ver­wen­den ( www. pcwelt.de/2189659), ein her­kömm­li­ches NAS ( www.pcwelt.de/821687) oder ei­nen Mas­sen­spei­cher an die Fritz­box an­schlie­ßen ( www.pc welt.de/1954544). Wich­tig ist da­bei, dass Sie auf dem Netz­werk­spei­cher ei­nen Ord­ner für das Back­up frei­ge­ben und die­sen durch ei­nen Log-in schüt­zen. Das ge­schieht fast im­mer da­durch, dass der Ord­ner ei­nem Nut­zer mit Be­nut­zer­na­men und Pass­wort zu­ge­wie­sen wird. In die­sem Bei­spiel soll der Ord­ner „Back­up“hei­ßen, der Be­nut­zer „Hans“und das Pass­wort „Ai7^xj#e“. Ha­ben Sie die­se Vor­ar­beit ge­leis­tet, müs­sen Sie noch da­für sor­gen, dass Ihr Netz­lauf­werk im­mer die­sel­be IP-Adres­se in Ih­rem Heim­netz er­hält. Hier­für kon­fi­gu­rie­ren Sie Ihr NAS oder Ih­ren Raspber­ry so, dass die­ser nicht DHCP be­nutzt, son­dern ei­ne sta­ti­sche IP-Adres­se, wie et­wa „192.168.0.1“. Wie das dann bei­spiel­haft von­stat­ten geht, ver­rät Ih­nen un­ser Rat­ge­ber un­ter www.pcwelt.de/2066885. Batch-Da­tei: Er­stel­len Sie da­nach ei­ne BatchDa­tei, die ei­ne Ver­bin­dung zum Netz­lauf­werk her­stellt, die Da­ten von Ih­rem Rech­ner dar­auf si­chert und im An­schluss dar­an die Netz­werk­ver­bin­dung wie­der trennt. Ei­ne Batch-Da­tei lässt sich bei­spiels­wei­se per Win­dows-Edi­tor er­stel­len. Drü­cken Sie hier­zu Win­dows-R und ge­ben Sie no­te­pad ein. In den Edi­tor ge­ben Sie die fol­gen­den Zei­len ein: net use S: \\192.168.0.1\Back­up / user:Hans Ai7^xj#e ro­bo­co­py N:\Da­ten S:\Da­ten /e net use S: /de­le­te Die ers­te Zei­le ver­bin­det das Netz­lauf­werk un­ter der IP-Adres­se „192.168.0.1“mit dem Lauf­werks­buch­sta­ben „S:“auf dem Win­dow­sRech­ner. Ziel ist der Ord­ner „Da­ten“im Ziel­ord­ner „Back­up“. Der Log-in mit dem Be­nut­zer­na­men „Hans“und dem Pass­wort „Ai7^xj#e“funk­tio­niert über den Pa­ra­me­ter „. /user“. Der Be­fehl ro­bo­co­py ko­piert Ih­re Da­ten, und der Pa­ra­me­ter /e nimmt dann eben­falls sämt­li­che Un­ter­ord­ner mit. Die Zei­le net use S: /de­le­te trennt das Netz­lauf­werk wie­der von Win­dows. So­mit hat auch ein Ver­schlüs­se­lungs­tro­ja­ner kei­nen Zu­griff mehr dar­auf. Spei­chern Sie die Da­tei un­ter ei­nem be­lie­bi­gen Na­men und ge­ben Sie da­bei die Da­tei­en­dung „.bat“an, al­so et­wa „Netz­sic.bat“. Au­to­ma­tisch star­ten: Da­mit die Batch-Da­tei au­to­ma­tisch ge­star­tet wird, müs­sen Sie die­se über die Auf­ga­ben­pla­nung von Win­dows aus­füh­ren las­sen. Sie star­ten sie un­ter Win­dows 10 über „Win­dows-Sym­bol -> Win­dows-Ver­wal­tungs­pro­gram­me -> Auf­ga­ben­pla­nung“. Dort wäh­len Sie „Ak­ti­on -> Ein­fa­che Auf­ga­be er­stel­len“und ver­ge­ben dar­auf­hin ei­nen be­lie­bi­gen Na­men für die Auf­ga­be. Fol­gen Sie dem As­sis­ten­ten bis „Ak­ti­on -> Pro­gramm star­ten“und ge­ben Sie im nächs­ten Fens­ter bei „Pro­gramm/ Skript“C:\Win­dows\SysWOW64\cmd.exe zum Auf­ru­fen der Ein­ga­be­auf­for­de­rung ein. Un­ter „Ar­gu­men­te hin­zu­fü­gen“ge­ben Sie den Pfad zu Ih­rer Batch-Da­tei so ein: /c „N:\Ihr Pfad\Netz­sic.bat“Zum Ab­schluss spei­chern Sie die neue Auf­ga­be. Soll sie auch aus­ge­führt wer­den, wenn der Rech­ner ge­ra­de nicht läuft, be­ar­bei­ten Sie die Auf­ga­be über ei­nen Dop­pel­klick dar­auf in der Auf­ga­ben­pla­nung und ak­ti­vie­ren „Un­ab­hän­gig von der Be­nut­zer­an­mel­dung aus­füh­ren“. Nach ei­nem Klick auf „OK“müs­sen Sie über­dies den Na­men ei­nes lo­ka­len Be­nut­zer­kon­tos und das zu­ge­hö­ri­ge Pass­wort ein­ge­ben.

Vi­ren­schutz: So hal­ten Sie Er­pres­ser­vi­ren drau­ßen

Na­tür­lich ge­hört auch ein gu­tes An­ti­vi­ren­pro­gramm zum Schutz Ih­rer Da­ten. Emp­feh­lens­wert ist et­wa das Tool des deut­schen Her­stel­lers Avi­ra. Die­ser bie­tet nun auch ein kom­plet­tes Si­cher­heits­pa­ket gra­tis an. Die Avi­ra Free Se­cu­ri­ty Sui­te (auf Plus-DVD 1) ent­hält zu­sätz­lich zum be­kann­ten Vi­ren­scan­ner un­ter an­de­rem das Tool Phan­tom VPN. Die­ses baut ei­ne ver­schlüs­sel­te und da­mit ab­hör­si­che­re Ver­bin­dung zu ei­nem ver­trau­ens­wür­di­gen Ser­ver im In­ter­net auf. Von da aus sur­fen Sie wei­ter wie ge­wohnt. Gra­tis sind da­bei 500 MB pro Mo­nat. Neu ist auch die Funk­ti­on Avi­ra Brow­ser­schutz, ei­ne Brow­ser-Er­wei­te­rung für Chro­me. Sie soll schäd­li­che Web­sei­ten und Down­loads blo­ckie­ren, vor Phis­hing und On­line­be­trug schüt­zen und zu­sätz­lich ei­nen Preis­ver­gleich bie­ten. Al­ter­na­ti­ve: Auf der Plus-DVD 1 fin­den Sie das Tool AVG In­ter­net Se­cu­ri­ty in ei­ner Drei-Mo­nats-Voll­ver­si­on. Es bie­tet al­le Schutz­funk­tio­nen, die Sie zur Ab­wehr ge­gen PC-Vi­ren und und ge­fähr­li­che Web­sites be­nö­ti­gen. In ei­nem un­se­rer letz­ten Ver­gleichs­tests von An­ti­vi­ren­pro­gram­men (sie­he PC-WELT 6/2016, ab Sei­te 30, auf www.pcwelt.de/2017761) hat­ten wir ge­prüft, wie gut die Tools ei­nen be­reits vi­ren­be­fal­le­nen PC rei­ni­gen kön­nen. AVG In­ter­net Se­cu­ri­ty kam da­mals auf ei­nen gu­ten vier­ten Platz mit ei­ner Ge­samt­no­te von 2,0.

Pass­wör­ter für On­li­ne­diens­te: Er­stel­len und si­cher ver­wal­ten

Zum Schutz Ih­rer Da­ten soll­ten Sie na­tür­lich auch si­che­re Pass­wör­ter ver­wen­den, wie zum Bei­spiel für das ver­schlüs­sel­te Back­up in die Cloud oder Ihr Mail­kon­to. Beim Er­stel­len ei­nes Pass­wor­tes hilft ein Pass­wort­ge­ne­ra­tor. Denn das Pass­wort muss aus mög­lichst fremd­ar­ti­gen Zei­chen­kom­bi­na­tio­nen be­ste­hen. Al­les an­de­re kön­nen Ha­cker mit­tels ei­ner Wör­ter­buchat­ta­cke viel zu schnell her­aus­fin­den. Bei die­ser Art von An­griff pro­biert ein An­grei­fer­tool nach und nach al­le Wör­ter aus ei­nem Wör­ter­buch. Ty­pi­sche Kom­bi­na­tio­nen mit Zah­len sind hier­bei vor­ge­se­hen, et­wa „Andre­as1958“. Pass­wort­ge­ne­ra­tor: Ein kom­pli­zier­tes Pass­wort spuckt der Pass­wort­safe Kee­pass (auf der PlusDVD 1) aus, wenn Sie die Funk­ti­on un­ter „Ex­tras -> Pass­wort­ge­ne­ra­tor“an­kli­cken.

Fast je­der Brow­ser macht Sie als Nut­zer wie­der­er­kenn­bar, was sich ins­be­son­de­re Wer­be­netz­wer­ke zu­nut­ze ma­chen. Die Brow­ser-Er­wei­te­rung Pri­va­cy Bad­ger ver­hin­dert das weit­ge­hend.

Die Free­ware Crypt­sync er­stellt ver­schlüs­sel­te Ko­pi­en ei­nes Ord­ners in ei­nem be­lie­bi­gen Ziel­ord­ner, et­wa un­ter­halb des Drop­box-Ver­zeich­nis­ses. So las­sen sich ge­schütz­te Ko­pi­en in der Cloud an­le­gen.

Über die Auf­ga­ben­pla­nung von Win­dows kön­nen Sie täg­lich ei­ne Da­ten­si­che­rung per Batch-Da­tei star­ten. Die­se ver­bin­det und trennt da­für ein Netz­lauf­werk mit Win­dows.

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