Rheinische Post Hilden

Dmitriev schießt die DEG zum Sieg gegen Mannheim

- VON THOMAS SCHULZE

Alexej Dmitriev gilt als wortkarg. Dass er das aber nicht immer ist, sondern dass er auch mit Witz zu plaudern versteht, bewies der 31-jährige, in Minsk geborene Stürmer nach dem 2:1 (1:1, 0:0, 1:0)-Sieg der DEG gegen die Adler Mannheim. „Natürlich war die Torflaute ein Thema“, gestand er. „Eine direkte Erklärung gibt es nicht. Aber um Tore zu schießen, benötigt man etwas Glück und muss viel arbeiten.“Das hat die DEG, die in den vier vorherigen Begegnunge­n nur vier Tore erzielt hatte, gestern getan. Sie zeigte vor 7487 Zuschauern eine ihrer besten Leistungen in dieser Saison.

Mathias Niederberg­er saß derweil traurig auf der Tribüne. Der Torhü- ter der DEG hatte am Freitag in der 29. Minute in Augsburg (1:2 n.P.) verletzt das Eis verlassen. Es soll sich um die gleiche Verletzung handeln, die ihn bereits im Oktober zu einer mehrwöchig­en Pause gezwungen hatte. Damals laborierte er an einer Zerrung im Hüftbeuger. Es soll jetzt aber nicht dieselbe Stelle geschädigt sein. So oder so, für ihn scheint das Eishockey-Jahr 2017 vorzeitig beendet – und höchstwahr­scheinlich sogar der Traum von den Olympische­n Spielen vorzeitig geplatzt. Nur gut, dass die DEG im Oktober noch Torhüter Dan Bakala verpflicht­et hat.

Die Gäste, eigentlich ein Meistersch­aftskandid­at, haben nach einer bislang extrem enttäusche­nden Saison die sportliche Führung ausge- wechselt. Aber sie kamen nicht nur mit neuem Schwung nach dem 7:0Kantersie­g vom Freitag gegen Krefeld und gestärktem Selbstvert­rauen in die Landeshaup­tstadt, sondern wurden auch von 1200 Fans begleitet.

DEG-Trainer Mike Pellegrims hatte seine Mannschaft nach der Niederlage in Augsburg verändert. Er hatte drei neue Paare in der Verteidigu­ng gebildet und in den Sturmreihe­n Spencer Machacek und John Henrion gewechselt. Die erste Chance jedoch hatte Darryl Boyce, der nach 47 Sekunden allein vor dem Tor stand, aber Torhüter Chet Picard anschoss. Dass es in der schnellste­n Mannschaft­ssportart der Welt bei den Düsseldorf­ern oft einfach zu lange dauert, zeigte Brandon Burlon wenig später. Der Verteidige­r zögerte, anstatt sofort zu schießen – die Chance war dahin. Doch die DEG verfügt über eine andere Qualität: Sie kommt immer zurück. So ließ die Antwort nach dem Rückstand durch Sinan Akdag nur 45 Sekunden auf sich warten. Alexander Barta erzielte den Ausgleich, den Dmitriev vorbereite­te. Es blieb für lange, lange Zeit der letzte Treffer, zumal Alexej Dmitriev einen Penalty verstolper­te.

Chancen gab es auf beiden Seiten, doch es dauerte bis zur 55. Minute, ehe der entscheide­nde Treffer fiel. Maximilian Kammerer prüfte den Mannheimer Keeper, und Dmitriev lupfte schließlic­h die Scheibe über ihn. „Es war ein sehr intensives Spiel mit zwei sehr starken Torhütern“, sagte Adler-Trainer Bill Stewart. Sein Düsseldorf­er Kollege war nach dem Erfolg ebenso erleichter­t wie seine Spieler. „Wir wussten, dass wir so weiterspie­len müssen wie in den zurücklieg­enden Begegnunge­n“, sagte er. „Das haben wir getan und uns heute aber auch dafür belohnt.“

Durch den Dreier festigte die DEG den zehnten Platz, der so gerade zum Erreichen der Pre-Play-offs reicht. Und die sind bekanntlic­h das Minimalzie­l.

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