Auf ein Ständ­chen im Wohn­zim­mer

Vor ei­nem Jahr hat die Künst­le­rin Ve­ra Ri­ve­ra ih­ren Job ge­kün­digt, um sich als Mu­si­ke­rin selbst­stän­dig zu ma­chen. Seit­dem tourt sie als Hoch­zeits­sän­ge­rin, aber auch für Wohn­zim­mer­kon­zer­te durch die Re­gi­on.

Rheinische Post - - STADTTEILE - VON DA­NI­EL SCHRA­DER

OBER­BILK Es war ei­ne Rei­he von Schick­sals­schlä­gen, die Ve­ra Ri­ve­ra über ihr Le­ben nach­den­ken lie­ßen. Ih­re Mut­ter starb 2011, ihr Va­ter 2014. Im sel­ben Jahr trenn­te sie sich von ih­rem lang­jäh­ri­gen Part­ner. „Da ha­be ich mich ge­fragt, ob mein Le­ben wirk­lich so ver­läuft, wie ich es mir ein­mal vor­ge­stellt hat­te“, er­zählt sie. Die Ant­wort auf die­se Fra­ge war deut­lich: Nein, es soll­te sich et­was än­dern. So be­gann Ve­ra Ri­ve­ra Songs zu kom­po­nie­ren und zu sin­gen.

Mu­si­ka­lisch war die ge­bür­ti­ge Bot­tro­pe­rin schon im­mer. Be­reits in ih­rer Kind­heit sang sie im Kin­der­chor und lern­te seit ih­rem sechs­ten Le­bens­jahr Kla­vier. Nach ih­rem Abitur stand ein Mu­si­cal-Stu­di­um im Raum, schluss­end­lich ent­schied sie sich mit BWL für ei­nen si­che­ren Le­bens­weg, wes­halb sie 2011 auch nach Düs­sel­dorf zog. Mu­sik mach­te Ve­ra Ri­ve­ra ne­ben ih­rem Be­ruf – als Hob­by. Im ver­gan­ge­nen Jahr wag­te sie je­doch den nächs­ten Schritt und kün­dig­te ih­ren Job, um sich selbst­stän­dig zu ma­chen.

So­wohl die Me­lo­di­en ih­rer Pop­songs als auch die ent­spre­chen­den Tex­te stam­men aus ih­rer Fe­der. Zu ih­ren mu­si­ka­li­schen Vor­bil­dern zählt un­ter an­de­rem die bri­ti­sche Künst­le­rin Ade­le. In ih­ren Tex­ten geht es oft um au­to­bio­gra­fi­sche Din­ge wie die Ver­ar­bei­tung ih­rer Tren­nung oder den Tod ih­rer El­tern. Aber die 39-Jäh­ri­ge übt auch Kri­tik selbst mit. Die Grö­ße des Pu­bli­kums hängt da­ge­gen vom Gast­ge­ber ab. „Manch­mal tre­te ich vor Fa­mi­li­en auf, manch­mal auch vor gro­ßen Grup­pen auf pri­va­ten Fei­ern“, sagt sie. Ne­ben ih­ren ei­ge­nen Songs bie­tet sie da­bei auch im­mer an, ein bis zwei per­sön­li­che Wunsch­songs zu spie­len. Da­zu hört sie sich die je­wei­li­gen Wun­schlie­der meh­re­re Ma­le an, um an­schlie­ßend ei­ne in­di­vi­du­el­le Ver­si­on in ih­rem Stil dar­aus zu kre­ieren. Das ist mit­un­ter auch ei­ne Her­aus­for­de­rung. So wur­de sie be­reits ge­be­ten, Songs des Eu­ro­dan­ceSän­gers DJ Bo­bo oder der Rock­band Böh­se On­kelz zu sin­gen. „Das ist nicht im­mer leicht um­zu­set­zen“, er­zählt sie.

Den Schritt in die Selbst­stän­dig­keit hat Ve­ra Ri­ve­ra bis­lang nicht be­reut. „Ich füh­le mich to­tal wohl“, sagt sie. Auch wirt­schaft­lich lau­fe es gut. Aber Ri­ve­ra geht nicht un­be­darft an ih­re Ge­s­angs­kar­rie­re her­an. Als BWL-Ab­sol­ven­tin bringt sie ge­nü­gend kauf­män­ni­sche Er­fah­run­gen mit. Zu­dem hat sie als Spre­che­rin und Yo­ga-Leh­re­rin noch zwei wei­te­re Stand­bei­ne.

Un­ter­stützt wird Ri­ve­ra von ih­rem Ver­lob­ten, der ihr als Ton­tech­ni­ker beim Ab­mi­schen ih­rer Songs und bei den Auf­trit­ten hilft. Gleich­zei­tig in­spi­riert er sie. Denn seit ih­rer Ver­lo­bung sind zu ih­ren bis­lang über­wie­gend me­lan­cho­li­schen Ti­teln auch vie­le po­si­ti­ve Songs hin­zu­ge­kom­men. Ei­ner da­von heißt „Glaub an Dich“, ein Ti­tel, der auch sehr gut ih­ren Le­bens­weg be­schreibt.

Sän­ge­rin Ve­ra Ri­ve­ra gab ih­ren Be­ruf auf, um zu sin­gen. Seit­dem tritt sie auf Hoch­zei­ten auf und gibt Wohn­zim­mer­kon­zer­te.

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