Rheinische Post Hilden

Die Visionen von Leon Löwentraut

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Ein gutes Jahr ist es her, dass der aufstreben­de Düsseldorf­er Maler Leon Löwentraut in der Galerie von Dirk Geuer den KunstStar Julian Schnabel traf. Damals nahm er all seinen Mut zusammen, um die amerikanis­chen Legende anzusprech­en. „Meine Hände haben gezittert“, erinnert er sich. Jetzt stellt der ShootingSt­ar der deutschen Kunst-Szene selber bei Geuer aus, der neben Schnabel auch Günther Uecker und Tony Cragg im Portfolio hat. 21 Gemälde und drei Grafiken sind ab Freitag in der Schau „Singles & Couples“zu sehen. Der Newcomer ist inzwischen sehr gefragt: Dass er über rote Teppiche spaziert und in Galerien in Basel, Singapur, London, Berlin oder New York ausstellt, ist für ihn schon Normalität. Seine Bilder werden oft innerhalb von wenigen Stunden, noch während der Vernissage, verkauft. Viele Kunstfans feiern ihn bereits als neuen Pablo Picasso, was ihm den Spitznamen Bubicasso bescherte. „Es ist natürlich eine Ehre, dass die Leute mir so viel Anerkennun­g schenken“, sagte er in einem Gespräch mit unserer Redaktion. „So etwas darf aber niemals Überhand nehmen und den Charakter verändern. Meine Familie und ich verstehen uns super, und ich bin immer noch mit den gleichen Freunden von früher unterwegs“, sagt er. In den sozialen Medien versucht er, den Fokus auf seine Kunst zu setzen. Inzwischen gibt es sogar eine Smartphone-App, über die seine Fans live bei der Entstehung eines Bildes dabei sein können. Und das kann mitunter sehr wild aussehen:

Löwentraut malt bevorzugt auf dem Fußboden, oftmals mehr mit Tube als mit Pinsel in der Hand und mit vollem Körpereins­atz, gerne zieht er dabei sein Hemd aus. Bunte und expressive Kunstwerke á la Picasso sind das Resultat. Er malt nachts - zu klassische­r Musik. „Ich lebe meinen Traum“, sagt der junge Künstler glücklich. Denn er habe sein größtes Hobby zum Beruf gemacht. Zum ersten Mal träumte er davon, als er seiner Mutter beim Malen zuschaute. Mit sieben Jahren experiment­ierte er schon an der Leinwand. Öl und Acrylfarbe­n gehören dabei zu seinen bevorzugte­n Materialie­n. Seinen eigenen Stil entdeckte er aber erst beim Beobachten der Menschen am Rhein. Dort fertigte er seine ersten Skizzen von Spaziergän­gern und brachte sie später auf die Leinwand. Für sein privates Lebensglüc­k setzt er übrigens ganz bodenständ­ige Maßstäbe: Ein schönes Eigenheim mit Familie und Hund soll es sein. Auf seiner Website bezeichnet Löwentraut die Ausstellun­g bei Geuer als eine seiner wichtigste­n bisher. Auf der Gästeliste zur exklusiven Vernissage heute Abend steht auch Eric Falt von der Unesco, denn Löwentraut wurde auserwählt, die nachhaltig­en Entwicklun­gsziele der Weltgemein­schaft und der Vereinten Nationen künstleris­ch zu interpreti­eren. Mit der Schau bei Geuer wolle er zeigen, dass er, anders als von Kritikern behauptet, keine Eintagsfli­ege sei. Das System sei vorgeschri­eben, Visionen nicht. Löwentraut ist erst 19 Jahre alt und hat somit noch genug Zeit, die Kunstwelt vollends zu überzeugen.

C. Trincks und N. Bader

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RP-FOTO: ANDREAS BRETZ Hier entstehen die meisten seiner Werke: Kunst-Newcomer Leon Löwentraut in seinem Atelier.

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