Hil­fe für Kin­der nach Schei­dung

Das Dia­ko­ni­sche Werk bie­tet Fa­mi­li­en ei­ne kos­ten­lo­se Be­ra­tung an.

Rheinische Post Opladen - - LOKALES - VON BAS­TI­AN QUEDNAU

WIESDORF Wenn sich die El­tern tren­nen, sind es häu­fig nicht die Ehe­part­ner, son­dern die Kin­der, die dar­un­ter am meis­ten lei­den. Sei es nun, weil sie Ma­ma und Pa­pa nicht mehr im ge­wohn­ten Fa­mi­li­en­all­tag um sich ha­ben oder weil de­ren Strei­te­rei­en auf dem Rü­cken des Nach­wuch­ses aus­ge­tra­gen wer­den. Wer dies ver­hin­dern möch­te, kann die Hil­fe der Er­zie­hungs­be­ra­tungs­stel­le für El­tern, Kin­der und Ju­gend­li­che vom Dia­ko­ni­schen Werk in Wiesdorf in An­spruch neh­men.

„Wir bie­ten Fa­mi­li­en Hil­fe an, die auf­grund ei­ner Tren­nung oder ei­ner Schei­dung in ei­nem enor­men Kon­flikt ste­hen. Un­ser Ziel ist es, das Ver­trau­en zwi­schen den bei­den Par­tei­en wie­der auf­zu­bau­en“, er­klärt Ju­lia Ta­cir, Lei­te­rin der Be­ra­tungs­stel­le. „Au­ßer­dem möch­ten wir, dass die El­tern ih­ren Fo­kus wie­der auf die Kin­der rich­ten, da die­ser im Ro­sen­krieg häu­fig ver­lo­ren geht und die Kin­der dann zwi­schen den Stüh­len sit­zen.“

Die­se hoch­st­rit­ti­gen Fäl­len ha­ben laut Ta­cir in der letz­ten Zeit deut­lich zu­ge­nom­men. Ihr zu­fol­ge sind nach der Tren­nung und bei ei­nem ge­mein­sa­men Sor­ge­recht ver­stärkt drei Phä­no­me­ne zu be­ob­ach­ten: Ju­lia Ta­cir Ent­we­der fühlt sich der Va­ter be­nach­tei­ligt, da er glaubt, dass sein Kind von der Mut­ter ihm ge­gen­über ne­ga­tiv be­ein­flusst wird. Oder aber die Müt­ter be­schwe­ren sich über die Un­zu­ver­läs­sig­keit des ehe­ma­li­gen Le­bens­part­ners, der ge­mein­sam ab­ge­spro­che­ne Ter­mi­ne nicht ein­hält.

Was eben­falls ver­stärkt vor­kom­me, sei, dass zwi­schen den Er­zie- hungs­be­rech­tig­ten gar kei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on mehr zu­stan­de kom­me. Ge­mein­sa­me Ent­schei­dun­gen, wie zum Bei­spiel die Fra­ge wel­che Schu­le das Kind be­su­chen soll oder ob es ge­tauft wer­den soll, könn­ten so­mit nicht mehr ge­trof­fen wer­den.

„Bei den ers­ten bei­den Sit­zun­gen hö­ren wir uns erst ein­mal bei­de Par­tei­en ge­trennt an, auch um ih­re je­wei­li­ge Sicht­wei­se auf das Ge­sche­hen bes­ser er­fas­sen zu kön­nen“, er­klärt Ju­lia Ta­cir. „Je nach­dem, wie es­ka­liert die Si­tua­ti­on zwi­schen dem El­tern­paar ist, dau­ert es auch ein we­nig län­ger, bis wir bei­de an ei­nen Tisch be­kom­men.“Aber fest­steht: Je bes­ser die El­tern die Tren­nung für sich hin­be­kom­men, des­to bes­ser geht es da­bei den Kin­dern.

In An­spruch ge­nom­men wer­den kann die kos­ten­lo­se und ver­trau­li­che Be­ra­tung des Dia­ko­ni­schen Werks an der Ot­to-Grimm-Stra­ße von Fa­mi­li­en mit Kin­dern bis 26 Jah­ren. Die Ter­min­ver­ein­ba­rung er­folgt te­le­fo­nisch un­ter 0214 382-500.

„Wir möch­ten, dass die El­tern ih­ren Fo­kus wie­der auf die Kin­der rich­ten“ Lei­te­rin der Be­ra­tungs­stel­le

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