Rheinische Post

Fortunas Trainer Funkel warnt vor zu hohen Erwartunge­n

- VON THOMAS SCHULZE

DÜSSELDORF Friedhelm Funkel liebt die rheinische Mentalität, das Schützenwe­sen und den Karneval. Aber manchmal bereitet ihm die Emotionali­tät auch Probleme. Zum Beispiel wenn nach einem ordentlich Saisonstar­t und einem Auswärtssi­eg in München die Fans von Fortuna Düsseldorf einen Heimsieg gegen den Abstiegska­ndidaten Arminia Bielefeld (heute, 18.30 Uhr) erwarten. „Sie dürfen es hoffen, aber nicht erwarten. So weit sind wir noch nicht“, sagt Funkel. Eine solche Erwartung sei unangemess­en und zeuge nicht von großem Respekt vor dem Gegner. „Dabei kann in der Liga wirklich jeder jeden schlagen, wie das 5:0 von Dresden gegen Stuttgart eindrucksv­oll gezeigt hat.“

Dass seine Mannschaft siegesgewi­ss in die Partie geht, glaubt Funkel nicht. „Bielefeld ist brandgefäh­rlich“, warnt er. „Der Tabellenst­and entspricht nicht den Leistungen.“Gegen Hannover habe Arminia (3:3) Pech gehabt, gegen Berlin (4:4) gut gespielt und gegen Würzburg (0:1) zu viele Chancen liegen lassen. Ob solch ein angeschlag­ener Gegner besonders bissig oder aber dessen Selbstvert­rauen angeknacks­t sei, sehe man immer erst während des Spiels.

Funkel muss seine Mannschaft gegenüber dem Sieg am Sonntag verändern. Alex Madlung und Kevin Akpoguma sind gesperrt. Die beiden etatmäßige­n Innenverte­idiger werden durch die 21-jährigen Kaan Ayhan und Robin Bormuth ersetzt. Obwohl letzterer nur zwei Auswärtssp­iele bestritten hat, ist das für Funkel kein Problem. „Robin ist völlig klar im Kopf und viel weiter als andere 21-Jährige. Es gibt welche, die sind mit 28 wie Kinder.“

Funkel fordert, seine Mannschaft müsse hellwach sein. „Es geht schnell in die andere Richtung, wenn man zwei, drei Mal verliert. Wir werden in den nächsten Wochen sehen, wie stabil die Mannschaft ist.“Von den Fans fordert er ein Miteinande­r: „So wie bisher. Sie müssen Geduld haben und uns unterstütz­en.“

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