Dut­zen­de „ver­ru­fe­ne“Or­te in NRW

Rheinische Post Opladen - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON OLIVIA KONIECZNY

DÜS­SEL­DORF In NRW ist Köln die Stadt mit den meis­ten ge­fähr­li­chen Plät­zen. Dies geht aus ei­ner Ant­wort der Lan­des­re­gie­rung auf ei­ne Klei­ne An­fra­ge der CDU her­vor. Nach An­ga­ben von NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) gel­ten aus Sicht der Po­li­zei 13 Or­te als „ver­ru­fen“. Da­bei han­delt es sich laut Ge­setz um Or­te, wo die Po­li­zei oh­ne kon­kre­ten An­lass Per­so­nen über­prü­fen kann.

„Wich­tig ist: Es han­delt sich nicht um so­ge­nann­te No-Go-Are­as“, sag­te ein Spre­cher des In­nen­mi­nis­te­ri­ums und be­stritt zu­gleich, dass es sol­che Ge­gen­den in NRW gibt. „Die De­fi­ni­ti­on als ,ge­fähr­li­cher Ort’ gibt der Po­li­zei aber die Rechts­grund­la­ge, die Iden­ti­tät der Men­schen fest­zu­stel­len, die sich dort auf­hal­ten“, sag­te der Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher. Denn im Nor­mal­fall sei­en Bür­ger nicht ver­pflich­tet, sich aus­zu­wei­sen, wenn sie an­lass­los da­nach ge- fragt wür­den, er­gänz­te ein Spre­cher der Köl­ner Po­li­zei. „So aber kön­nen wir so­gar Platz­ver­wei­se er­tei­len“, sag­te er. Wenn ei­ne Per­son sa­ge, sie ha­be kei­nen Aus­weis da­bei, dür­fe die Po­li­zei sie an die­sen Or­ten auch fest­hal­ten und durch­su­chen. „Wir müs­sen nicht war­ten, bis es zu Straf­ta­ten kommt.“

Ins­ge­samt wur­den im März 2017 von der Po­li­zei 25 Or­te ge­nannt, die als ge­fähr­lich gel­ten. Doch nicht al­le Po­li­zei­stel­len mach­ten An­ga­ben. Duis­burg et­wa fehlt in der Lis­te. In Köln zäh­len nach An­ga­ben der Köl­ner Po­li­zei da­zu der Bahn­hofs­vor­platz am Haupt­bahn­hof, der Ebert­platz in der In­nen­stadt, das Gör­lin­ger Zen­trum in Köln-Bock­le­münd oder die Köl­ner Rin­ge, die Fei­er­wü­ti­ge aus der Re­gi­on an­zie­hen und an de­nen es vor al­lem an den Wo­che­n­en­den tur­bu­lent zu­geht. In Wup­per­tal gel­ten der Ber­li­ner Platz und das Are­al rund um den Bahn­hof Ober­bar­men als „ge­fähr­lich“. In Aa- chen wur­de ei­ne Zeit­lang das Ost­vier­tel laut Po­li­zei­de­fi­ni­ti­on als „ge­fähr­lich“ein­ge­stuft, in der jüngs­ten Ab­fra­ge im März 2017 al­ler­dings nicht mehr. Auch das Ma­ghre­bVier­tel in Düs­sel­dorf wird bei der Po­li­zei nicht mehr als „ver­ru­fe­ner Ort“ge­führt. Wel­che da­zu zäh­len, le­gen die ein­zel­nen Po­li­zei­stel­len im Prin­zip selbst fest. Sie müs­sen dies aber im Zwei­fel vor Ge­richt be­le­gen, falls sich je­mand ge­gen die Kon­trol­le wehrt.

IN­TER­VIEW NI­CO­LA BAU­MANN

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