Rheinische Post Krefeld Kempen

SERIE FERIENALPH­ABET A-Z: A WIE APFEL Bäume haben weniger Äpfel

- VON STEPHANIE WICKERATH

Tönisvorst ist die Apfelstadt am Niederrhei­n. 400.000 Apfelbäume stehen hier, 48 Millionen frische Äpfel ernten die Tönisvorst­er Obstbauern jedes Jahr. Es gibt Apfelsaft, Apfelchips, Apfelbrot, Apfelleber­wurst und noch vieles mehr.

TÖNISVORST Rudolf Steves ist einer der vielen Obstbauern von Tönisvorst. Mit den Früchten, die der St. Töniser anbaut, ließe sich fast das Alphabet füllen: Äpfel, Aprikosen, Aronia-Beeren, Blaubeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbe­eren, Kirschen, Mirabellen, Nektarinen, Pfirsiche, Renekloden, Spargel, Quitten, Walnüsse und Zwetschgen. Da es heute, zum Auftakt des Ferienalph­abets, aber um das A gehen soll, stehen die Aprikosen, die Aronia-Beeren und die Äpfeln im Mittelpunk­t.

Seit 2002 baut Rudolf Steves auf vier Hektar Aprikosen an. „Ab Juni gibt es bei uns Aprikosen frisch vom Baum“, sagt Steves. „Da wir verschiede­ne Sorten angebaut haben, können wir über einen Zeitraum von zehn Wochen ernten und immer frische Früchte anbieten.“Einfach ist die Frucht allerdings nicht. Die Aprikosene­rnte erfordert von den Pflückern Erfahrung und Fingerspit­zengefühl, denn nicht nur die goldgelbe Fruchtfarb­e, sondern hauptsächl­ich die Oberfläche­nspannung zeigt an, ob die Frucht erntereif ist.

Lange lagern sollten die Aprikosen nach dem Kauf nicht. Der Obstbauer empfiehlt die duftigen Früchte mit der samtenen Haut möglichst bald zu essen oder weiterzuve­rarbeiten. Ideen dafür liefert der St. Töniser Obsthof im Hofladen an der Düsseldorf­er Straße gleich mit: Aprikosenk­uchen, Aprikosenl­ikör und Aprikosenm­armelade gibt es dort zu kaufen.

Weniger bekannt ist die AroniaBeer­e, auch Apfelbeere genannt. Steves schwört auf diese Frucht aus Nordamerik­a. „Sie ist total pflegeleic­ht und richtig gesund“, sagt der Obstbauer. Die erbsengroß­e, schwarze Beere habe den sechsfa- chen Vitamin-C-Gehalt von Holunder, viel Flavonoid, Folsäure und Vitamin K. Da die Aronia-Beeren wie ein sehr trockener Rotwein schmecken, bietet Steves den Saft kombiniert mit Apfelsaft an. „Wir haben aber auch getrocknet­e Beeren und „http://www.st-toeniser-obsthof.de/hofladen-obsthof-am-niederrhei­n“mit 100 Prozent Fruchtante­il im Sortiment.“Geerntet werden die Beeren gemeinsam mit den Äpfeln von August bis Oktober.

Während die Aronia-Beere aber wie immer gut wächst, blickt Steves in diesem Jahr mit Sorgen auf die anstehende Apfelernte. „Zwar haben die Blüten den Frost gut überstande­n, aber wir hatten mehrere Tage unter 12 Grad“, erzählt Steves. Dadurch seien der Bienenflug und damit die Bestäubung ausgefalle­n. Die Blüte habe sich außerdem über sechs, statt über zwei Wochen hingezogen. Das Resultat: Es wird deutlich weniger Früchte geben als im Vorjahr und die Äpfel, die kommen, sind entweder zu klein oder drohen zu groß zu werden. „Die Hauptgröße, die besonders gern gekauft wird, fehlt“, sagt Steves.

Zurzeit dünnen er und Sohn Markus die Bäume aus, damit die kleinen Äpfel mehr Licht bekommen. Außerdem wird die Wasserzufu­hr bei den Bäumen mit den dicken Früchten reduziert. Und alle 14 Tage bekommen die Bäume eine Portion Kalzium, das stabilisie­rt die Frucht. Steves rechnet damit, dass die Äpfel in diesem Jahr teurer werden. „Bei den Erdbeeren und den Kirschen war das ja auch schon so“, sagt der Obstbauer, der 17 verschiede­ne Apfelsorte­n auf 25 Hektar anbaut. Insgesamt hat der St. Töniser Obsthof 70.000 Apfelbäume. Neben Apfelsaft und Apfelchips werden die Früchte zu Apfellikör, Apfel-ZimtMarmel­ade, Apfelmus, Apfelkuche­n und Apfelbrot verarbeite­t.

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RP-FOTOS (2): WOLFGANG KAISER Rudolf Steves und Sohn Markus in ihrer Apfelplant­age in St. Tönis. Auf 25 Hektar stehen 70.000 Apfelbäume. Die Obstbauern ernten 17 verschiede­nen Apfelsorte­n.
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