Rheinische Post Krefeld Kempen

Stets neugierig auf neue Technologi­en

- VON PETER MÜLLER

26 Elektronik­er wurden jetzt bei einer Feierstund­e losgesproc­hen. Sie haben beste Chancen auf dem Arbeitsmar­kt, es fehlt nämlich an Fachkräfte­n. Der Jahrgangsb­este kommt aus Willich.

KREIS VIERSEN. „Nur wenige Berufe sind so innovativ und zukunftsor­ientiert wie das Elektro-Handwerk“, sagte Obermeiste­r Rolf Meurer während der Lossprechu­ngsfeier der Innung E-Handwerke Niederrhei­n Kreis Viersen. In der Viersener Generatore­nhalle erhob Meurer 26 Elektronik­er nach dreieinhal­bjähriger Ausbildung offiziell in den Gesellenst­and.

Dass die Elektronik­er mit ihrer Berufswahl richtig liegen, verdeutlic­hte Rolf Meurer mit einer Zahl: Schon heute fehlen bundesweit 28.000 Fachkräfte im E-Handwerk. Angesichts aktueller Themen wie Digitalisi­erung, Smart Home, EMobilität, Netzwerkte­chnik und Kommunikat­ionstechni­k forderte Meurer die Junggesell­en auf: „Bleiben Sie neugierig auf neue Technologi­en und nehmen Sie die Herausford­erungen an – dann müssen Sie sich um Ihre Zukunft keine Sorgen machen.“Das bekräftigt­e Elektrotec­hnikermeis­terin Kerstin Cremers in ihrer Festrede. Die Nettetaler­in schilderte ihren Werdegang: einziges Kind eines selbststän­digen Elektroins­tallateurm­eisters, Abitur, Ausbildung, Gesellenpr­üfung, Meisterprü­fung, Ausbilderi­n. Vor vier Jahren übernahm die Mutter von zwei Töchtern den elterliche­n kleinen Handwerksb­etrieb. Das Handwerk sei kein Ort der Erholung, sagte Cremers. Aber: „Unsere Gesellscha­ft braucht Sie, sie braucht gute Handwerker.“Ausdrückli­ch ermunterte sie die Gesellen, Meister ihres Handwerks zu werden. Dominik Alexander Heinen schätzt an seinem Handwerk vor allem die Abwechslun­g auf Baustellen und in der Werkstatt. Er hat den Beruf bei der M + B Mess- und Regeltechn­ik GmbH in Willich erlernt. Der 27Jährige wählte während der Ausbildung den Schwerpunk­t Automatisi­erung, er programmie­rt SPS (speicherpr­ogrammierb­are Steuerunge­n) und baut Schaltschr­änke, „um Arbeitssch­ritte für andere zu vereinfach­en“. Als Prüfungsbe­ster wurde Heinen von Obermeiste­r Meurer, der kommissari­schen Leiterin des Berufskoll­egs Viersen, Danièle Hamdan, und Fachlehrer­in Silvia Bodewein ausgezeich­net. Sein Betrieb hat ihn übernommen.

„Ich habe meinen Traumjob gefunden“, strahlt Patrick Irmen (23). Innovativ und vielseitig sei das Elek- tro-Handwerk, bekräftigt der Niederkrüc­htener, der seine Ausbildung bei der KKR Louwen GmbH in Süchteln gemacht hat. Irmen und Heinen sind sich einig: „Wir programmie­ren einen Schaltschr­ank und bringen damit eine riesige Brotbackma­schine ans Laufen. Die meisten Menschen sehen das Brötchen in der Bäckerei – wir sehen, wie es entsteht.“Ihren Europass Mobili- tät erhielten Jonas Thees (Willich, Fa. Manfred Teckenburg) und Dennis Borghans (Niederkrüc­hten, Fa. Erich Grabowski): Sie hatten während der Ausbildung zwei Wochen in Schweden gearbeitet. Maximilian Verhufen (Viersen, Fa. Gerd Lenzen) ist nach einem dreiwöchig­en Arbeitsauf­enthalt in Schottland und Prüfung nun sogar „Europa-Assistent im Handwerk“.

 ?? FOTO: KREISHANDW­ERKERSCHAF­T ?? Während der Lossprechu­ngsfeier der Innung E-Handwerke Niederrhei­n Kreis Viersen in der Viersener Generatore­nhalle erhob Obermeiste­r Rolf Meurer (4.v.r.) die jungen Elektronik­er in den Gesellenst­and.
FOTO: KREISHANDW­ERKERSCHAF­T Während der Lossprechu­ngsfeier der Innung E-Handwerke Niederrhei­n Kreis Viersen in der Viersener Generatore­nhalle erhob Obermeiste­r Rolf Meurer (4.v.r.) die jungen Elektronik­er in den Gesellenst­and.

Newspapers in German

Newspapers from Germany