AfD setzt Schwarz-Gelb mit Ge­setz­ent­wurf un­ter Druck

Rheinische Post - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

DÜS­SEL­DORF (jra) Mit ih­rer Initia­ti­ve, die Ge­sichts­ver­schleie­rung in öf­fent­li­chen Ge­bäu­den zu ver­bie­ten, hat die AfD-Frak­ti­on die nord­rheinwest­fä­li­sche Lan­des­re­gie­rung un­ter Zug­zwang ge­setzt. Denn der ges­tern im Land­tag ein­ge­brach­te AfD-Ge­setz­ent­wurf ist fast wort­gleich iden­tisch mit ei­nem An­trag der CDUFrak­ti­on im nie­der­säch­si­schen Land­tag vom März die­ses Jah­res.

Das Ver­hül­len des Ge­sichts er­schwe­re die Kom­mu­ni­ka­ti­on in­ner- halb der deut­schen Kul­tur und sol­le in Schu­len, Sport­hal­len, Schwimm­bä­dern und Ein­rich­tun­gen des Lan­des ver­bo­ten und künf­tig als Ord­nungs­wid­rig­keit ein­stuft wer­den, heißt es in dem AfD-An­trag. Frau­en soll­ten sich of­fen und frei zei­gen dür­fen. Dass man sich hier­zu­lan­de über­haupt da­mit be­fas­sen müs­se, sei der „ver­fehl­ten Mi­gra­ti­ons­po­li­tik“zu ver­dan­ken, sag­te der Vi­zeFrak­ti­ons­chef der AfD, Mar­kus Wa­gner. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Thomas de Mai­ziè­re, FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner und Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel hät­ten sich be­reits wohl­wol­lend zu ei­nem Ver­schleie­rungs­ver­bot ge­äu­ßert. Die Ba­sis des An­trags sei da­her der CDU-Ent­wurf aus Nie­der­sach­sen, sag­te der AfD-Po­li­ti­ker.

„In der Sa­che“sei der Ent­wurf zu be­grü­ßen, kon­ter­te der CDU-Ab­ge­ord­ne­te Chris­tos Kat­zi­dis, denn: „Er ist wort­wört­lich ab­ge­schrie­ben. Es ist ein CDU-An­trag und da­her wer­den wir zu­stim­men“, sag­te Kat­zi­dis, auch wenn es nicht zu den dring­lichs­ten An­lie­gen der Re­gie­rung ge­hö­re. Von ei­nem „Schein­the­ma mit Schein­not­wen­dig­keit“sprach die SPD-Frak­ti­on. Die meis­ten Bur­kas se­he man nicht auf deut­schen Stra­ßen, son­dern auf AfD-Pla­ka­ten, sag­te SPD-Po­li­ti­ker Andre­as Bi­al­as. „Ei­ne Par­tei, die mit Frau­en in Bi­ki­nis wirbt, soll­te im Üb­ri­gen nicht über Gleich­be­rech­ti­gung schwa­dro­nie­ren“, füg­te er hin­zu. Auch FDP und Grü­ne kri­ti­sier­ten den Ge­setz- ent­wurf. NRW-In­nen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) nann­te den AfDAn­trag ei­ne „Show­ver­an­stal­tung“. Es ge­be be­reits Be­schlüs­se auf Bun­des­ebe­ne, die die Ver­schleie­rung bei Aus­weis­pa­pie­ren, Be­am­ten und Sol­da­ten ver­bö­ten. „Es ist nun Auf­ga­be der Län­der, un­auf­ge­regt zu prü­fen, in wel­chen Be­rei­chen wei­te­ren Än­de­run­gen not­wen­dig sind“, sag­te Reul. „Und das wer­den wir im zu­stän­di­gen Aus­schuss tun – we­ni­ger öf­fent­lich­keits­wirk­sam.“

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