„Gott freut sich an dir“

Rheinische Post Kleve - - GOTT UND DIE WELT -

Vor zwei Wo­chen wa­ren im De­ka­nat Kle­ve ca. 120 Firm­lin­ge und Kon­fir­man­den zu ei­nem so­ge­nann­ten „Cre­do­par­cour“in Bed­burg-Hau zu­sam­men­ge­kom­men. In 10 Sta­tio­nen sind sie da­bei krea­tiv den Aus­sa­gen des Glau­bens­be­kennt­nis­ses auf den Grund ge­gan­gen. Da­bei ging es na­tür­lich auch um die ei­ge­ne Be­zie­hung zu Gott und um die Fra­ge, wie wür­de ich be­schrei­ben, wie Gott mich sieht?

Auch ei­ne Fra­ge, die ich mir im­mer mal wie­der stel­le.

Stel­le ich mir vor, ich wür­de je­den Tag mit ei­nem Men­schen zu­sam­men­tref­fen, der mir ge­gen­über kri­tisch ein­ge­stellt ist. Bei je­der Be­geg­nung wür­de er mir vor­hal­ten, was ich wie­der falsch ge­macht ha­be. Ich den­ke, sei­nen An­sprü­chen nie ge­recht wer­den zu kön­nen und im­mer ne­ga­tiv be­wer­tet zu wer­den. Am liebs­ten wür­de ich si­cher­lich ei­nen Bo­gen um die­sen Men­schen ma­chen.

Wie an­ders wä­re doch das Zu­sam­men­tref­fen mit je­man­dem, der mich voll Freu­de er­war­tet. Stell ich mir dann vor, die­ser Mensch wä­re mir ge­gen­über to­tal po­si­tiv ein­ge­stellt. Bei je­der Be­geg­nung wür­de er Wor­te der Wert­schät­zung und Er­mu­ti­gung mir ge­gen­über aus­spre­chen. Je­des Mal wä­re ich da­nach ge­stärkt, kraft­voll und zu­ver­sicht­lich. Si­cher könn­te ich dann kaum er­war­ten, mit die­ser Per­son wie­der zu­sam­men zu sein…

So hängt auch die Qua­li­tät mei­ner Be­zie­hung zu Gott ent­schei­dend da­von ab, wie ich die Fra­ge be­ant­wor­ten kann: „Was emp­fin­det Gott, wenn er an mich denkt?“

Wenn ich glau­be, er will mich stän­dig an­kla­gen und ein­schüch­tern, wer­de ich nicht frei­wil­lig sei­ne Nä­he su­chen. Blei­be ich dann doch eher auf Ab­stand und be­schrän­ke den Kon­takt auf das Nö­tigs­te. Je mehr ich es in mein Herz las­se, dass sich Gott über mich freut und mich liebt, des­to mehr wird es mich zu ih­m­hin­zie­hen.Mei­neBe­geg­nun­gen mit ihm wer­den ehr­li­cher und ich möch­te ger­ne Zeit mit ihm ver­brin­gen. Ein Vers aus dem alt­tes­ta­ment­li­chen Buch Ze­fan­ja gibt mir da­bei Zu­spruch: „Der Herr, dein Gott, freut sich über dich. Er er­neu­ert sei­ne Lie­be zu dir, er ju­belt über dich und froh­lockt, wie man froh­lockt an ei­nem Fest­tag.“– Ge­hen wir nun ge­stärkt mit die­ser Zu­sa­ge ins Wo­che­n­en­de…

Bri­git­te Pee­ren­boom, Pas­to­ral­re­fe­ren­tin Bed­burg-Hau

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