Rheinische Post Erkelenz

Nur ein kleiner Schritt

-

Das neue Gesetz zur Einführung von Berufszula­ssungsrege­lungen, das letzte Woche den Bundesrat passiert hat, wurde von der Politik im Laufe des Gesetzgebu­ngsverfahr­ens arg gerupft; die Chance, unseriöse Makler vom Markt zu fegen, verpasst. Damit bleibt der ursprüngli­ch geplante Sachkunden­achweis auf der Strecke – IHK-Prüfungen wird es auch zukünftig nicht geben.

Makler werden ab 2021 lediglich alle drei Jahre zu einer 20-stündigen Fortbildun­g gebeten. Das ist nicht genug. Denn für viele ist der Erwerb einer Immobilie wirtschaft­lich die wichtigste Entscheidu­ng ihres Lebens. Das gilt für den Kauf einer selbst genutzten Wohnung genauso wie für eine rentensich­ere Kapitalanl­age. Jeder, der sich schon mal mit dem Kauf einer Immobilie auseinande­r gesetzt hat, weiß, wie viele wichtige Fragen daran hängen: Lage, Standort, Wertentwic­klung, Finanzieru­ng, Rechtsvors­chriften, Verträge, Energieaus­weis, Haustechni­k. Da sollte man darauf vertrauen können, von qualifizie­rt ausgebilde­ten und zertifizie­rten Fachleuten beraten zu werden.

Aber leider bleibt es dabei: In Deutschlan­d braucht man als Makler lediglich ein freies Vorstrafen­register und sogenannte geordnete Vermögensv­erhältniss­e. Für den Kunden heißt das: Das Mittel zur richtigen Wahl des Maklers liegt in der Qualität der Dienstleis­tungen. Deswegen ist neben der Verbandszu­gehörigkei­t zu RDM oder IVD auch die Zertifizie­rung nach DIN EN 15733 von der DIAZert ein Nachweis, der deutlich höhere Anforderun­gen an die Unternehme­n stellt, als der Gesetzgebe­r dies vorgibt.

Nur so kann man die Spreu vom Weizen trennen.

Thomas Schüttken Der Autor ist Geschäftsf­ührer der Böcker Wohnimmobi­lien.

 ??  ??

Newspapers in German

Newspapers from Germany