War­um die Un­ab­hän­gig­keits­be­we­gung in Ka­ta­lo­ni­en so stark ge­wor­den ist

Rieser Nachrichten - - Die Dritte Seite -

● Das Er­star­ken der ak­tu­el­len Un­ab hän­gig­keits­be­we­gung in Ka­ta­lo­ni­en geht vor al­lem auf den 28. Ju­ni 2010 zu­rück. Da­mals kipp­te das Obers­te Ge­richt Spa­ni­ens auf Be­trei­ben der kon ser­va­ti­ven Volks­par­tei (PP) ein neu­es Au­to­no­mie­sta­tut für die Re­gi­on, das 2006 un­ter dem so­zia­lis­ti­schen Mi nis­ter­prä­si­den­ten Za­pa­te­ro vom Par­la ment in Ma­drid und von den Ka­ta­la nen selbst ge­bil­ligt wor­den war. Zwei Wo­chen spä­ter de­mons­trier­ten mehr als ei­ne Mil­li­on Men­schen in Barcelona.

● Seit Ma­ria­no Ra­joy und sei­ne PP 2011 an die Macht ka­men, gab es kaum noch Ge­sprä­che mit der Re­gi­on im Nord­os­ten. Ra­joy ging es vor al lem dar­um, die mas­si­ve Wirt­schafts­kri­se zu be­kämp­fen. Der Wunsch nach mehr Un­ab­hän­gig­keit der Ka­ta­la­nen pass­te da nicht in sein Kon­zept.

Die Men­schen im wirt­schafts­star­ken Ka­ta­lo­ni­en sind wü­tend über die Kor rup­ti­ons­skan­da­le der Re­gie­rung und wet­tern, Ra­joy und sei­ne Ver­bün­de ten ver­folg­ten noch im­mer die Zie­le wie die Fran­co Dik­ta­tur, die bis En­de der 70er Jah­re dau­er­te. Da­mals wa­ren die ka­ta­la­ni­sche Spra­che und Kul­tur teil wei­se bru­tal un­ter­drückt wor­den. Vie­le Bür­ger glau­ben, dass ein un­ab­hän­gi ges Ka­ta­lo­ni­en bes­ser da­stün­de. (dpa)

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