Rheinische Post Viersen

Beim letzten Duell war Eberl noch Amateurdir­ektor

Vor zehn Jahren spielten Fortuna gegen Borussia II letztmals in einer Liga. Die Partien waren eine Herausford­erung.

- VON SASCHA KÖPPEN

MÖNCHENGLA­DBACH Auch wenn es für einige Fans schon fast etwas unwirklich klingt: Es ist noch gar nicht so lange her, dass die erste Mannschaft von Fortuna Düsseldorf sich auf Liga-Ebene mit der Reserve von Borussia messen musste. Vor rund zehn Jahren, am 2. Juni 2007, war das letztmalig der Fall. Etwas mehr als 5000 Zuschauer sahen am letzten Spieltag einer langen Saison mit 20 Mannschaft­en in der damaligen Regionalli­ga Nord einen 4:1-Sieg der Fortunen in Düsseldorf. Das Tor der Borussen erzielte Johannes van den Bergh, der zwei Jahre später zur Fortuna wechselte, bevor es ihn für drei Jahre nach Berlin und nun über den FC Getafe und Greuther Fürth zu Holstein Kiel führte.

Aufseiten der Borussen war in dieser Saison auch Olcay Sahan dabei, der über den MSV Duisburg und Kaiserslau­tern bei Besiktas Istanbul landete, wo er fünf Jahre lang Stammspiel­er war und inzwischen für Trabzonspo­r auflauft. Auch René Schnitzler wirkte mit, heute Spielertra­iner des Rheydter SV nach einer durchaus schillernd­en, wenn auch kurzen Profilaufb­ahn. Im Hinspiel hatten die Borussen ein 1:1 erreicht, bei dem in letzter Sekunde Marko Marin noch für den Punkt gesorgt hatte. Zum Zeitpunkt des Rückspiels mischte Marin schon bei den Profis mit. Am Ende dieser Spielzeit stieg Borussias Reserve mit Trainer Horst Wohlers, der das Team von 2004 bis 2010 betreute, in die Oberliga ab. Fortuna beendete die Spielzeit der damaligen dritten Liga auf dem zehnten Platz. Mit dem Umweg über die seinerzeit neue eingleisig­e Dritte Liga kehrte die Fortuna erst 2009 wieder in die Zweitklass­igkeit zurück.

Vier Duelle hatte es aber auch zuvor schon in der Oberliga gegeben, die zu dieser Zeit die vierthöchs­te Spielklass­e war. In der Saison 2002/03 gewannen die Borussen ihr Heimspiel durch zwei Treffer von Marinko Miletic mit 2:0, verloren am Saisonende in Düsseldorf dann mit 1:2, wobei Marcel Podszus die Borussen zunächst in Führung ge- bracht hatte. Podszus, der bis zu seiner Rückkehr im Jahr 2009 auch drei Jahre für die Fortunen spielte, hatte Teamkolleg­en wie Marco Küntzel, den die Karriere ausklingen lassenden Peter Wynhoff, aber auch Jan Schlaudraf­f, der es später über Alemannia Aachen sogar bis zum FC Bayern schaffte. Unter Trainer Holger Fach wurden die Borussen am Ende Zweiter, Fortuna musste sich mit Platz acht zufrieden geben.

Im Jahr darauf wurden die Düsseldorf­er dann Zweiter und durften aufsteigen, weil die SSVg. Velbert die Regionalli­ga-Lizenz nicht beantragt hatte. In dieser Spielzeit gewannen beide Teams ihre Heimspiele je 3:1. Bei der Hinspiel-Niederlage in Düsseldorf, als Manfred Stefes die Borussen coachte, erzielte Wynhoff den Ehrentreff­er, im Rückspiel un- ter der Leitung von Thomas Kastenmaie­r schossen am 18. April 2004 Wynhoff, Lars Schuchardt und Ali Camdali die Tore. Für Borussia endete diese Saison auf Platz drei. Bis zum Aufstieg und somit den zuvor bereits beschriebe­nen zwei erneuten Duellen vergingen zwei Jahre.

Eines war bei diesen Spielen stets klar: Für die meist ganz jungen Borussen stellten sie eine echte Herausford­erung dar. Bis heute betont etwa Borussias Amateurdir­ektor Roland Virkus, wie wichtig solche Spiele gegen echte „Männer-Mannschaft­en“für den Nachwuchs sind, dazu kommt der Lerneffekt der entspreche­nd großen Kulissen. Das sah auch sein Vorgänger nicht anders. Denn beim bisher letzten Duell vor zehn Jahren hieß der Amateurdir­ektor der Borussen noch Max Eberl.

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