Der laut­lo­se PC Der Weg zum lei­sen PC führt von den rich­ti­gen Ein­stel­lun­gen bis zur Aus­wahl pas­sen­der Hard­ware

Lau­te Lüf­ter und kla­ckern­de Fest­plat­ten stö­ren er­heb­lich, wenn Sie kon­zen­triert am PC ar­bei­ten wol­len. Mit Ein­bautricks und den rich­ti­gen Kom­po­nen­ten ma­chen Sie den Rech­ner wirk­lich lei­se. Au­ßer­dem ge­ben wir Tipps für den Kauf ei­nes laut­lo­sen Sys­tems.

PC-WELT - - Inhalt - VON FRIED­RICH STIEMER

„Der Weg zum lei­sen PC führt von den rich­ti­gen Ein­stel­lun­gen bis hin zur Aus­wahl pas­sen­der Hard­ware.“

Spä­tes­tens, wenn es Som­mer wird, dre­hen bei vie­len PCS die Lüf­ter or­dent­lich auf. Die­se Ru­he­stö­rung be­kom­men Sie nicht nur zu spü­ren, wenn Sie ei­nen Hoch­leis­tungs­rech­ner in Be­trieb ha­ben. Zwar muss ein Rech­ner mit leis­tungs­star­ken Kom­po­nen­ten in­ten­si­ver ge­kühlt wer­den als ei­ne Bü­ro­ma­schi­ne. Doch da­für ner­ven Lüf­ter­und Fest­plat­ten­ge­räu­sche in der Ar­beits­um­ge­bung häu­fig mehr. Auch Com­pu­ter, die im Wohn­zim­mer als Mul­ti­me­dia-zen­tra­le die­nen, sol­len idea­ler­wei­se sehr lei­se sein, schließ­lich wür­den rau­schen­de Lüf­ter das Fil­m­er­leb­nis trü­ben.

Sie ha­ben drei Mög­lich­kei­ten, um zu ei­nem ru­hi­gen PC zu kom­men: Sie kön­nen Ihr be­ste­hen­des Sys­tem mit Tools oder mit ei­nem pas­sen­den Hard­ware-up­grade lei­ser ma­chen. Oder Sie stel­len sich ei­nen sehr lei­sen oder so­gar lüf­ter­lo­sen PC im Ei­gen­bau zu­sam­men, denn so kön­nen Sie selbst ent­schei­den, wie viel Ih­nen die Ru­he beim Ar­bei­ten wert ist. Schließ­lich gibt es auch emp­feh­lens­wer­te Kom­plett­sys­te­me, die ei­nen stö­rungs­frei­en Be­trieb ver­spre­chen.

Gra­tis-tipps für ein lei­ses Sys­tem: So stel­len Sie un­nö­ti­gen Lärm ab

PCS kön­nen je nach Hard­ware­kon­fi­gu­ra­ti­on rich­ti­ge Krach­ma­cher sein. Der Haupt­grund für den Lärm sind in der Re­gel die Lüf­ter, die da­für sor­gen, dass die Ab­wär­me der Kom­po­nen­ten rasch aus dem Ge­häu­se be­för­dert wird. Wenn Sie mit Ih­rem Sys­tem grund­sätz­lich zu­frie­den sind, es aber gern ein biss­chen lei­ser hät­ten, dann soll-

ten Sie als Ers­tes mit ein paar grund­le­gen­den Tipps und Tools ver­su­chen, dem Lärm Ein­halt zu ge­bie­ten.

Ein sau­be­rer und or­dent­lich ver­schraub­ter PC ist lei­ser

Ei­ne Grund­re­gel be­sagt: Ein sau­be­res und auf­ge­räum­tes Sys­tem ar­bei­tet ge­räusch­lo­ser. Denn in PCS und Note­books legt sich Staub auf Lüf­tern und in den fei­nen La­mel­len der Kühl­kör­per ab, was de­ren Kühl­leis­tun­gen we­sent­lich re­du­ziert. Das wie­der­um hat zur Fol­ge, dass sich Kom­po­nen­ten und Ge­häu­s­ein­ne­res er­wär­men, was die Lüf­ter zu hö­he­rer Dreh­zahl ver­an­lasst. Rü­cken Sie dem Staub so­wie sons­ti­gen Abla­ge­run­gen am bes­ten mit ei­nem Druck­luft­spray zu Lei­be, um da­durch auch den Staub zwi­schen den fei­nen La­mel­len her­aus­zu­pus­ten. Wi­schen Sie am En­de noch ein­mal gründ­lich mit­hil­fe ei­nes Mi­kro­fa­ser­tu­ches durch, und der Rech­ner dürf­te so­gleich hör­bar lei­ser lau­fen. Dass Sie die ge­nann­ten Ar­bei­ten le­dig­lich im aus­ge­schal­te­ten Zu­stand vor­neh­men, ver­steht sich von selbst.

Und wenn Sie Ih­ren Rech­ner schon mal ge­öff­net ha­ben, kön­nen Sie auch gleich bei al­len An­schlüs­sen, Steck­ver­bin­dun­gen und Schrau­ben über­prü­fen, ob die­se fest­sit­zen. Denn es ist nicht un­ge­wöhn­lich, dass sich bei­spiels­wei­se Schrau­ben nach ei­ni­ger Zeit lo­ckern, aus die­sem Grund vi­brie­ren und die­se Schwin­gun­gen hör­bar auf das Ge­häu­se über­tra­gen. Doch auch schlecht sit­zen­de Lüf­ter auf Kühl­kör­pern oder im Ge­häu­se sind oft die Ur­sa­che für Stör­ge­räu­sche. Im Com­pu­ter­han­del be­kom­men Sie zahl­rei­che Ge­gen­mit­tel, um Vi­bra­tio­nen durch nicht op­ti­mal ein­ge­bau­te Kom­po­nen­ten zu re­du­zie­ren. So kön­nen Sie et­wa Lüf­ter mit­tels Vi­bra­ti­ons­dämp­fer aus Gum­mi be­fes­ti­gen (vier Stück für rund drei Eu­ro): Da­bei ent­kop­peln Sie Lüf­ter und Ge­häu­se, in­dem Sie die Vi­bra­tio­nen des Luft­quirls auf­neh­men. Oder Sie be­nut­zen An­ti­vi­bra­ti­ons­rah­men für Ge­häu­se­lüf­ter und Netz­teil.

Um­dre­hungs­zah­len der Lüf­ter ver­rin­gern

Bei ei­ner Viel­zahl ak­tu­el­ler Rech­ner lässt sich die Lüf­ter­ge­schwin­dig­keit an­pas­sen. Sie kön­nen zum Bei­spiel im Bios-set­up das Ro­ta­ti­ons­tem­po der am Main­board an­ge­schlos­se­nen Lüf­ter (in­klu­si­ve Cpu-ven­ti­la­tor) re­gu­lie­ren. Die­se Op­tio­nen fin­den Sie un­ter „Hard­ware Mo­ni­tor“oder ähn­li­chen Be­zeich­nun­gen. Je nach Main­board-her­stel­ler ste­hen ver­schie­de­ne Be­triebs­pro­fi­le zur Aus­wahl, wel­che die Lüf­ter flot­ter oder lang­sa­mer lau­fen las­sen, oh­ne da­bei al­ler­dings die tat­säch­li­chen Be­triebs­tem­pe­ra­tu­ren aus den Au­gen zu ver­lie­ren und ent­spre­chend auf­zu­dre­hen, so­bald die ei­ne kri­ti­sche Gren­ze er­reicht wird. Wäh­len Sie für ei­nen mög­lichst lei­sen Be­trieb das Pro- fil „Si­lent“(oder ähn­lich). Ste­hen kei­ne Pro­fi­le zur Aus­wahl, so kön­nen Sie statt­des­sen ei­ge­ne Lüf­ter­kur­ven an­le­gen: Be­gin­nen Sie mit sehr nied­ri­gen Um­dre­hungs­zah­len für die Lüf­ter und er­hö­hen Sie in Ab­hän­gig­keit zu den stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren nur lang­sam bis hin zu den ma­xi­ma­len Dreh­zah­len. Noch ein­fa­cher funk­tio­niert das so­ge­nann-

te „Smart Fan Tar­get“. Hier er­hö­hen Sie ein­fach die Ma­xi­mal­tem­pe­ra­tur für die CPU in der Ein­heit Grad Cel­si­us, und das Main­board wird au­to­ma­tisch ver­su­chen, den Pro­zes­sor un­ter die­sem vor­ge­ge­be­nen Soll­wert zu hal­ten. Je hö­her das Tem­pe­ra­turziel ist, des­to lei­ser dre­hen die Lüf­ter, weil sich die CPU mehr er­wär­men darf.

Ge­zielt um­rüs­ten: Die­se Kom­po­nen­ten ma­chen Ihr Sys­tem lei­ser

Ha­ben die vor­an­ge­gan­ge­nen Tipps Ih­nen nur ei­ne ge­rin­ge Lin­de­rung beim Be­triebs­ge­räusch ver­schafft, wer­den Sie kaum um­hin kom­men, Geld in die Hand zu neh­men und be­stimm­te Kom­po­nen­ten in Ih­rem PC aus­zu­tau­schen oder hin­zu­zu­fü­gen. Ver­su­chen Sie es zu­erst mit Dämm­mat­ten, mit de­nen Sie die In­nen­sei­ten des Ge­häu­ses aus­stat­ten. Sol­che Mat­ten be­kom­men Sie in ver­schie­de­nen Stär­ken und Ma­te­ria­li­en, es gibt auch Dämm­fo­li­en. In der Re­gel las­sen sich aber al­le Va­ri­an­ten ein­fach zu­schnei­den, da­mit sie in je­des Ge­häu­se pas­sen. Mes­sen Sie des­halb vor­her ab, wie viel Flä­che sich aus­klei­den lässt. Über­de­cken Sie je­doch nicht die wich­ti­gen Lüf­tungs­öff­nun­gen, weil sich der Rech­ner sonst über­hit­zen kann und da­durch noch lau­ter wird. Die Mat­ten sind an der Rück­sei­te mit Kle­be­band aus­ge­stat­tet, um sie so recht un­kom­pli­ziert zu be­fes­ti­gen. Dämm­mat­ten gibt es schon für un­ter zehn Eu­ro.

Der nächs­te Schritt be­steht nun dar­in, Ih­rer CPU ei­nen lei­se­ren Lüf­ter zu ver­pas­sen. Stel­len Sie da­für aber bit­te si­cher, dass sich mit dem be­ste­hen­den Be­fes­ti­gungs­sys­tem eben­falls Lüf­ter an­de­rer An­bie­ter mon­tie­ren las­sen, und über­prü­fen Sie in den tech­ni­schen Da­ten ge­nau, ob das neue Mo­dell tat­säch­lich lei­ser ist. Für den Fall, dass ei­ne Nach­rüs­tung nicht mög­lich ist, bleibt le­dig­lich noch der Kauf ei­ner neu­en Pro­zes­sor­küh­lung, die mit ei­nem gro­ßen Kühl­kör­per, zahl­rei­chen Wär­me­leit­roh­ren so­wie ei­nem lauf­ru­hi­gen Lüf­ter ar­bei­tet. Fol­gen­de Her­stel­ler sind be­son­ders für lei­se Cpu-küh­ler be­kannt: Be Qu­iet, Noc­tua, Ther­mal­right, Arc­tic, Cryo­rig und EKL Al­pen­föhn.

Noch wei­ter lässt sich das Pc-ge­räusch re­du­zie­ren, wenn Sie die Ge­häu­se­lüf­ter tau­schen. Oft sind Ge­häu­se schon ab Werk mit Lüf­tern aus­ge­stat­tet, die in der Re­gel aber nicht gera­de die lei­ses­ten sind. Ach­ten Sie bei den neu­en Mo­del­len ins­be­son­de­re auf die fol­gen­den An­ga­ben: Zum ei­nen auf den Vo­lu­men­strom, al­so die ma­xi­ma­le För­der­men­ge an Luft, die der Lüf­ter be­wegt: Sie wird in m³/h (Ku­bik­me­ter pro St­un­de) an­ge­ge­ben. Je hö­her die­ser Wert ist, des­to bes­ser. Ei­ne wei­te­re wich­ti­ge An­ga­be ist die Laut­stär­ke bei ma­xi­ma­len Um­dre­hungs­zah­len. Sie fin­den sie in den Spe­zi­fi­ka­tio­nen der Lüf­ter mit ei­nem Wert in DB(A). 20 DB(A) ste­hen für ei­nen sehr lei­sen Lüf­ter, zu­dem ist das Lüf­ter­ge­räusch be­reits hör­bar. Ein an­de­rer po­pu­lä­rer An­bie­ter lei­ser Lüf­ter ist ne­ben den be­reits er­wähn­ten Her­stel­lern auch Black­noi­se (Noi­se­blo­cker).

Lei­ser PC im Ei­gen­bau: Das sind die rich­ti­gen Kom­po­nen­ten

So lei­se wie mög­lich, so leis­tungs­fä­hig wie not­wen­dig: Die­se bei­den Vor­ga­ben las­sen

sich am bes­ten aus­ba­lan­cie­ren, wenn Sie ei­nen PC selbst zu­sam­men­bau­en. Als Ba­sis für ei­nen Si­lent-pc dient ein ent­spre­chen­des Ge­häu­se: Es soll­te mit Dämm­mat­ten aus­ge­klei­det sein und die Be­triebs­ge­räu­sche bis zu ei­nem ge­wis­sen Maß schlu­cken kön­nen. Au­ßer­dem soll­ten Sie dar­auf ach­ten, dass es nicht vie­le Öff­nun­gen be­sitzt, durch die die Rech­ner­ge­räu­sche nach au­ßen drin­gen. Man­che Hard­ware­her­stel­ler wie Be Qu­iet set­zen bei ih­ren Ge­häu­sen auf spe­zi­el­le, schall­bre­chen­de Lüf­tungs­schlit­ze, die stu­fen­wei­se auf­ge­baut sind und auf die­se Wei­se den Luft­strom und die da­mit ein­her­ge­hen­den Strö­mungs­ge­räu­sche bre­chen, um die Laut­stär­ke zu re­du­zie­ren. Wenn sich Kom­po­nen­ten mit be­weg­li­chen, me­cha­ni­schen Tei­len im Rech­ner be­fin­den, emp­fiehlt es sich, sie vom Ge­häu­se zu ent­kop­peln, da­mit sie ih­re Schwin­gun­gen nicht hör­bar auf den Rah­men über­tra­gen. Dies gilt zum Bei­spiel für HDDS, die in ih­rem In­ne­ren mit ro­tie­ren­den Ma­gnet­schei­ben ar­bei­ten, al­ler­dings auch für Ra­dia­to­ren mit auf­mon­tier­ten Lüf­tern so­wie Ge­häu­se­lüf­ter, Pum­pen (bei Cust­om-loop-was­ser­küh­lun­gen) und das Netz­teil. Ein ge­wis­ser Grad an Ent­kop­pe­lung ist be­reits ge­ge­ben, wenn sich zwi­schen den Be­fes­ti­gungs­schrau­ben und der Kom­po­nen­te Gum­mischei­ben be­fin­den, wel­che die Vi­bra­tio­nen auf­neh­men und auf­grund ih­rer Ma­te­ri­al­be­schaf­fen­heit auch schlu­cken, an­statt sie an das Ge­häu­se wei­ter­zu­ge­ben. Noch ef­fek­ti­ver sind Hd­dhül­len, die die Fest­plat­ten um­man­teln und im In­ne­ren mit ge­räusch­däm­men­den Ma­te­ria­li­en um­ge­ben, da­mit kein Lärm nach au­ßen dringt. Al­ler­dings ver­grö­ßert sich die HDD mit ei­ner sol­chen Hül­le dann von 3,5 auf 5,25 Zoll und fin­det des­halb nur noch in ent­spre­chend gro­ßen Ein­bau­po­si­tio­nen Platz – even­tu­ell lässt sich des­halb kein op­ti­sches Lauf­werk mehr im Ge­häu­se un­ter­brin­gen. Die­ses Pro­blem lässt sich na­tür­lich um­ge­hen, wenn Sie ei­ne SSD als Mas­sen­spei­cher im Ein­satz ha­ben: Der Flash-spei­cher kommt oh­ne be­weg­li­che Tei­le aus und ar­bei­tet so­mit ab­so­lut laut­los. Al­ler­dings sind SSDS mit ei­nem gro­ßen Spei­cher­platz noch im­mer ver­hält­nis­mä­ßig teu­er.

Ein op­ti­ma­les Ge­häu­se für ei­nen lei­sen PC soll­te viel Platz für Kom­po­nen­ten bie­ten: So lässt sich die Hard­ware mit pas­si­ven Küh­lern ver­se­hen, die we­sent­lich grö­ßer sind als ak­ti­ve Mo­del­le. Al­ter­na­tiv gibt es auch Ge­häu­se, die selbst als pas­si­ve Kühl­kör­per fun­gie­ren. Auf­grund ei­ner la­mel­len­ar­ti­gen Struk­tur und dem Ein­satz von wär­me­lei­ten­den Ma­te­ria­li­en wie Alu­mi­ni­um lei­ten die­se Ge­häu­se­ty­pen Hit­ze schnell nach au­ßen. Ha­ben Sie ein pas­sen­des Ge­häu­se aus­ge­wählt, geht es wei­ter mit der Küh­lung der Haupt­kom­po­nen­ten. Vor al­lem der Pro­zes­sor und die Gra­fik­kar­te er­zeu­gen dank ih­rer Re­chen­leis­tung viel Ab­wär­me, die die Küh­ler schnell von den Chips ab­lei­ten müs­sen. Und je leis­tungs­fä­hi­ger die­se bei­den Kom-

po­nen­ten sind, des­to mehr Wär­me ent­wi­ckeln sie. Hier müs­sen Sie al­so für den lei­sen PC auf al­le Fäl­le Ver­zicht bei der Sys­tem­leis­tung üben.

Pas­si­ve, se­mi-pas­si­ve und lei­se Küh­lun­gen

Pas­si­ve Küh­ler ar­bei­ten völ­lig laut­los, weil sie kei­ne Lüf­ter ha­ben. Statt­des­sen füh­ren hier dann Wär­me­leit­roh­re (Heat­pipes), die aus wär­me­lei­ten­den Ma­te­ria­li­en wie Kup­fer ge­baut sind, die Ab­wär­me von den Pro­zes­so­ren weg. Die Heat­pipes lie­gen di­rekt auf den Kom­po­nen­ten auf. De­ren Ab­wär­me über­trägt sich auf die Leit­roh­re, die sie wei­ter zu gro­ßen Alu­mi­ni­um­kühl­kör­pern füh­ren, die we­gen ih­rer fei­nen La­mel­len­struk­tur ei­ne gro­ße Flä­che bie­ten.

Com­pu­ter mit Pas­siv­küh­lun­gen las­sen sich des Wei­te­ren ein­fa­cher war­ten und un­ter­lie­gen ei­nem ge­rin­ge­ren Ver­schleiß als ih­re ak­tiv ge­kühl­ten Pen­dants. Der Grund: Lüf­ter sind be­weg­lich ge­la­ger­te Tei­le, die über kurz oder lang ver­schlei­ßen. Wer lüf­ter­los für nied­ri­ge Tem­pe­ra­tu­ren sorgt, muss sich dar­um nicht küm­mern.

Al­ler­dings ist die Leis­tung pas­si­ver Küh­ler be­grenzt und lässt sich nur stei­gern, wenn grö­ße­re Kühl­kör­per zum Ein­satz kom­men. Bei we­ni­ger kraft­vol­len CPUS wie zum Bei­spiel den Pro­zes­so­ren der Co­re-i3-se­rie von In­tel oder den Ry­zen-3-mo­del­len von AMD ist ei­ne kom­plett pas­si­ve Küh­lung mög­lich, je­doch reicht die Re­chen­leis­tung meis­tens nur für grund­le­gen­de Auf­ga­ben wie Sur­fen, Mul­ti­me­dia-strea­m­ing oder Do­ku­men­ten­ver­ar­bei­tung. Auch Ein­stei­ger-gra­fik­kar­ten wie et­wa die Nvi­dia Ge­force GTX 1050 oder die AMD Ra­de­on RX 560 kom­men oh­ne Lüf­ter aus, da ihr Leis­tungs­ni­veau nicht über­mä­ßig aus­fällt: Für auf­wen­di­ge Spie­le oder um­fang­rei­che Bild- und Vi­deo­be­ar­bei­tung mit Ef­fek­ten, die vor al­lem die GPU be­rech­nen soll, sind die­se Mo­del­le kaum ge­eig­net. Wer ei­nen bes­se­ren Kom­pro­miss zwi­schen Leis­tung und Laut­lo­sig­keit sucht, der soll­te zu ei­ner se­mi-pas­si­ven Küh­lung grei­fen: Ein ent­spre­chen­des Sys­tem ar­bei­tet mit be­son­ders lei­sen Lüf­tern, die nur an­sprin­gen, so­bald ei­ne ge­wis­se Tem­pe­ra­tur be­zie­hungs­wei­se Re­chen­last er­reicht wird, und sonst still­ste­hen. Die­se Lüf­ter ver­fü­gen über be­son­de­re Lüf­ter­blät­ter­de­signs, die mög­lichst we­nig Ge­räu­sche ver­ur­sa­chen sol­len. Wich­tig ist au­ßer­dem die La­ge­rung des Lüf­ters: Es gibt Ku­gel-, Gleit- und Ke­ra­mi­k­la­ger. Ku­gel­la­ger­lüf­ter sind hier­bei in der Re­gel die lei­ses­ten. Des Wei­te­ren dre­hen Si­lent-ro­to­ren mit recht nied­ri­gen Um­dre­hungs­zah­len, die die Her­stel­ler oft mit RPM (Rounds per Mi­nu­te) oder UPM (Um­dre­hun­gen pro Mi­nu­te) an­ge­ben: 400 RPM sind ein gu­ter Richt­wert und kaum hör­bar, den­noch er­folgt ein kon­stan­ter Luft­strom, um die Wär­me nach au­ßen zu lei­ten.

Si­lent-kom­plett-pcs: Von sehr lei­se bis laut­los

Wenn Sie kein Pc-bast­ler sind, dann wäh­len Sie ei­nes der vie­len Fer­tig­sys­te­me, die für ei­nen be­son­ders lei­sen Be­trieb ge­baut sind: Vie­le An­bie­ter von Kom­plett-pcs wie Ca­se­king, Mif­com oder Csl-com­pu­ter füh­ren auch ei­ne Ka­te­go­rie mit Si­lent-pcs, die ent­we­der sehr lei­se oder kom­plett laut­los ar­bei­ten. Es gibt auch Händ­ler, die sich nur auf un­hör­ba­re Com­pu­ter oder Note­books spe­zia­li­siert ha­ben, wie bei­spiels­wei­se Si­lent­ma­xx. Das Un­ter­neh­men bie­tet Com­pu­ter je­der Leis­tungs­klas­se an – vom we­ni­ger leis­tungs­fä­hi­gen Mi­ni-pc bis hin zur ech­ten Ga­ming-ma­schi­ne – al­le kom­plett pas­siv ge­kühlt. Der An­bie­ter er­reicht das, in­dem er teils im Auf­trag ge­fer­tig­te Kom­po­nen­ten ver­baut und auf über­di­men­sio-

na­le Pas­siv­küh­ler setzt. Die laut­lo­sen Rech­ner führt Si­lent­ma­xx un­ter dem Na­men Ken­ko. Al­le Sys­te­me sind frei kon­fi­gu­rier­bar, die Prei­se star­ten ab 859 Eu­ro.

Bei der Wahl der Kom­po­nen­ten im On­li­ne­kon­fi­gu­ra­tor brau­chen Sie sich nicht ein­zu­schrän­ken: So las­sen sich Sys­te­me mit dem we­ni­ger leis­tungs­star­ken In­tel­co­rei3­ oder dem Amd­ry­zen­3­pro­zes­sor be­stü­cken, aber auch mit den ab­so­lu­ten TopMo­del­len der bei­den Pro­zes­sor­her­stel­ler. Selbst der 18­Ker­ner In­tel Co­re I9­7980XE oder der 16­Ker­ner AMD Ry­zen Th­re­ad­rip­per 1950X ste­hen Ih­nen zur Aus­wahl. Die Küh­lung des Pro­zes­sors er­folgt da­bei über ei­nen gro­ßen Cpu­küh­ler mit Kup­fer­wär­me­leit­roh­ren so­wie zwei Kühl­tür­men aus Alu­mi­ni­um­la­mel­len. Über­dies sind die Ge­häu­se selbst auf laut­lo­sen Be­trieb aus­ge­legt so­wie mit zu­sätz­li­chen Dämm­mat­ten im In­ne­ren aus­ge­klei­det. Wenn der Käu­fer nicht nur auf Ssd­spei­cher set­zen möch­te, kann er eben­falls HDDS ein­bau­en las­sen. Hier­bei emp­fiehlt der On­li­ne­shop al­ler­dings drin­gend, auf die so­ge­nann­ten HDSi­len­cer zu set­zen, al­so auf die er­wähn­ten Hdd­hül­len, die die Fest­plat­ten mit ei­nem Kühl­kör­per aus Alu­mi­ni­um kom­plett um­hül­len und die mit­hil­fe von Gum­mi­trä­gern die Vi­bra­tio­nen der Ma­gnet­schei­ben­fest­plat­te ent­kop­peln.

Was das Netz­teil be­trifft, so bie­tet Ih­nen Si­lent­ma­xx hier stan­dard­mä­ßig ein pas­si­ves Mo­dell an, das auf­grund der Zer­ti­fi­zie­rung 80­Plus­pla­ti­num nicht nur sehr ef­fi­zi­ent ar­bei­tet, son­dern auch oh­ne Lüf­ter aus­kommt. Es leis­tet 500 Watt und dürf­te für vie­le Kon­fi­gu­ra­tio­nen ge­nü­gen. Si­lent­ma­xx emp­fiehlt je­doch, ab dem Ein­satz ei­ner Nvi­dia Ge­force GTX 1070 auf ein se­mi­pas­si­ves Netz­teil mit 1000 Watt Ka­pa­zi­tät um­zu­stei­gen. Die­ses Mo­dell ver­fügt al­so über ei­nen Lüf­ter, auch wenn die­ser erst an­springt, so­bald das Sys­tem über 700 Watt for­dert. Bei der Gra­fik­kar­te müs­sen Sie sich kaum zu­rück­hal­ten, denn die Gren­ze ist ei­ne Nvi­dia Ge­force GTX 1080 Ti, die dank ei­nes auf­ge­setz­ten Pas­siv­küh­lers still ar­bei­tet und pro­blem­los selbst de­tail­rei­ches Ga­ming in Ul­tra­hd be­herrscht. Ne­ben der kom­plett laut­lo­sen Ken­ko­se­rie hat der On­li­ne­shop dar­über hin­aus noch ei­ne Pro­dukt­fa­mi­lie na­mens Aki­no im An­ge­bot, die bis zu ei­ner Sys­te­m­aus­las­tung von 65 Pro­zent kom­plett laut­los ar­bei­tet. Steigt die Last, dann schal­ten sich die ein­ge­bau­ten Lüf­ter hin­zu.

Sau­ber ist gleich lei­ser: Wer sei­nen PC in­nen und au­ßen or­dent­lich rei­nigt, kann die Be­triebs­ge­räu­sche des Sys­tems re­du­zie­ren, weil dann zum Bei­spiel die Lüf­ter wie­der ef­fek­ti­ver ar­bei­ten und nicht so schnell dre­hen.

Lüf­ter­ge­schwin­dig­keit re­du­zie­ren: Mitt­ler­wei­le bie­ten die meis­ten Bios-va­ri­an­ten zahl­rei­che Ein­stel­lun­gen an, mit de­nen Sie die Dreh­zahl der ver­schie­de­nen Sys­tem­lüf­ter an­pas­sen und das Sys­tem lei­ser ma­chen kön­nen.

Her­stel­ler wie Noc­tua kon­zen­trie­ren sich dar­auf, mög­lichst lei­se, aber den­noch leis­tungs­star­ke Küh­ler zu bau­en: Da­zu sind gro­ße Kühl­kör­per, Wär­me­leit­roh­re und ein lauf­ru­hi­ger Lüf­ter not­wen­dig.

Dämm­mat­ten gibt es aus ver­schie­de­nen Ma­te­ria­li­en und in ver­schie­de­nen Stär­ken: Wenn Sie das Ge­häu­se da­mit aus­klei­den, wer­den die Be­triebs­ge­räu­sche der Kom­po­nen­ten ge­schluckt.

Bei Lüf­tern gibt es ei­ni­ge Din­ge zu be­ach­ten, da­mit sie lei­se und/oder ef­fek­tiv ar­bei­ten: Sie soll­ten vor al­lem die Wer­te zur Luft­för­der­men­ge und Ma­xi­mallaut­stär­ke ver­glei­chen.

Rund­um-pa­ket für die Fest­plat­te: Ein HDD-CA­SE wie hier im Bild dämpft nicht nur die Ge­räu­sche ei­ner Ma­gnet­fest­plat­te, son­dern fun­giert auch als pas­sen­de Küh­lung für den ein­ge­pack­ten Spei­cher.

Ein pas­si­ver Cpu-küh­ler wie die­ser hier nimmt or­dent­lich Platz ein. Denn nur wenn die Flä­che für die Wär­me­ab­fuhr mög­lichst groß ist, kann der Pro­zes­sor oh­ne Leis­tungs­ein­bu­ßen ar­bei­ten.

Auch Gra­fik­kar­ten las­sen sich kom­plett pas­siv küh­len. Da­für müs­sen Sie das Kühl­sys­tem aber teil­wei­se auf­wen­dig um­bau­en. Das lässt sich nur in ei­nem Ge­häu­se mit aus­rei­chend Platz be­werk­stel­li­gen.

Es gibt auch Pc-ge­häu­se, die selbst als Kühl­kör­per die­nen und ei­nen pas­si­ven Be­trieb er­mög­li­chen: Sie set­zen auf ei­ne la­mel­len­ar­ti­ge Struk­tur und ver­wen­den wär­me­lei­ten­de Ma­te­ria­li­en wie Alu­mi­ni­um.

Lei­se statt schnell: Pas­siv ge­kühl­te Netz­tei­le ar­bei­ten laut­los, sto­ßen aber recht früh an ih­re Leis­tungs­gren­zen. Das müs­sen Sie bei der Aus­wahl der Pc-kom­po­nen­ten auf je­den Fall be­rück­sich­ti­gen.

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